Mit der Enduro von Windhoek nach Kapstadt

Eine Motorradreise auf staubigen Pisten

Dünen in Sossusvlei

Uralte Wüsten, Sanddünen, Hitze und Staub, aber auch faszinierende Landschaften, Canyons, Savannen und Buschland mit einer vielfältigen Tierwelt das bietet der Süden Namibias. All dies lässt sich wunderbar in Form einer Motorradreise erfahren, in wahrsten Sinn des Wortes.  Voraussgesetzt, dass Pisten und leichtes Offroadgelände keine Fremdwörter sind. Mit etwa 2,2 Mio. Einwohnern bei einer dreifachen Größe Deutschlands ist das Land nur sehr dünn besiedelt. Das gilt auch für den Norden Südafrikas, den wir einige Tage später erreichen, auf unserer Tour mit einer Enduro von Windhoek nach Kapstadt. Und im Süden Südafrikas finden sich Obst- und Weinanbaugebiete, Blumenmeere und die alpinartigen Cederberge, ein Traum für Motorradfahrer. Afrika von seiner schönen Seite.

An Kontrasten fehlt es auf dieser Tour nicht. Geht es doch auf Pisten und in leichtem Offroad-Gelände über 2500 Kilometer von der Hauptstadt Namibias aus bis nach Kapstadt in Südafrika, durch Wüsten und Savannen, Berge und Canyons.

Motorräder der Wahl sind BMWs XChallenges. Gutes Fahrwerk und Motor, aber eine lausige Verkabelung wie sich immer wieder zeigen wird. Denn die nicht staubdichten Schalter und Stecker der Enduro sorgen für manch Unterbrechung und sogar für einen hefigen Sturz auf steiniger Piste. Ohne größere Schäden an Mensch und Maschine. Davon später mehr. Unterwegs waren wir zu dritt, zwei Berliner, Michael und Kay gesellten sich zu mir, dem Schwaben. Beide erfahren mit Enduros, ich ein Novize, der sich dennoch nicht allzu dumm anstellt. Passte wunderbar. Und Dirk, unser Tourguide, Inhaber der Namib Enduro Tours, der das Begleitfahrzeug mit Ersatzmotorrad, Werkzeug, Zelten und Gepäck fährt, passte auch. Eine Empfehlung, will man eine Tour durch Namibia oder nach Kapstadt machen.

Die Route: Windhoek (Namibia), Solitaire,  Sossusvlei, Aus, Kolmanskuppe, Lüderitz, Canyon Roadhouse, Fish-River-Canyon, Grenzübertritt am Oranje-Fluss, Oranje-Fluss, Cederberge, Melkbosstrand, Kapstadt

Hier finden sich übrigens eine Bildergalerie mit einer Auswahl der schönsten Aufnahmen

Wichtig: gute Endurostiefel. Schützen vor Steinschlag und bei Stürzen

Meine Ausrüstung bestand aus leichter Enduro-Kleidung. Gute Enduro-Stiefel um die Beine vor Steinschlag zu schützen sind ein Muss und natürlich auch ein Crosshelm, dicht schließende Motorradbrille, eine dünne, luftige Jacke mit Ellbogen-und Schulterprotektoren, Rückenprotektor, eine ebenso leichte Hose, Knieprotektoren und passende Handschuhe. Bewährte sich wunderbar, auch bei dem Sturz. Der Helm weist jetzt halt eine schöne Patina auf, gehört dazu.

Das Endurofahren auf Pisten und in leichten Offroadgelände ist für einen Straßenfahrer wie mich (Harley Dyna Super Glide, Ducati Diavel und Yamaha Scrambler) natürlich eine Herausforderung und birgt auch ein gewisses, jedoch überschaubares Gefahrenpotenzial. Dafür erfährt man ein Land im wahrsten Sinn des Wortes, kein Vergleich mit den üblichen geschlossen Allraddosen. Was ich auch schon zweimal gemacht habe und es immer wieder machen würde. Hat alles seinen Charme, seine Vor- und Nachteile. Diesmal hieß es halt Abenteuer pur mit all seinen Erlebnissen. Genug der Vorrede.

Hier der Trailer zum Film:

Tag 1 – Windhoek bis Sesriem (260 km)

Unsere Tour führt uns von Windhoek aus Richtung Südwest zuerst nach Sesriem, der Namib-Wüste entgegen. Windhoek selbst ist wirtschaftliches und politisches Zentrum, liegt ziemlich genau im geographischen Mittelpunkt des Landes. Die saubere und überschaubare Stadt vermitteln eher den Charakter einer mitteleuropäischen Stadt, es finden sich kleine Straßenkaffees und Biergärten. Moderne Gebäude teilen sich das Stadtbild mit wilhelminischer Kolonialarchitektur. Dieses Mal halte ich mich jedoch nicht in Windhoek auf. Morgens am Flughafen angekommen geht es gleich zum Motorrad und nach einer kurzen Einweisung los auf die Piste, die erst noch aus einen kurzen Stück Asphalt besteht.

Gut, um sich mit dem Moped vertraut zu machen. Dann die erste Piste, kein Problem, 80 km/h sind drin. Später auch deutlich mehr. Kaum habe ich mich an die BMW gewöhnt, so nach 40 km, geht der Motor aus. Kurze Fehlersuche, Vermutung ist ein Wackelkontakt in einem Stecker, also die Ersatzmaschine, eine Suzuki abgeladen, die BMW drauf auf den Hänger. Fehlersuche auf heute Abend verschoben. Die Suzuki fährt sich ganz anders, ist auch nicht so kräftig und für mich etwas instabiler. Mir liegt die BMW mehr. Wenn sie denn fährt, was die Suzuki ohne Probleme macht. Blinker, Bremslicht, ABS, Tacho, Armaturen… ist bei der BMW schon alles außer Betrieb, braucht man hier auch nicht. Am Abend den Wackler repariert, sprich am nächsten Tag wieder auf die BMW umgestiegen. Liegt mir einfach mehr.

Jetzt geht es jedoch erst mit der Suzuki weiter, weitere 220 km bis zu unserem Tagesziel am Sesriem Canyon. Nächster Stopp ist der Spreetshoogte-Pass, hier bietet sich ein gigantischer Ausblick runter zur Namib. An dieser Randstufe haben sich vor 100 Millionen Jahren Südamerika und Afrika getrennt. Der Pass soll mit einem Gefälle von 22 Prozent einer der steilsten Namibias sein. 2011, als ich das letzte mal hier war, stand überall hohes trockenes Gras. War damals ein außergewöhnlich „regenreiches Jahr“. Heute ist alles trocken, staubig, es hat schon lange nicht mehr geregnet. Die Gegend wirkt anders, auch wenn der Ausblick der gleiche ist.

Blick vom Spreetshoogte-Pass

Die Namib nimmt fast den gesamten Küstenraum des Landes ein, ein Streifen von 2000 km Länge, ins Landesinnere reicht sie rund 160 km. Sie ist mit die älteste Wüste der Welt. Je röter die Farbe des Sandes, desto älter sollen die Dünen sein. Namib bedeutet „der Ort wo nichts ist“.

Kurz darauf folgt Solitaire. Tankstelle, Werkstatt, General Store, Hotel, eine Bäckerei, that´s it. Mitten in der Wüste und wahrscheinlich jedem Reisenden bekannt, der sich Richtung Sossusvlei aufmacht. Und das sind verhältnismäßig viele. Bekannt auch der vielen, verstaubten 60er- und 70er-Jahre Oldtimer wegen, die vor sich hin gammeln und eher im Südwesten der USA vermutet würden. Ein schönes „Örtchen“ mit Flair. Bekannt zudem  wegen des guten Apfelkuchens, den es hier gibt. Nachtanken und eine Pause ist angesagt. Natürlich mit Kaffee und Apfelkuchen und dem einen oder anderen Schwätzchen. Dann weiter nach Sesriem, am Abend stehen 260 km mehr auf dem nicht existierenden Tacho.

Angesagt ist dann erst einmal der Aufbau der Zelte, die Reparatur der BMW und dann geht es zum Essen in ein Restaurant der Lodge. Wir sind schon im Nationalparkgelände, mit unsere Motorrädern dürfen wir nur auf den Zeltplatz. Weiter hinein zu den Dünen von Sossusvlei sind Motorräder verboten. Aber Trucks, Allradfahrzeuge und alles Vierrädrige darf rein…

Bildergalerie Tag 1

Tag 2: Sesriem bis Aus (340 km)

Campen in der Wüste

Früh am Morgen vor dem Sonnenaufgang geht es dann los. Ein Kaffee muss genügen. Da Motorräder verboten sind, fahren wir in dem Begleitfahrzeug ein Stück Richtung den Dünen bis zu einem Haltepunkt nahe dem Dead Vlei, eine alte, durch eine Düne abgeschnittene Senke, in dem bizarre abgestorbene Bäume stehen. Die toten Bäume sind teilweise sehr alt, sie verrotten in dem Klima nur sehr langsam. Früh am Morgen oder am späten Nachmittag ist das Licht- und Farbenspiel auf den Dünen am schönsten. Ich selber war schon zweimal hier, die Mitreisenden auch schon einmal, also machen wir es kurz, wandern nur zum Dead Vlei, lassen die Dünen bei Sossusvlei aus. Dafür geht es früher zurück und nach dem richtigen Frühstück und Packen lieber mit den Enduros weiter.

Aus dem Reisebericht 2011: Die Wetterbedingungen hier sind extrem, tags im Sommer über 50 °C, Nachts unter 0 ° C. Stellenweise hat es 70 Jahre nicht mehr geregnet. Nicht jedoch dieses Frühjahr, selbst die Dünnen am Rand der Namib sind am Fuß mit Gras bewachsen, die uns von einer früheren Reise bekannte, trockene Geröllwüste in der Ebene ist ebenfalls „grün“, nicht selten sind Springböcke, Strauße und Schakale zu sehen, wir konnten auch Gnus und Oryx-Antilopen beobachten. Darüber hinaus ließen sich neben zahlreichen Vögel, auch Raubvögel, zudem Ludwigs- Trappen und sogar zwei Löffelhunde blicken.

Motorradreise durch Namibia
aus 2011: Sossusvlei, mit Wasser gefüllt

Die in Sossusvlei von den Dünen umschlossene beige Salz-Ton-Pfanne führt nur in den seltenen Regenjahren für kurze Zeit Wasser, vier Mal im letzten Jahrhundert. 2011 war der See gefüllt, man konnte sogar baden. Am Ende des Vlei bildete sich ein mehrere Meter tiefer See. Hier finden sich mit die höchsten Sanddünen, je nach Quelle zwischen 300 und 380 m Höhenunterschied zu der umgebenden Senke. Sossus bedeutet in der Sprache der Nama blinder Fluss, und Vlei ist eine Senke, ein Sumpf oder eine Pfanne. Die höchste Düne ist Big Daddy oder auch Crazy Dune genannt.

Es böte sich noch ein Besuch des Sesriem-Canyons an, nahe gelegen. Er hat sich über eine Strecke von etwa ein bis zwei Kilometer in das Sedimentgestein gegraben. Sesriem kommt von sechs Riemen, geknüpft aus Fellen von Oryxantilopen. Die waren einst erforderlich, um einen Wassereimer auf den Grund des Canyons hinabzulassen, sprich 36 m, die Tiefe des Canyons. Dessen Breite beträgt stellenweise nur zwei Meter, er hat eine permanente Wasserstelle, die viele Tiere nutzen. Gebildet hat ihn über zwei Millionen Jahre der Tsauchab, heute die meiste Zeit ein Trockenfluss, der auch Sossusvlei in den seltenen, regenreichen Jahren mit Wasser versorgt. Den ließen wir aber aus, wir waren ebenfalls schon dort.

Orientierung muss sein

Unser nächstes Tagesziel ist Aus. Über kilometerlange, schnurgerade Buckelpisten kommen wir mit rund 120 bis 130 km/h zügig voran. Das Motorrad hält, respektive die Reparatur. Wir halten untereinander  einen halben bis einen Kilometer Abstand, des Staubs wegen. Weniger wegen uns, sondern wegen der Gefahr, dass die Luftfilter an den Mopeds zugehen. Unser Guide Dirk mit dem Begleitfahrzeug fährt immer irgendwo hinter uns her. Falls einer liegen bleibt. Immer wieder macht einer Stopps, der Fotos wegen oder einfach um etwas zu trinken.

Wir haben Tagesrucksäcke dabei, mit viel Wasser und Foto-/Filmkamera. Eingestaubt werden wir dennoch immer wieder. Ab und an kommen Autos entgegen mit der entsprechenden Staubfahne. Ein kurzer Blindflug ist die Folge. Schlimmer noch ist, wenn ein Auto vorausfährt. Dann heißt es möglichst schnell vorbei, zu überholen. Sind einfach zu langsam, die Blechkisten. Und kilometerlang hinterherzuckeln mit entsprechendem Abstand geht auch nicht. Kommt aber nicht allzu oft vor. Einmal überholt uns jedoch ein Namibier mit seinem Allradler, er dürfte so um die 160 km/h drauf haben. Erlaubt sind übrigens 100 km/h. Kommen Kurven, heißt es jedoch die Geschwindigkeit auf 80 km/h oder langsamer – je nach Radius – zu reduzieren, ist die Seitenhaftung auf Kies oder Schotter doch gering.

Die letzten Kilometer geht es auf Asphalt nach Aus, das mögen die Enduros und die grobstolligen Reifen weniger. Der Name Aus bedeutet „Große Schlange“. Im Winter kann es hier recht kalt werden, aber wir haben ja beginnenden Sommer. Sogar schneien kann es hier gelegentlich, der Ort liegt auf knapp 1500 m Höhe. Früher während der deutschen Kolonialzeit diente Aus als Stützpunkt, nach deren Kapitulation unterhielten die Südafrikaner ein Straflager, internierten hier über 1500 deutsche Kriegsgefangene. Heute finden sich hier mehrere Hotels, unweit westlich kann man die bekannten Wüstenpferde beobachten. Sie stammen vermutlich von in den Kriegswirren entlaufenen Tieren aus Zeiten der deutschen Schutztruppe ab, überlebten und wurden erst 1986 wieder entdeckt da sie sich in ehemaligen Diamanten-Sperrgebieten aufhielten. Zeitweise sollen es um die 160 Tiere gewesen sein, in letzter Zeit scheinen aber viele durch eine anhaltende Dürre verendet zu sein. Auch Nachwuchs bleibt aus. Deswegen hat man Trinkstellen eingerichtet und füttert die Tiere auch in Notzeiten.

Alter Bahnhof an der Strecke Aus nach Lüderitz

Aus liegt an der Nationalstraße B4 und der Lüderitzbahn von Lüderitz nach Keetmanshoop. 1996, bei unserem ersten Besuch, fuhr hier noch der Güterverkehr von Keetmanshoop  nach Aus. Zwischen Aus und Lüderitz war aber schon damals das Gleisbett unbrauchbar, deswegen endete der Güterverkehr hier in Aus. Eine Wiedereröffnung der Strecke Aus – Lüderitz sollte bis 2012 erfolgen. Wir konnten 1996 noch einen ellenlangen Güterzug filmen. Kurz danach war jedoch auch diese Strecke stillgelegt, heute transportieren große Laster das Erz. Seit nunmehr 15 Jahren arbeitet man an der Wiedereröffnung der Strecke um sie für Touristen und Güterzüge in Betrieb zu nehmen. Die Gleise sind schon neu verlegt, aber keiner weiß, wann der Regelbetrieb wieder startet. Am 13. November 2014 gab man sogar schon mal die Fertigstellung der kompletten Strecke bekannt und am 19. November soll erstmals nach 18 Jahren ein Zug in Lüderitz eingefahren sein. Heute jedoch liegt die Strecke wieder still, teilweise vom Sand zugeweht. Die Deutschen brauchten Anfang des vorigen Jahrhunderts zwei Jahre um die Strecke fertig zu stellen und transportierten das Material aus Deutschland in die Wüste.

Neue Gleise die sich der Sand schon wieder holt

Heute legten wir mit den Enduros rund 340 km zurück, davon die letzten zehn auf Asphalt. Übernachtet wurde nicht im Zelt, sondern ein einem komfortablen Zimmer. Kaum teurer als der Zeltplatz, wobei die schon recht günstig sind. Und gegessen im Bahnhofshotel auf der Terrasse, wo es schon recht kühl wurde. In der Bar lief MotoGP.

Bildergalerie Tag 2

Tag 3 : Aus bis Lüderitz (120 km)

Nach den zwei längeren Etappen geht es heute gemütlicher zu Werke. 120 km Strecke stehen auf dem Programm. Wir machen einen Abstecher nach Lüderitz, weichen von der Tour Richtung Kapstadt ab. Der Weg, leider nur eine – wenn auch gut ausgebaute –  Asphaltstraße. Eben nicht so ideal für die Enduros und uns. Zuerst fahre ich voraus, aber bei den endlosen Weiten ohne größere Orientierungspunkte und einem starken, später dann abflauenden Rückenwind ist die Geschwindigkeit ohne funktionierenden Tacho schwer abzuschätzen. Zuerst fahre ich um die 130 bis 135 km/h, später zwischen 90 und 100 km/h. Durch den Wind (Anfangs Rückenwind, dann Gegenwind) scheint es subjektiv aber fast die gleiche Geschwindigkeit zu sein. Besser Guide Dirk fährt mit dem Truck voraus, wir pendeln uns um die erlaubten 120 km/h ein. Auf Teerstrecken halten wir das dann fast durchgehend so, bis auf eine wunderbare, kurvenreiche und enge Bergstrecke später in Südafrika. Durchquert werden endlose Weiten Richtung Atlantik.

Kolmannskuppe, einst reichste Stadt Afrikas

Das erste Ziel ist Kolmannskuppe, eine alte Geisterstadt, soll einst die reichste Stadt Afrikas zu Zeiten des Diamantenbooms Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen sein. Manche sagen sogar die reichste der Welt. Auf jeden Fall ist es heute die bekannteste Geisterstadt Namibias. Sie zu besuchen ist ein Muss, ist man in der Nähe. Für mich bereits das zweite Mal, das erste Mal schaffte ich es vor nunmehr rund 25 Jahren. Und es hat sich nicht allzuviel geändert. Außer dass wir damals nachdem ein Bus mit Studiosus-Reisenden weg war, die einzigen hier waren, heute ist der Ort viel besucht. Relativ gesehen. Neu sind auch ein Souvenirshop und ein Kaffee sowie ein komplett renoviertes Gebäude. Leider hat man auch die alten Wandbemalungen überstrichen… Aber es gibt ja genügend alte, mehr oder weniger verfallene Gebäude zu sehen.  

Anfangs fand man die Diamanten so einfach im Sand, ab 1908 wurde die gesamte Gegend von der deutschen Besatzung als Sperrgebiet ausgewiesen, ein Areal um die 36.000 Quadratkilometer groß. Ist es auch heute noch, denn noch immer werden in den Weiten der Wüste Diamanten abgebaut. Ein einziger Mann fand damals in einem Areal von 50 Quadratmetern in wenigen Stunden 600 Karat Diamanten, am Boden liegend. Und bei Vollmond glitzerte es in einem Tal so stark, dass man es das Märchental nannte. Das Glitzern kam von den Diamanten.

Aus einem anfänglichen Diamanten-Camp entwickelte sich recht schnell eine Siedlung, aufgrund des Reichtums mit herrschaftlichen Steinvillen nach deutschem Vorbild, Dienst- und Verwaltungsgebäude, E-Werk, Schule, Krankenhaus, auch ein Theater, Turnhalle und Kegelbahn. 400 Menschen lebten einst hier in einer lebensfeindlichen Umgebung, außer Sand und heftigen Sandstürmen gab es nichts. Auch kein Wasser. Also karrte man Lebensmittel und Wasser aus dem 1000 km entfernten Kapstadt her, Baumaterialien, Maschinen, Möbel, all das kam aus Deutschland.

Mit der Zeit ließen die Funde jedoch nach, 1930 stellte man dann die Förderung ein. Ende der 1950er-Jahre verließen dann die Letzten die Stadt. Seitdem holt sich die Wüste die Stadt zurück. zudem nutze man Baumaterialien für neue Häuser im nahen Lüderitz an der Küste. Heute ist Kolmannskuppe ein Freilichtmuseum, gut bewacht (elektronisch) liegt es doch im Diamantensperrgebiet.

15 Kilometer weiter haben wir dann unser Tagesziel erreicht, Lüderitz. Heute leben hier um die 20.000 Menschen mehr oder weniger gut von der Fischerei, dem Tourismus und zu einem kleineren Teil auch noch vom Offshore-Diamantenabbau. Die Arbeitslosenquote soll 60 Prozent betragen. Viele wandern ab. Vor Jahren waren es noch über 30.000 Bewohner.

Dennoch, die farbenprächtige Stadt bietet dem Besucher zahlreiche schöne aus der deutschen Kolonialzeit stammende, oft restaurierte Bauten im Jugendstiel und wilhelminischen Baustil. Überragt wird sie von der evangelisch-lutherischen Felsenkirche aus dem Jahre 1911. Interessant ist auch der Hafen in dem ein stetiges Treiben herrscht. Das gilt auch für die Waterfront Meile mit Cafés, Restaurants, Boutiquen und Souvenirläden. Die gab es bei unserem ersten Besuch noch nicht.

Wir übernachten im Kratzplatz, unverkennbar, ist oben auf dem Dach doch ein altes Motorrad zu sehen. Besonders empfehlenswert der dazugehörige Pub. Für vier frisch gefangene, große Langusten löhnte ich gerade mal rund 15 Euro (inkl. Suppe und Salat vom Buffet). Generell gilt, das Essen ist sehr gut in Namibia, viel Wild wie Oryx, Springbock oder Kudu, und alles ist für uns recht preiswert. Für zehn Euro kann man schon ausgiebig essen und trinken.

Offiziell heißt Lüderitz heute Naminüs, das ließ der Präsident letztes Jahr per Dekret verkünden. Gegen den Widerstand vieler, besonders jüngerer, farbiger Bewohner. Viele wollen ihren deutschen Namen behalten. Sie nennen sich selbst Buchter – auch in der Stammessprache. Deutschstämmige gibt es in der Stadt vielleicht noch ein paar Dutzend.

Bildergalerie Tag 3

Tag 4 – Lüderitz – Canyon Road House (360 km)

Es geht zurück ins Landesinnere, via Aus über eine Teerstrecke rund 280 km bis zu einem Abzweig Richtung Fish River Canyon. Vor der Abzweigung noch eine kurze Rast im Seeheim Hotel, eine Lodge an der alten Piste Richtung Süden. Die aber nicht mehr gewartet wird, schadet der Lodge enorm. Auf jeden Fall ist sie einen Besuch wert, nicht nur des guten Kaffees und Kuchens wegen.

Seeheim Hotel

Rund zehn Kilometer weiter führt dann – endlich – wieder eine Piste gegen Süden. Hier kann man wieder Gas geben bis 80 km weiter unser Ziel (in Abänderung der ursprünglichen Route) die Roadhouse Canyon Lodge erscheint. Vorher aber noch ein paar Fotostopps, bei einem macht meine Maschine wieder Probleme. Das Zündschloss weigert sich seinen Dienst zu tun. Bei den anderen beiden Maschinen ist es schon ausgebaut und durch einen zuverlässigen Kippschalter ersetzt. Wir machen nicht lange rum, führen das Anschlusskabel aus der Verkleidung heraus, schließen es mit einem Drahtbügel an einem Kabelbinder einfach kurz. Weiter geht’s. Wird später übrigens die einzig funktionierende dauerhafte Lösung.

Wenige Kilometer später stehe ich an dem Canyon Roadhouse. Ein Traum für alle Liebhaber alter Autos, quasi der Oldtimerhimmel auf Erden. Zu Dutzenden stehen sie hier herum, im Freien, wunderbar arrangiert. Aus einem wächst ein uralter Baum, ein andere spiegelt sich in einem Teich (mitten in der Wüste), auf der Terrasse ist man zwischen den Fahrzeugen, auch im Restaurant teilen sich die Autos, Schilder, Tanksäulen und vieles mehr den Platz mit den Tischen, an denen gegessen und getrunken wird. Die Bar ist dekoriert mit unzähligen Nummernschildern aus aller Welt. ich denke, die Bilder sprechen für sich und sagen mehr als 1000 Worte.

Wir zelten auf dem Campingplatz hinter der Lodge, nach dem Zeltaufbau steht die Reparatur des Zündschlosses meiner BMW an. Zerlegt stellen wir eine kalte Lötstelle fest, die mal Kontakt hat, mal nicht. Lötstellen an einer Enduro! BMW, setzen, sechs. Also neu angelötet, geht nicht anders und siehe da, sie funktioniert wieder. Nur verursacht am kommenden Tag der Staub den endgültigen Exitus des Zündschlosses. Dazu später mehr. Also ab ins Restaurant und gut gegessen und getrunken, vorher aber noch ein „Sprung“ in den eiskalten Pool.

Bildergalerie Tag 4

Tag 5: Canyon Roadhouse – Grenzübertritt – Oranje Fluss (220 km)

Blick in den Fish-River-Canyon

Es geht zum Fish-River-Canyon. Auch hier war ich schon einmal vor etwa 25 Jahren. Aber es ist ein gewaltiger Unterschied ob mit dem Auto oder Motorrad. Der Fish-River Canyon, Afrikas gewaltigste Schlucht soll nach dem Grand Canyon der zweitgrößte weltweit sein. Je nach Messmethode. Er ist 160 km lang, bis zu 27 km breit und zwischen  457 und 549 m tief. Im Canyon herrschen Sommers Temperaturen um 50° Celsius. Nur einige wenige, grüne Busche wie Kameldorn, Weißdorn und Tamarisken sind in der trockenen Landschaft zu sehen. Vereinzelt findet man zudem Köcherbäume. Er findet sich bevorzugt in heißen Felswüsten, wächst auf Hängen oder Kuppen gern als Solitär. Er wächst sehr langsam, kann bis zu acht Meter hoch werden und dann ein Alter von 400 Jahren aufweisen. Die Baumkrone verleiht dem Baum ein kandelaberartiges Aussehen. Seinen Namen verdankt er den Buschmännern. Sie nahmen die weichen Zweige, höhlten sie aus und verwendeten die äußere harte Rinde als Köcher für Pfeile.

Der Fluss führt meist – wie auch jetzt – nur geringe Wassermengen, während der trockenen Jahreszeit sieht man häufig nur einzelne Tümpel. Nach Regengüssen im Sommer verwandelt er sich jedoch gern in einen reißenden Strom – wenn es denn regnet. Der Canyon ist Teil eines Naturschutzgebietes.  Man kann auch Wanderungen im Canyon machen, Voraussetzung ist eine gute Kondition. Sie ist offiziell auch nur in den kühleren Wintermonaten zwischen Mai und August gestattet und erfordert eine Genehmigung des Namibia Wildlife Resorts in Windhoek. Für die 86 km muss man fünf Tage einrechnen. Leichtere, dennoch schöne Wanderungen sind im westlich gelegenen privaten Canyon Nature Park machbar.

Wir fahren ein kurzes Stück den Canyon auf steiniger, enger Piste den Canyon entlang, Guide Dirk ist mit dem Wagen am Eingang etwa 10 km entfernt zurückgeblieben und wartet auf uns. Dann passiert es.  Bei etwa 50 bis 60 km/h, im Stehen, 2. Gang und in einer Kurve geht plötzlich der Motor aus. Ist wie wenn man stark bremst. Also kopfüber abgestiegen und auf den faustgroßen, harten Steinen abgerollt. Keine Chance. Aber dafür hat man ja gute Schutzkleidung. Schrammen im Helm, ein paar blaue Flecken und eine leichte Rippenprellung. Das war´s.

Der Sturz im Video, aufgenommen mit der Actioncam am Lenker

Am Moped den Lenker verzogen, einen Spiegel und den letzten Blinker (der aber auch nicht mehr funktionierte) geschrottet, die Fußraste demoliert. Also auf und gleich weiter. Am Eingang dann den Lenker wieder gerichtet und die Reste der Fußraste. Und später das Zündschloss lahmgelegt, die Ursache für den Motoraussetzer. Aber nicht die Lötstelle war´s, die hat gehalten. Sondern der Staub im Zylinder. Am Schlüssel zu wackeln hat geholfen, ist aber sicherlich keine Dauerlösung. Kabel wieder herausgeführt und Drahtbrücke als Zündschlüssel hat dann wunderbar und störungsfrei funktioniert.

Der „Zündschlüssel“

Eines aber bleibt. Die BMW startet nur, wenn der Ganghebel in Neutralstellung ist. Auch wenn der Seitenständer eingeklappt ist und die Kupplung gezogen. Nur neutral ist für den Sensor nicht neutral. Sprich, der Schalthebel muss an einem ganz bestimmten Punkt stehen, damit sie startet. Man legt den Leerlauf ein und bewegt den Hebel noch etwa zwei Millimeter nach oben, dann erst startet sie. Daran gewöhnt man sich schnell. Nur den Neutralpunkt im Getriebe zu finden, ist gar nicht so einfach. Funktioniert eigentlich nur beim Auslaufen kurz vor dem Stillstand oder wenn der Motor aus ist. Meistens. Kann aber schon auch mal dauern.  Nicht umsonst hat BMW die eigentlich gute Maschine (und teure) recht schnell wieder eingestellt (Produktionszeitraum 2006 bis 2009, rund 3900 Stück) und sich aus dem Enduro-Markt verabschiedet. Schade eigentlich.

Motorradreise durch Namibia
BMW XChallenge – mein Motorrad

Dennoch. Ich habe mich am Ende fast in die Maschine „verliebt“. Wie, wenn man ein Pferd gezähmt hat. Überlege, ob ich nicht versuche in Deutschland eine Gebrauchte zu bekommen. Und mit staubresistenten Steckverbindern, Schaltern und einigen anderen Umbauten (z. Bsp. Sollbruchstelle am Schalthebel) die gute Basis wirklich gelände- und wüstentauglich mache. Wäre mit einem überschaubaren Aufwand möglich.

Mitten in der Wüste

Zurück auf die Strecke. Es geht eine kurvige Piste runter nach Ai Ais. Dann lässt man es sich gutgehen. Wollte ich schon vor 25 Jahren, nur hatten wir nicht ausreichend Zeit. Mussten noch mit dem Auto nach Keetmanshoop zurück. Durch die Nacht. Aber jetzt. Also auf zu einem Bad im warmen Thermalwasser. Vorher aber noch einen Kaffee und Kuchen genießen.

Dann geht es via Aussenkehr und Noordoewer zurück auf die Piste Richtung Oranje-Fluss und dem Grenzübergang bei Vioolsdrift. Nahe des Flusses wird es grüner, auf großen Flächen baut man Trauben für den Export vorwiegend nach Europa an. Die kosten dann bei Aldi und Lidl weniger als in Namibia. Ein Monat dauert die Erntezeit, farbige Arbeiter wohnen dann in einfachen Holzhütten mit ihren Familien, kehren danach in ihre Stammesgebiete zurück. Inzwischen fahren wir wieder auf Asphalt, kommen recht spät an die Grenze. Vier Kontrollen, mehrere Stempel, nach etwa 20 Minuten sind wir in Südafrika.  

Tankstopp

Noch ein paar Kilometer Piste den Oranje entlang – gegen die untergehende Sonne, in dem Staub heißt das Blindflug –  sind wir auf dem urigen Campingplatz Oewerbos River Camp direkt am Fluss gelegen. Man meint, man sei von den Geräuschen und Bewuchs her beinahe in den Tropen. Urig sind übrigens auch die Besitzer. Der Oranje-Fluss ist übrigens mit etwa 2160 km Länge der zweitlängste Fluss im südlichen Afrika, fließt durch Lesotho und Südafrika und bildet an seinem Unterlauf auf 500 km die Grenze zwischen Südafrika und Namibia. Heute legten wir 220 km zurück, davon 170 km auf der Piste.

Blick auf den Oranje

Bildergalerie Tag 5

Tag 6 + 7: Oranje – Cederberge (540 km/ 110 km)

Früh geht es los. Heute heißt es, Strecke zu machen. Wir haben die Route umgeschmissen, fahren jetzt direkt in die Cederberge, legen zwei Tagesetappen zu einer zusammen – von der Fahrtstrecke her. 460 km Asphalt und 80 km Piste liegen vor uns. Die Reichweite der Mopeds liegt bei rund 200 km, Tankstellen gibt es aber ausreichend. Nur zweimal müssen wir aus den Kanistern im Begleitfahrzeug nachtanken, während der gesamten Tour.  Die 7 entlang geht es via Springbok, Kemieskroon, Nuwewrus, Vanrhynsdorpbis nach Clanwilliam. In Clanwilliams bleibt mal eine andere BMW stehen, eine Sicherung ist raus. Kommt bei den Maschinen an und an vor, Ursache unbekannt. Ist auch nur einmal während der Tour passiert. Dann ab auf die Piste hinein in die Cederberge, eine traumhafte Landschaft. Manch einer macht einen Vergleich mit den Dolomiten in den Alpen. Wir sind etwa 200 km Luftlinie nördlich von Kapstadt. 1973 hat man die Cederberge als Wilderness Area proklamiert, damit besitzen sie Naturschutzstatus, sind sogar Teil eines Weltnaturerbes der Unesco.

Blick auf die Cederberge

Wunderbare Landschaften, faszinierende Felsformationen aus Sandstein, seltene bizarre Zedern, all das sieht man hier. Zudem handelt es sich um ein touristisch kaum erschlossenes Gebiet. Den Namen erhielten die Berge durch die ehemals zahlreich hier vorkommenden Zedern, das aber ist Vergangenheit.  Im Sommer, also jetzt, ist es hier trocken und heiß, im Winter kann Schnee fallen.

Unser Ziel ist die Cederberg Oasis, ein wunderbar in den Bergen gelegener Campingplatz. Hier bleiben wir zwei Tage, machen am kommenden Tag eine Tour nach Wupperthal, hin und zurück rund 80 km. Enge, kurvenreiche steinige oder sandige Piste, teilweise Offroad. Macht richtig Spaß, wenn es auch nicht ohne ist. Jedenfalls für einen Offroad-Novizen wie mich. Unser Guide fährt mit der Ersatzmaschine mit.

Der kleine abgeschiedene Ort in den Cederbergen wurde 1829 als Missionsstation gegründet. Er ist bis heute regionales Zentrum mit Post, Schule, Klinik, Pfarrei, Geschäften und einer Schuhfabrik, die wir auch besichtigen. Nur ist alles gerade ausgeflogen, werden Schuhe etwa nach Clanwilliams ausgeliefert, gehen alle mit. Hergestellt werden die traditionellen Veldskoene (Feldschuhe). Angebaut wird hier auch der wirtschaftlich wichtige Rooibostee. Die Missionare zogen 1998 weg, seitdem übernehmen die Mitglieder der Gemeinde die Verwaltung, wurden 2005 rechtlich als Genossenschaft anerkannt. Heute leben hier in der Region rund 4.000 Menschen, im Dorf selber etwa 500 Einwohner. Der Rest verteilt sich auf die Farmen und Ansiedlungen in den umliegenden Bergen. Hier finden sich auch Felszeichnungen der San, die über einen längeren Wanderweg zu erreichen sind.

Motorradreise durch Südafrika

Motorradreise durch Südafrika

Uns geht es heute jedoch in erster Linie ums Fahren auf engen, kurvenreichen Pisten in der wunderschönen Gegend. Dennoch auf dem Rückweg einen Abstecher zu einem schönen natürlichen Pool. Gut zum Abkühlen, Wassertemperatur 18 °Celsius. Kalt, wenn man die Umgebungstemperatur mit in Betracht zieht. Insgesamt etwas über 110 km standen heute auf dem Programm, und jeder Einzelne hat sich gelohnt.  

Hier ein Video über die Fahrt durch die Cederberge

Bildergalerie Tag 6 und Tag 7

Tag 8: Cederberge – Melkbosstrand (250 km)

Motorradreise durch SüdafrikaEs sind noch etwas über 250 km nach Kapstadt, 90 davon Piste. Wir verlassen die grandiosen Cederberge, fahren über mehrere Passabschnitte mit Namen wie Grootrivier-Blinkberg oder Gydopass. Dann kurz vor Kapstadt Asphaltstraßen durch die Obstgärten von Ceres – durch die enge Schlucht des Baains Kloof-Pass nach Wellington im Weinanbaugebiet bis zum berühmten Bloubergstrand mit seiner Hintergrund Kulisse, dem Tafelberg. Wir sind nahe Kapstadt, übernachten in dem idyllischen Vorort Melkbos. Besonders angetan hat mir an diesem Tag die Strecke durch die Berge über dem Baains Kloof Pass. Obwohl geteert handelt es sich um eine fantastische, kurvenreiche enge Passtrasse, die eigentlich einer Wiederholung harrt. Doch soviel Zeit blieb leider nicht.

Der Bain’s Kloof Pass soll einer der eindrucksvollsten Bergpässe in Südafrika sein. Erbaut wurde die Straße zwischen 1848 und 1852 von Andrew Geddes Bain, einem legendären Straßenbaumeister in Südafrika. Mit Gewehrpulver sprengten 350 Mann diesen Pass in die Berge. Die Strecke steht unter Denkmalschutz. Hier sollen auch die Foto- und Filmfahrten bei der Vorstellung der neuen African Twin von Honda durchgeführt worden sein.  

Melkbosstrand

Bildergalerie Tag 8

Tag 9: Melkbosstrand – Kap der guten Hoffnung

Kapstadt ist die älteste Stadt Südafrikas mit einer bezaubernden Lage am Ozean und einem schönen Hinterland.  Natürlich nimmt man in der Stadt auch heute noch die Folgen der Apartheid wahr. Das dauert einfach bis sich alles normalisiert. Wahrzeichen ist sicherlich der 1086 m hohe Tafelberg, der heute Nationaldenkmal ist und auf dem es mehr Pflanzenarten geben soll als in ganz Großbritannien. Kapstadt ist sicherlich mit eine der schönsten Städte weltweit, bietet eine faszinierende Mischung aus Afrika, Europa, Karibik und Kalifornien.

Unser Ziel, und zugleich das Ziel der rund 2500 km langen Tour, ist das Kap der Stürme respektive der guten Hoffnung.  Auf dem Weg geht es noch kurz zum Pinguin-Strand Boulders Beach. 1983 entdeckte man ein einzelnes Pärchen am Strand, heute leben etwa 2100 des afrikanischen Pinguins in dem Schutzgebiet.

Afrikanische Pinguine

Wir nehmen auch noch den Chapmans Peak auf einer der schönsten Küstenstraßen an der Steilküsten mit und erreichen mit zahlreichen Touristen in Bussen, Vans, Geländewagen und Autos das Kap. Werden in unserer staubigen Montur und den mitgenommenen BMWs selbst zum Fotomotiv.

Tückisch für Schiffe ist das Kap durch zahlreiche, weit ins Meer hineinragende Felsen, die nur einen halben bis drei Meter unter dem Wasserspiegel liegen. Hinzu kommen die starken Winde, die Segelschiffe, die an sich weit genug vom Land weg sind, wieder Richtung Küste drücken. Mindestens 23 Wracks dokumentieren diese Gefahr.

Am Ziel, das Kap der guten Hoffnung

Mit dem Motorrad zu reisen hat einfach eine andere Qualität als mit einem Auto oder Wohnmobil. Ohne das abwerten zu wollen, denn besonders das Wohnmobil bietet auch viel. Mit dem Moped jedenfalls nimmt man die Umwelt ganz anders wahr, die Hitze, die Straßen und Pisten, die Lebensfeindlichkeit der Wüste, den Staub und den Wind, der einen enorm austrocknet… und man ist den Menschen die hier leben einfach viel näher. Man kommt sehr schnell ins Gespräch, ist nicht so abgeschottet. Und es fordert einen immer wieder auf den langen und teils etwas schwierigeren Etappen. Ruft nach Fortsetzung.

Bildergalerie Tag 9

Bilder: Autor, Michael, Kay, Quelle: eigene Erlebnisse, Internetrecherche

Ein Gedanke zu „Mit der Enduro von Windhoek nach Kapstadt“

  1. Servus Werner,
    danke für deine ausführliche und gut recherchierte Reiseberichte. Dadurch kann jedermann die Reise so richtig miterleben. Und die Fotos sind sowieso der Wahnsinn.
    Herzliche Grüße an euch beide
    Richard und Christine

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