West Papua Juni-Juli 2012

Unter Papuas: Von Waldnomaden und Dämonen

Nicht viele kennen West Papua, den westlichen Teil Neuguineas, der nach Grönland zweitgrößten Insel der Welt. Nahe Australien gelegen. Und noch weniger die dort lebenden Menschen. Besonders die zahlreichen, abgelegenen und häufig nur schwer zu erreichende Stämme mit ihren steinzeitliche Lebensweisen und Riten. Manch Stamm harrt sogar noch der Entdeckung. Fakten gefällig: rund 500 eigenständische Sprachen, der letzte noch intakte tropische Regenwald Asiens, die größte Biodiversität außerhalb des Amazonas, riesige Mangrovensümpfe, über 4000 m hohe vergletscherte Berge. In diesem Bericht geht es vor allem um den Stamm der Dani aus dem Hochland von Wamena und um strapaziöse Dschungeltouren mit Hindernissen zu den Kuruwai im Tiefland, ein abgeschiedenes Volk von Waldnomaden. Sie leben perfekt angepasst an die Natur in diesem größten zusammenhängenden Urwald unseres Planeten, nur über tagelange Fußmärsche und Bootsfahrten zu erreichen. Wie abgeschieden zeigt ihre Bezeichnung für Weiße: Laleo, Dämonen. Sie leben noch wie vor tausenden von Jahren, ja, manche von Ihnen können erzählen, wie das Fleisch von Menschen schmeckt. Rituellen Kannibalismus, den dürfte es heute noch geben. Aber keinen, der das Leben von Reisenden gefährdet. P.S. Hier findet sich eine Linkliste mit weiterführenden Hinweisen. Den ausführliche Reisebericht mit Tagebuch gibt es als gedrucktes Buch und als eBook zu kaufen. Der dazugehörige Film findet sich im Shop. Hier schon mal ein kurzer Trailer zum Film.

Und hier geht es zu einigen Zeitungsveröffentlichungen über die Reise und dem Film

Zur Bildergalerie der – subjektiv betrachtet – schönsten Aufnahmen der Reise, eine kleine Auswahl

Im Norden: Das Sentani-Fest und die Provinzhauptstadt Jayapura

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Bevor es zu den Dani und den Kuruwai ging, starteten wir unsere Reise zuerst in Sentani und Jayapura, der Provinz-hauptstadt ganz im Nordosten gelegen. Direkt am Sentani-See, mit etwa 94 Quadratkilometern Fläche und 80 km Länge der größte Binnensee West-Papuas, liegt der bereits im 2. Weltkrieg von den Japanern gebaute Flugplatz. Auf einem kleinen Berg Ifar nahe dem See befand sich ab 1944 dann das Hauptquartier der amerikanischen Armee unter Douglas MacArthur. Der Expeditionsleiter Dr. Weiglein kam 1979 erstmals nach Jayapura. „Zu der Zeit gab es nur wenige Häuser um das Flugfeld herum, alles andere war sehr ländlich, sehr einfach.“ Von dem Volk der Sentani leben in der Umgebung des Sees noch geschätzt 30.000 Menschen. Bekannt sind sie durch ihre Schnitzarbeiten, den Männerhäusern, reich dekorierten Booten und Rindenmalereien. Unser erstes Ziel war das Sentani-Festival an den Ufern des Sees. Es fand 2012 nunmehr zum fünften Mal statt. „Der Sinn des Festes ist, unterschiedliche Volkgruppen zusammen zu bringen, auf das sie sich besser kennen lernen und verstehen. Solche Feste fördert die Regierung, da werden ganze Gruppen per Flugzeug oder Schiff kostenlos hierher gebracht“, betont Werner Weiglein. Eigentlich erinnert das Sentani-Fest stark an ein Volksfest. Zu dem was wir später in Wamena erleben und natürlich auf dem Weg zu den Kuruwai liegen Welten. Dennoch zeigt das Fest etwas von der Kultur der hier lebenden Menschen, alte Traditionen spielen wenigstens in den Vorführungen, noch eine Rolle. Dargeboten werden papuanische Tänze mit reichlich geschmückten Einheimischen, traditionelle Musik und der Gesang begleiten durch den ganzen Tag. Die Wettbewerbe und Kriegsspiele zeigen ihre kriegerische Vergangenheit hautnah auf. Im Umfeld des Festes bieten sich natürlich zahlreiche Möglichkeiten, den Sentani-See und dessen Umgebung zu erkunden, etwa bei Fahrten auf dem See zu einzelnen Clans und Inseln oder Überresten aus dem zweiten Weltkrieg. In der Stadt Sentani selber bietet sich ein Abstecher auf einen der zahlreichen Märkte an. Wobei, vieles dürfte für unsere Mägen hier nicht geeignet sein und den einschneidenden Geruch, den muss man ertragen. Denn für Sauberkeit wird hier nicht unbedingt gesorgt. Da die Provinzhauptstadt Jayapura nur etwa 40 km entfernt liegt, bietet sich ein Besuch an. Nur sollte man genügend Zeit einplanen. Auf der einzigen Verbindungsstraße tummelt sich alles, was ein Auto oder ein Moped besitzt. Eigentlich zieht sich auf der Straße ein einziger Lindwurm von Sentani nach Jayapura, und umgekehrt. Unser erster Stopp in einem Vorort von Jayapura, in der Provinzhauptstadt leben etwa 100.000 Menschen, in der gesamten Region ungefähr 500.000, war direkt am Meer ein Hafen ein Fischmarkt. Der Geruch war gleich wieder unverkennbar. Frisch gefangene Fische, vor allem Thunfische von bis zu zwei Meter, auch einzelne Haie und vieles mehr wurde fachmännisch zerlegt. In weniger als einer Minute war so ein etwa 50 cm langer Thunfisch ausgenommen und filetiert.

Bildergalerie zum Sentani-Fest und der Hauptstadt Jayapura

Weiter ging es zu einem Aussichtspunkt, ein guter Standort, um ganz Jayapura zu überblicken. Vorher standen zudem der Besuch eines kleinen, schönen Museums der Jentrawasi-Universität an und natürlich ein Stopp an Kunsthandwerkgeschäften, welche Holzschnitzarbeiten anbieten. Mannshohe Schilde, Pfeil und Bogen, Speere, Holzfiguren aus ganz Neuguinea (auch Papua-Neuguinea), Penisköcher und vieles mehr. Richtig alt ist hier nichts, 50 Jahre im Freien entsprechen des Klimas wegen etwa 500 Jahre bei uns. Das heißt viele Schnitzereien verrotten ganz einfach in wenigen Jahren oder werden speziell für Feste erstellt und dann weggeworfen oder verbrannt und zu gegebener Zeit aufwendig aus dem Kopf neu erstellt.

Wamena und das Baliem-Tal

Gelandet in Wamena im Hochland nach einem rund 45 minütigen Flug in einer Turboprop-Maschine ging es zuerst auf einen Markt, nach dem Trubel auf dem kleinen Flughafen. Nach außen hin Chaos, aber alles funktioniert reibungslos. Auf dem Markt – wir besuchten ihn zum einen um selber einzukaufen, zum anderen besteht so eine Stadt eigentlich nur aus Märkten und Geschäften – treffen sich die Stämme der angrenzenden Gebiet. Hier werden Früchte, Gemüse, Fisch und Fleisch, Kleidung, Haushaltsgegenstände, eigentlich alles was man zum Leben so braucht angeboten und Neuigkeiten ausgetauscht. Immer wieder bekommt man von fremden Männern die Hände geschüttelt, viele Einheimische freuen sich über den seltenen Besuch. Betteln haben wir bisher nicht erlebt, auch keine „Gebühren“ fürs Foto, ein Lächeln oder ein kurzes Gespräch reicht (noch). Touristische Einflüsse sind kaum wahrzunehmen, besuchen pro Jahr doch nur um die 1000 bis 2000 Fremde Wamena. Dennoch gilt die Region, die nur mit dem Flugzeug zu erreichen ist, als touristische Hochburg. Überall auf dem Markt, besonders auf den Müllhaufen, finden sich Schweine. Der Schweine wegen sind die Häuser und Gärten der Dani eingezäunt, so dass sie draußen bleiben müssen. Zum Schutz der Gemüsegärten. Quasi rennen die Schweine völlig frei herum, die Menschen sind hinter Zäunen und kleinen Mauern. Schweine gehören zur Familie, werden nach besonderen Regeln getauscht und gehandelt, wenn eines für ein Schweinefest geschlachtet werden soll. Ein eigenes Schwein schlachten die Papuas normalerweise nicht, sie ziehen sie von klein auf, geben ihnen Namen und nicht selten werden sie von den Frauen sogar gesäugt. Für die Papuas sind Schweine Statussymbol, Zahlungsmittel, Nahrungsmittel zu besonderen Anlässen und ein wesentlicher Teil des Brautpreises. Wamena bedeutet übersetzt übrigens in etwa „Da wo die Schweine leben“.papua-2012-bilder-norbert-0080

Eine halbe Stunde dauerte die Fahrt dann auf einer stellenweise recht anspruchsvollen, sprich holprigen Piste im offenen Kleinbus zu dem Baliem Valley Ressort, unserem Domizil für die nächsten Tage. Ein wundervoll auf einer Halbhöhe gelegenes Ressort, für die Region sehr komfortabel, im landestypischen Stil gebaut und randvoll mit wunderschönen Schnitzereien, zahlreichen Schildern, Statuen, Tanzkleidern und vielem mehr. Inhaber ist übrigens Dr. Werner Weiglein, unser Expeditionsleiter. Das Ressort ist Ausgangspunkt für Wanderungen genauso wir für diverse Tagestouren zu dem Stamm der Dani oder auch abenteuerliche Touren bis hin zu Expeditionen.

Die Dani – ursprünglich, und doch beeinflusst von der Zivilisation

Das Baliem-Tal im Hochland von West-Papua ist Siedlungsgebiet der Dani-Stämme, einem Volk von Bauern und Jägern. Entdeckt von Weißen wurde das Baliem-Tal 1938. Aber erst jetzt entwickelt sich so langsam etwas Tourismus. Der Grund sind die faszinierende Landschaft und die kulturellen Sehenswürdigkeiten. Nicht wenige der Dani-Stämme haben sich bereits darauf eingestellt. Dennoch blieb bis heute viel Ursprünglichkeit erhalten. Das Tal liegt rund 1600 m hoch, erstreckt sich über 12 km Breite und 50 km Länge. Vom Klima her ist es hier ähnlich wie in Europa im Sommer, warm, die Luftfeuchtigkeit hält sich in Grenzen, obwohl es häufiger regnet. Nachts wird es sogar richtig kühl.

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Die Lebensweise der hier lebenden Dani unterscheidet sich von den anderen Hochlandstämmen deutlich. Sichtbarstes Zeichen ist ihre Wohnkultur. Die Siedlungen sind von palisadenartigen Zaunanlagen umgeben (wir erinnern uns: damit die Schweine draußen bleiben), innerhalb sind sorgsam angelegte Gärten zu finden. Ihre Männer- und Familienhäuser sind rund, lang gestreckt dagegen die Küchen und Viehställe. Gedeckt sind die Hütten und Häuser mit Gras. Männerhäuser sind für Frauen normalerweise tabu. Refugium für die ganze Familie sind die Familienhäuser. Eine solche Hütte muss der Dani-Mann für jede seiner Frauen bauen, Polygamie ist anerkanntes Sittenverhalten. Für jede Frau ist zudem ein Feld anzulegen. Hier bauen die Dani-Frauen unter anderem Süßkartoffeln, Maniok, Bohnen, Bananen, manchmal Zuckerrohr, Kaffee und Pandanus an. Auch Schweine müssen für die Frauen vorgehalten werden. Mehrere Frauen kann sich nicht jeder Mann leisten. Übrigens sieht man ältere Frauen, bei denen an mehreren oder allen (außer den Daumen) das oberste oder die beiden obersten Fingerlieder fehlen. Ein Zeichen von Trauer. Stirbt ein naher Verwandter oder ein Kind, schlagen (oder müssen) sie ein Fingerglied opfern. Generell sind viele Bergpapuas klein von Statur (um die 1,50 m). Kannibalische Praktiken gab es bis in die 1970er-Jahre. Gestoppt wurden sie in dieser Gegend von christlichen Missionaren, die auch für ein Ende der zahlreichen Stammesfehden, alten Kriegsritualen und der Ahnenkulte sorgten. Traditionell tragen die Männer außerhalb Wamenas nur ein Penisfutteral, das Koteka. Auch in Wamena gibt es neuerdings ein Festival. Es findet Mitte August statt und bietet Schaukämpfe mit traditionell bekleideten Kriegern. Sehenswert sein soll auch das Schweinerennen. Zu dieser Zeit kommen die meisten Besucher nach Wamena, während im Rest des Jahres der touristische „Ansturm“ sich in Grenzen hält.

Wir jedenfalls besuchten u. a. einen Dani-Weiler, der noch eine uralte Mumie eines ihres Clan-Vorfahren beherbergt. Sie soll um die 250 Jahre alt sein. In einem Nachbarweiler zeigten uns die Dani dann ihre kriegerische Vergangenheit in Form eines Schaukampfes und wir konnten an einem traditionellen Schweinefest teilnehmen. Ein Muss für jeden West-Papua-Besucher. Gekocht wird dabei wie seit Urzeiten in Erdgruben mit heißen Steinen. Ursprünglich gab diese Fest nur bei Hochzeiten, Beerdigungen oder besonderen Gästen. Auch heute noch ist alles sehr ursprünglich und echt, keine Show nur für Besucher. Für das Fest wird erst mal ein Schwein mit Pfeil und Bogen getötet. Parallel dazu entzündet man ein großes Feuer und erhitzt Steine darin. In einer Erdgrube packt man das Fleisch mit dem vorher geernteten Gemüse in Bananen- und Palmblätter in verschiedene Lagen und legt immer wieder heiße Steine dazu. Dann packt man den Ofen mit Gras ein. Das ganze gart etwa 90 Minuten bevor man es wieder ausgräbt und verteilt. Während der Garzeit bieten die Dani ihre Handwerkskunst und allerlei Kuriositäten an. Das ganze dauert einen halben Tag.

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Am kommenden Tag fuhren wir dann in den südlichen Teil des Baliem-Tales. Zu Fuß ging es durch eine wunderschöne Landschaft, mal entlang des Flusses, mal oberhalb. Der Weg führt über urige Hängebrücken, vorbei an Dani-Dörfern, Zuckerrohrhainen und terrassierten Feldern. Viele Hochlandbewohner außerhalb des Baliem-Tales leben immer noch auf der Stufe neusteinzeitlicher (neolithischer) Bauern in erster Linie vom Ackerbau. Die Pflanzarbeiten werden mit einem Grabstock verrichtet.

Bildergalerie zum Baliem-Tal mit Wamena und dem Besuch der Dani

Der Weg zu den Kuruwai

Langsam wird es ernst. Nur ein sehr kleiner Teil der Papua-Besucher nimmt die beschwerliche Reise auf sich, schafft es in die unerschlossenen Gebiete, so wie wir. Die meisten Besucher bleiben im Umfeld von Wamena oder Jayapura hängen. Jetzt warten unerschlossene Gebiete, tagelange Fahrten auf dem Einbaum, undurchdringlicher Dschungel, kilometerlange Fußmärsche, Spinnen, Schlangen und anderes Getier und, unsere Expeditionsziel, Menschen aus der Steinzeit auf uns. Aber dafür geht es erst einmal im Flugzeug nach Dekai südlich ins Tiefland. Deswegen hieß es, das Gepäck zu reduzieren, alles nicht Notwendige ging nach Jayapura per Fracht zu dem Hotel, in dem wir die letzte Nacht auf West-Papua verbrachten. Auch die eingekauften Souvenirs. Angekommen in Dekai, mehrere Stunden später als geplant, was den vorgesehenen Ablauf etwas durcheinander brachte, ging es erst einmal ins „Zentrum“ von Dekai, die letzte Möglichkeit für Einkäufe. Etwa zwei bis drei Dutzend Läden in Holzbaracken und Gassen dazwischen, ein überdachter kleiner Markt, das ist alles. Eingekauft wurden in erster Linie Unmengen an Tabak, als Gastgeschenk für die Kuruwai und die Träger und alle die rauchen. Also alle, mit denen wir zu tun haben werden. Rauchen gehört zur Lieblingsbeschäftigung fast aller Papua, ganz egal ob Mann, Frau oder Kind. Auch auf der Einkaufsliste: Regenschirme. Klingt etwas komisch, für das offene Boot aber praktisch.

Auf dem Brazza und Siret

Am kommenden Morgen ging es dann auf der Pritsche eines Kieslasters zum Hafen von Dekai. Was man so nennt. Ein paar Holzhütten (Läden), ein paar kleinere Boote, kein Kai oder ähnliches. Unser Boot, ein Einbaum mit Außenborder, der nebeneinander zwei Personen ausreichend Platz bot und um die 15 m lang war, wurde aus einem einzigen Urwaldriesen gehauen. Also den Einbaum beladen und los ging´s. Was in den letzten zwei Tagen dabei alles schief lieft und auch die nächsten Tage, das ist eine eigene Story (im Buch zu lesen und im Film zu sehen). Gehört aber dazu. Wir sind dann um die acht/neun Stunden mit dem Boot gefahren, bis wir einen passenden Missionsplatz für die Übernachtung erreichen – ab sofort nur noch im Zelt. Besiedlung, auch am Fluss, gibt es hier unten kaum. Angesagt ist eine endlose grüne Dschungellandschaft, an der sich das Boot entlang schlängelte, ab und zu unterbrochen von einem kleinen Dorf oder einzelnen Hütten.

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Am nächsten Morgen ging es sehr früh weiter. Obwohl an den Abbau der Zelte zuerst nicht zu denken war, zu nass. Positiv dabei, der Regen ist warm, man gewöhnt sich schnell daran. Mit der Weiterfahrt dauerte es entsprechend etwas länger, die an den letzten Tagen verlorene Zeit konnten wir wieder nicht hereinholen. Kurz nach 13 Uhr erreichen wir dann unser Tagesziel, Mabul, am Oberlauf des Siret gelegen. Dabei handelt es sich um ein Dorf mit vielleicht 50 Einwohnern, das die Regierung am Fluss bauen ließ. Für uns der Ausgangspunkt für die Tour zu den Waldnomaden. Am kommenden Tag starteten wir mit 15 Trägern, ab hier ging es nur noch zu Fuß weiter. Wenn Fremde kommen werden von den Dorfbewohnern aus allen Ecken und Enden ihre Artefakte und Gebrauchsgegenstände angeschleppt um ein kleines Geschäft zu machen (was sie dann auch tun). Präsentiert werden Pfeifen, Ketten aus Hunde- und Schweinezähnen, Bögen und Pfeile etwa für die Vogel-, Fischjagd oder auch solche, die (früher) im Kampf verwendet wurden, Netze, Schilder (zur Verteidigung), Knochenmesser, Strohröcke, Schmuckutensilien, Sagohämmer und zahlreiches mehr. Eigentlich ihr gesamter Hausrat. Den bieten sie gegen Bares oder Tabak an. Besonders interessant sind die großen Schilder (ja, und man bekommt sie auch nach Deutschland). Von Ales, so der Name des Kuruwai, der es aus einer Brettwurzel eines Urwaldriesen schnitzte, stammt meines. Die Motive sind von Clan zu Clan unterschiedlich. Hier in Mabul zieren die Schilde Blüten der Lianen, Sterne, der Mond und immer der Nabel, der menschliche mit einem Stück Nabelschnur. So ein Schild herzustellen ist nicht einfach, dauert schon mal bis zu einen Monat. Aber Zeit, das ist hier kein Problem. Ein Thema der Gespräche nicht nur in Mabul war der Kannibalismus. Gab es ihn in diesen Regionen doch vor nicht allzu langer Zeit. Wobei gab. Ausführliches dazu im Buch – und nur im Buch, denn filmisch ließ sich das Thema Gott sei Dank nicht erfassen. Grundsätzlich ist für die Kuruwai bei einem Tod immer Hexerei im Spiel, einen natürlichen Tod schien man nicht zu kennen. Also muss man den Hexer ausfindig machen. Auch wenn Krankheiten und die damit verbunde hohe Kindersterblichkeit die Hauptursache für die geringe Lebenserwartung von vielleicht 30 bis 35 Jahre ist. Krank werden geht hier schnell. Weit verbreitet ist zum Beispiel die Elephantiasis. Äußeres Zeichen: monströse Füße, die Ursache Lymphstau durch Infektionen.

Marsch durch den Dschungel

Tags darauf ging es dann richtig los. Unser Expeditionsleiter entschied sich nach Rücksprache mit den Dorfbewohnern zum Besuch eines Clans etwa fünf Kilometer entfernt. Eigentlich nicht viel, dachten wir. Es regnet gerade mal wieder, das Klima ist nicht einfach zu ertragen für uns Europäer. Kein Windhauch, mehr als 35 °C und über 95 % Luftfeuchtigkeit. Unsere Gruppe bestand aus acht Reisenden, dem Expeditionsleiter, seinem Sohn, einem Koch sowie einem „Mädchen für alles“ und 15 Trägern aus dem Dorf. Mitgenommen werden muss alles: Zelte, Kochausrüstung, Lebensmittel (bis auf das was der Dschungel hergibt wie Sago, Kochbananen, Blattgemüse, Insekten), Foto- und Filmzubehör und natürlich die persönliche Expeditionsausrüstung. Auch im Notfall gibt es keine Hilfe, man ist auf sich selbst und das Wissen des Expeditionsleiters und der Einheimischen angewiesen. Unsere Träger sind sehr bescheiden was ihr eigenes Gepäck angeht. Einige haben etwas dabei, kleine handliche Bündel. Andere nicht. Nahrungsmittel, Fehlanzeige. Mit uns kamen auch einige Frauen der Träger, eine schleppte ihr Baby mit, eine andere ein junges Ferkel (nicht zum Essern), beide im typischen Netz, das an der Stirn getragen wird und am Rücken hängt.

Bevor wir zu den ersten, noch ursprünglich lebenden Kuruwai kamen, standen jedoch erst die fünf Kilometer Dschungelmarsch an. Klingt wenig, ist viel und fordert alles von einem. Sechs Stunden benötigten wir für diese fünf Kilometer. Also pro Stunde gerade mal durchschnittlich 800 m. Wege in unserem Sinne gibt es nicht, es geht durch Wasser, Schlamm oder über und auf umgestürzten Baumstämmen durch den Dschungel. Neben einem Wanderstock sehr wichtig: Gute Gummistiefel. Halten sie doch die Füße trocken und Wasser und Schlamm draußen. Dachte ich wenigstens noch am Anfang. Ist der Gummistiefel dann erst einmal vollgelaufen, gewöhnt man sich schnell daran. Obwohl deren Gewicht inklusive Schlamm und Wasser schon ganz schön hoch ist. Im Weg auch zahlreiche Bäche und 10 bis 15 m breite Flüsse. Hier kam die Axt zum Einsatz. Zum fällen größerer Bäume als Übergang, eine Art Baumbrücke. Alles nicht so einfach.

Dennoch, wir schafften es, erreichten die erste Kuruwai-Siedlung mit den Namen Murup, der Name der Chefin. Im Augenblick sind hier zwei Häuser bewohnt, mit fünf Erwachsenen. Die Frauen sind im Wald unterwegs, auch Murup, die entscheidet, wie lange und ob wir hier bleiben dürfen. Die ersten Signale (der Männer) sind positiv. Im Gegenteil, wir scheinen sogar zwei Nächte hier bleiben zu können, die Kuruwai wollen uns eine der Sagopalmen abgeben, für eine Demonstration der Sagogewinnung. Es kam dann auch so, nachdem Murup eintraf, wir konnten zwei Tage bleiben. Ist ja auch eine seltene Abwechslung für die Kuruwai.

Bildergalerie von der Fahrt nach Mabul und dem Marsch durch den Regenwald

Die Kuruwai

Die Waldnomaden leben perfekt angepasst an die Natur in diesen größten zusammenhängenden Urwäldern unserer Erde. Schon ihre 30, manchmal 40 m hohen Baumhäuser zeigen, wie sie sich auf die lebensbedrohliche Umwelt eingestellt haben. Nur verhältnismäßig wenige Besucher dringen zu den Dörfern und Siedlungsgebieten der Kuruwai vor, haben sie besucht oder gesehen. Jetzt gehören wir dazu. Erste Kontaktversuche fanden 1978, vor gerade mal etwas mehr als 30 Jahren statt. Für die lange Nichterschließung des Gebietes spielt im Wesentlichen eine Rolle, dass es keine Bodenschätze gibt. Also ließ man sie weitgehend in Ruhe, mit Ausnahme der christlichen Missionare. Wobei einzelne Teile des Siedlungsgebietes noch heute unerforscht sind, es immer noch einige unentdeckte Clans geben soll, die keinen Kontakt zu Weißen haben. Insgesamt dürften so um die 5000 Menschen in dem etwa 300 bis 400 Quadratkilometer großen Gebiet leben.

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Besuchen kann man die Kuruwai seit Beginn der 1990er-Jahre einigermaßen gefahrlos. Schon die anfängliche Bezeichnung der Waldnomaden für uns Weiße sagt einiges: Laleo. Das bedeutet in ihrem Sprachgebrauch so viel wie Dämonen. Gleichen wir von der Hautfarbe her doch ihren Verstorbenen. Die werden übrigens entweder restlos verbrannt oder einfach im Baumhaus liegen gelassen und die Siedlung dann aufgegeben.
Die meisten Kuruwai leben wie vor tausenden von Jahren ähnlich den Steinzeitmenschen. Zwar setzten die von uns besuchten Familien schon eine metallenes Beil statt der Steinaxt ein, das war es aber auch schon. Die erhielten sie übrigens über die Träger bei den seltenen Besuchen. So kennen die meisten Kuruwai bis heute weder Eisen noch andere Metalle. Unbekannt sind auch die Schrift oder Töpferwaren. Eine Familie umfasst normalerweise bis zu acht Menschen. Es herrscht Geschlechtertrennung vor, wird die Gruppe zu groß, teilt sie sich. Bekleidet sind die Kuruwai-Männer nicht. Das Koteka, den Penisköcher der Dani und Asmat kennt man hier nicht. Die Frauen tragen einen aus Sagofasern gedrehten Rock. Keine Kuruwai-Frau verlässt das Baumhaus ohne Tragnetz, kein Mann ohne Pfeil und Bogen. Den benötigt er für die Jagd. Hauptnahrungsmittel ist Sago, reine Stärke, und für Proteine sorgen vor allem die Insekten und Sagolarven.

Bildergalerie von den Kuruwai

Sagopalmen brauchen sumpfigen Boden. Zur Gewinnung des Sagos wird eine reife Sagopalme gefällt und entrindet. Das Palmherz wird ebenfalls gewonnen, schmeckt vorzüglich. Die großen Schäfte der Palmblätter benötigt man für die Waschvorrichtung. Der untere Teil des Stammes wird mittels klöppelartigen Holzgeräten klein und faserig geklopft, eine Heidenarbeit, die mehrere Stunden dauert. Parallel dazu errichten zwei ältere Frauen die Waschanlage. Die Fasern kommen oben in eine Rinne, dazwischen ist ein Tuch als Filter. Die Frauen kneten nun die Späne zusammen mit Wasser, bis sich die Stärke herauslöst. Das milchige Wasser fließt langsam durch den Stofffilter und sammelt sich in einer Vertiefung in der folgenden Rinne, hier setzt dich der Sago ab. Übrig bleibt die reine, fast weiße Masse. Schmeckt nach nichts, Stärke pur halt. Anschließend gingen die Kuruwai noch Sagolarven sammeln. Proteine müssen sein.

Leben in 35 m Höhe – Baumhaus extrem

Am kommenden Morgen hieß es dann Abschied nehmen von den uns so gastfreundlich gesonnenen Kuruwai und weiter ging es etwa zwei Stunden durch den Dschungel zu einer weiteren Familie. Unser Ziel war das Dusum Lobol (wieder nach einem Familienmitglied). Der Chef der Familie hat hier ein typisches Männerhaus gebaut, so um die 35 m hoch. Das scheint die Frauen hier zu beeindrucken, begleiteten ihn immerhin schon zwei jüngere Damen, eine mit Baby. Gebaut hat er es mit zwei Freunden in drei Monaten. Er war so richtig stolz darauf, das war ihm deutlich anzumerken, posierte er sich doch regelrecht zum Fotografieren und Filmen davor.

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Das Baumhaus. Wirklich beeindruckend. Auf jeden Fall, eine wahnsinnige Arbeit und eine unglaubliche Konstruktion. Natürlich nicht für das Gewicht eines Europäers wie mir ausgelegt, halt für einen Kuruwai. Alles, wirklich alles an den Baumhäusern sind Naturprodukte (Holz, Palmblätter und Lianen), kein Nagel, nichts. Der Boden besteht aus Holzstangen, die mit Rinde belegt sind. So ein Baumhaus hält etwa drei bis fünf Jahre, dann wird ein neues gebaut. Witterung und Insekten setzen dem Holz stark zu. Ursprünglich schützte ein Baumhaus vor Angriffen feindlicher Klans, Krankheiten und Überschwemmungen. Herannahende Feinde konnte man in der gerodeten Lichtung einfacher erkennen. Gut, dann wurde das Baumhaus einfach angezündet, aber von oben konnte man mit Pfeilen den Gegner auch leicht treffen. papua-2012-tag13-kuruwai-1346 Tags drauf stand nur ein kurzer Marsch von etwa einer Stunde an, an die Ufer des Siret, wo wir vom Boot abgeholt werden sollten. Sollten, denn der niedrige Wasser-stand ließ nicht zu, dass das Boot bis zu uns kam. Also mussten wir Tags darauf noch einmal zwei bis drei Stunden durch den Dschungel, um zum Boot für die zweitägige Rückfahrt nach Dekai zu kommen. Den Tag nutzen wir zum Tagebuchschreiben, ausruhen, ließen und von einem Kuruwai zeigen, wie man die Schilder aus Brettwurzeln schlägt, schauten uns deren Artefakte an (und nahmen auch das eine oder andere wieder mit). Früh ging es dann los (gegen 6.30) um nach Mabul, unserem Ausgangsort zu gelangen und zu unserem Boot. Die zweitägige Rückfahrt unterbrach dann Niedrigwasser (austeigen und laufen) und Stopps bei diversen Stämmen, darunter auch den Brazza am gleichnamigen Brazza-Fluss in Patipi-Iwawa, wo wir schon auf der Anreise übernachten wollten. So konnten wir unser Versprechen einhalten und wenigstens zu einer Rast stoppen. Die Dorfbewohner brachten wie üblich Teile ihres Hausrates, Waffen und Schilder her um etwas Geschäft zu machen. Was die Schilder betrifft, zwei standen zur Auswahl, bei einem kleineren (etwa 1,5 m hoch) schlug ich erneut zu. Eines von den Kuruwai, eines von den Brazza, die relativ selten seien. Zwei Stunden später erreichten wir den Hafen von Dekai, und am Folgetag ging es nach acht Stunden Wartezeit mit einer Propellermaschine nach Jayapura, bevor wir die Rückreise mit einem Zwischenstopp von drei Tagen in Bali antreten.

Bildergalerie auf dem Rückweg in die Zivilisation

Resümee

Eine nicht alltägliche Tour, die Dani und die selten besuchten Kuruwai. Eindeutig die Höhepunkte dieser Reise und alle, wirklich alle Strapazen wert. Die Dani sind verhältnismäßig einfach zu erreichen. Wer die Strapazen einer Dschungeltour scheut, hier kommt er auf seine Kosten, Zumal sich rund um Wamena im Baliem-Tal noch viel mehr besichtigen und besuchen lässt, als uns in den drei Tagen möglich war. Der Höhepunkt war natürlich die Tour zu den Kuruwai. Uns waren sie freundlich gesonnen, Gastfreundschaft pur. Sind wir doch für Sie genauso interessant wie Sie für uns. Auch habe ich mich nie und nirgends auch nur ansatzweise gefährdet gefühlt, so wie die Tour eigentlich für alle zu machen ist, die offen gegenüber fremden Kulturen sind. Tolerant muss man sein, auch mit einfachen Verhältnissen zurecht kommen können und einigermaßen fit. Sind einem die Dschungelmärsche zu anstrengend, kann man auch die Asmat besuchen, das erfolgt vorzugsweise mit dem Boot. Aber die sind mit den Kuruwai eigentlich nicht zu vergleichen. Beide sind eine Reise wert. Wir jeden falls planen für 2015 eine weitere Expedition, dann zu den Spic in Papua-Neuguinea. Fast ohne Dschungelmärsche, mit dem Boot. Wer mehr lesen will: Wie am Anfang geschrieben, den Reisebericht gibt es mit ausführlichen Infos und Tagebuch auch als Buch, eBook und Film.

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Quellen: Wikipedia, Eigene Erlebnisse, Werner Götz, Winnenden, Juni/Juli 2012

Zeitensprung – Zum Abschluss noch etwas Bali

Den abschließenden Bericht über Bali halte ich kurz. Denn was uns die Werbung von der Insel der Götter verspricht, und der Sonneninsel, das ist nicht die Realität. Für mich jedenfalls, rein subjektiv. Über die gesamte Insel ein Verkehr, der unsere Rush Hour alt aussehen lässt. So mieteten wir uns für einen ganzen Tag ein Taxi (50 €), das uns zu einigen Sehenswürdigkeiten bringen sollte. Das Problem, der Verkehr. Für vier Stopps von insgesamt etwa vier Stunden Dauer waren wir mehr als acht Stunden im Auto unterwegs. Nicht das die Entfernungen so gigantisch waren, nein, es war der Verkehr. Rechts und links übrigens nur Geschäfte, von den viel gepriesenen Reisterrassen sieht man so gut wie nichts. Auch nicht schön: Die wirklich sehenswerte Klosteranlage von Pura Besakih, der wichtigsten und heiligsten Tempelanlage Balis und das bedeutendste hinduistische Heiligtum Indonesiens kann man kaum in Ruhe anschauen. Die ganze Zeit wird man von Einheimischen angegangen, wegen Führungen, Regen- oder Sonnenschirmen, Getränken und allem was es so gibt. Wobei das Gelände mit 22 Tempelanlagen und rund 200 Gebäuden immerhin drei Quadratkilometer groß sein soll. Dennoch hat man kaum seine Ruhe. Vielleicht hatten wir auch nur Pech, denn es regnete und es war verhältnismäßig wenig los. Also stürzte man sich auf die paar Touristen. Nervig.

Schön dagegen eine Kaffeeplantage, wo es den berühmten und teuersten Kaffee der Welt gibt, den Kopi Luwak. Hier wurde man zuvorkommend behandelt, auch in Ruhe gelassen. Kopi Luwak, auch Katzenkaffee genannt, ist wirklich einzigartig. Denn eine Schleichkatzenart, in Bali der artverwandte Fleckenmusang, frisst die Kaffeekirschen und deren süßes Fruchtfleisch. Der Kern, die unverdauliche Kaffeebohne wird wieder ausgeschieden. Durch die Verdauungssekrete erhalten die Kaffeebohnen ihren Geschmack. Eine Tasse kostete um die vier Euro, wurde natürlich getestet. Der Kaffee schmeckt recht kräftig, erdig, etwas nach Schokolade. Gut ich trinke zwar gerne Kaffee, bin jedoch sicherlich kein Kaffeespezialist. Denn die rund 35 Euro für 100 g sind mir dann doch zu viel. Wobei. Sieht man die Preise die in Europa von Liebhabern dafür bezahlt werden. Wenn es stimmt, immerhin bis zu 1200 Euro pro Kilogramm. Wäre also doch ein Schnäppchen gewesen. Ansonsten waren wir noch auf zwei Vulkanen (im Nebel), in einer riesigen Bildergalerie (und gleich wieder weg, war eher eine Verkaufsgeschichte der Taxifahrer) und bei einer wirklich schönen Holzschnitzerei. Hier blieben auch einige indonesische Rupien respektive Dollar liegen für wirklich schöne Sachen. Die dann ihren Preis hatten. Wenn nur nicht die Fahrerei wäre. Aber so macht es wenig Spaß, für einen Ausflug stundenlang im Auto zu sitzen. Auch ist für die Australier Bali das, was für manch Deutschen Mallorca ist, nicht das Hinterland, sondern Ballermann und Co. Nicht meine Sache. Auch deswegen verbrachte ich den nächsten Tag lieber im Hotel, sortierte Bilder, schaute erste Filmszenen an, und marschierte drei Kilometer zu interessanten Antiquitätengeschäften. Wo ich die letzten Dollar liegen ließ. Die Filmpremiere des West-Papua-Filmes fand  am 24. November in Passau statt, im Scharfrichterkino.

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