Island 2016, Teil I Ringstrasse

Summer in the North:Teil I – unterwegs auf der Ringstrasse 1

Die Tour durch Island: Nach einigen Tagen in Reykjavik ging es auf der Ringstraße, der 1, in einem PKW rund um die Insel. Unsere Stationen: Nationalpark Þingvellir, die  Springquelle Strokkur, diverse Wasserfälle wie der Gulfoss, weiter Skógar und die Südküste, der Gletscher Vatnajökull, der Nationalpark Skaftafell, die Ostfjorde, Jökulsárgljúfur, Ásbyrgi, für mehrere Tage die Gegend um den See Mývatn, Akureyri (hier Wechsel auf einen Geländewagen, Bericht Teil II), die Region Skagafjörður, die Hochlandpiste Kjölur mit den Thermalgebieten Hveravellir sowie Kerlingarfjöll, der Vulkan Hekla und die Hochlandperle Landmannalaugar sowie die Wikingerruinen Stöng. Zum Schluss folgte noch die Kaldidalur-Piste, bis in die Region von Borganes und ein Abstecher durch die Halbinsel Reykjanes. Die gesamte Fahrstrecke mit den Fahrzeugen betrug 2750 km in 16 Tagen.

Zurück in Reykjavik ging es dann per Flugzeug nach Ilulissat in West-Grönland. Dort wanderten wir im Weltnaturerbe am Eisfjord, befuhren die Mündungszone mit den Eisbergen mit dem Boot, machten uns mit einem Fischerboot auf zu der Inuit-Siedlung Ilimanaq und mit einem Eissicheren Schiff zum kalbenden Gletscher Eqip Sermia. Dieser Trip dauerte fünf Tage.

Zusammengestellt und gebucht als individuelle Tour zusammen mit Erlingsson Naturreisen

Reykjavik

Blick von der Hallgrímskirkja aus

Unser Ausgangspunkt Reykjavik ist die am nördlichsten gelegene Hauptstadt der Welt und bedeutet Rauchbucht. Laut Wikipedia rührt der Name vermutlich von den Dämpfen der heißen Quellen in der Umgebung her. Zugleich ist sie die älteste permanent bewohnte Siedlung des Landes. Hier leben rund 120.000 der etwa 335.000 Einwohner Islands. Entsprechend dünn besiedelt ist das Land.

Kirche Hallgrímskirkja

Neben älteren Gebäuden in Reykjavík finden sich auch zahlreiche interessante Gebäude der moderneren Architektur. Von unserem Hotel nahe des Inlandflughafens ließ sich alles problemlos zu Fuß machen. Prägend für die Silhouette der Stadt ist vor allem das moderne Kirchengebäude Hallgrímskirkja, zugleich eins der höchsten Gebäude des Landes. Von ihrer Stellung auf einem Hügel überragt sie die Innenstadt. Das Gebäude mit dem auffallenden Turm ist das Wahrzeichen der Stadt. Gegen eine Gebühr von rund 7 € kann man auf den 74,5 m hohen Turm per Lift gelangen, und neben dem Öskjuhlíð – einer Glaskuppel auf riesigen Heißwasserspeichern mit Restaurant und Geschäften im Stadtteil Perlan – bietet sich von hier aus die beste Aussicht über die Stadt. Benannt ist der Kirchenbau nach dem Dichter und evangelischen Pfarrer Hallgrímur Pétursson. Der Bau begann 1943, eingeweiht wurde die Kirche 1986

Mit den Heißwasserspeichern in Öskjuhlíð wird übrigens die Stadt nicht nur mit Warmwasser versorgt, sie dienen auch zum Beheizen von vielen Straßen und Gehwegen, das erspart den Winterdienst. Wärme in Form von heißem Wasser ist in Island aufgrund der vulkanischen Aktivitäten keine Mangelware.

Lohnenswert ist zudem ein Spaziergang am alten Hafen und am Stadtteich Tjörnin mit Besuchen etwa des maritimen Museums und des Saga-Museums. Hier lässt sich einiges zu der Besiedlungsgeschichte des Landes erfahren, die von den Anfängen her gut dokumentiert ist.

Besucht haben wir auch das Nationalmuseum Þjóðminjasafn (Þ wird gesprochen wie ein T). Gegründet im Jahr 1863, ist es seit 1955 im jetzigen Gebäude. Gezeigt werden Kunstwerke und Sammelobjekte der isländischen Kultur wie Schmuck, Waffen, Kirchenkunst und Alltagsgegenstände. Besonders hervorzuheben sind eine Bronzestatuette des Gottes Þór, ein silberner Thorshammer (Þórshamar) sowie die reich mit Schnitzereien verzierte Kirchentür aus Valþjófsstaður.

Eines der ältesten Gebäude in der Stadt ist der Dom (Dómkirkjan). Erbaut wurde er im 18. Jahrhunderts anlässlich der Verlegung des Bischofssitzes von Skálholt nach Reykjavík, umgebaut 1847. Bei dessen Einweihung 1796 passten noch alle Einwohner der Stadt in die eher kleine Kirche. Auffallend ist ferner das Konzerthaus und Konferenzzentrum Harpa direkt am Hafen. Harpa ist Sitz des Isländischen Sinfonieorchesters und der Oper.

Konferenzzentrum Harpa

Im Stadtteil Árbær außerhalb des Zentrums befindet sich ein großes Freilichtmuseum. In diesem sind rund 30 Bürgerhäuser und Torfhütten aus dem 19. Jahrhundert mit passender Innenausstattung zu besichtigen. Die Museumswärter tragen die Tracht der damaligen Zeit. Manchmal kann man auch Handwerkern bei der Arbeit zusehen. Dazu kamen wir aber nicht, wir besuchten später im Landesinneren einige kleinere Freilichtmuseen.

Nationalpark Þingvellir,  Strokkur, Gullfoss

150 km betrug unsere erste Tagesetappe bis zu unserem Ziel, dem SEL Guesthouse in der Nähe von Selfoss. Entsprechend Zeit blieb für den Besuch von Sehenswürdigkeiten, die wir mit zahlreichen weiteren Besuchern teilten. Dennoch war es nie überlaufen, die Besucher verteilten sich recht gut. Es ist Saison und wir sind noch nahe Reykjavik. Zuerst stand der Nationalpark Þingvellier auf der Agenda. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung Islands. Wurde 930 n Chr. hier doch das erste Parlament gegründet, am Þingplatz fanden regelmäßig die Versammlungen der Herrscher statt. Im Jahre 1000 wurde hier die Annahme des Christentums für das ganze Land beschlossen. Übrig ist davon nicht mehr viel, aber im kleinen Besucherzentrum finden sich Informationen dazu. Ebenso zu der geologischen Bedeutung der Region, treffen hier doch die amerikanische und die eurasische Platte aufeinander. In den letzten 10.000 Jahren ist das Land beidseitig der Schlucht um etwa 70 m auseinander gedriftet und der Talboden hat sich um 40 m gesenkt. Wir sind vom Besucherzentrum noch zu dem kleinen Wasserfall Öxaráfoss gewandert, diesem werden noch zahlreiche, wirklich spektakuläre folgen. Der Weg führt übrigens mitten durch die Bruchstelle hindurch.

Etwa 20 km entfernt folgte ein Besuch des nördlich gelegenen Strokkur, dem wohl bekanntesten Geysir Islands. Die Springquelle schleudert alle fünf bis zehn Minuten eine Wassersäule hoch. Es lohnt auch ein Spaziergang zu den anderen heißen Quellen in der Nähe. Am Geysir gibt es auch eine informative Ausstellung über die Vulkane und Geysire.

Geysir Strokkur

Nach weiteren 10 km und einem kurzen Marsch steht man an Islands berühmtesten Wasserfall, dem Gullfoss. Mehrere Aussichtplattformen, ein Souvenirgeschäft und ein Restaurant mit der typischen isländischen Kjötsúpa (Lammfleischsuppe) finden sich hier. Das Infozentrum Sigríðarstofa bietet zahlreiche viele Informationen über die Historie und die Geologie der Gegend. Die kurze Wanderung hinunter in die Schlucht bis ans Wasser ist sehr imposant.

Unser Tagesziel war das Sel Guesthouse, ein Stückchen von Selfoss entfernt gelegen. Viele Höfe vermieten Zimmer und kleine Hütten an Gäste, und versorgen sie zugleich mit landestypischer Kost, etwa Lamm oder Forelle. Eine nette Atmosphäre, hier werden wir im Laufe unserer Tour noch zweimal herkommen. Generell gilt für Island übrigens, das man nahezu überall eine sehr gute Internetverbindung hat, kostenlos und mit Geschwindigkeiten, davon können wir in Deutschland selbst in manchen Ballungsräumen nur träumen. Auch auf dem Land, wo weit und breit nichts ist. Und das in einem sehr dünn besiedelten Land.

Seljalandsfoss, Skogafoss, Dyrhólaey bis Kirjubæjarklaustur

Seljalandsfoss

Etwa 250 km mehr standen am Abend auf dem Tacho. Die Straßen sind recht gut, Verkehr ist Mangelware. 90 km/h sind auf geteerten Straßen erlaubt, 80 auf Pisten. Die haben wir aber noch vor uns. Insofern kommt man recht flott voran. Der erste Stopp erfolgte am Wasserfall Seljalandsfoss in einer wunderschönen, grünen Umgebung. Man kann hinter dem Wasserfall herumlaufen. Auch bietet sich eine kurze Wanderung entlang der Böschung zu den anderen Wasserfällen an. Weiter ging es auf der 1 entlang dem Gletscher Eyjafjallajökull wo 2010 ein schwerer Vulkanausbruch stattfand. Direkt an der Straße befindet sich ein Infozentrum über den Ausbruch namens Þórvaldseyri. Hier kann man sich einen kurzen Film darüber ansehen, wie die Menschen unter dem Gletscher den Vulkanausbruch erlebt und wieder den Weg aus der Asche in den Alltag gemeistert haben.

Skógarfoss

Ein Stück weiter an der Straße liegt Skógar mit dem Wasserfall Skógafoss. Von oben sollte man sich erst einen Überblick verschaffen und ihn dann von unten genießen. Die Gisch bildet wunderbare Regenbögen aus. Auch wenn man unten schon mal etwas nass werden kann. Aber es lohnt, auch mal in die Gisch zu gehen. In der Nähe des Wasserfalls liegt ein Freilicht- und Heimatmuseum, das aber ließen wir aus. Wir werden auf der Tour noch das eine oder andere besuchen.

Weiter ging die Fahrt durch die schwarze Sandwüste Mýrdalssandur und die „Feuerlava“ Eldhraun zu unserer Unterkunft bei Kirkjubæjarklaustur. Die unwirtlichen schwarzen Flächen werden begrünt, um den Sandstürmen Herr zu werden. Wunderschön anzusehen sind die kilometergroßen Flächen mit blühenden Lupinen. Und später das dicke Moos, das stellenweise die Felsen überzieht.

Nationalpark am Gletscher Vatnajökull

Entlang der Ringstraße 1 stoppten wir zuerst bei Dverghamrar – es finden sich schöne Basaltsäulen unterhalb der Ringstraße durch einen kleinen Spaziergang zu erreichen.

Eigentliches Ziel war aber Skaftafell. Nach dem Besuch des Visitor-Centers machten wir eine rund vierstündige Wanderung. Zuerst kamen wir am Wasserfall Hundafoss an. Man könne meinen, die bisherigen drei genügen, doch jeder ist auf seine Art anders und immer wieder faszinierend. Dieser ist von schwarzen Basaltsäulen umgeben, erinnert etwas an eine Bühne.  Weiter ging es durch bergige Landschaft zum Aussichtspunkt Sjónarnípa gelegen. Von hier aus hat man einen schönen Überblick über eine Gletscherzunge Skaftafellsjökull des Vatnajökull. Deren gibt es zahlreiche, ist das Eisfeld des Gletschers doch 8200 Quadratkilometer groß. Wir befanden uns oberhalb der Gletscherzunge, hatten so einen schönen Überblick. Am örtlichen Infozentrum sind die Wanderwege gut beschrieben und man kann eine Wanderkarte kaufen. Generell bieten sich bei Skaftafell weitere, unterschiedliche Wanderungen an, es ist nahezu für jeden etwas dabei. Nur nicht für Fußfaule, das aber gilt für viele Regionen Islands.

  • Blick von der Ferne auf eine Gletschzunge des Vatnajökutt...

Ein paar Kilometer weiter an der Ringstraße gelegen ist ein Stopp an der Gletscherlagune Jökulsárlón ein Muss. Hier lässt sich entlang des Ufers wandern oder eine Amphibienbootfahrt unternehmen. Oder aber einfach vom Ufer aus die wunderbaren Motive mit den über das Wasser treibenden Eisschollen zu genießen. Ab und zu lässt sich auch mal eine Robbe blicken.

Insgesamt fuhren wir heute runde 180 km, so dass wieder genügend Zeit den Tag über blieb um die Sehenswürdigkeiten zu genießen und für weitere Fotostopps oder auch einen Kaffee entlang der Strecke. Übernachtet haben wir in der Region vor Höfn.

Die Ostfjorde bis nach Hallormsstaður

Am folgenden Tag ging es entlang der Ostküste mit ihren Fjorden. Das gute Wetter (wie schon die letzten Tage) bedingte, das wir nicht über die Berge, sondern die Küste entlang fuhren. Erst später ging es höher hinauf auf einer steilen steilen und kurvigen Schotterpiste nach Hallormsstadur – diese Strecke können und dürfen auch normale Pkws fahren. Nur die mit F… bezeichneten Pisten erfordern ein allradgetriebenes Fahrzeug.

Zwischendurch ein Stopp in Djúpivogur mit Kaffeepause und Shopping im einzigen Kunsthandwerksladen der „Stadt“. Wäre bei uns noch nicht mal ein Dorf. Hat aber einen kleinen Hafen, an dem zu schlendern sich lohnt.

Einen kurzen Besuch wert ist das kleine Museum im alten roten Handelshaus und auch das Kunstwerk „Eggin í Gleðivík“: eine Aufreihung von Eiern isländischer Vögel aus Granit. Kurioses bietet dann noch eine private Stein- und Kunstsammlung vor einem roten Haus mit Walskeletten. Kilometermäßig war es eine längere Strecke von rund 320 km bis zu unserem heutigen Domizil bei Hallormsstadur. Aber auch das ist problemlos zu schaffen, auch wenn Schotterpisten dabei sind. Denn auch die kann und darf man mit 80 km/h befahren.

Solche Straßen sollte man dann aber auch schon öfters befahren haben und wissen, wie zu reagieren ist. Wobei es sich heute nur um kürzere Etappen auf ungeteerten Wegen handelte.

Region Hallormstaður

In Hallormsstadur blieben wir zwei Nächte, übernachteten in einer schönen Holzhütte etwas abgelegen vom dazugehörenden Hotel am Waldrand mit wunderbarem Blick über den See.

Nach einem faulen Vormittag ging es zu einer leichten Wanderung von etwa sechs Kilometer Länge. Mal wieder bei traumhaften Wetter durch Wälder, wie sie bei uns sein könnten. Nur blüht derzeit so ziemlich alles, die Blumen haben ja nur einen kurzen Sommer Zeit. Meistens übrigens Pflanzen, die auch bei uns wachsen, nur zu unterschiedlichen Zeiten und nicht alle auf einmal.

Was man wissen sollte ist, dass die Preise hier in Island recht hoch sind. In einem Restaurant kostet ein normales Essen kaum unter 40 Euro pro Person, ohne Getränke. Ein Glas Wein oder Bier kostet etwa 10 Euro. Wer nicht verzichten will, eine Alternative ist Pilsner mit 2,5 % Alkohol. Fällt vermutlich unter irgendeine Steuergrenze und kostet um die 2,50 bis 3 Euro. Für Kaffee muss man in etwas mit dem gleichen rechnen, kann aber häufig kostenlos nachschenken, auch mehrmals.

Jökulsárgljúfur im größten Nationalpark Europas

Der See Myvatn (Mückensee) war unser heutiges Ziel. Dort verbrachten wir dann drei Nächte. Sollte man auch einplanen, mindestens. Dabei fuhren wir nur teilweise auf der Ringstraße 1, machten einen Umweg durch die Missetäterwüste Ódáðahraun auf einer Schotterpiste. Ziel war der einsamen Hof Möðrudalur mit seinem Kaffeehaus. Gut, so einsam war er dann auch wieder nicht, steht er doch als Tipp in vielen Reiseführern. Aber „Menschenmengen“ finden sich hier nicht, vielleicht waren es um die 20 bis 30. Die sich verteilen. Zurück auf der 1 bogen wir später ab und es ging auf einer schlechten Schotterstraße (30 km einfach) zum Wasserfall Dettifoss.

Ein Muss trotz der staubigen Fahrt, ebenfalls mit einem normalen zweiradgetriebenen Wagen möglich. Handelt es sich doch um den mächtigsten „Foss“ (steht für Wasserfall) des Landes. Übrigens sind nahezu alle Sehenswürdigkeiten ohne Gebühren zu besichtigen, zudem sind gut markierte und angelegte Wanderwege vorhanden oder auch Aussichtsplattformen. Gilt natürlich nicht für private Museen. Vorbildlich. Nicht immer gibt es ein Besucherzentrum, ist aber auch nicht erforderlich. Gut, ein Kaffee vermisst man dann ab und zu schon…

Die Kraft des Wassers ist schon enorm, besonders beeindruckend, wenn man direkt an der Kante des Falles steht. Das Gletscherwasser stürzt auf einer Breite von rund 100m etwa 45 m tief in eine Schlucht. Im Sommer kann die Wassermenge 1500 m3/s erreichen, im Jahresmittel liegt sie bei 193 m3/s . Was den Dettifoss zu einem der wasserreichsten Wasserfälle Europas machen soll. Glaubt man gerne. Das Wasser führt zugleich eine große Menge Geröll mit sich, in Form von kleinen Partikeln. Pro Tag sollen es rund 120000 t Geröll, Gestein, Sand und Schlamm sein, auf einem Güterzug verladen, bräuchte man 2400 Waggons. (Quelle: www.iceland.de)

Weiter ging es die Rüttelpiste zurück und auf der 1e-Ringstrasse zu unserem Domizil, dem Hof Stöng. Da wir aber noch gut in der Zeit waren und auch das Wetter stimmte besuchten wir vorher noch die Solfatare in Námaskarð, eine vulkanisch aktive Zone, eigentlich erst für den kommenden Tag geplant.

Der Besuch ist ebenfalls ein Muss. Hier zeigen die Bilder mehr als Worte erklären können. Und dann machten wir noch eine kurze Wanderung bei den Pseudokratern von Skútustaðir. In Stöng bleiben wir jetzt erst mal drei volle Tage. Zurückgelegt haben wir übrigens heute um die 290 km.

Naturperle See Mývatn

Heute hatten Sonnenschein und Traumwetter ein Ende. Knapp 3° C, Nieselregen und Graupelschauer. Summer in the North. Dazu ein eisiger Wind. Macht nichts, dafür haben wir ja die entsprechenden Klamotten bis hierher mitgeschleppt. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung…  Also rauf zum Krafla und eine etwa 3 ½-stündige Wanderung durch das Vulkangebiet, letzter Ausbruch 1984.

Und so sieht es hier auch aus, unwirtlich, schwarz, überall steigen Dämpfe aus dem Boden – gut zum Aufwärmen, es stinkt nach faulen Eiern (Schwefelwasserstoff). Eine faszinierende Landschaft, die durch das Wetter sogar eine noch mystischere Stimmung erhält. Hier versteht man, warum bald die Hälfte alles Isländer an Gnome und Trolle glaubt.

Nachmittags wird es etwas wärmer, um die 7 °C, und es bleibt trocken. Also noch eine etwa 1 1/2-stündige Wanderung durch die düsteren Felsen, die Lavaformation Dimmuborgir. Ein ehemaliger Lavasee, der an der Oberfläche erstarrte, aber irgendwann brach der Lavawall und die noch nicht erstarrte, sich darunter befindliche Lava floss ab. Dann brach die abgekühlte Oberfläche des Lavasees ein, stehen blieben Schlote und Röhren, Dome, Bögen und Lavafenster.

Die Sonne ist wieder da nach dem einen Tag Unterbrechung. Kühl zwar, zum Wandern jedoch sogar besser. Also rauf auf den Explosionskrater Hyverfjall und einmal umrundet. Dauert über zwei Stunden. Erst der Aufstieg auf den 452 m hohen Ascheringwall, der zwischen 90 und 150 m hoch ist und einen Durchmesser von etwa einem Kilometer hat. Entstanden ist dieser Aschetuffring vor etwa 2500 Jahren durch eine riesige Wasserdampfexplosion. Mag man es sich gar nicht vorstellen, kann aber jederzeit oder auch nie wieder passieren. Die Wanderung auf dem Wall bietet immer wieder beeindruckende Ausblicke auf den Krater selbst und auf die Umgebung.

Hyverfjall

Nach dem obligatorischen Kaffee, ein Stück Kuchen kostet übrigens in touristischen Gebieten um die 9 €, abseits die Hälfte, geht es zu einer kleineren Wanderung an den See Myvatn. Was übrigens Mückensee heißt. Uns verschonen die zehn Arten an Stechmücken, die es hier gibt. Viel Wind heißt wenig Mücken. Windstille bedeutet entsprechend viele Mücken. Hatten sicherheitshalber Kopfnetze dabei, ohne sie zu benötigen. Kálfaströnd heißt das Eck wo wir wandern und zu sehen gibt es Lavadome aller Couleur und eine wunderschöne, blühende Landschaft.

Gefahren sind wir in den zwei Tagen um die 130 km.

Akureyri

Heute ging es etwas früher 8.30 Uhr los, da wir nicht wussten wie lange der Autotausch in Akureyi dauert. Vorab, es ging sehr schnell und unbürokratisch, wir hatten insofern auch Glück, dass wir anstatt des gebuchten kleinen Suzuki-Jeeps einen deutlich größeren und besseren Geländewagen von Toyota erhielten. Zum gleichen Preis versteht sich. Akureyi ist die „Hauptstadt Nordislands“, im Eyjafjörður gelegen. Ein kurzer Besuch der Kirche, ein Stadtbummel, ein Besuch im Akureyri Art Museum, zuviel Zeit haben wir nicht investiert, zumal es Sonntag war und alle Geschäfte geschlossen.

 Vorher ergab sich jedoch noch ein Stopp beim Wasserfall Godafoss, derartige Wasserfälle liegen hier halt mehr oder weniger an der Strecke herum, jeder einzelne wäre in Deutschland eine Attraktion für sich. Anschließend folgte der Besuch von Glaumbær respektive des dortigen Heimatmuseums. Die Gebäude des großen Hofkomplexes entstanden zu unterschiedlichen Zeiten des 18. und 19. Jahrhunderts. Alle jedoch sind in Torfrasenbauweise errichtet, mangels ausreichend Holz schon zu damaligen Zeiten. Zudem schützt diese Bauweise gut vor dem rauen Klima. In Glaumbær lässt sich einiges über das Leben auf solchen Höfen in früheren Zeiten erfahren.

Hier geht es zum zweiten Teil des Reiseberichtes mit den Höhepunkten der Tour, dem Hochland und der Rückfahrt nach Reykjavik bevor es nach Grönland ging

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