Schweden, der Süden – Teil II, von Uppsala über die Westküste zurück

Hier geht es zum ersten Teil der Schweden-Reise von Malmö die Süd- und Ostküste entlang bis Stockholm.

Tag 25: Sigtuna und Uppsala

Sigtuna – Schwedens älteste Stadt

Unser erster heutiger Stopp findet in Sigtuna statt. Ein Bummel durch die alte zentrale Gasse, Museumsbesuch und das kleinste Rathaus Schwedens stehen auf dem Programm. Sigtuna wurde um das Jahr 970 von König Erik Segersäll gegründet und gilt damit – neben Lund – als älteste noch bestehende Stadt Schwedens. Bereits um das Jahr 1000 lebten hier etwa 1.000 Menschen – zu jener Zeit eine beachtliche Größe, denn Sigtuna war damals ein bedeutendes Handels-, Kirchen- und Reichszentrum.

Das Rückgrat der Altstadt bildet die Stora Gatan, die zentrale Fußgängergasse, gesäumt von bunt bemalten Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, kleinen Läden, Galerien und Cafés. Archäologisch spannend: Unter der heutigen Straße liegen mehrere frühere Straßenschichten übereinander, ein Beleg dafür, dass Sigtuna schon in seiner Gründungszeit nach einem geregelten Plan angelegt wurde. Am Stora Torget, dem großen Platz entlang der Straße, steht das kleinste Rathaus Schwedens – ein gelb gestrichenes Holzgebäude mit spitzem Türmchen aus dem Jahr 1744, das einst als Gerichtsgebäude diente.

Wer mehr über die Geschichte der Stadt erfahren möchte, findet im Sigtuna-Museum mittelalterliche Fundstücke, unter anderem aus der Wikingerzeit. Sehenswert sind zudem die Kirchenruinen von St. Per, St. Lars und St. Olof sowie zahlreiche Runensteine in der Stadt und Umgebung. Eine Pause bietet sich im Café Tant Bruns Kaffestuga an, in einem historischen, roten Holzhaus aus dem 17. Jahrhundert, bekannt für seine Smörgåsar.

Der Dom zu Uppsala

Der Dom zu Uppsala, die größte und höchste Kirche Skandinaviens, beeindruckt bereits von außen durch seine markanten, fast 120 Meter hohen gotischen Türme, die die Silhouette der geschichtsträchtigen Universitätsstadt dominieren. Doch das wahre Herzstück dieses monumentalen Backsteinbaus aus dem 13. Jahrhundert offenbart sich im Inneren, direkt hinter dem Hauptaltar. Am östlichen Ende des Chors der Wasa-Kapelle stößt man auf eines der bedeutendsten historischen Monumente Schwedens: den königlichen Prunksarkophag von König Gustav I. Wasa (1496 bis 1560). Der Begründer der Wasa-Dynastie und Einiger des modernen schwedischen Reiches ruht dort in einem monumentalen Grabmal aus rotem Marmor und weißen Alabaster, das vom Renaissance-Künstler Willem Boy entworfen wurde. Auf dem Sarkophag thronen die lebensechten Liegefiguren des Königs und seiner ersten beiden Ehefrauen, Katharina von Sachsen-Lauenburg und Margareta Leijonhufvud, während seine dritte Gemahlin, Katharina Stenbock, in der Gruft direkt darunter beigesetzt ist.

Dieses Areal im hinteren Teil des Doms gleicht einer schwedischen Herrschergalerie. Nur wenige Schritte entfernt, in der ehemaligen Sakristei, zieht das Grabmonument seines Sohnes König Johann III. und dessen polnischer Gattin Katharina Jagiellonica die Blicke auf sich. Unweit davon ruht in einem vergoldeten Schrein der Schutzpatron Schwedens, König Erik der Heilige (Erik IX). Die Legende besagt, dass Erik von Feinden brutal angegriffen und schließlich enthauptet wurde. Die Forscher fanden an den Beinknochen Spuren von heftigen Hieben und – als finalen Beweis – einen tiefen Schnitt am Halswirbel, der die Enthauptung zweifelsfrei belegt.

Neben den königlichen Ruhestätten birgt der Dom, der über Jahrhunderte hinweg die traditionelle Krönungs- und Grabkirche der schwedischen Monarchen war, noch weitere historische Schätze. So findet man nahe dem Haupteingang die schlichte Grabplatte des weltberühmten Botanikers Carl von Linné und in den barocken Seitenkapellen die Gräber des Universalgelehrten Olof Rudbeck sowie des Friedensnobelpreisträgers Dag Hammarskjöld. Ein Rundgang durch dieses ehrwürdige Gemäuer verbindet auf faszinierende Weise die mittelalterliche Sakralarchitektur mit den prägenden Epochen der schwedischen Nationalgeschichte.

Gamla Uppsala – Grabhügel der Sveakönige

Gamla Uppsala war einst religiöses und machtpolitisches Zentrum Schwedens – von hier aus regierten die ersten schwedischen Könige. Nach der Christianisierung wurde der Ort 1164 sogar Erzbischofssitz, bis nach einem Kirchenbrand 1273 der Bischofssitz ins heutige Uppsala verlegt wurde. Wahrzeichen sind die drei großen Königshügel (Kungshögarna) aus dem 6. Jahrhundert, Brandgräber der Vendelzeit. Bis heute ist nicht geklärt, wer darin bestattet wurde – sicher ist nur, dass es sich um hochrangige Persönlichkeiten handelte. Im Osthügel fanden sich Reste eines Helms und goldene Fragmente, im Westhügel die Überreste eines Habichts, vermutlich eines Jagdvogels der damaligen Elite. Die Hügel liegen inmitten eines weitläufigen Gräberfelds mit rund 3.000 Gräbern. Der Sage nach – überliefert in der isländischen Ynglingasaga – sollen hier die legendären Sveakönige Aun, Egil und Adils bestattet sein, eine Zuordnung, die auf eine Theorie des Archäologen Birger Nerman aus dem Jahr 1913 zurückgeht. Neuere Untersuchungen datierten die Hügel jedoch rund 100 Jahre jünger als die Regierungszeit dieser Könige – die Verbindung bleibt damit wohl eine Legende.

Wir unternahmen eine kurze Wanderung rund um die Grabhügel, die auch an der kleinen Steinkirche vorbeiführte – einst erste Kathedrale Schwedens, vermutet an der Stelle des sagenumwobenen heidnischen Tempels, den Adam von Bremen beschrieb – sowie zum Freilichtmuseum Disagården. Das 1931 gegründete Museum zeigt rund 26 Holzgebäude aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die aus verschiedenen Teilen Upplands hierher versetzt wurden, und vermittelt einen Eindruck vom bäuerlichen Leben der Region im 19. Jahrhundert – mit Wohnhäusern, Höfen und frei laufenden Tieren.

Tag 26: Sala Silvergruva, Anundshög und Schloss Strömsholm

Sala Silvergruva – Schwedens Schatzkammer

Schwedens Schatzkammer – Sala Silvergruva, im Volksmund einst „Sveariket skattkammare“ (Schatzkammer des Svea-Reiches) genannt, war über Jahrhunderte die wichtigste Silberquelle Schwedens. Die erste königliche Bergbaukonzession stammt aus dem Jahr 1512, entdeckt wurden die Silberadern aber schon im 15. Jahrhundert und mit Hilfe deutscher Bergleute ausgebeutet. Der Höhepunkt lag in den 1530er- und 1540er-Jahren unter König Gustav Wasa; das gewonnene Silber floss direkt in die schwedische Krone – verarbeitet zu Münzen und kostbarem Hausrat, das bis heute in ganz Europa zu finden ist. Bis zur endgültigen Schließung 1908 war Sala durchgehend in Betrieb, mit einer letzten kurzen Wiederaufnahme 1950/51. Insgesamt wurden rund 450 Tonnen Silber gefördert. Das Grubenareal gilt heute als eines der besterhaltenen und sichersten Bergwerksmilieus der Welt und beherbergt sogar das tiefste Hotelzimmer der Welt, 155 Meter unter Tage.

Das weitläufige Gelände umfasst 48 historische Gebäude aus dem 17. bis 19. Jahrhundert – wir waren schon um 10 Uhr morgens unterwegs und sind bei Stille über das Areal gewandert, bis auf das Tropfen des Regens. Hatten heute den ersten Regentag erwischt. Hörte aber immer wieder auf, und am Nachmittag kam dann wieder die Sonne zum Vorschein. Wäre nicht kurz eine Schulklasse aufgetaucht, wir wären die einzigen Besucher gewesen. Für eine Führung unter Tage reichte die Zeit leider nicht: Die erste des Tages wäre erst um 14 Uhr gewesen, für uns zu spät, da wir an diesem Tag noch weiterfahren wollten.

Zum Ausklang kehrten wir im Antikladen Silvergruvans Antik & Kuriosa direkt am Gelände ein – rund 600 m² voller Möbel, Porzellan, Glas und Kuriositäten, dazu ein kleines Café mit Fika. Läden, wie ich sie liebe. Bei einem Kaffee kamen wir mit den Inhabern ins Gespräch und ergatterten schließlich noch einen Mörser mit Stößel aus dem 19. Jahrhundert als Souvenir.

Anundshög – Grabfeld der Wikingerzeit

Anundshög, ein Grabfeld der Wikingerzeit bei Västerås war unser nächster Halt, etwa 40 Kilometer entfernt. Wenig los war auch hier: Da es noch leicht regnete, ging es erst mal wieder ins Café. Nachdem der Regen nachgelassen hat, ging es dann zu den Hügelgräbern und Schiffssetzungen. Anundshög gilt als eines der bedeutendsten Gräberfelder der Wikingerzeit in Schweden – genutzt von der Völkerwanderungs- bis in die Wikingerzeit, etwa 500 bis 1050 n. Chr. Namensgebend ist der mächtige Anundshög selbst: mit rund 68 Metern Durchmesser und 9 Metern Höhe der größte Grabhügel Schwedens. Der Name wird mit dem legendären König Bröt-Anund aus der Ynglingasaga in Verbindung gebracht, geht aber wohl eher auf einen Runenstein aus dem 11. Jahrhundert am Fuß des Hügels zurück, der einen Anund erwähnt.

Wer darin bestattet wurde, ist bis heute unbekannt. 1788 versuchten Brennerei-Knechte aus Västerås, den Hügel zu plündern, gruben sich aber nicht bis zum Grab durch. Eine echte archäologische Untersuchung fand erst 1998 statt – allerdings nur in Form von Probebohrungen und einzelnen Suchschnitten am Rand, keine vollständige Ausgrabung. Dabei zeigte sich immerhin, dass der Hügel über einer älteren Siedlungsstelle errichtet wurde. Direkt daneben liegen mehrere Schiffssetzungen: zwei große, 54 und 51 Meter lange Steinreihen in Schiffsform, ausgerichtet auf den Anundshög, dazu drei kleinere. Kein anderer Fundort in Schweden vereint so viele große Schiffssetzungen an einem Platz. Die Findlinge waren bereits Mitte des 17. Jahrhunderts umgestürzt – vermutlich wurden die Monumente mit fortschreitender Christianisierung als heidnisch angesehen und bewusst zu Fall gebracht. Erst 1932 wurden vier der fünf Schiffssetzungen wieder aufgerichtet und die Fundstellen dabei zugleich untersucht.

Das Areal diente bis ins 13. Jahrhundert zusätzlich als Thingplatz, also als Versammlungsort für Rechtsprechung und politische Entscheidungen – ein weiterer Beleg dafür, dass Anundshög über Jahrhunderte ein Zentrum von Macht und Gemeinschaft war.

Schloss Strömsholm – Das Pferdeschloss

Ganz allein unterwegs waren wir dann beim Schloss Strömsholm, etwa 30 Kilometer weiter. Die Ursprünge der Anlage reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, als König Gustav Wasa hier zunächst eine Befestigung errichten ließ. Das heutige barocke Schloss entstand ab 1669 im Auftrag der Königswitwe Hedvig Eleonora, die den alten Bau abreißen und nach Plänen des berühmten Architekten Nicodemus Tessin d. Ä. neu errichten ließ – fertiggestellt in den 1670er/80er Jahren. Erbaut wurde es auf einer Insel im Fluss Kolbäcksån in der Provinz Västmanland. König Adolf Friedrich und Königin Luise Ulrike erhielten das Schloss später als Hochzeitsgeschenk, woraufhin die Innenräume im prächtigen gustavianischen Stil umgestaltet wurden – dieser Zustand prägt die Räume bis heute, darunter ein „chinesischer Saal“ mit entsprechenden Wandmalereien und eine reiche Gemäldesammlung. Nur zu dieser Jahreszeit ist das Schloss natürlich geschlossen, wussten wir aber schon vorher.

Seine besondere Bedeutung verdankt Strömsholm jedoch dem Pferd: Bereits im 17. Jahrhundert wurde hier eine königliche Pferdezucht zur Versorgung der schwedischen Armee aufgebaut. Von 1868 bis 1968 war die Reit- und Fahrschule der schwedischen Armee im Schloss untergebracht, und bis heute ist Strömsholm mit der Ridskolan Strömsholm das Zentrum der schwedischen Reitausbildung, des Pferdesports und der Zucht – ausgerichtet werden hier weiterhin Reitturniere und Pferderennen, allen voran jährlich im Juni die Strömsholmsveckan.

Tag 27: Engelsberg Bruk und Nora

Eine Eisenhüttensiedlung wird zum Weltkulturerbe

Engelsberg Bruk ist die am besten erhaltene Eisenhüttensiedlung des 17./18. Jahrhunderts weltweit, 1993 als Unesco-Weltkulturerbe eingetragen. Die Unesco begründet die Aufnahme damit, dass Schweden in dieser Zeit durch die Produktion hochwertigen Eisens zur führenden Nation dieses Feldes wurde und Engelsberg das vollständigste und am besten erhaltene Beispiel eines solchen Järnbruk (Hüttenguts) darstellt. Gegründet 1681, entwickelte sich Engelsberg rasch zu einer der modernsten Eisenhütten des Landes und blieb bis zur Stilllegung 1919 in Betrieb. Kern des Ensembles ist das Prinzip des Järnbruk: eine autarke, patriarchalisch geführte Werkssiedlung, in der der Gutsherr (Brukspatron) neben der Fabrik auch Wohnhäuser, Schule, Gasthäuser und Landwirtschaft für die Arbeiter unterhielt. Einzigartig ist, dass sowohl die komplette technische Anlage (Hochofen, Schmiede, Erzdarrofen, Wasserräder) als auch die herrschaftlichen Gebäude (barockes Herrenhaus, Parkanlagen) und die Arbeiterkaten im Original erhalten sind – am Fluss Amänningen eingebettet in eine parkähnliche Landschaft, mit dem charakteristischen Kontrast aus tiefrot gestrichenen Holzfassaden (Falu rödfärg) und den aus glasartigen Schlackensteinen gemauerten Wirtschaftsgebäuden.

So viel zur Theorie – die Praxis sah bei unserem Besuch im September anders aus. Wer sich ein offenes Freilichtmuseum mit Infotafeln und frei zugänglichen Gebäuden vorstellt, wird enttäuscht: Das gesamte Areal ist in Privatbesitz und wird teils als private Forschungs- und Tagungsstätte genutzt. Der Zutritt ist massiv eingeschränkt, überall weisen Schilder auf Privatgelände hin, begehbar sind nur einige wenige Außenwege. Das Herrenhaus ist kaum einsehbar, Gebäude wie die Schmiede sind verriegelt, Informationstafeln zur eigenständigen Erkundung fehlen praktisch komplett – das Konzept setzt konsequent auf geführte Touren. Genau die aber enden mit der regulären Guidesaison im Sommer: Spontane Führungen gibt es im September nicht mehr, außerhalb der Saison werden Touren nur für Gruppen auf Voranmeldung und gegen hohe Pauschalgebühr angeboten – für Individualreisende ein echtes Dilemma.

Historisch zweifellos bedeutend, als Reiseziel im Herbst für Spontanbesucher ohne gebuchte Führung aber eine Enttäuschung. Wer im September in der Region unterwegs ist, sollte Engelsberg Bruk nur dann kurz besuchen, wenn das Wetter passt – das war in unserem Fall so, und es liegt quasi auf der Strecke. Einen schönen Spaziergang ist es allemal wert.

Nora – Trästadt mit Ecken und Kanten

Nora bildet zusammen mit Eksjö und Hjo die „Tre Trästäder“ und wurde mehrfach mit der Europa-Nostra-Medaille für die Erhaltung seiner historischen Holzbebauung ausgezeichnet. Vom Eisenbergbau der Region geprägt, erhielt die Stadt 1643 ihre Stadtrechte; ein Großbrand vernichtete sie 1731 fast vollständig, nur die – dabei beschädigte – Kirche blieb stehen. Der Wiederaufbau in den folgenden Jahrzehnten schuf das bis heute erhaltene, geschlossene Stadtbild aus Holzhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts.

Ehrlich gesagt waren wir etwas enttäuscht, denn nach allem, was man über die Trästäder liest, hatten wir uns mehr vorgestellt. Statt einer ruhigen Altstadt zum Schlendern fährt überall Verkehr durch die Gassen, eine Fußgängerzone gibt es nicht, und auch das Ladenangebot ist überschaubar, mit kaum Kunsthandwerk und wenig, das zum Bummeln einlädt. Was bleibt, ist vor allem Ambiente: pastellfarbene Holzhäuser mit begrünten Innenhöfen rund um einen Marktplatz, den die neugotische Backsteinkirche von 1880 als Kontrastpunkt dominiert.

Am alten Bahnhof warten die Züge und Wagen der Nora Bergslags Veteranjärnväg – die Strecke Nora–Ervalla von 1856 gilt als Schwedens erste normalspurige Eisenbahn für den öffentlichen Verkehr. Das Eisenbahnmuseum selbst hat im September geschlossen, doch das ist kein Beinbruch: Auf dem Freigelände stehen alte Loks und Waggons unrestauriert genau so herum, wie sie eben abgestellt wurden – für alle, die rostiges, unpoliertes altes Eisen einer aufgehübschten Museumsversion vorziehen, ein eigener kleiner Reiz.

Einen schönen Tagesausklang bietet Nora Glass: Seit 1923 wird hier täglich frisches Speiseeis nach Familienrezept hergestellt, ein reines Naturprodukt ohne Konservierungsstoffe, immer in drei Sorten – Vanille und Haselnuss fest, dazu eine täglich wechselnde dritte. Erhältlich am Kiosk auf dem Glasstorget sowie im Café Strandstugan an der Uferpromenade. Nur war alles leider schon geschlossen. Krimi-Fans finden in Nora zudem die Heimat von Maria Lang, bürgerlich Dagmar Lange, die ihre fiktive Stadt Skoga in über 40 Kriminalromanen eins zu eins nach Nora modellierte.

Tag 28: Örebro, Karlsborg und Forsvik

Örebro Slott und das Haus Bernadotte

Örebro, die Geburtsstunde des Hauses Bernadotte. Wir sind am Schloss Örebro angekommen, einer mächtigen Renaissance-Wasserburg mit vier markanten Rundtürmen, mitten im Zentrum der Stadt auf einer Insel im Fluss Svartån gelegen. Der Ursprung reicht ins 14. Jahrhundert zurück: ein schlichter Verteidigungsturm zur Kontrolle der strategisch wichtigen Flussfurt und Handelswege, im Lauf der Jahrhunderte durch Belagerungen mehrfach beschädigt. Ab 1573 ließ Herzog Karl – später König Karl IX. – die mittelalterliche Wehrburg zu einem prachtvollen Renaissanceschloss nach französischem Vorbild umbauen, ein Projekt, das sein Sohn Gustav II. Adolf bis in die 1620er Jahre fortführte. Nach einem Verfall im 17./18. Jahrhundert – zeitweise diente das Schloss als Gefängnis und Waffenlager – wurde es Mitte des 18. Jahrhunderts klassizistisch umgebaut. Sein heutiges, romantisch-historisierendes Erscheinungsbild mit den charakteristischen Turmhauben erhielt das Schloss erst bei einer Restaurierung Ende des 19. Jahrhunderts.

Die bedeutendste Rolle spielte Örebro 1810: Beim Reichstag in der Stadt wählten die Stände den französischen Marschall Jean-Baptiste Bernadotte zum schwedischen Thronfolger. König Karl XIII. residierte während dieser Zeit im Schloss und erhielt dort die Nachricht von der Wahl. Als König Karl XIV. Johann begründete Bernadotte das Haus Bernadotte – bis heute das regierende Königshaus Schwedens.

Ein Rundgang lohnt sich für den Innenhof mit seinen massiven Steinmauern und für den Spaziergang um den Wassergraben, in dem sich Türme und helle Fassaden im ruhigen Flusswasser spiegeln. Innen lassen sich historische Säle und königliche Gemächer besichtigen; große Teile dienen jedoch bis heute als Sitz der Provinzverwaltung und sind nicht öffentlich zugänglich.

Besonders sehenswert war die Sonderausstellung „Wonderland“ der britischen Künstlerin Kirsty Mitchell im Schloss – rund 40 großformatige Fotografien mit aufwendig von Hand gefertigten Kostümen und Kulissen, fotografiert in englischen Wäldern. Die über fünf Jahre entstandene Serie verarbeitet den Tod von Mitchells Mutter zu einer opulenten Bildwelt voller Märchenmotive.

Die Feste zu Karlsborg – ein Monument seiner Zeit

Eines der monumentalsten Militärbauprojekte Europas und ein eindrucksvolles Zeugnis schwedischer Verteidigungsstrategie des 19. Jahrhunderts. Nachdem Schweden 1809 Finnland an Russland verloren hatte, war Stockholm den russischen Flotten schutzlos ausgesetzt. König Karl XIV. Johann beschloss daher 1819, auf Vorschlag des Göta-Kanal-Baumeisters Baltzar von Platen, ein radikales Konzept: Im Invasionsfall sollten Königsfamilie, Regierung, Reichstag sowie Goldreserve und Kronjuwelen der Reichsbank ins unzugängliche Landesinnere verlegt werden. Karlsborg, am Zusammentreffen von Göta-Kanal und Vättersee gelegen, sollte als autarke Reserve-Hauptstadt einer wochenlangen Belagerung standhalten. Der Bau begann 1819 und dauerte statt der geplanten zehn ganze 90 Jahre – als die Festung 1909 fertig war, hatten gezogene Artilleriegeschütze die dicken Kalksteinmauern längst veraltet gemacht. 1925 gab der Reichstag Karlsborg als Kriegsfestung auf; als Garnisons- und Ausbildungsstandort blieb sie in Betrieb, und im Zweiten Weltkrieg lagerte hier noch einmal die komplette Goldreserve der Reichsbank.

Die militärische Nutzung ist bis heute spürbar: Die Streitkräfte belegen weiterhin Teile des Geländes, mehrere Bereiche sind abgesperrt und mit Warnschildern als Schutzobjekt gekennzeichnet. Bei unserem Besuch wirkte dennoch alles wie ausgestorben – nur die Schilder erinnerten daran, dass hier kein reines Freilichtmuseum ist. Die zugänglichen Bereiche lassen sich frei erkunden, für die Innenräume, etwa das Slutvärn mit den früheren Tresorräumen der Reichsbank, werden geführte Touren angeboten.

Im Slutvärn, dem 678 Meter langen Hauptverteidigungsbau, sitzt zudem das Fästningsmuseum mit der Geschichte von Reserve-Hauptstadt, Festungsbau und stationierten Truppenteilen. Ein Kirchgewölbe führt mitten durchs Museum hinauf zur Garnisonskyrkan im Obergeschoss, geweiht 1869: eine neugotische Kirche, die im Kriegsfall zugleich als Plenarsaal für Reichstag und Regierung dienen sollte, mit Platz für 700 Personen. Auffälligstes Detail ist der halbe Tonnen schwere Kronleuchter aus 276 Bajonetten – Krone, Bajonette und Ketten verweisen auf Königsmacht, Militär und die einstigen Strafgefangenen, die am Bau mitarbeiteten.

Ein Spaziergang auf dem Festungswall lohnt sich für den Blick über den Vättersee; das Gelände ist rund um die Uhr frei zugänglich. Nur an noch militärisch genutzten Stellen ist der Weg versperrt, mit Schildern zum Fotografierverbot als Schutzobjekt.

Forsvik – Schleuse und Industriedenkmal am Göta-Kanal

Der Göta-Kanal verbindet seit seiner Fertigstellung 1832 über Seen und Kanalabschnitte die Ostsee mit dem Kattegat und war beim Bau eines der größten Infrastrukturprojekte Schwedens im 19. Jahrhundert – Chefingenieur war derselbe Baltzar von Platen, der auch die Festung Karlsborg initiierte. In Forsvik liegt die 1813 eröffnete älteste Schleuse des Kanals, mit 3,5 Metern Fallhöhe zugleich die höchste Einzelschleuse der gesamten Strecke; direkt daneben steht eine der ältesten gusseisernen Brücken Schwedens aus demselben Jahr, die bis 1956 in Betrieb war. Der Ort selbst blickt auf eine noch viel ältere Industriegeschichte zurück: Bereits 1410 wird eine Mühle in Forsvik urkundlich erwähnt, geschenkt an das Kloster Vadstena – der Beginn von rund 600 Jahren durchgehender industrieller Nutzung der Wasserkraft an der Stelle, wo der Fluss Viken in den Bottensjön mündet. Über die Jahrhunderte wurden hier unter anderem Eisen verarbeitet, Kanonen gegossen, Eisenbahnwagen gebaut und in einem Holzschliff Papierzellstoff hergestellt; Ende der 1970er-Jahre wurde der Betrieb schließlich eingestellt. Seit 1987 bewahrt die Stiftelsen Forsviks Industriminnen das Gelände als Industriemuseum. Zu besichtigen sind unter anderem die alte Kleinschmiede, das Metallgießerei-Gebäude, der Holzschliff sowie eine werkseigene Schmalspurbahn. In einer ehemaligen Blechwerkstatt von 1895 entstand zwischen 1995 und 2011 zudem der Nachbau des Raddampfers Eric Nordevall II – das Original war 1856 im Vättersee gesunken und liegt dort bis heute in 45 Metern Tiefe.

Tag 29: Hjo

Die schwedische Holzstadt Hjo verzaubert mit ihrem gemütlichen Hafen und den prachtvollen Holzvillen im Schweizer Stil aus dem 19. Jahrhundert. Nach der Ankunft am späteren Vormittag lässt sich der Ort komplett zu Fuß erkunden: ein Spaziergang durch den historischen Stadtpark und dem Wasser entlang, ein Blick auf die alten Holzhäuser, ein Eis am Hafen und ein Bummel durchs Stadtzentrum. Die Stadt überzeugt uns schon eher als Nora, auch wenn heute am Sonntag in der Nachsaison vieles geschlossen ist und recht wenig los.

Zusammen mit Eksjö und Nora gehört Hjo ja zu den „Tre Trästäder“, den drei Holzstädten, die für den Erhalt ihrer historischen Holzarchitektur ausgezeichnet wurden – passend zum liebevollen Stadtmotto „I love Hjo“. Die Geschichte der Stadt ist eng mit dem Vätternsee verknüpft: Bereits im Mittelalter war Hjo ein bedeutender Hafen- und Handelsplatz zwischen Västergötland und Östergötland. Im Gegensatz zu vielen anderen schwedischen Städten blieb Hjo über die Jahrhunderte weitgehend von Großbränden verschont – nur 1794 brannten die Kirche und einige Nachbarhäuser nieder. Dadurch hat sich das geschlossene Stadtbild aus dem 18. und 19. Jahrhundert bis heute weitgehend erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zudem zu einem mondänen Kurbad, dem sie ihren herrschaftlichen Glanz verdankt.

Der historische Stadtpark am Seeufer ist das Prunkstück der Stadt: prachtvolle Holzvillen im Schweizer Stil um 1870 mit kunstvoll verzierten Holzveranden, einst für die Kurgäste errichtet. In der Altstadt rund um den Stora Torget führen enge, kopfsteingepflasterte Gassen wie die Brahegatan vorbei an pastellfarbenen Holzhäusern mit bepflanzten Innenhöfen, die tagsüber oft offen stehen. Wer Lust auf Natur hat, findet im Flusstal Hjoåns Dalgång einen flachen, einfach rund 4 Kilometer langen Spazierweg entlang des Flusses vorbei an alten Wassermühlen.

Am Hafen lohnt der gelbe Holzpavillon Gula Paviljongen einen Stopp, in dem lokal produziertes Bio-Eis verkauft wird – in der Nachsaison im September allerdings nur noch bei schönem Wetter spontan geöffnet. Heute war er offen, die Entscheidung fiel auf belgische Waffeln mit Blaubeeren und Sahne.

Tag 30: Varnhem, Läckö und Spiken

Die Klosterkirche von Varnhem und Kata Gård

Die Klosterkirche von Varnhem zählt zu den bedeutendsten historischen Stätten Schwedens und gilt als eine der Wiegen des schwedischen Königreichs. Das Kloster wurde 1150 von Zisterziensermönchen aus dem Kloster Alvastra gegründet, die fortschrittliche Steinmetzkunst und Landwirtschaftstechniken in die Region brachten. Nach einem Brand 1234 wurde die Kirche im gotischen Stil wiederaufgebaut – maßgeblich vorangetrieben von Birger Jarl, der später als Reichsjarl faktisch Schweden regierte.

Die Kirche ist Ruhestätte von vier schwedischen Königen: Knut Eriksson, Erik Knutsson und Erik Eriksson aus dem Geschlecht der Eriker sowie Inge der Ältere aus der älteren Stenkil-Dynastie. Ihre Grabmäler mit Königskronen stehen im Kapellkranz hinter dem Chor, auch wenn es sich dabei um Kenotaphe aus dem 17. Jahrhundert handelt – die echten Gebeine ruhen tief im Erdboden der Kirche. Das historisch bedeutendste Grab ist das von Birger Jarl (†1266), dem verbürgten Gründer Stockholms; seine Grabplatte liegt vor dem Altar des Heiligen Kreuzes.

Wenige Schritte hinter der Kirche liegen die Ausgrabungen von Kata Gård, einem Gutshof aus der Wikingerzeit mit eigener Gutsherrenkirche. Auf eine hölzerne folgte um das Jahr 1000 eine steinerne Kirche – nach heutigem Kenntnisstand eine der ältesten Steinkirchen Schwedens außerhalb Schonens. Rund 3000 christliche Gräber rund um die Kirche reichen bis in die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts zurück, rund hundert Jahre vor der offiziellen Christianisierung Schwedens.

Benannt ist der Ort nach Kata, die den Hof am Ende der Wikingerzeit führte; eine Runeninschrift erinnert bis heute an sie. Ihr Grab liegt unter einer modernen Holzkonstruktion mit Glasboden und kann von oben besichtigt werden. Die Funde von Kata Gård haben gezeigt, dass Västergötland deutlich früher christianisiert wurde als der Rest Schwedens.

Läckö, das Märchenschloss

Schloss Läckö gilt als eines der schönsten und romantischsten Barockschlösser Schwedens und wird oft als Märchenschloss bezeichnet. Es thront auf einer felsigen Landzunge der Insel Kållandsö am Ufer des riesigen Vänernsees. Gegründet wurde es 1298 vom Bischof von Skara als stark befestigte, eher düstere mittelalterliche Wehrburg und diente als kirchlicher Außenposten. Nach der Reformation fiel die Burg 1527 an die schwedische Krone.

Seine heutige, prachtvolle Barockgestalt erhielt das Schloss unter Graf Magnus Gabriel De la Gardie, einem der reichsten Männer Schwedens und späteren Reichskanzler. Ab 1654 ließ er die Burg komplett umbauen: Der markante weiße Putz, die eleganten Zwiebeltürme auf den Ecken und üppige Stuckaturen und Deckenmalereien im Inneren stammen aus dieser Zeit.

Unser Besuch fiel nach dem offiziellen Ende der schwedischen Schloss-Saison, sodass das Innere geschlossen war – nach so vielen besichtigten Schlössern auf dieser Reise keine große Enttäuschung. Wichtiger war, dass das Café im nahegelegenen Naturum Vänerskärgården geöffnet hatte, das über den Vänern und den angrenzenden Nationalpark Djurö informiert. Ein Stopp lohnt sich dennoch: Die spektakuläre Kulisse ist das eigentliche Highlight, und durch das große Haupttor lassen sich zumindest die inneren Schlosshöfe besichtigen.

Spikens Fiskeläge

Am äußersten Zipfel der Insel Kållandsö, nur wenige Kilometer von Schloss Läckö entfernt, liegt Spiken, einer der größten Binnenfischereihäfen Europas. Der Name geht vermutlich auf die Landzunge selbst zurück, die bereits auf Karten des 18. Jahrhunderts als Spikudden erscheint. Spiken blickt auf eine jahrhundertealte Tradition als Fischerdorf zurück; Anfang der 1980er-Jahre wurde der Hafen zu einer modernen, bis heute von Berufsfischern selbst betriebenen Anlage ausgebaut.

In der Sommersaison zwischen Mai und August herrscht hier reges Treiben: Räuchereien laufen auf Hochtouren, an den Sjöbodar (Fischerhütten) werden frisch geräucherter Fisch und das begehrte Vänerlöjrom verkauft – der Rogen der Kleinen Maräne, oft als Gold des Vänernsees bezeichnet. Außerhalb der Saison ist davon wenig zu spüren: Räuchereien, Läden und Lokale sind geschlossen, nur ein Restaurant hat von 11 bis 16 Uhr geöffnet, und statt Besuchern begegnet man vor allem Anwohnern bei Renovierungsarbeiten an Häusern und Booten.

Von den rund 60 verbliebenen Berufsfischern am gesamten Vänernsee ist etwa ein Viertel in Spiken aktiv, gefangen werden vor allem Zander, Hecht, Barsch, Lachs, Forelle und die Kleine Maräne. Auch Freizeitangler dürfen auf dem Vänern kostenlos mit der Handangel fischen, allerdings gelten feste Regeln zu Mindestmaßen, Schonzeiten und einer Fangbegrenzung von maximal drei Lachsen oder Forellen pro Tag. Für den bedrohten Gullspångslachs, den weltweit größten Süßwasserlachs mit über 20 kg Gewicht, gilt seit 2021 ein ganzjähriges Fangverbot.

Tag 31: Mariestad und Sjötorp

Mariestad

Mariestad wurde 1583 von Herzog Karl, dem späteren König Karl IX., gegründet und nach seiner ersten Frau Maria von Pfalz benannt. Wahrzeichen der Stadt ist der Dom, dessen Bau 1593 im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Karl und seinem katholisch gesinnten Bruder um Krone und Konfession begann – die Kirche gilt als Symbol der Reformation in Schweden. Der spätgotische Backsteinbau war 1619 im Wesentlichen fertig, geweiht wurde er 1625; sein 82,5 Meter hoher Turm macht ihn zur zehnthöchsten Kirche Schwedens.

Trotz des Namens war der Dom nie regulärer Bischofssitz: Mariestad war zwischen 1580 und 1646 lediglich Sitz eines Superintendenten, eines bischofsähnlichen Amtes der frühen Reformationszeit – der Ehrentitel „Dom“ blieb seither erhalten. Das heutige Erscheinungsbild mit unverputzten Natursteinfassaden geht auf eine Restaurierung von 1905 zurück.

Anschließend bummelten wir durch die Altstadt, die als eine der besterhaltenen Schwedens gilt, da sie von Stadtbränden verschont blieb – kopfsteingepflasterte Gassen mit pastellfarbenen Holzhäusern. Inhaltlich bietet sie aber recht wenig: Ein kurzer Bummel plus ein Café reichen völlig aus, extra einplanen muss man Mariestad nicht.

Sjötorp – Das Tor zum Göta-Kanal

Sjötorp liegt dort, wo der Göta-Kanal auf den Vänern trifft, und ist bis heute vom jahrhundertelangen Schiffbau geprägt. Bereits in den 1740er-Jahren gab es hier eine kleine Schiffswerft, die eigentliche Sjötorps Varv entstand aber erst in den 1820er-Jahren durch die Göta-Kanal-Gesellschaft, die auch ein Trockendock anlegen ließ. Mit rund 480 gebauten Schiffen war sie die größte Werft am Vänern; „Sjötorps-Bauten“ genossen einen Ruf für hohe Qualität. Zunächst entstanden Prahme und kleinere Segelschiffe, ab 1852 auch Dampfschiffe. Unter der Familie Groth, die das Werftgelände fast 100 Jahre lang gepachtet hatte, wurde bis 1960 der letzte hölzerne Fischkutter gebaut; ab den 1960er-Jahren stellte man auf Stahl um und fertigte bis 1968 Lotsenboote. 1979 übernahm die Kanalgesellschaft die Werft zurück, seit 1991 werden keine Schiffe mehr neu gebaut – das Trockendock existiert aber bis heute und dient der Winterlagerung von Freizeitbooten. Der Göta-Kanal selbst, 1810 begonnen und 1832 eröffnet, verbindet auf 190 km Ostsee und Kattegat und beginnt beziehungsweise endet hier in Sjötorp mit seinen ersten acht Schleusen.

Wer hier übernachtet, steht praktisch mit den Füßen im Kanal: Die Plätze liegen nahe am Wasser, mit Blick auf die Schleusentreppe, vorbeiziehende Boote und die alte Werftkulisse – ein Panorama, das man sich kaum authentischer wünschen kann. Von den bisher besuchten Plätzen in Schweden gehören die in Sjötorp, ähnlich wie die in den Fischerdörfern, zu den landschaftlich schönsten überhaupt: angenehm überschaubar, nie überlaufen wirkend, mit durchweg sauber gepflegten sanitären Anlagen, auch wenn nicht an jedem Platz der volle Serviceumfang vorhanden ist. Der Preis von 350 SEK pro Nacht ist für Lage und Qualität angemessen – in der Hauptsaison dürfte es allerdings schwierig werden, ohne Reservierung einen Platz zu bekommen. Unser Fazit: uneingeschränkt empfehlenswert.

Tag 32: Södra Råda, Kristinehamn und Nysäter

Södra Råda gamla kyrka

Die 1302 bis 1309 errichtete Holzkirche von Södra Råda galt als eine der bedeutendsten mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten Schwedens – wegen ihrer vollständig bemalten Innenräume. Die ältesten Malereien im Chor stammten von 1323 und zählten zu den besterhaltenen Beispielen französisch-gotisch beeinflusster Kirchenmalerei Skandinaviens an ihrem Originalstandort; die jüngeren Malereien im Langhaus schuf 1494 der bedeutende Kirchenmaler Meister Amund. Die Kirche stand bereits auf der Vorschlagsliste für das Weltkulturerbe.

So sah die Kirche innen vor dem Brand aus

In der Nacht zum 12. November 2001 legte ein damals 21-jähriger Täter Feuer – ohne Sprinkleranlage brannte die Kirche vollständig nieder, Bauwerk und Malereien waren unwiederbringlich verloren. Fast zwei Jahre blieb die Tat ungeklärt. Am 11. September 2003 kam es zur tragischen Eskalation: Derselbe Mann, inzwischen in psychiatrischer Behandlung, erstach nach der Nachricht vom Mord an Außenministerin Anna Lindh auf dem Hof einer Kindertagesstätte die fünfjährige Sabina und verletzte ein weiteres Kind schwer. Bei den Vernehmungen gestand er auch die Brandstiftung von 2001 und wurde wegen Mordes und schwerer Brandstiftung zu unbefristeter rechtspsychiatrischer Versorgung verurteilt.

Rund 20 Jahre nach dem Brand wurde eine originalgetreue Rekonstruktion der Kirche eingeweiht – errichtet mit mittelalterlichen Werkzeugen und Techniken, nachdem Handwerker mangels aussagekräftiger Fotos die Konstruktionsdetails an vergleichbaren Bauten derselben Epoche rekonstruieren mussten. Die einzigartigen Malereien selbst bleiben für immer verloren.

Das Picasso-Denkmal bei Kristinehamn

An der Vänern-Bucht Vålösundet bei Kristinehamn steht mit 15 Metern Höhe die größte Skulptur nach einem Entwurf Pablo Picassos weltweit – sie zeigt den Kopf seiner zweiten Ehefrau Jacqueline Roque und wurde 1965 eingeweiht.

Möglich wurde das Werk durch eine Begegnung des Kristinehamner Künstlers Bengt Olson mit dem norwegischen Künstler Carl Nesjar in Frankreich Anfang der 1960er-Jahre. Nesjar hatte mit Picasso an Betonreliefs gearbeitet und dessen Technik des „Béton gravé“ (Ritzung in Naturbeton) mitentwickelt. Als Nesjar erzählte, Picasso sei bereit, ein Projekt zu verschenken, brachte Olson die Idee nach Kristinehamn – 1964 kam Picassos Zusage per Fotomontage mit dem handschriftlichen Vermerk „Oui, Picasso“. Die rund acht Tonnen schwere Betonskulptur wurde unter Nesjars Leitung vor Ort errichtet; Picasso selbst hat sie nie persönlich gesehen.

Die Skulptur steht frei zugänglich im Picassoparken, mit Café und einer kleinen Ausstellung zur Entstehungsgeschichte nebenan.

Nysäters Gästhamn

Nysäter, ein kleiner Ort in der Gemeinde Säffle in Värmland, liegt am Fluss Byälven, der hier den Übergang zwischen Vänern und Glafsfjorden bildet – Teil der historischen Wasserstraße Vikingaleden, auf der schon Wikinger und mittelalterliche Pilger unterwegs waren. Die Gästhamn bietet Stellplätze, Strom, Wasser, Dusche und WC sowie Nähe zu Laden, Badestelle und Sommercafés.

Mitte September ist hier alles sehr ruhig: Die Sonne scheint, das Wasser glitzert, außer uns steht nur ein einziges Wohnmobil auf dem Platz – die perfekte Gelegenheit, endlich mal wieder die Drohne steigen zu lassen und ein paar schöne Luftaufnahmen vom Fluss und der Umgebung zu machen.

 

Hier geht es zum ersten Teil der Schweden-Reise von Malmö die Süd- und Ostküste entlang bis Stockholm.

Tag 33: Värmlands Vikingacenter, Fengersfors Bruk und Håverud

Värmlands Vikingacenter

Das Wikingerdorf Gladhem am Värmlands Vikingacenter in Nysäter wirkte auf uns eher wie ein Erlebnispark und Bildungsangebot für Schulklassen und Jugendgruppen als wie eine streng wissenschaftliche Rekonstruktion – das ist aber nichts Schlechtes, im Gegenteil: Die Mischung aus den nachgebauten Gebäuden aus dem 11. Jahrhundert, Bootswerkstatt und Angeboten für Kindergeburtstage, Schulklassen und Junggesellinnenabschiede macht den Ort lebendig, natürlich nur in der Saison. Heute wäre eigentlich alles geschlossen gewesen, wir wollten nur einen kurzen Spaziergang über das Gelände machen. Da aber einige Jugendliche vor Ort waren, standen einige Gebäude offen, sodass wir sie besichtigen konnten. Das Museum selbst blieb jedoch geschlossen.

Direkt beim Dorf liegt der Nachbau des Wikingerschiffs Glad av Gillberga, ein rund 17,5 Meter langes Kriegsschiff mit 13 Ruderpaaren und einem 48 Quadratmeter großen Segel. Vorbild war ein Wrackfund aus dem Roskilde-Fjord in Dänemark, gebaut wurde es zwischen 1995 und 1998. Seither hat das Schiff unter anderem Fahrten nach Kanada, Norwegen und Dänemark unternommen und dabei über 15 Knoten erreicht.

Der Fluss Byälven bei Nysäter war zu Zeiten der Wikinger die wichtigste Verkehrsader der Region, vergleichbar mit einer heutigen Fernstraße. Wer mit dem Boot vorbeikam, sah schon von Weitem den Kungshögen, einen echten Grabhügel aus der Wikingerzeit mit rund 40 Metern Durchmesser, der bis heute unweit des Vikingacenters erhalten ist. Die Größe des Hügels deutet auf eine Person von hohem Rang hin; eine Legende verbindet ihn mit dem sagenhaften König Olof Trätälja, auch wenn dieser dort nachweislich nicht bestattet liegt.

Fengersfors Bruk

Fengersfors Bruk war unser nächster Halt. Leider ist die Saison am 13. September zu Ende gegangen – Läden, Café und alle weiteren Einrichtungen hatten bereits geschlossen. Dennoch lohnte sich ein kurzer Bummel bei Sonnenschein durch das Gelände der alten Fabrik, allein schon der mit Ranken bewachsenen alten Industriebauten wegen, die zu dieser Zeit schön rot und grün leuchteten.

Ursprünglich 1796 als Eisenwerk gegründet, stellte man hier ab 1901 unter dem neuen Eigentümer Johan Fenger-Krog Papier her, ab 1913 vor allem das wetterfeste Oceanpapier für den Außeneinsatz. 1968 ging das Unternehmen in Konkurs, 1978 wurde der Betrieb endgültig eingestellt. Seit den frühen 2000er-Jahren hat sich in den alten Fabrikhallen das Künstlerkollektiv Not Quite angesiedelt: Über 70 Kunstschaffende nutzen die Gebäude heute als Ateliers, Werkstätten und Galerien, teils noch zwischen der historischen Maschinerie. Das wäre sicherlich interessant zu sehen gewesen.

Offen hatte einzig die Bäckerei Brukets Godaste auf dem Gelände, hier kommen auch Menschen aus der Umgebung her. Obwohl weit und breit kein größerer Ort liegt. Sie boten zudem auch hochwertige regionale Lebensmittel wie Säfte, Marmelade, Gebäck, Mehl und vieles mehr in dem kleinen Laden und ganz frisches Brot – ideal, um unsere Vorräte aufzufüllen. Zudem konnte man direkt zuschauen, wie die Brote gebacken wurden. Fotografieren war auf Nachfrage gar kein Problem.

Håverud

Die Schleusentreppe von Håverud ist das technische Herzstück des Dalsland-Kanals und einer der meistbesuchten Orte in ganz Dalsland. Der Kanal selbst wurde zwischen 1865 und 1868 nach den Plänen des schwedischen Ingenieurs Nils Ericson gebaut, um Eisenhütten und Papiermühlen im Landesinneren an die Schifffahrt anzubinden; heute dient er fast nur noch dem Tourismus. Auf seiner insgesamt rund 250 Kilometer langen Strecke, wovon nur etwa 12 Kilometer künstlich angelegt sind, überwindet er einen Höhenunterschied von 66 Metern über 31 Schleusen an 17 Stationen. Allein die Schleusentreppe in Håverud gleicht davon knapp 10 Meter aus.

Besonders sehenswert ist die Akvedukt, eine 33,5 Meter lange, freischwebende Rinne aus genietetem Stahlblech, durch die die Boote über einen tosenden Wasserfall hinweggeführt werden – gehalten von rund 33.000 Nieten, von denen bis heute keine einzige ausgetauscht werden musste. 1868 galt Ericsons Idee, Boote auf diese Weise über den steilen, geologisch instabilen Fels zu führen, als geradezu verwegen, hat sich aber bewährt; seit 2013 steht die Anlage unter Denkmalschutz. Nur wenige Meter darüber und darunter kreuzen eine Eisenbahnbrücke von 1925 und eine Straßenbrücke von 1987 dieselbe Stelle – Kanal, Schiene und Straße auf drei Ebenen an einem einzigen Punkt.

Im ehemaligen Fabrikgebäude, einer alten Papier- und Zellstofffabrik direkt am Kanal, ist heute das Dalsland Center untergebracht: ein schönes Café und ein großer Laden mit echtem Ambiente, Kunsthandwerk und Souvenirs. Angegliedert ist eine Galerie mit sehenswerten Bildern, darunter großformatige Fotografien von Andreas Lundberg, einem Stockholmer Fotografen, Jahrgang 1973. Zusammen mit seiner Frau Annie Vesterdahl Lundberg arbeitet er am Projekt Silent Stories: erfundene, aber lebensnahe Schicksale, die die beiden in ruhige, filmisch beleuchtete Bilder übersetzen. Das Werk mit der Frau vor dem Fenster trägt den Titel Betty und erzählt von einer Frau, die konservativ aufwuchs, einen Schönheitswettbewerb gewann, sich in einen Piloten verliebte, den sie nie bekam, und sich am Ende für ein Leben allein entschied – nachzulesen in einem kurzen Begleittext, der zu jedem Bild der Serie gehört. Die kleinere Edition (70 × 100 cm) kostet 48.000 schwedische Kronen, umgerechnet gut 4.250 Euro; die größere (100 × 140 cm, nur 11 Exemplare) mit rund 80.000 Kronen, etwa 7.100 Euro, ist inzwischen ausverkauft.

Tag 34: Vitlycke und Fjällbacka

Vitlycke – Felsritzungen als Weltkulturerbe

Wenig los war am Morgen beim Vitlycke Museum, dabei hatten Museum, Café und Laden bereits geöffnet, und wir haben die Umgebung ausgiebig zu Fuß erkundet. Das Museum ist der Besucherpunkt für das Weltkulturerbe der Felsritzungen von Tanum, ein Gebiet von rund 41 Quadratkilometern mit etwa 600 bekannten Fundstellen. Entstanden sind die Bilder über einen enorm langen Zeitraum der Bronzezeit, etwa 1800 bis 500 vor Christus. Ein genaues Alter lässt sich für einzelne Ritzungen kaum bestimmen, da die gängigen naturwissenschaftlichen Methoden wie die C14-Datierung hier nicht greifen, Archäologen behelfen sich deshalb mit den dargestellten Waffentypen, die eine grobe zeitliche Einordnung erlauben.

Was die Figuren tatsächlich bedeuten, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Auffällig ist, dass Alltagsszenen komplett fehlen, keine Häuser, keine Kinder, keine Arbeitsszenen, stattdessen wiederkehrende Motive wie Schiffe, Stiere, Wagen und menschenähnliche Figuren. Das spricht eher für eine bewusste, wahrscheinlich religiös-kultische Bildsprache als für zufällige Kritzeleien. Und wenn man bedenkt, dass jedes Motiv mühsam mit einem härteren Stein wie Quarz aus dem Granit herausgeschlagen wurde, bekommt man eine Ahnung davon, wie viel handwerkliches Können und Zeit unsere bronzezeitlichen Vorfahren dafür aufgebracht haben müssen.

Direkt neben dem Museum liegt der Bronzezeithof, zwei rekonstruierte Langhäuser und eine Werkstatt, die genau das zeigen, wovon die Felsbilder selbst merkwürdigerweise schweigen: den Alltag. Wer möchte, kann sich im Sommer sogar an alten Handwerkstechniken versuchen, etwa Pfeilspitzen aus Feuerstein schlagen oder mit Pfeil und Bogen schießen. Für uns war es vor allem ein guter Kontrast zu den stummen, rätselhaften Bildern nebenan, hier bekam die Bronzezeit auf einmal ein Gesicht.

Von Vitlycke aus sind wir weiter nach Aspeberget gefahren, dem heiligen Berg mit rund zwanzig Bildtafeln, der größten Ansammlung der Region. Das Hauptmotiv dort ist eine Stierprozession, darüber eine Sonnenscheibe, gehalten von zwei weiblichen Figuren, vermutlich als Fruchtbarkeits- oder Sonnensymbol gedacht. Besonders im Gedächtnis geblieben ist uns eine Reihe von elf Personen, zehn Männer und eine Frau, die als Tanzszene gedeutet wird.

Gut zwei Kilometer entfernt und deutlich stiller gelegen, von Bäumen umgeben statt direkt an der Straße, liegen die Felsritzungen von Litsleby. Dort dominiert eine 2,3 Meter große speertragende Männerfigur die Tafel, eine der größten bekannten menschlichen Darstellungen auf einer bronzezeitlichen Felsritzung Nordeuropas. Man vermutet in ihr eine Vorläuferfigur eines Kriegsgottes wie Odin, weshalb der Ort auch Speergott-Fels genannt wird.

Die kräftige rote Farbe, die die bekanntesten Tafeln heute zieren, ist übrigens nicht original, sie wird erst seit dem 20. Jahrhundert von den Museen aufgetragen und regelmäßig erneuert, einzig zur besseren Sichtbarkeit für Besucher. Ausgemalt wird dabei ohnehin nur ein kleiner Teil, der Rest bleibt naturbelassen und zeigt sich am schönsten im flachen Licht des frühen Morgens oder späten Nachmittags.

Postkartenidylle in Fjällbacka

Fjällbacka war unser nächster Halt, ein kleines Fischerdorf unterhalb des Vetteberget, das seinen Namen genau diesem Hausberg verdankt. An der Hafenpromenade war kaum etwas los, nur ein Restaurant hatte geöffnet, Fischer waren nirgends zu sehen. Das hat einen einfachen Grund: Die Hummerpremiere, der eigentliche Saisonstart, fällt immer auf den ersten Montag nach dem 20. September, zu diesem Zeitpunkt lagen die Boote also noch still im Hafen. Dabei ist der Hummerfang für den Ort weit mehr als ein Fischereizweig, in Bohuslän wird die Premiere mit einer Feierlichkeit begangen, die man sonst eher von Weihnachten kennt.

Dass Fjällbacka überhaupt existiert, verdankt es den Heringsschwärmen früherer Jahrhunderte. Um 1850 galt es als das belebteste Fischerdorf der ganzen Provinz, mit Salzereien, Tranküchen und Handel bis nach Paris, wohin Heringsöl als Brennstoff für die Straßenlaternen verschifft wurde. In der örtlichen Konservenfabrik entstand außerdem das, was wir heute als Anchovis kennen, hier wurde sie erstmals in Schweden hergestellt. Vom früheren Trubel war bei unserem Besuch nichts zu spüren, eher das Gegenteil: ein paar Leute an der Promenade, ansonsten Ruhe.

Berühmt wurde der Ort später auf ganz andere Weise. Ingrid Bergman verbrachte über zwanzig Sommer auf der vorgelagerten Insel Dannholmen, die zu ihrem liebsten Zuhause der Welt wurde, Camilla Läckberg lässt hier ihre Krimis spielen, und in der Felsschlucht Kungsklyftan wurde eine Szene der Verfilmung von Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter gedreht. Für Krimifans gibt es inzwischen sogar geführte Mordwanderungen auf Läckbergs Spuren durch die Gassen.

Tag 35: Fröken Trulls, Hälleviksstrand und Pilane

Fröken Trulls – Café, Restaurant und Antiquitätenladen in einem

Kurz nach der Abfahrt fiel uns am Straßenrand ein Schild mit Antik & Kaffee auf, also kurzerhand umgedreht. Fröken Trulls in Morlanda by auf Orust ist eines der schönsten Cafés, die wir je besucht haben – Café, Restaurant und Antiquitätenladen in einem. Eingerichtet ist alles ausschließlich mit Antiquitäten, von der kleinen Vase bis zu Tischen, Stühlen und Sofas, und wer mag, kann den Stuhl kaufen, auf dem er gerade sitzt, oder das Bild von der Wand. Die Möbel stammen aus ganz Schweden, verteilt auf mehrere gemütliche Räume und, an Tagen mit passendem Wetter, zwei Terrassen. Gekocht wird alles von Grund auf, Kuchen und Gebäck werden vor Ort gebacken, die Karte orientiert sich an der Küche der Bohuslän-Küste und an saisonalen, lokalen Zutaten.

Das Café steht nicht allein, sondern in einem kleinen Ensemble: nebenan liegen die Handelsgärtnerei Orust Handelsträdgård und der Gemischtwarenladen Qvist & Löf, der Besuchern zufolge nach Teer duftet. Betrieben wird Fröken Trulls seit Juni 2022 von Andres und Marina Päärt, die zuvor lange Jahre Café und Restaurant unter anderem auf Sundsby Säteri auf Tjörn geführt hatten. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn dafür ein kleiner Umweg nötig ist.

Hälleviksstrands kyrka auf Orust

In Hälleviksstrand auf Orust steht eine Kirche, wie man sie in Schweden nicht oft sieht: direkt am Ende einer Meeresbucht, unmittelbar vor einer Felswand. Die Einheimischen nennen ihren Ort kurz Strana. Gebaut wurde die Kirche 1904 nach Plänen von Adrian Crispin Peterson, geweiht wurde sie am 20. Oktober 1904 durch Bischof Edvard Rodhe. Es ist die einzige Holzkirche unter den mehr als dreißig Kirchenbauten Petersons, und man sieht ihr an, dass er hier etwas gewagt hat: Der Grundriss bildet ein griechisches Kreuz, der Turm im Westen trägt einen achteckigen Spitzhelm, und die Formen mischen altnordische Vorbilder mit neuromanischen und neugotischen Elementen. Heute ist die Kirche kräftig falunrot gestrichen. Einer Ortslegende zufolge soll kurz nach der Einweihung ein ungewöhnlich starkes Erdbeben Orust erschüttert haben, dem der Neubau sein leicht schiefes Fenster verdankt.

Zu unserer Reisezeit war die Kirche nur von außen zu besichtigen, sie wird derzeit umfassend restauriert; im ersten Bauabschnitt wurden bereits Holzschäden und Dacharbeiten angegangen. Also nutzten wir die Zeit anders und ließen die Drohne steigen. Ein paar schöne Aufnahmen der Kirche aus der Vogelperspektive und der Küstenlandschaft um Strana gelangen uns noch, bevor Regen einsetzte und wir den Flug abbrechen mussten.

Pilane – Gräberfeld und Skulpturenpark auf Tjörn

Pilane liegt im Nordwesten von Tjörn und ist ein Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart auf ungewöhnliche Weise begegnen. Der Boden gehört zu einem der bekanntesten Gräberfelder Bohusläns aus der Eisenzeit: Rund 80 bis 90 Steinsetzungen, Grabhügel, Steinkreise und aufrechte Steine verteilen sich über Höhen und Senken, die ältesten von ihnen bis zu 2000 Jahre alt, bestattet wurde hier über mehrere Jahrhunderte hinweg. Namen tragen die Steine nicht, wer hier ruht, weiß heute niemand mehr. Schafe halten die Wiesen kurz, der Blick reicht weit über das Meer nach Westen.

Mitten in diesem Gelände zeigt Skulptur i Pilane seit 2007 jeden Sommer Werke von Künstlern aus aller Welt. Der Guardian zählte die Ausstellung 2016 zu den zehn besten Skulpturenparks Europas. In diesem Sommer und Herbst sind es elf Skulpturen des britisch-deutschen Bildhauers Tony Cragg. Dazu kommen einige Werke anderer Künstler aus früheren Ausstellungen.

Besonders beeindruckend ist Anna von Jaume Plensa, ein 14 Meter hoher weißer Frauenkopf. Er steht seit 2016 auf der höchsten Kuppe des Geländes und ist mittlerweile fest mit Pilane verbunden. Je nachdem, aus welcher Richtung man auf ihn blickt, wirkt er jedes Mal anders. Ein schönes Motiv folgt auf das nächste, und selbst das trübe Wetter hatte hier etwas Mystisches – das graue Licht passte zu einem Ort, an dem man zwischen Gräbern und Kunst wandert.

Tag 36: Sundsby Säteri und Marstrand

Sundsby Säteri und Sundsbyleden auf Tjörn

Sundsby Säteri war unser nächster Halt. Der Gutshof auf der Insel Mjörn liegt im Naturreservat Stigfjorden und wird schon 1388 erstmals erwähnt. Bekannt ist er vor allem durch Margareta Huitfeldt, die im 17. Jahrhundert hier lebte, zu den reichsten Frauen Bohusläns zählte und 1683 starb. Mit einer großen Stiftung legte sie den Grundstein für das Hvitfeldtska-Gymnasium in Göteborg. Über 300 Jahre gehörte der Hof dieser Stiftung, seit 2003 gehört er der Gemeinde Tjörn.

Hier war tatsächlich mehr los, als wir bei dem Wetter erwartet hatten. Viele Schweden nutzen das Wochenende für Ausflüge und Wanderungen, und das Ziel scheint sich zu lohnen: Café, Kunstläden und sogar eine Landbäckerei hatten geöffnet und boten frisch gebackene Waren an. Was für ein Unterschied zu Deutschland! In Schweden öffnen die Läden, wenn die Leute kommen. Bei uns hätte bis auf das Café und die Bäckerei alles geschlossen bleiben müssen, dafür darf unter der Woche geöffnet werden, wenn kaum jemand da ist. Dabei ist das Wochenende, selbst bei Regen, genau die Zeit für Ausflüge. Warum ist das bei uns nicht möglich, was in fast ganz Europa selbstverständlich ist? Haben Bürokratie, Kirchen und Gewerkschaften zu viel mitzureden? Wir jedenfalls genossen die Offenheit in Schweden.

Auf die längere Wanderung, die wir eigentlich vorhatten, verzichteten wir dennoch. Die Sundsbyleden ist gut vier Kilometer lang, man rechnet etwa anderthalb Stunden. Bis auf den ersten Kilometer und den Karpstigen zurück zum Gutshof führt sie über unbefestigte Wald- und Bergpfade, die bei Regen lehmig, rutschig, steil und stellenweise ausgesetzt waren. Ziel der Runde ist der Solklinten, rund 107 Meter über dem Meer, mit weitem Blick über den Stigfjord und die Schären. Nur sieht man bei dem Wetter davon nichts. Kaum waren wir zurück beim Wohnmobil, kam die Sonne heraus.

Marstrand und die Festung Carlsten

Durch den Verzicht auf die Wanderung machten wir auf der Fahrt Richtung Göteborg einen rund 40 Kilometer langen Umweg, der sich wirklich lohnte. Die Straße war wunderbar: durch Wiesen und Wälder, über Brücken und oft an der Küste entlang. Allein das war den Weg schon wert.

Ziel war Marstrand. Autos müssen auf Koön bleiben, für die Überfahrt nach Marstrandsön nimmt man die Fähre, die nur zwei Minuten braucht. Der Ort hat eine bewegte Geschichte. Erst mit dem Frieden von Roskilde 1658 kam er zu Schweden, und von 1775 bis 1794 war er ein Freihafen mit Religionsfreiheit und freier Zuwanderung. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs liefen rund zwanzig amerikanische Schiffe den Hafen an. Im 19. Jahrhundert wurde Marstrand zu einem beliebten Badeort, heute ist es ein bekanntes Segelrevier.

Über den Holzhäusern thront die Festung Carlsten, benannt nach König Karl X. Gustav und seit über 300 Jahren Wächterin des Ortes. Als fertig ausgebaut galt sie erst 1860. Ihr berühmtester Gefangener war der Dieb Lasse-Maja, der sich gern in Frauenkleider hüllte. Ab 1813 saß er hier 26 Jahre ein und arbeitete als Koch der Festung. Leider war sie geschlossen, sodass uns nur der Blick von außen blieb und eine kurze Wanderung durch die Außenanlage und um die Burg.

Dazu blies ein kräftiger Wind. Laut Wetterportal lag der Tageshöchstwert bei 15 Metern pro Sekunde, das sind knapp 55 km/h, in Böen vermutlich bis rund 75 km/h. Dennoch wagte ich einen kurzen Flug mit der Drohne, die zwar permanent meckerte, sich manuell aber gut steuern ließ. Zu weit aufs Meer hinaus steuerte ich sie aber nicht.

Tag 37: Göteborg – von der Haga über die Saluhallen bis zur Domkyrka

Göteborg – Handel, Hafen und Weltoffenheit

Den heutigen Tag haben wir ganz der Stadt Göteborg gewidmet. Sie steht für Handel, Hafen und Weltoffenheit. 1621 bekam sie unter König Gustav II. Adolf das Stadtrecht und war damals Schwedens Zugang zur Nordsee, an der Mündung des Göta älv gelegen. Beim Bau holte der König niederländische Experten für das Bauen auf Marschboden. Sie prägten die Stadt mit Kanälen, von denen im Bereich des ehemaligen Wallgrabens noch einige erhalten sind. Auch Deutsche und Schotten siedelten sich an, und die Stadt hat bis heute den Ruf, offen für Fremde zu sein. Der Hafen bestimmt den Charakter Göteborgs bis heute, von der Zeit der schwedischen Ostindienkompanie über die Werften bis zum modernen Containerhafen. Er gilt als der größte Hafen der nordischen Länder. Auch Volvo wurde hier 1927 gegründet. Mit gut 600.000 Einwohnern ist Göteborg nach Stockholm die zweitgrößte Stadt Schwedens.

Haga – Göteborgs erste Vorstadt

Von der Haltestelle Töpelsgatan machten wir uns auf ins Stadtzentrum. Mit der Straßenbahn brauchten wir etwa 20 Minuten, einmal mussten wir umsteigen, bis zu unserem ersten Ziel, der Haga Kyrka. Sie war an diesem Tag leider geschlossen, also warfen wir nur einen kurzen Blick auf sie und gingen weiter in das Altstadtviertel Haga.

Der Stadtteil wurde Mitte des 17. Jahrhunderts auf Anordnung von Königin Kristina als Göteborgs erste Vorstadt angelegt. Typisch sind die Landshövdingehäuser mit gemauertem Erdgeschoss und Obergeschossen aus Holz. In den 1970er-Jahren sollte das Viertel abgerissen werden, der Einsatz der Bewohner rettete zumindest einen Teil davon. Heute reihen sich entlang der Haga Nygata über Kopfsteinpflaster kleine Läden mit handwerklichen Produkten, zwei Antikläden, Restaurants und Cafés aneinander.

Im Café Husaren machten wir Pause. In der Auslage stapelten sich die Zimtschnecken, denn hier ist die Hagabulle zu Hause, eine Zimtschnecke in Tellergröße. Für uns beide war sie jedoch zu groß.

Stora Saluhallen und Trädgårdsföreningen

Zurück ging es mit der Straßenbahn in wenigen Minuten zum Brunnsparken. Von dort war es nur ein kurzer Fußweg zur Stora Saluhallen am Kungstorget, der Markthalle mit wunderbaren Lebensmittelgeschäften und zahlreichen Essensmöglichkeiten. Die Markthalle entstand 1888 bis 1889 nach Plänen von Hans Hedlund, gebaut aus Stein, Eisen und Glas. Das Glasdach ruht auf gewölbten Eisenbögen, seit 1985 steht die Halle unter Denkmalschutz. Rund vierzig Läden, Bars und Restaurants haben hier ihren Platz.

Weiter ging es zum Trädgårdsföreningen. Der Stadtpark wurde 1842 gegründet und gilt als einer der am besten erhaltenen Parks des 19. Jahrhunderts in Europa. Der Eintritt ist frei, ebenso im Palmhuset von 1878. Das Gewächshaus aus Gusseisen und Glas hat knapp 1.000 Quadratmeter und fünf Abteilungen: in der Mitte die Palmen, seitlich Tropen-, Wasser-, Mittelmeer- und Kamelienhaus. Dort stehen zwischendurch Sitzgelegenheiten, was uns sehr gelegen kam. Besichtigen kann man derzeit aber nur einen Teil, der Rest wird gerade restauriert.

Antikhallarna und Gustavi domkyrka

Anschließend ging es die Västra Hamngatan entlang zu den Antikhallarna, einem Antikcenter. Leider waren von den acht Antikläden fünf geschlossen.

Dafür fanden wir darin ein sehr schönes Café, was fast wichtiger war. Das Haus war ursprünglich ein Bankpalast im Stil der Neorenaissance mit römischen Vorbildern. Die Bank zog 1885 ein, ganz fertig wurde das Gebäude erst 1905.

Zum nahegelegenen Dom waren es dann nur wenige Schritte. Die Gustavi domkyrka ist die dritte Kirche an dieser Stelle, ihre beiden Vorgänger brannten 1721 und 1802 nieder. Eingeweiht wurde sie 1815, entworfen hat sie Carl Wilhelm Carlberg im klassizistischen Stil. Rund um die Kirche lag lange ein Friedhof, auf dem schätzungsweise 20.000 Menschen bestattet wurden. Nach dem Brand von 1802 verlegte man ihn nach Stampen. Innen wurde die Kirche 2014/15 zum 200-jährigen Jubiläum hell renoviert, wirkt recht modern. Vom Dom gingen wir kurz zum Brunnsparken zurück und fuhren von dort in etwa 15 Minuten mit der Straßenbahn nach Skatås, wo unser Wohnmobil stand. Insgesamt legten wir an diesem Tag 5,7 Kilometer in der Stadt zu Fuß zurück.

Tag 38: Tjolöholms slott, Grimeton und Malmö

Tjolöholms slott

Tjolöholms slott war unser nächster Halt, rund 40 Kilometer südlich von Göteborg auf einer Halbinsel im Kungsbackafjord gelegen. Das Herrenhaus zählt zu den ungewöhnlichsten Bauwerken Schwedens: ein Bau im englischen Tudor- und Arts-and-Crafts-Stil, weit entfernt vom sonst so schwedisch geprägten Baustil ringsum. Errichtet wurde es zwischen 1898 und 1904 für das wohlhabende, britisch-schwedische Ehepaar James Fredrik und Blanche Dickson, nach Plänen des Architekten Lars Israel Wahlman.

James Fredrik Dickson erlebte die Fertigstellung nicht. Kurz nach Baubeginn schnitt er sich bei einem Fest in den Finger und wickelte sich die Folie einer Weinflasche darum, um die Blutung zu stillen. Er starb wenig später an einer Blutvergiftung. Blanche Dickson führte den Bau allein zu Ende, überwachte jedes Detail und ließ die Innenräume unter anderem beim Londoner Kaufhaus Liberty einrichten. Nur zwei Jahre nach der Fertigstellung starb auch sie, auf der Rückreise von einem Besuch bei ihren Brüdern auf Ceylon.

Schon um 1900 verfügte das Schloss über Zentralheizung, Elektrizität und für die Zeit außergewöhnliche Bäder. Eine der ersten Staubsaugeranlagen Schwedens wurde mit Pferdewagen ums Haus gezogen, während lange Schläuche durch die Fenster in die Zimmer führten. Zum Anwesen gehört ein Arbeiterdorf im schwedischen Nationalstil mit dem Restaurant Storstugan, umgeben von einer Parklandschaft Wahlmans direkt am Meer. Bekannt wurde Tjolöholm auch als Drehort für Lars von Triers Film Melancholia von 2011.

Wir schlenderten durch den weitläufigen Park mit Blick auf den Fjord, vorbei an Sonnenuhr und Rasenflächen, auf denen ein Mähroboter seine Bahnen zog, ein kleiner Kontrast zur historischen Kulisse. Von der Vorderfront mit ihren Treppenstufen bis zur verwinkelten Rückseite mit den charakteristischen Schornsteinen lohnt ein Rundgang um das ganze Gebäude.

Radiostation Grimeton

Weiter ging es zur Radiostation Grimeton, Rufzeichen SAQ, rund 10 Kilometer östlich von Varberg in Halland. Sie gehört seit 2004 zum Unesco-Weltkulturerbe und ist weltweit die einzige noch voll funktionsfähige Längstwellenstation, die mit rein elektromechanischer Technik arbeitet, ganz ohne moderne Elektronik. Erbaut wurde die Anlage zwischen 1922 und 1924, um nach dem Ersten Weltkrieg drahtlose Morsetelegramme über den Atlantik bis nach New York zu übertragen. Herzstück ist ein 200-Kilowatt-Wechselstromgenerator, der sogenannte Alexanderson-Alternator, der die Funkwellen rein mechanisch erzeugt. Im Zweiten Weltkrieg war Grimeton Schwedens wichtigste Verbindung zur freien Welt, nachdem die Seekabel gekappt worden waren.

Die weithin sichtbare Antennenanlage besteht aus sechs 127 Meter hohen Stahlmasten, die sich über eine Länge von rund zwei Kilometern durch die Landschaft ziehen. Obwohl die Technik über hundert Jahre alt ist, wird der historische Sender traditionell zweimal im Jahr für ein kurzes Testtelegramm hochgefahren: um die Mittsommerzeit, am sogenannten Alexanderson Day, und am Morgen des Heiligabends. Funkamateure weltweit versuchen dann, das Signal auf der extrem niedrigen Frequenz von 17,2 Kilohertz zu empfangen.

Wie langsam diese Technik im Vergleich zu heute war, verdeutlicht eine Tafel in der Ausstellung: Für die Übertragung eines Gigabits an Daten benötigte die Anlage rund drei Jahre. Ein modernes MacBook Pro schafft dieselbe Datenmenge über WLAN in etwa einer Sekunde. Bemerkenswert war auch, wie der Besuch organisiert ist: Man kann sich online ein Ticket besorgen und die Museumstüren per QR-Code selbst öffnen, um allein durch die Gebäude zu schlendern. Allein waren wir am Ende aber nicht, zwei Männer arbeiteten gerade an der Anlage. An ihnen sah man, wie alt diese Technik inzwischen ist, beide dürften um die 80 Jahre gewesen sein. Das Wissen, ein solches System am Laufen zu halten, dürften nur noch sehr wenige Menschen besitzen. Wenn es keine Jüngeren mehr gibt, die das lernen, wird es schwer werden, den Sender auf Dauer zu erhalten.

Die letzte Nacht in Malmö

Weiter ging es dann bis nach Malmö. Wir beschlossen, noch einmal am Hafen zu übernachten, an dem wir schon zwei Nächte verbracht hatten, bevor es am nächsten Tag über die Öresundbrücke zurück nach Dänemark Richtung Deutschland gehen sollte. Zumal dort auch die wunderbare Fischräucherei liegt, bei der wir noch einmal einen kleinen Vorrat einkaufen und anschließend essen gehen wollten.

Das mit dem Einkaufen klappte, nur von den zahlreichen Stellplätzen an der Marina waren jetzt nur noch neun übrig, die Boote, die für den Winter aus dem Wasser geholt werden, belegten den Rest. Und ausgerechnet diese neun Plätze waren schon alle vergeben. Also zurück zur Fischräucherei, ein gutes Stück Fisch gegönnt und ein Glas Wein dazu, dann weiter in den anderen Jachthafen Malmös. Dort gab es noch ein paar freie Plätze.

So verbrachten wir die letzte Nacht in Schweden bei einem schönen Sonnenuntergang mit Blick auf die Öresundbrücke.

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