Archiv der Kategorie: Südamerika

Ecuador, Juni 2009

Berge, Dschungel und ferne Inseln

Unsere Route: Quito – Amazonasbecken (Coca, Sacha Lodge, Yasuni Nationalpark) – Quito – Calderon – Lagune Cuicocha – El Angel – Paramo Naturreservat – Pujili – Otavalo – Peguche – Quito – Cotopaxi – Limpiopungo See – Latacunga – Baños – Riobamba – Chimborazo – Ingapirca – Cuenca – Nationalreservat – Guayaquil – Galapagos (Insel Santa Cruz, Darwin Forschungsstation, Insel Santa Fe, Insel Bartolome, Insel Seymor, Insel Plaza Sur)

Kurzinfo: Die Republik Ecuador im Nordwesten Südamerikas zwischen Kolumbien und Peru gelegen bietet eine ungeheure Vielfalt, sei es unter geographischen, topographischen, klimatischen oder ethnischen Aspekten.. Vier unterschiedliche Zonen prägen das Land: der westliche Küstenbereich (Costa) besteht aus Schwemmland und einem niedrigen Küstengebirge und wird durch den Río Guayas dominiert. Die zentrale Andenregion (Sierra) umfasst zwei von starkem Vulkanismus geprägte Gebirgsketten und das Hochtal dazwischen. Das östliche Amazonas-Tiefland (Oriente) beginnt an den Osthängen der Anden und umfasst das dünn besiedelte Amazonasbecken. Und etwa 1000 km vor der Küste liegen die Galápagos-Inseln.

In Ecuador, das etwas größer ist als Großbritannien, leben rund 14 Millionen Einwohner, die meisten davon in den Regionen um Guayaquil(3,3 Mio.) und in der Hauptstadt Quito (1,9 Mio.). Insgesamt leben damit über 40 Prozent in den beiden größten Städten. Wobei Guayaquil das Wirtschaftszentrum des Landes mit dem größten Hafen Ecuadors ist.

Ecuador-Reisebericht ohne Bilder zum Runterladen mit Tipps und Informationen

Kurzer Trailer (4 min.)  aus Berge, Regenwälder und ferne Inseln, unterwegs in Ecuador und Galapagos.

Lohnenswerte Links zu Ecuador:
Wikipedia
– allg. Reiseführer
Auf einen Blick

Quito

Reiseveranstalter: TWR Latino Tours
Reiseleiter: Fredy Melo

Reisebericht Teil II, das Galapagos-Archipel


Anreise: Nach rund 20 h von Stuttgart nach Quito über Amsterdam, mit Zwischenlandungen auf den Niederländischen Antillen und in Guajaquil sind wir gegen acht Uhr morgens in Quito gelandet (in Deutschland 15 Uhr). Unser Reiseführer Fredy Melo hat uns abgeholt und ins Hotel San Francisco Quito im Zentrum der Metropole (2,5 Mio. Einwohner, 50 km lang und 5 km breit, von Bergen umgeben, etwa 2800 m hoch gelegen) gebracht. Nach einer kurzen Ruhepause ging es zu Zweit in die Altstadt und zur Kathedrale (beides Weltkulturerbe), um etwas Atmosphäre zu schnuppern und die ersten Aufnahmen und Fotos zu machen – mehr zu Quito gibt es nach unserem Aufenthalt im Amazonas-Becken. Abends reisten dann die weiteren Teilnehmer für unsere „Dschungeltour“ am nächsten Morgen an. Gleich eine erste Änderung. Der Flughafen im Amazonas-Tiefland ist geschlossen, also geht es eine Stunde früher (7.30) zu einem anderen, etwa 2 h nördlich gelegenen Flughafen. So kommen wir noch zu der Gelegenheit einer entsprechenden Fahrt über Dschungelpisten, bevor es mit dem motorisierten Kanu wie geplant weiter geht. Mehr dazu morgen.

Im Amazonasbecken

Früh morgens pünktlich am Flughafen, doch der Abflug verzögert sich: Der Grund, schlechtes Wetter am Zielflughafen. Doch schon knapp eine halbe Stunde später als geplant startete dann das Flugzeug (Flugdauer 25 min.), so dass wir um elf im Amazonas-Becken landeten. In knapp zwei Stunden ging es dann mit dem Bus entlang an größeren und kleineren Städten, Öl- und Gaspipelines und Regenwald nach San Francisco de Orellana, bekannt als Coca. Das Gepäck gut und wasserdicht verpackt folgte die 2-stündige Fahrt in einem motorisierten Kanu den Rio Napo flussabwärts (80 km), weitere 30 Minuten dauerte der Fußmarsch bis an den Lago Pilchicoccha, dem Schwarzwassersee.
 

01-rio-napo-102

Der erhöhte Weg führte dabei durch einen dichten, unter Wasser stehenden Palmenwald. Unterwegs gab die ersten Begegnungen mit zahlreichen kleinen Totenkopfaffen. In Einbaumkanus überquerten wir dann den Schwarzwassersee mit Ziel Sacha Lodge. Übrigens ist diese Gegend laut dem Reiseführer Malariafrei, da das Wasser basisch ist und sich die Mücken darin nicht vermehren können. Stand-by-Malariamittel reichen also. Kritisch wäre es nur, wenn etwa Stürme Anopheles-Mücken aus anderen Gegenden her wehen würden.

Mitten im Dschungel gelegen besitzen die im traditionellen Amazonasstil errichteten Cabañas ein hohes, strohgedecktes Dach und eine überdachte Terrasse. Und manmerkt sehr schnell, nicht erst in der Lodge, dass man sich im Regenwald aufhält. Nein, Regen gab es bis dato noch keinen, aber die Temperaturen und besonders die Luftfeuchtigkeit sprechen eine eindeutige Sprache. Spezielle Trockenschränke – unten brennt eine Glühlampe die ganze Zeit und trocknet die Luft – sorgen dafür, dass elektrische Geräte wie Kamera, Handy, Foto oder Notebooks nicht zu schnell den Geist aufgeben. So bleiben diese Geräte – ein Handy braucht sowieso niemand – im Trockenen, was jedoch weniger für die Kamera und den Foto in Frage kommt, sonst gäbe es ja keinen Film und eben keine Fotos. Und das Netbook schlägt sich bisher auch ganz gut – verschwindet nach dem Sichten der Fotos und dem Schreiben des Tagebuchs jedoch wieder im „Trockenen“.

Nach einer Einweisung und einer kürzeren Ruhepause ging es dann erst mal zur Schuhprobe (Gummistiefel) und zum Abendessen (ausgezeichnete Küche, sicherlich nichts zum Abnehmen, und das mitten im Dschungel). Gegen Halb neun folgte dann eine Kanufahrt in die dunkle Nacht hinaus, denn die meisten Tiere sind Nächtens unterwegs. Zu sehen bekamen wir jedoch in dieser ersten Tour wenig, dafür umso mehr zu hören. Dennoch ein Muss, traumhalf diese Stimmung. Am kommenden Morgen geht es dann übrigens um 5.30 Uhr wieder los. Generell ist man früh morgens auf Achse und am späten Nachmittag in die Nacht hinein. Dazwischen wird relaxt, gebadet oder gefischt. Geschwommen übrigens im gleichen See, in dem es auch Alligatoren und Piranhas gibt. Doch auch die sind Nachtaktiv, versicherte man uns.

Tags darauf ging es zuerst mit dem Kanu bei Regen etwa eine Stunde durch den Regenwald und weiter zu Fuß einem nahe gelegenen etwa 45 m hohen Beobachtungsturm, konstruiert um einen alten Kapokbaum. Die Fahrt mit dem Kanu, einfach schön. Der dichte Regenwald, vorbei an Totenkopf- und Kapuzineraffen und der Morbidität des vermodernden Waldes. Von dem Beobachtungsturm aus ließ sich dann die Welt der tropischen Baumwipfel des Regenwaldes studieren, eine ganz andere Welt. Wobei schon der Beobachtungsturm allein sehenswert wäre. Aber der Blick, die Pflanzenwelt in 45 m Höhe, zahlreiche Vögel – leider nur aus der Ferne zu erkennen, dennoch, der Aufstieg lohnt. Bei klarem Wetter kann man in der Ferne die Anden mit ihren Vulkanen Sumaco, Antisana und Cayambe erkennen, das blieb uns aber verwehrt. Wobei die Stimmung im Regenwald bei trübem Wetter besonders interessant ist. Zumal es zwischenzeitlich nicht mehr regnete und es aufklarte. Kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang ist übrigens die beste Zeit um Tukane, Papageie und eine Vielzahl anderer bunter Vögel zu beobachten.

Zurück in der Lodge war erst mal Relaxing angesagt. Eigentlich könnte man es hier deutlich länger als die vier von uns geplanten Tage aushalten. Und das Bad im Schwarzwassersee war wunderbar, bei ca. 25 °C. Und nebenan zogen sie mit Fleischstückchen als Köder Piranhas aus dem Wasser. Aber Menschen scheinen ihnen nicht zu liegen (Fotobeweis siehe rechts oben).

Die Sacha Lodge mit ihren rund 1800 ha Fläche ist das größte private Reservat im Amazonas-Tiefland in Ecuador. Das Schutzgebiet liegt am Yasuni-Nationalpark, es gibt keine Jagd, keine Erdölexploration oder Goldsuche. Im Besitz eines Schweizers lebt man hier im Einklang mit der Natur, dennoch komfortabel, hat man sich doch einen umweltverträglichen Tourismus auf die Fahnen geschrieben. Unterstützt wird auch die einheimische, indianische Bevölkerung, etwa 60 von Ihnen arbeiten auf der Lodge. Insgesamt stehen 26 Kabinen für Besucher zur Verfügung, denen Regenwald pur mit Kanufahrten, Nachwanderungen, Tier- und Pflanzenbeobachtungen, ein Aussichtsturm und eine Hängebrücke (Baumwipfelpfad), Papageienlecken (im Yasuni-Nationalpark) und vieles mehr geboten werden – und das bei allem gebotenen Komfort, schöne, geräumige Lodges, eine ausgezeichnete Küche, Bar, Leseräume, Bademöglichkeiten im Schwarzwassersee (unbedingt nutzen)…, ohne es dabei aber zu übertreiben. Meine Bewertung: Hinfahren und genießen – absolut empfehlenswert auch der Service und die Menschen. Hinkommen kann man übrigens nur über eine mehrstündige Anreise über den Fluss Napo. Doch das alles organisiert die Sacha Lodge. Ein Manko aber bleibt: Unser Aufenthalt war einfach zu kurz – ruft nach einer Wiederholung.

Nachmittags ging es dann in einem etwa 40-minütigen Fußmarsch durch den Dschungel zu einem etwa 275 m langer Baumkronen-Pfad in Form einer sehr langen Hängebrücke an drei Türmen. Eigentlich nur etwas für Schwindelfreie, aber auch Elke hielt durch und ließ sich diese Ausblicke nicht entgehen. Auch hier gab es Gelegenheit, eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen (Epiphyten) zu studieren, die vom Boden aus nur sehr selten sichtbar sind.


Nach dem Abendessen folgte dann noch eine 40-minütige Nachtwanderung mit Taschenlampen, gesichtet wurde eine Tarantel, zahlreiche andere, zum Teil handtellergroße Spinnen, zwei Würgeschlangen, Frösche und Stabheuschrecken. Ein kleiner Einblick was die Nacht im Dschungel so an Insekten bietet.

Am kommenden Tag ging es dann schon frühmorgens (um fünf) zum Yasuni Nationalpark zu zwei Papageien-Lecken, etwa eineinhalb Stunden (mit Einbaum, zu Fuß und motorisiertem Kanu) von der Lodge entfernt. Aus einem Unterstand erwarteten wir in großer Stille (von uns) die Papageien, die üblicherweise zwischen 7 und 8 Uhr eintrudeln Schon auf dem Weg dorthin fing es jedoch an zu regnen. Schlechte Voraussetzungen, dennoch probierten wir es. Und hatten Glück, immerhin neun Aras ließen sich nach einiger Wartezeit beobachten. Etwas verspätet ging es zu einer anderen Stelle, und hier herrschte einfach der Wahnsinn. Nach eiern relativ kurzen Wartezeit von einer halben Stunde kamen zwei Arten von Wellensittichen herunter zu der Lecke. Hunderte mit einem ohrenbetäubenden Lärm, einfach fantastisch. Und erst der Abflug…,mehr davon später auf dem Film.

01-rio-napo-259

Insgesamt elf Arten von Papageien, Sittichen und Aras finden sich – sofern man Glück und Geduld hat und völlig still ist – in großer Zahl an den Lehmwänden ein und fressen die mineralhaltige Erde. Zur gleichen Zeit fliegt der Rest der Vögel laut kreischend um die Lehmwand herum oder hält sich in den umliegenden Bäumen auf. Bei idealen Verhältnissen (sonnig und trocken) kommen Hunderte von Papageien hierher, eine Schau aus Klang und Farbe. Sie fressen eine bestimmte lehmhaltige Erde um die giftigen Substanzen in den unreifen Samen zu kompensieren, das ist lebensnotwendig. Deshalb gehen sie das Risiko ein, die sicheren Baumkronen zu verlassen, das wissen natürlich auch Raubvögel und andere Jäger.

Nachmittag fuhren wir übrigens (fünf unverbesserliche und drei Führer) noch einmal hin um eventuell weitere Aras zu beobachten, hatten jedoch kein Glück mehr, der Regen hatte wieder eingesetzt. Dennoch lohnenswert, die Wanderung und Kanufahrt im strömenden Regen, gute Aufnahmen von dem, was den Regenwald halt ausmacht, die Bootsfahrt auf dem Napo… Generell hat es übrigens weniger als erwartet geregnet, immerhin begann die Regenzeit – was aber gar nichts ausmacht.

Elke und der Rest besichtigte u. a. ein in der Lodge beheimatete Schmetterlingshaus, eines der größten Ecuadors. Hier finden sich über 40 einheimische Schmetterlingsarten, es gab viele Informationen über Aufzucht und Lebensbedingungen. Im sogenannten Flugzimmer finden sich hunderte bunter Schmetterlinge, etwa durchsichtige Glasflügel-Schmetterlinge, spektakuläre blaue Monarchen, bemerkenswerte Heliconius-Arten, gelbe Schwalbenschwänze und riesige nachtaktive Bananenfalter um nur einige zu nennen. Und zu beobachten waren auch die kleinsten Affen der Welt, gerade mal etwas größer als eine Hand, und der Nachwuchs etwa Daumengroß.

Bildergalerie Amazonasbecken und Sacha Lodge

Quito

Nach den Tagen im Dschungel ist Quito – auf rund 2800 m Höhe gelegen – eine andere Welt. Besiedelt ist die Hochebene bereits seit etwa 1500 v. Chr., die Stadt selbst gründetet die Spanier 1563. Auf dem Programm stand als erstes natürlich ein Spaziergang durch die historische Altstadt, unser Reiseleiter für Quito und den rest der Rundreise war Fredy Melo. Alt Quito wurde übrigens als erste Stadt überhaupt in die Liste des Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen und gilt als die älteste Metropole Südamerikas. Prächtig ausgestattete Kirchen die bis ins 16. Jahrhundert zurück reichen, die zentralen Plätze und koloniale Paläste – darunter der Präsidentenpalast – bilden das Umfeld.

Derzeit leben in Quito etwa 2,2 Mio. Einwohner, die Stadt hat eine Länge von rund 45 km und eine Breite von bis zu 5 km. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit und der starken Präsenz katholischer Orden ist Quito eine stark vom römisch-katholischen Glauben geprägte Stadt, etwa 92% der Ecuadorianer sind Katholiken, wenn auch des Öfteren in einer besonderen, mit Naturreligionen vermischten Form. zumindest formal Mitglieder der katholischen Kirche, eine Zahl, die auch auf Quito zutreffen dürfte.

In Vergangenheit und Gegenwart haben Erdbeben und Aschefälle Quito häufig heimgesucht, ist die Stadt doch von 14 Vulkanen umgebe. Zerstörte Gebäude in der Altstadt wurden nach Erdbeben mindestens viermal wieder aufgebaut. Der letzte große Vulkanausbruch fand im September 2002 statt.

Einen schönen Blick nicht nur auf Quito bietet sich übrigens vom El Panecillo-Hügel, den wir nach einer ausgiebigen Rast am Plaza San Franciso per Bus erklommen. Zu sehen bekommt man auch die umliegenden Andenkordilliere mit ihren schneebedeckten Bergen.

Rund 15 km nördlich von Quito lag unser nächstes Ziel, die „Mitte der Welt“. Hier teilt der Äquator die Erdkugel in die nördliche und südliche Hemisphäre. Im Inneren des Monumentes befindet sich das Ethnographische Museum, das sich mit den Kulturen des Landes befasst. Das hier liegende, im spanischen Stil erbaute Dorf, beherbergt zahlreiche Geschäfte und Restaurants. Das alles hat nur einen Schönheitsfehler: Denn das Monument liegt gar nicht am Äquator, sondern 144 m zu weit südlich. Man hatte sich damals schlicht vermessen. Also ging es zum „richtigen“ Äquator in ein weiteres Museum, das aber die meisten Besucher gar nicht wahrnehmen. Nun gut, ob die obligatorischen Fotos nun an der richtigen Stelle entstanden oder nicht, merkt daheim keiner. An der richtigen Stelle lassen sich jedoch einige Experimente vornehmen, ein bekanntes: Der Strudel am Abfluss eines Wasserbeckens: Einmal geht es links herum, einmal rechts und direkt am Äquator direkt nach unten. Wobei das alles nur ein Trick ist. Nur kurz: Die sogenannte durch die Erdrotation verursachte Coriolis-Kraft, die dafür verantwortlich sein soll, ist viel zu gering um den Abfluss des Wassers zu beeinflussen.Das hängt von vielen Faktoren ab, etwa von der Form des Abflusses. Und noch viel mehr davon, wie ich das Wasser aus dem Eimer ins Becken schütte und welchen Drall ich ihm damit gebe.

01-quito-089

Bildergalerie Quito

El Angel, Paramo-Naturreservat und Otavalo

Nach zwei Tagen in Quito ging es gen Norden. Über Calderon und Cuicocha fuhren wir nach El Angel.
Calderon mit seinen über 100.000 Bewohnern ist am ehesten bekannt für die Brotfiguren. Bunt bemalt gibt es sie in vielen Geschäften entlang der Hauptstraße zu kaufen. Wobei nur mehr wenige davon heute mit der Hand geformt werden sondern maschinell hergestellt sind. Es finden sich auch anlassbezogene Motive in Form von Hochzeitspärchen oder Trachtenfiguren sowie Bäume, Tiere oder Krippen. Wir kamen nach einer etwa einstündigen Fahrt von Quito aus nach Calderon und besuchten einen kleinen Laden, in dem die Figuren noch mit Hand hergestellt werden. Und fanden sogar ein schönes Souvenir, zwar nicht aus Salzteig, sondern aus Ton – und das schon zu Beginn der Rundreise.

06-cuicocha-144

Weiter ging es in Sichtweite zum erloschenen Vulkan Cayambe (5790 m) via dem gleichnamigen Ort Cayambe – hier überquert man den Äquator – durch eine herrliche Landschaft mit zwei Stopps zur tiefblauen Laguna de Cuicocha, überragt vom Vulkan Cotacachi. Nach einem kurzen Spaziergang erreicht man einen schönen Aussichtspunkt, gelegen auf 3086 m. Die rund drei Kilometer durchmessende Caldera entstand bei einer Eruption vor etwa 3100 Jahren. Seit dieser Zeit ruht der Vulkan, ist jedoch noch aktiv, wie man an Gasausstritten feststellen kann. Der bis zu 200 m tiefe See ist hochgradig alkalisch und beherbergt wenig Leben. Anders auf den Inseln des Sees. Hier findet sich zum Beispiel der silberne Lappentaucher, der sich von Algen ernährt. Rund um den See finden sich auch zahlreiche Pflanzen wie Orchideen, Algaven und vielem mehr. Ein Paradies für Botaniker oder Fotografen.

Weiter ging es dann über El Angel zu einer auf rund 3500 m gelegenen, rustikalen Lodge, am „Ende der Welt“ gelegen. Zum Schluss benötigten wir für 15 km Strecke rund 45 min. Fahrtzeit. Vorher ging es rund zwei Stunden über die Pan America. Zuerst wurde in der Lodge der Holzofen angeschmissen, es war doch schon sehr kühl geworden in dieser Gegend, Temperaturen um Null Grad sind nicht selten. Es folgte ein gutes Essen, dann wurden noch einige Holzscheit nachgelegt, was folgte war ein tiefer Schlaf nach dem doch langen Tag.

Paramo Naturreservat
Heute ging es erst mal in den Nationalpark El Angel, auf über 3600 m gelegen. Besonders die 2 bis 3 m hohen Frailejones-Blumen fallen auf. Nach einer etwa 45 minütigen Fahrt durch wunderschöbe Landschaften und einem etwa einstündigen Fußmarsch erreichten wir den Mirador de Moran auf etwa 4000 m Höhe. Von dort aus hat man einen fantastischen Ausblick, die Grenze zu Kolumbien ist nur noch 20 km entfernt. Die Frailejones-Blumen wachsen pro Jahr übrigens nur rund einen Zentimeter, dran lässt sich ihr Alter also sehr gut abschätzen. Die größten von Ihnen schaffen 10 m, sind also runde 1000 Jahre alt. Die gesamte Landschaft bietet traumhafte Ausblicke, Fotomotive und in der Ferne sahen wir auch den Andenkondor.

Zurück in der Polylepis-Lodge folgte einem ausgiebigen Mal (u. a. frische Forellen) eine Wanderung durch einen märchenhaften Polylepiswald mit seinen Lagunen. Eine nicht ganz einfache Tour durch den dichten Wald über glitschige Pfade, durch dichtes Unterholz und hoch zu einemWasserfalle, Dauer immerhin über drei Stunden. Einige von uns verliefen sich auch, schafften es aber vor der Dunkelheit zurück zur Lodge. Polylepis ist übrigens der lateinische Name von kleinen, windbestäubten Bäume und Sträucher mit Wuchshöhen zwischen einem und sechs Meter und Kronendurchmesser zwischen drei und fünf Metern. Sie besitzen eine rötliche, abblätternde Rinde, einen gewundenen Stamm und kleine, ledrige, meist gefiederten harzbedeckte Blätter. Poly steht für viele und lepsis für Rinde.

Früh am Morgen ging es dann erst mal zu viert auf zu dem bereits gestern besuchten Mirador de Moran. Diesmal mit dem Geländewagen, der jedoch auch nicht weiter kam als wie der Bus gestern. Der Grund: starke Regenfälle machten den weiteren Weg unpassierbar. Also ging es zu Fuß im Laufschritt weiter, und das auf 4000 m Höhe. Wir mussten ja pünktlich um acht zurück sein, der Rest der Gruppe wartete für die Weiterfahrt. Also in Rekordtempo zum Aussichtspunkt, zehn Minuten für die Aufnahmen und retour. Und wir waren pünktlich, trotz des nicht eingeplanten Fußmarsches von 25 Minuten. Und es hat sich gelohnt.

07-paramo-219

Bildergalerie ´Was so grünt und blüht in Ecuador´

Nächstes Etappenziel war der Ort Otavalo. Kurz vor der Stadt machten wir nach etwa drei Stunden Fahrt durch gebirgige Landschaften erst einen Abstecher nach Peguche. Hier finden sich neben geschäftstüchtigen Webern auch indianische Musikgruppen, die ihre Andenmelodien weltweit bekannt machten. Wir liefen jedoch in gut 15 Minuten zu einem etwa 30 m hohen Wasserfall, er soll heilende Kräfte bergen. Die Schamanen nehmen die Energie des Wasserfalls auf bevor Sie kranke Menschen heilen. Heute wurde der Wasserfall jedoch von zahlreichen Schulkindern in Beschlag genommen, die ihn zu einem ausgiebigen und lebhaften Bad nutzen.

10 Minuten mit dem Bus später entfernt erreichten wir dann Otavalo, gelegen in einer Höhe von 2530 m. Der Grund für den Stopp: ein farbenprächtiger Indiomarkt mit Schwerpunkt Ponchos. Hier lohnt der Kauf von Souvenirs, findet man doch nahezu alles und die Konkurrenz ist groß. Auffallend sind vor allem die Farbenpracht der Otavaleños in ihrer traditionellen Kleidung. Hier finden sich Stoffrollen, dicke Decken für kühle Nächte, Wollteppiche, Wandbehänge mit Bildern von Indianern, Bergen und Lamas, bestickten Blusen und Kleider, Strickpullover, lange bunte Gürtel und Bänder…

12-cotopaxi-387

Bildergalerie El Angel, Paramo-Naturreservat und Otavalo

Otavalo, die Kleinstadt im Norden Ecuadors hat 20.000 Einwohner. Die Hälfte davon sind inzwischen Indichenos. Mit Pullovern und Jacken betrieben sie ein gutes Geschäft. Für ihren neuen Wohlstand haben die Indichenos hart arbeiten müssen. Ohne internationale Kredite und Unterstützung bauten sie ihre Geschäfte auf und sind weltweit aktiv. Über ein Dutzend Exportagenturen, Reisebüros und Vertretungen internationaler Fluggesellschaften sind in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen. Die Stadt ist dadurch nicht schöner geworden. Indichenos arbeiten ohne Eile, aber ausdauernd. Nie haben wir in Otavalo die in Europa so verbreitete Hektik empfunden.

Cotopaxi, Limpiopungo See

Von Quito aus ging es jetzt südlich auf der Straße der Vulkane. Den Namen bekam sie, als Alexander von Humboldt die Region bereiste. Dominiert wird die Region vom Cotopaxi, dem zweithöchsten Berg Ecuadors und mit 5897 m der höchste aktive Vulkan der Erde. Sein Name stammt aus der alten Sprache Quechua und bedeutet übersetzt „Hals des Mondes“.
Nach rund 3 Stunden Fahrt mit einem Stopp an einem Straßenmarkt – hier wurden Bananen, Ananas, Kokosnüsse und eine gut schmeckende aber undefinierbare etwa einen Meter lange „Bohnenstange“ eingekauft – erreichten wir dann den Nationalpark über Straßen, die eigentlich einen Geländewagen benötigen. Doch unser Busfahrer meisterte alle Hindernisse bis bisher schon souverän, etwa einen 5 m breiten Fluss, enge und kurvige Pisten und vieles mehr.

14-fahrt-444

Unser erstes Ziel eine Schutzhütte, errichtet und betrieben von einem Schweizer. Ein Teil der Gruppe zog sich sofort in die Hütte zu Essen und Trinken zurück – es war schon recht kühl und immer wieder regnerisch, ein anderer Teil (u. a. Elke) machte eine kurze Wanderung, und ich machte solo Aufnahmen von Pflanzen und Landschaften. Und von einem Andenwolf, der mir etwa 5 Meter gegenüberstand. Mindestens eine Minute Filmsequenz und ein paar Bilder sprangen heraus, bis er sich zurückzog. Beim Andenwolf handelt es sich übrigens um eine Fuchsart. Später trafen wir uns dann alle in der Schutzhütte zu Kartoffel- oder Karottensuppe zum Aufwärmen.
Bildergalerie Blumen und Pflanzen aus Ecuador

Über eine enge Piste ging es dann zum nahe gelegenen Limpiopungo See, 3800 m über dem Meer gelegen an den Hängen des Cotopaxi. Dieses Gebiet ist bekannt für seine Wasservögel die dort im Schilf nisten. Aus der Ferne bekamen wir sie auch zu sehen. Hier finden sich insbesondere Anden-Seemöwen, Habichte und Falken, mit Glück kann man sogar Andenkondore entdecken – was uns verwehrt blieb. Und zu sehen bekamen man eine fantastische Landschaft, viele Blumen, einige Tiere (bei der Rückfahrt auch noch einen Hasen), nur eines bekamen wir nicht zu sehen, den Gipfel des Cotopaxi. Denn der versteckte sich in Wolken. Dennoch, eine wunderbare und herbe Landschaft, die lohnt zu besuchen.

Weiter ging es dann zu der Hacienda La Cienega, in der schon Humboldt nächtigte. Eine wunderschöne Anlage, die einige Jahrhunderte überstand, auch Erdbeben. Denn der sumpfige Grund dämpfte diese, so dass die Gebäude im Gegensatz zu anderen stärkeren Erdbeben wiederstand. Dort bezogen wir ein sehr schönes Zimmer mit allem was man so braucht oder auch nicht.

Sonntagmorgen. Heute ist Wahl des Parlaments in Ecuador, Wahlpflicht für alle. Wer nicht kann zahlt eine Strafe. Nebenaspekt: 24 Stunden vor der Wahl und 24 Stunden danach gibt es kein Bier, keinen Wein. Generell ist Alkoholverkauf in diesem Zeitraum verboten, Offiziell wenigstens.
Unser erstes Ziel, eigentlich gar nicht auf dem Programm ist der sonntägliche Markt in Pujili. Ein Muss und ein Erlebnis. Einen solchen Gemüse-, Obst- und Fleischmarkt haben wir noch nicht erlebt. Ob Bananen, bekanntes und unbekanntes Obst und Gemüse, Fleisch, ganze Schweinsköpfe, lebende Tiere wie Schafen, Schweine, Geflügel, Meerschweinchen, Hasen, Katzen… hier gab es alles und ein Menschengewirr erster Güte. Gute zwei Stunden gingen für den Markt drauf, und jede Minute war es wert.

15-pujili-498

Bildergalerie Obst und Gemüse aus Ecuador – eine Auswahl

Drei Stunden später erreichten wir auf schwer zu beschreibenden Straßen den Kratersee Quilotoa. Auf dem Weg dorthin konnten wir einige arme Kinder glücklich machen, mit den von uns mitgebrachten Stofftieren. Die Augen sprachen Bände.

Apropos Straßen: Ein Lob an Louis unseren Fahrer. Verlässt man die Pan America, erwarten einen meist sehr schlechte Straßen und Pisten, wenn man überhaupt davon reden kann. Und wir bewegen uns Stunden darauf, manchmal mit Schrittgeschwindigkeit, meistens aber mit 30 bis 40 km/h. Die Fahrweise in Ecuador unterscheidet sich generell von der unseren, hier helfen nur der Film und persönliche Eindrücke weiter. Überholt wird auch an absolut unübersichtlichen Stellen, besonders von voll besetzen öffentlichen Bussen. Und wer kein Geld dafür hat oder wo es schlicht keine Linienbusse gibt, nutzt offene Pick Ups. Da hängen die Leute dann auch mal außen am Auto dran oder stehen hinten auf der Stoßstange. Generell fahren die Einheimischen defensiv, dass verhindert viele Unfälle. Trotzdem sieht man immer wieder Kreuze am Straßenrand, meistens von Busunfällen in den Bergen. Unser Reisebus hält die Straßen auch nur aus, weil es eigentlich ein Lastwagen ist, nämlich das Chassis eines LKW und der Aufbau eines Busses. Und die Pan America ist deswegen recht gut, weil sie privatisiert wurde. Dafür zahlen die Ecuadorianer sogar gern Maut, so wurde uns versichert.

Zurück zur Lagune Quilotoa, auf rund 3300 m gelegen. Sie füllt den Grund eines noch aktiven Vulkankraters. Er brach vor 800 Jahren letztmals aus. Das Wasser ist giftig, es leben keine Tiere darin. Man kann auch heruntersteigen (nur nachmittags, morgens kann tödliches Kohlendioxid die Lagune füllen), nur muss man die 500 m auch wieder hochsteigen. Und das auf bald 4000 m Höhe. Zu Fuß entlang dem Kraterrand (3810 m) genossen wir die Ausblicke, gerade noch rechtzeitig. Denn eine viertel Stunde später war alles im Nebel versunken.

Weiter ging es in knapp fünf Stunden zu unserem Tagesziel, der Stadt Baños. Unterbrochen von ein paar Stopps, u. a. um Aufnahmen von dem nahe gelegenen Vulkan Tungurughua zu machen, der Aschewolken ausstieß.

Baños, Riobamba
19-banos-613Am Morgen ging es zunächst mal zu einem kurzen Bummel durch Baños. Das angenehme Klima, warme Thermalquellen und die schöne Landschaft, machen diese Stadt zu einem beliebten Ort. Auch wenn man hier nicht ganz ungefährlich lebt, liegt die Stadt doch zu Fuße des aktiven Vulkans Tungurughua, der schon seit Jahren Asche spukt und erst vor einigen Jahren ausbrach. Und große Teile liegen in Bereichen, die von Schlammlawinen bedroht sind. Dennoch wollen die Leute ihre Heimat nicht verlassen. Die Stadtführung konzentrierte sich insbesondere auf die Basilica de Nuestra Señora del Agua Santa, einem Wallfahrtsort.

Nahe Baños entlang des Rio Pastaza gibt es zahlreiche Wanderwege und Wasserfälle. Besonders spektakulär, der „Pailon del Diablo“ mit 32 m Höhe. Er ist nach einem Abstieg von rund 200 m zu erreichen, wer will geht auf die vorderste Plattform, Dusche inbegriffen. Hier findet sich eine dem Amazonas-Urwalds ähnliche Vegetation, auf 1800 m Höhe gelegen.

In der Nähe lässt sich die Schlucht über den Rio Pastazza in einem offenen Gitterkorb für einen Dollar auf einer Art Seilbahn überqueren, ein Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte – vorausgesetzt, man ist schwindelfrei. Weiter ging es dann teilweise auf der Panamericana mit einem Stopp auf einem Indiomarkt zu unserer Unterkunft nahe Riobamba, der Hosteria Abraspungo, absolut empfehlenswert. Alles in allem ein ruhigerer Tag.

21-seilbahn-640

Bildergalerie Cotopaxi, Limpiopungo See, Markt Pujili, Quilotoa, Banos, Teufelswasserfall

Chimborazo

Dafür kam der Weckruf am nächsten Tag schon um fünf Uhr, heute stand der längste Tag an mit einem Aufstieg auf 5000 m und der Besuch von Inkaruinen und einer langen Fahrt bis Cuenca. Der höchste Berg Ecuadors, der Chimborazo mit seinen 6310 Metern Höhe, war das erste Ziel. Der Vulkan, der Krater durchmisst immerhin 20 km, brach das letzte Mal vor über zehntausend Jahren aus. Abenteurer können sich dieser großartigen Herausforderung stellen und den Chimborazo erklimmen. Die erste Schutzhütte ist auf 4.800 Meter, eine weitere auf 5.000 Meter, in der man sich ausruhen und auch übernachten kann. Die war auch unser Ziel, zur ersten Schutzhütte ging es mit dem Bus über abenteuerliche Lehmpisten. Langsam war da Motto für den folgenden Aufstieg auf 5000 m, der aber problemlos von statten ging. Da ein Teil der Gruppe schneller ging, kamen wir noch bei traumhaftem Wetter oben an, es reichte für wunderbare Fotos und Filmaufnahmen in der schneebedeckten und/oder wüstenhaften Landschaft. Einfach fantastisch. Dann jedoch zog es innerhalb von Minuten zu, der Rest der Truppe bekam nur Nebel zu sehen. Elke war nicht mit aufgestiegen, wartete in der ersten Hütte.

27-chimbarazo-695

An den wüstenartigen Hängen des Chimborazo ließen sich auch freilebende Vicuñas beobachten. Die hatten wir schon in freier Wildbahn lebend auf unserer 2008er-Reise durch Peru erleben dürfen (Link einfügen). Ansonsten finden sich hier vor allem Hirsche, Wölfe und Hasen, von denen wir aber nichts zu Gesicht bekamen. Dafür jedoch einige Kolibris.

Das Vikunja gehört zur Familie der Kamele. Es ähnelt dem Guanako, ist aber kleiner und schlanker. Seine Kopfrumpflänge beträgt 150 Zentimeter, die Schulterhöhe 100 Zentimeter, das Gewicht 50 Kilogramm. Es ist oberseits hellbraun und unterseits weißlich. Eine anatomische Besonderheit sind die unteren Schneidezähne, die wie bei Nagetieren ständig nachwachsen – etwas Vergleichbares gibt es unter anderen Paarhufern nicht. Das Fell ist wesentlich feiner als das verwandter Arten und so dicht, dass es wie eine Isolierschicht gegen die Kälte wirkt. Die Wolle gilt als die teuerste der Welt. Verbreitet ist das Vikunja in den Hochanden Ecuadors, Perus, Boliviens, Argentiniens und Chiles. Es kommt hier in Höhen zwischen 3500 und 5500 Metern vor. Wie das Guanako lebt das Vikunja in territorialen Familienverbänden, die von je einem Männchen geführt werden. Daneben gibt es Junggesellentrupps (Männchen, die wegen ihres jungen Alters noch kein Territorium verteidigen können) und solitäre alte Männchen (die durch jüngere Männchen von ihren Verbänden vertrieben wurden. Quelle: Wikipedia

29-ingapirca-731Nächstes Ziel waren die Inka-Ruinen in Ingapirca, die am besten erhaltenen in Ecuador – natürlich kein Vergleich mit denen in Peru, doch deshalb waren wir auch nicht hier. Bis hierhin waren es jedoch knapp fünf Stunden Fahrt. Diesbezüglich muss ich auch eine frühere Aussage relativieren, die was die Straßenqualität angeht. Nicht was die Nebenstraßen betrifft, die waren so schlecht wie sonst auch. Sondern die was die Pan America angeht. In diesem Bereich ist sie nicht privatisiert, und das merkt man. Kilometerweit glich sie eher einer Lehmpiste, und zwar einer schlechten, selbst die besseren Streckenabschnitte waren stellenweise von Schlaglöchern und Querfugen übersät, manche Teile aber auch schon recht gut saniert. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der sich durch die Ostkordillieren auf 3000 bis 3600 m Höhe windenden Straße lag über längere Strecken bei 25 km pro Stunde, die Fahrweise glich eher einer Schlangenlinie über beide Spuren, und das an Berghängen wo es 500 m in die Tiefe ging. Zwischendurch auch mal autogroße Gruben auf einer Seite oder große Steinhaufen ohne Kennzeichnung oder Absperrung, besonders interessant in der Nacht. Aber auch das ist Ecuador, und gerechterweise muss man anmerken, dass man bemüht ist, die Pan America und das gesamte Straßennetz umfassen und langfristig zu erneuern. Was aber auch schwierig ist bei Erdbeben, Bergrutschen und El Nino, der das letzte mal 90 % der Straßen an den Küsten zerstörte und immer wieder auftritt. zu erneuern. Unter dem wiedergewählten Präsidenten Rafael Corea hat sich anscheinend einiges zum Besseren gewandelt. Er bemüht sich ernsthaft, die Korruption zu bekämpfen, fördert die Ausbildung und die eigene Wirtschaft, geht dabei aber auch auf Konfrontation mit den USA. Dem Land hat er jedenfalls laut Freddy Melo, unserem Reiseleiter schon einiges gebracht, zumal in den letzten 11 Jahren zehn Präsidenten gewählt wurden, und die meisten waren ebenfalls korrupt, ein Hauptübel in Ecuador.

Zurück aus dem Reich der Politik: Gegen 17 Uhr erreichten wir die Inkaruinen in Ingapirca. Hier findet sich ein Komplex aus fugenlos zusammengesetzten Dioritblöcken, der Platz bot durch die Nähe zum Äquator sehr gute Bedingungen für den Sonnenkult der Inkas. Durch die Ruinen ging es auf einem etwa einen Kilometer langen Rundweg. Nun lagen noch etwa 2 ½ h Fahrt vor uns, eine knappe Stunde quer durch die Berge auf einer Lehmpiste, am Berghängen gelegen, oft kaum breiter als der Bus und das an Hängen und in Dunkelheit. Nicht immer ist es von Vorteil, vorn im Bus zu sitzen. Weiter ging es dann auf der Panamericana in Richtung Süden zu unserem heutigen Ziel.

Cuenca
30-cuenco-stadt-791

Einen schönen Blick auf die Kolonialstadt – übrigens Unesco-Weltkulturerbe – hat man vom „El Turi Hügel“. Anschließend ging es zur „Neuen Kathedrale“, ein Gotteshaus aus rötlichem Backstein und mit blauen Kuppeln, heute das Wahrzeichen der Stadt. Die Stadt Cuenco gilt als eine der schönsten Städte Ecuadors und als recht wohlhabend. Das sieht man auch, wenn man durch die Stadt fährt und geht. Cuenco bedeutet übrigens viele Flüsse, durch die Stadt fließen gleich vier davon. Nahe dem zentralen Platz mit der alten und neuen Kathedrale finden sich ein Blumenmarkt, zahlreiche Stände mit Süßigkeiten, traditionelle Kunstarbeiten und die Markthalle mit Fleisch-, Fisch- und Obstmarkt. Sehenswert, aber teilweise nichts für schwache Mägen.

Was folgte war der Besuch einer Hutfabrik, hier finden sich die berühmten Panama Hüte. Gezeigt wurden die Herstellung, die Qualitätsunterschiede und natürlich wurde auch gleich eingekauft.

Nach einer Ruhepause ging ein Teil der Gruppe zum Cui-Essen – Meerschweinchen, der Rest, unter anderem wir, machte sich selbständig für den Rest des Tages. Was hieß, Bummeln durch die Stadt und abends Essen, diesmal nicht landestypisch, sondern beim Mexikaner

Cajas Nationalreservat, Guayaquil

Die letzte Etappe auf dem Festland führte und über den Cajas Nationalpark nach Guayaquil, unsere Gesamtstrecke mit dem Bus betrug nun rund 1800 km. Für einen Stopp in dem Park war leider keine Zeit, zumal es nur mit örtlichen Führern überhaupt möglich ist, den Nationalpark zu besuchen. In dem knapp 30.000 ha kleinen Naturpark schimmern auf einer Höhe von 3500 bis 4200 m Hunderte von klaren, kalten Seen. Durch die Erhöhungen wirkt das Seensystem innerhalb des Parks wie gewaltige, miteinander verbundene Kästen (Kasten= caja). Sie sind das Kennzeichen des Nationalparks. Unberechenbar ist übrigens das Wetter, manchmal gefriert es sogar, Regen und Nebel sind sehr häufig. Wir hatten etwa um die zehn Grad, in Guayaquil zwei Stunden später waren es über 30 °C, und das bei einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Bildergalerie Chimborazo, Ingapirca, Cuenca, Fahrt Cajas, Guayaquil

Die weitere Fahrt führte durch spektakuläre Gebirgslandschaften, durch Berg-Nebelwälder bis in die tropische Tiefebene, vorbei an Kakao-Plantagen und riesigen Bananenplantagen, denen übrigens der Regenwald zum Opfer fiel. Und die Monokulturen sorgen auch für große Probleme durch die eingesetzten Spritzmittel, denen die Arbeiter ungeschützt ausgesetzt sind. Aber das ist eine andere Geschichte. Nachmittags erreichten wir schließlich die Küste auf Meereshöhe in Guayaquil. Die größte Stadt mit Ihren rund 3 Mio. Einwohnern bietet eine 10 km lange schöne Promenade, zahlreiche internationale und lokale Läden und vieles mehr. Sie ist sehr sauber und modern, generell ist Ecuador sehr sauber, die Müllabführ funktioniert nahezu landesweit. Es folgte ein Besuch der Kathedrale von Guayaquil und eines Stadtparks, in denen grüne Leguane in größerer Zahl leben. Die sind übrigens vor längerer Zeit von allein eingewandert und bevölkern den Park mitten in der Altstadt zusammen mit zahlreichen Tauben. führte Es folgte eine Stadtrundfahrt, einen guten Überblick bekommt man vom Santa Ana Hügel über die gesamte Stadt.

Fortsetzung mit Reisebericht Galapagos-Archipel

Peru, Juni/Juli 2008

Berge, Ruinen und buntes Treiben

Unsere Route: Lima – Trujillo – Chiclayo – Lima – Arequipa – Colca Canyon – Puno (Titicacasee) – Cuzco – Inti Raymi Fest – Aguas Calientes (Machu Picchu) – Lima – Ballestas Inseln – Nazca – Lima

Kurzinfo: Als erstes erkundigten wir das touristisch noch unbekannte Nordperu – für Freunde der Archäologie eine wahre Schatzkammer. Alte Stätten der Chimú- und Mochékultur erwarteten uns . Dann ging es via Lima gen Süden, als erstes stand die „Weiße Stadt“ Arequipa mit dem grandiosen Colca Canyon auf dem Programm. Weiter führte die Reise nach Puno am Titicacasee zu den Schilfinseln der Uros und der Insel der strickenden Männer. Es folgte die alte Inkahauptstadt Cuzco, hier wurde u. a. das Inti Raymi Fest besucht, einmal jährlich der Höhepunkt mit Tanz und Kultur Gleich darauf folgte ein weiteres Highlight, die Inkastadt Machu Picchu. Zurück am Pazifik, wurde noch die Küstenwelt mit den Ballestas-Inseln erforscht und die geheimnisvollen Scharrbilder von Nazca mit einer Propellermaschine.

Der Trailer zum Perufilm (4 min.)
Peru Reisebericht ohne Bilder zum Herunterladen

Links zu Peru:
Wickipedia
Auswärtiges Amt
Kultur und Trekking
Tipps für Lima, Peru

Bookmundi – beste Reisezeit nach Peru und zahlreiche weitere Infos


Der unbekannte Norden

1. Tag: Lima – Trujillo
Früh am Morgen ging es von Lima aus mit LAN in einem etwa einstündigen Flug nach Trujillo, der wohl schönsten Stadt im Norden Perus. Nach dem Einchecken im Hotel Gran Marquez stand erstmal eine Stadtrundfahrt an um die interessantesten Plätze und Baudenkmäler zu besichtigen

01_trujilla-114

560 km nördlich von Lima liegt die ‚Charmante aus dem Norden‘, wie Trujillo auch genannt wird. Mit 650.000 Einwohnern ist sie die drittgrößte Stadt Perus. Dem angenehmen Klima und des fehlenden Winternebels wegen hat sie auch den Beinamen ‚Stadt des Frühlings‘. Trotz mehrerer schwerer Erdbeben ist das koloniale Stadtbild der 1535 gegründeten Stadt gut erhalten.
Zu den schönsten Plätzen gehört die gepflegte Plaza de Armas mit ihren bunten Kolonialhäusern – die meisten der Gebäude stammen jedoch aus neuerer Zeit. Original erhalten ist die Casa Urquiaga mit der blau getünchten Fassade. Der Befreier Südamerikas, Simón Boliviar, soll um 1820 ein paar Monate hier gelebt haben.An der Nordwestseite des Platzes stammt die gelbe Casa Bracamonte aus der Kolonialzeit. Blickfang des Platzes sind sicherlich der Palast des Erzbischofs und die große Kathedrale, die Basilika Menor, neu errichtet im späten 17. Jahrhundert nach einem schweren Erdbeben.

Anschließend ging es in einer etwa 15minütigen Fahrt zu der sehenswerten Sonnen- und der Mondpyramide, die zu den größten Heiligtümer der etwa 2000 Jahre alten Mochékultur zählen. Die Moché erbauten alle ihre Gebäude aus Lehm bzw. ungebrannten Lehmziegeln. Die Sonnenpyramide – früher das Verwaltungszentrum – lässt sich nur von außen anschauen, sie ist archäologisch nicht weiter erforscht und größtenteils nicht ausgegraben. Noch im 18. Jahrhundert war sie dreimal so hoch, bis die Spanier einen nahegelegenen Fluss umleiteten und sie mehrere Monate unter Wasser setzten um an die Schätze zu gelangen. Was sie fanden, bleibt allerdings offen.

Die Mondpyramide – das religiöse Zentrum – lässt sich auch innen besichtigen, hier erkennt man erst, wie viel Arbeit dahinter steckt. Breite, reich geschmückte Gänge und Gräber finden sich gut erhalten. Immer wieder werden neue Fresken entdeckt, wobei den Archäologen Grenzen gesetzt sind, baute doch jeder neue Herrscher nach dem Tod des alten Herrschers neu an und vergrößerte die Pyramiden. Dabei wurde alles vom alten Herrscher zu- und eingemauert und lässt sich heute nicht mehr freilegen ohne das Nachfolgende zu zerstören.

Übrigens: Sonnen- und Mondpyramide heißen beide erst seit dem 19. Jahrhundert, keiner kennt die richtigen Namen. Besaßen die indianischen Ureinwohner Perus wie die Moché oder Inkas keine Schrift, sehr wohl aber ausgezeichnete ‚Bilderschriften‘ die viel erzählen können.

2. Tag: Trujillo – Chiclayo
Nach dem Frühstück führte die Tour uns zur größten Lehmstadt der Welt, Chan Chan. Dabei handelte es sich um die größte präkolumbianische Stadt des gesamten Kontinents mit einer Ausdehnung von 20 qkm. Während der Chimúherrschaft von ca. 1200 – 1450 haben hier zeitweise bis zu 100.000 Menschen gelebt.

Neun Paläste und einige kleinere Bauwerke prägen das Areal. Zu besuchen ist der Palast Palacio Tschud, der derzeit einzig zugängliche Teil des Areals. Bis der komplett ausgegraben ist, werden wohl noch einige Jahrzehnte ins Land gehen. Doch was jetzt schon zu sehen ist, lässt erahnen, wie gigantisch alles mal war. Dabei handelt es sich um einen kleineren Palast, andere waren bis viermal so groß.
Viele Lehmwände sind mit herrlichen Reliefs verziert. So lassen sich im Zickzack verlaufende stilisierte Fische erkennen, die die Wellen symbolisieren und zugleich den Humbolt-Strom sowie den El Ninó. Darunter verlief ein Band mit Pelikanen. Und die überall zu findenden Rauten symbolisieren Fischernetze.
Im Gegensatz zu den Moché bauten die Chimú nach dem Tod eines Herrschers den neuen Palast daneben und versiegelten den alten mit den Gräbern des verstorbenen Herrschers, seinen Frauen, wichtigen Priestern und Kriegern dauerhaft.

06_chiclaya-274Zwischendurch kam die Nachricht, dass wir das Museum mit den Grabfunden des Herrn von Sipan – einem Höhepunkt im Norden Perus – nicht besuchen können. Kurzfristig (heute Morgen) wurde beschlossen, dass es an diesem Sonntag schon um 12 Uhr geschlossen wird, des peruanischen Vatertags wegen. Wir sind noch etwa 200 km entfernt, es ist halb zehn. Und morgen ist Montag, da ist Ruhetag. Alternative: Morgen die Ausgrabungsstätte besuchen mit den Replikas einiger Fundstücke. Kein Ersatz aber besser als nichts.

Später besuchten wir den nah gelegenen Fischer- und Badeort Huanchaco. Hier finden sich noch die kleinen, aus Binsen gefertigten Fischerboote, wie sie schon vor mehr als tausend Jahren zum Einsatz kommen. Diese Schilfpferdchen benutzten schon die Mochè und Chimú. Heute hat sich Huanchaco zu einem Badeort mit zahlreichen Fischrestaurants und Unterkünften entwickelt.

Größtenteils auf der Panamerika ging es dann durch teilweise wüstenähnliche Landschaften in drei Stunden gen Norden zur Stadt Chiclayo. Hier schlenderten wir durch das Stadtzentrum von Chiclayo. Die Stadt mit ihren 550.000 Einwohnern ist heute ein wichtiges Handelszentrum, besonders für Reis und Zuckerrohr. Wenngleich Chiclayo touristisch wenig bietet, ist sie ein guter Standort für Ausflüge zu den archäologischen Stätten in der Umgebung. Einzig der sogenannte Hexenmarkt lohnt einen Besuch. Er ist bekannt für seine außergewöhnlichen Dinge, die dort verkauft werden: allerlei Kräuter, Heilmittel oder auch Lama-Embryos, die aber fanden wir nicht, nachdem wir auf einen freundlichen Tipp eines Polizisten hin besser hier nicht weiter gehen sollten.

3. Tag: Umgebung von Chiclayo
Nördlich von Chiclayo liegt im Valle de las Pirámides beim Ort Tucume eine Ansammlung von 26 Pyramiden aus der Lambayequekultur. Von oben haben hat man einen eindrucksvollen Überblick über die Anlage. Mithin handelt es sich um das größte Pyramidenfeld Südamerikas. Die größte ist mit einer Länge von fast 700 m, einer Breite von 100 m und einer Höhe zwischen 30 und 40 m die Uaca Larga, das größte Lehmziegelbauwerk der Welt. Zu sehen ist neben einigen Fresken jedoch wenig, da mehrere Ausgrabungen zum Schutz vor Mensch und Witterung wieder zugeschüttet wurden.

Weiter ging es nach Lambayeque, der alten Hauptstadt der Region. Hier findet sich das Museum „Tumbas Reales del Sr. de Sipan“, mit den Funden aus den berühmten Gräbern des Herrn von Sipan, einem adeligen Mochéfürsten. Leider hat das Museum Montags geschlossen. Doch es geschehen Wunder. Nachdem gestern geschlossen war, öffneten sie das Museum am Ruhetag allein für uns. Und es stimmt. Es handelt sich wohl um eines der besten Museen in Peru. Einfach phantastisch: Die Gräber von Sipan gelten als der sensationellste Fund Südamerikas der letzten Jahrzehnte – vergleichbar mit dem Schatz des Tutanchamun.

Nächste Etappe war das Museo Arqueológico Brüning in Lambayeque. Es besitzt eine der umfangreichsten archäologischen Sammlungen des Landes und wurde nach dem deutschen Schiffsbauingenieur und Forscher Heinrich ‚Enrique‘ Bruning benannt der 50 Jahre (1884 bis 1925) in Peru lebte und eine Vielzahl wertvoller Artefakte zusammentrug. Danach ging es mit dem Flugzeug von Chiklayo zurück nach Lima.

09_bruening_museum-319

Bildergalerie der unbekannte und selten besuchte Norden

Lima

4. Tag: Stadtrundfahrt Lima und Weiterreise nach Arequipa
Als erstes stand eine Stadttour durch Lima auf dem Programm. Lima wurde 1535 vom Eroberer Francisco Pizarro gegründet und ist heute die Hauptstadt Perus. Die historische Altstadt Limas wurde wegen der Architektur im Kolonialstil 1991 zum Weltkulturerbe erklärt. Dementsprechend ging es in die Altstadt zum Plaza de Armas, dem Waffenplatz, mit den schönen Kirchen, Plätzen und Palästen. Mit dem Präsidentenpalast, dem Rathaus und der Kathedrale gruppieren sich wie zu Zeiten Pizarros noch heute die wichtigsten Gebäude weltlicher und kirchlicher Macht um den Platz. Während der Inquisition fanden hier öffentliche Verbrennungen statt, Stierkämpfe und zahlreiche Feste. Rund 350 Jahre alt ist der Brunnen.

10_lima-354

Bildergalerie Hauptstadt Lima

Beherrscht wird der Platz vom schwerbewachten Palacio de Gobierno, dem Präsidentenpalast. Punkt 12 findet täglich der Wachwechsel der Ehrengarde statt, leider hinter dicken Gittern. Errichtet wurde das Gebäude 1938 an der Stelle des früheren Palastes des spanischen Vizekönigs.
Auch die Municipalidad, das Rathaus wirkt älter als es ist. Errichtet wurde das Gebäude erst 1944 im Kolonialstil.
Weithin sichtbar sind die Türme der Kathedrale. Das erste Gebäude aus dem 16. Jahrhundert zerstörte das Erdbeben von 1746. Wieder aufgebaut wurde die Kathedrale in den folgenden Jahrhunderten, heute mischen sich Stilelemente aus Renaissance, Barock und Klassizismus.
Sehenswert ist zudem der Konvent von San Francisco, ganz in der Nähe gelegen. Sie trotz seit Ende des 17. Jahrhunderts allen Erbeben, heute leben in den Klostermauern noch rund 20 Mönche. Das erste Kirchengebäude aus dem 16. Jahrhundert wurde bei dem 1646er-Beben dagegen weitgehend zerstört.
Besichtigen, aber nicht fotografieren lassen sich hier auch die Katakomben, die als erster öffentlicher Friedhof der Stadt dienten. Bis heute liegen hier sauber der Größe nach sortiert die Gebeine von rund 25.000 Verstorbenen.
Am späten Nachmittag folgte der Flug von Lima nach Arequipa, wo wir im Hotel Casa Andina Arequipa eincheckten.

Das Hochland (mit Arequipa, Colca-Canyon, Titicacasee)

5. Tag: Arequipa
Morgens nach dem Frühstück ging es zuerst wir mit dem Bus zu einem etwas außerhalb gelegenen Aussichtspunkt mit einem phantastischen Blick auf die Stadt und auf den ersten 6000er, den Chachani und dem direkt daneben gelegenen Vulkan Misti. Zurück im Stadtzentrum der „Weißen Stadt“ erkundeten wir die Altstadt zu Fuß. Der Name kommt von den zahlreichen Kirchen und großen Patrizierhäusern, die aus Sillar, einem weißen Lavagestein erbaut wurden. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört das Kloster Santa Catalina, eine kleine Stadt innerhalb der Stadt und natürlich der zentrale Platz, der Plaza de Armas.
Im Kloster St. Katharina führten die Novizinnen und Nonnen des Katharinenordens ein spartanisches Leben abseits alles Weltlichen. Auch heute leben noch 40 von Ihnen hier – zwischen 18 und 94 Jahre alt. Hier kann man eine ausgiebige Führung machen, was wir taten, und nach Belieben filmen und fotografieren. Eindrucksvoll ist auch „La Moima Juanita“, ein junges Inkamädchen, das geopfert wurde und dessen Mumie heute im Museum Santuarios Andinos besichtigt werden kann.

Tagebuch: Gerade sitzen wir in unserem Hotel in einer etwa 70 qm großen Suite mit Whirlpool im Hotel. Die Zimmervergabe gleichte häufiger einer Lotterie, wie wir später mehrmals erlebten. Wobei in der Mehrzahl der Fälle alles o.k. war. Gegen acht gingen wir dann noch eine Kleinigkeit essen. Und werden nach dem Essen noch einen Pisco Sour genießen (gesprochen Pisco sauer), wirklich empfehlenswert.

37_fahrt_ica-1420Pisco Sour ist ein besonders in Peru und Chile, zunehmend auch im restlichen Südamerika verbreitetes Mixgetränk. Die Basisspirituose ist Pisco, ein Traubenschnaps, der in zwei Varianten in Peru und Chile hergestellt wird. Beide Länder beanspruchen Pisco Sour als Nationalgetränk. Wobei es in Peru eine Stadt gibt, die Pisco heißt (eine Traubengegend) in der viel Wein und auch Pisco produziert wird. Daher stammt auch der Name des Getränkes, da er von hier aus exportiert wurde. Der Pisco aus Chile hat aufgrund der dort verwendeten Trauben einen anderen Geschmack. Quelle: Wikipedia und eigene Recherchen

6. Tag: Arequipa – Colca Canyon
Heute begann ein Zweitagesausflug zum Colca Canyon, er gilt als einer der tiefsten der Welt. Mit dem Bus ging es über die karge Hochebene an Vicuñas sowie Lama- und Alpaka-Herden vorbei. Rechts und links säumten Vulkane und Andengipfel den Weg nach Chivay. Vorbei ging es zum Beispiel an dem noch aktiven Vulkan Misti, dem Wahrzeichen der Stadt Arequipa und dem 6000er Vulkan „Chachani“. Die Fahrt führte auf eine Höhe von über 4910 m (Sauerstoffflaschen waren dabei), die 6000er zum Greifen nahe. Elke und ich vertragen die Höhe bisher gut, der Pisco Sour und Cervesa (Bier) gehen immer noch, Elke bleibt bei Cola light. Vielleicht lag es aber am Coka-Tee am Morgen und am Coka-Kauen von Blättern zusammen mit Kalk am Mittag. Erst der Kalk schließt die Alkaloide auf. Coka soll gegen die Höhenkrankheit genauso helfen wie gegen Magenprobleme. Leider nicht bei jedem aus der Reisegruppe.
Nach einem ausgiebigen Mahl kamen wir durch Zufall in Chivay zu einem Umzug zu Ehren des regionalen Präsiden, der drei neue Klassenzimmer einweihte. Phantastische Bilder von jungen Mädchen und Schülern in Trachten bei Musik und Tanz….
Anschließend blieb noch Zeit für ein entspannendes Bad im Thermalbad des Ortes, das Wasser hat etwa 38º C. Aus der Quelle kommt es mit etwa 86 º.

13_chivay-597

Bildergalerie Hochland mit Arequipa, Chivay und Fahrt ins Colca Tal

7.Tag: (20.06.2008) Colca Canyon – Puno
Zuerst führte die weitere Tour durch das Colca-Tal. Hier lassen sich die heute noch zum Anbau etwa von Gerste genutzten zahlreiche Terrassen der Inkas beobachten. Die 14 im Tal gelegenen typische Colca-Dörfer wie Pinchollo, Maca und Yanque mit ihren schönen Kolonialkirchen bewahren ihre uralten Gewohnheiten und traditionellen Feste. Ziel war das etwa zwei Stunden entfernte „La Cruz del Cóndor“, wo sich gute Chancen bieten, einige Kondore im Flug zu beobachten und fotografieren zu können. Dabei ging die Fahrt durch traumhafte Bergregionen. Deswegen hieß es früh aufstehen (um 5.30), da die großen Vögel die Thermik der morgentlich aufsteigenden Luft ausnutzen. Und wie wir sie sahen. Einfach phantastisch, kaum zu beschreiben. Aus wenigen Metern Entfernung, sitzend und im Flug. Die insgesamt 5-stündige Fahrt auf Buckelpisten und der Tag Anfahrt lohnen sich auf jeden Fall! Zumal es der einzige Ort der Welt ist, an dem man die Kondore so nah beobachten kann.

15_cruz_de_condor-665

Der Andenkondor ist eine Vogelart, die zu den Neuweltgeiern gehört. Er ist einer der größten flugfähigen Vögel der Erde. Die Körperlänge kann bis zu 110 Zentimeter betragen, das Gewicht bis zu 12 Kilogramm. Seine Flügelspannweite beträgt bei ausgewachsenen Vögeln bis zu 3,2 Meter. Damit besitzt er neben der des Albatrosses eine der größten Spannweiten im Reich der Vögel, mit der er eine Flughöhe von bis zu 7000 Metern erreichen soll. Er besitzt weiße Federn auf der oberen Gefiederhälfte sowie eine flaumige und weiße Halskrause. Der Kopf ist rötlich gefärbt. Der Andenkondor kann ein Alter von über 70 Jahren erreichen. Quelle: Wikipedia

Zurück nach Chivay ging es auf der gleichen Strecke, die weitere Fahrt führte dann wie gestern über den 4910 m-hohen Pass, quer durch das Andenhochland. Tagesetappe war Puno am Titicacasee. Am Pass hatte Elke wieder Probleme mit der Höhe, blieb deswegen im Bus. Erst am Abend erholte sie sich wieder etwas. Bei mir kam das Kopfweh und leichte Übelkeit am Nachmittag auf, bis zum Abend war’s dann ebenfalls wieder besser (Höhenkrankheit). Doch dafür entschädigte die Fahrt auf durchschnittlich 4500 m – phantastische Landschaften und Pelikane auf der einen Seite, Kargheit auf der anderen Seite. Nach insgesamt rund elf Stunden Fahrtzeit – ohne Unterbrechungen – waren wir dann doch froh in Puno (3850 m) angekommen zu sein. Doch der Flug der Kondore entschädigte für alle Strapazen.

8. Tag: Puno – Sillustani
Gestern Abend haben wir gegen halb zehn erst mal unser Zimmer gewechselt. Schlafen war unmöglich, des Lärms wegen. Das Restaurant befand sich im 6. Stock, unser Zimmer direkt unter der Küche. Und – wie nebenbei erwähnt wurde – geht die Arbeit morgens um vier wieder los. Naja, wir bekamen ein etwas ‚einfacheres‘ Zimmer, aber ruhig. Und wir schliefen dann gut und am Morgen waren alle Probleme mit der Höhe vorbei.Vor dem Frühstück wechselten wir dann wieder das Zimmer, der Essensgeruch vom nicht ganz dichten Abluftkamin neben dem Zimmer war doch etwas heftig.

17_puno-698

Puno mit ihren 300.000 Einwohnern liegt auf der höchst liegenden Ebene von Südamerika. Die Stadt liegt direkt am Titicacasee auf 3810 m Höhe. Wirtschaftlich besonders wichtig ist die Nutzung von Wolle von Alpakas und Schafen und natürlich der Tourismus. Viele der uralten Traditionen werden noch immer von der Bevölkerung, den Quechua und Aymara aufrechterhalten.
Puno ist zugleich Ausgangspunkt für Ausflüge auf den Titicacasee.

Gegen Neun fuhren wir nach Sillustani, einer praeinkaischen Grabstätte. Das archäologische Gebiet liegt auf einer Halbinsel am Umayo-See und ist 32 km von Puno entfernt. Die bis zu 12 m hohen Chullpas (Grabtürme) von Sillustani waren einst eines der bedeutendsten Zentren der Colla-Kultur, das später auch von den Inkas genutzt wurde. Die kleinen, aus unbehauenen Steinen errichteten Grabtürme der Colla sind leicht von den exakt bearbeiten der Inka zu unterscheiden. Leider sind viele durch Grabräuber und Blitzschlag beschädigt.
Um den größten Grabturm ganz Südamerikas handelt es sich bei der Chullpa die Agarto mit 12 m Höhe aus der Inka-Zeit. Hier fand man elf Mumien und auch einen wertvollen Goldschatz, der zwischenzeitlich jedoch verschwunden ist. Zu erkennen ist an den fugenlos zusammengesetzten, tonnenschweren Steinblöcken das Relief einer Eidechse, das dem Turm auch den Namen gab.Auf dem Gelände finden sich auch zwei Steinkreise, vermutlich Kultorte für die Vereinigung von Sonne und Mond, oder aber Opfer- und Weihestätten.

19_bauernhof-792Anschließend besuchten wir einen Hof eines Bauern. Hier bekamen wir die typischen Anbausorten (Kartoffeln…) gezeigt und auch deren Lebensweise. Am besten lässt man die Bilder sprechen.

Nachmittags bummelten wir dann durch Puno und waren gut Essen. Generell bemerkt: Die Küche hier ist sehr gut und vielseitig, man sollte nur etwas Spanisch können. Das Wichtigste hat man aber schnell drauf. Aber eins gilt immer: Koch es, schäl es oder vergess es! Anschließend ging es noch auf den Markt (nicht ganz ungefährlich bei Dunkelheit aber ein Muss) und dann zu einem Gläschen peruanischen Wein ins Restaurant – der übrigens nicht unbedingt zu empfehlen ist.

9. Tag: Titicacasee – Insel der Uros – Insel Taquile
Heute machten wir eine Fahrt auf dem Titicacasee (über 3800 m hoch, der höchstliegende schiffbare See der Welt) die den ganzen Tag dauerte. Um 7 Uhr ging es los. Zunächst fuhren wir mit dem Boot zu den schwimmenden Schilfinseln der Uros. Hier erfährt man viel über die Beschaffenheit der schwimmenden Schilfinseln und der Lebensweise der Menschen hier. Basis der Inseln sind miteinander verschnürte Schilfwurzeln von etwa einem Meter Dicke. Darauf kommen weitere Lagen an Schilfrohr, das immer wieder ergänzt werden muss. Die Inseln halten 30 Jahre. Auch die Wohnungen und Boote bestehen aus Schilf. Auf einer Insel leben immer mehrere Familien. Heute leben die Uros vorwiegend vom Tourismus und noch etwas vom Fischfang. Absolut einer der Höhepunkte der Reise.

Weiter ging es in einer 2 ½ stündigen Fahrt zu der Insel der strickenden Männer, Taquile, wo ein typisches Mittagessen (Suppe, Lachsforelle, Coka-Tee) auf uns wartete. Zuvor musste jedoch auf etwas über 4000 m aufgestiegen werden. Und nach dem Essen ging es weiter auf 4070 m, insgesamt war also ein Aufstieg von 260 m zu bewältigen. Nicht viel, aber auf über 4000 m Höhe. Und runter ging es via 533 Stufen, wenn man den Steinpfad so bezeichnen will. Elke schwächelte etwas, mir macht es nichts aus. Gegen späteren Nachmittag ging es dann mit dem Boot 3 h zurück nach Puno.

20_titicacasee-827

Bildergalerie  Cruz de Condor, Pune und der Titicaca-See mit den schwimmenden Schilfinseln

Das Hochland II (Raqui, Cusco und das Inti-Raymi-Fest)

Eine lange Tour lag heute vor uns. Über das Altiplano fuhren wir nach Cuzco, der alten Inkastadt. Auf dem Weg erwarteten uns einige schöne lohnenswerte Stopps. Pucenia war nach etwa zwei Stunden der erste. Hier gab es ein Museum mit Steinfiguren der Pucará-Kultur, bekannt weil sie ‚Menschenfresser‘ waren. Weiter ging es in etwa 1,5 Stunden nach La Raya, mit 4312m der höchste Punkt der Strecke nach Cuzco. Nach kurzem Stopp folgte 40 min. später – vorbei an heißen Quellen und einem Geysir – eine längere Rast an einem wirklich guten Restaurant.
22_raqui-918Weitere fünf Minuten Fahrt folgte eine Besichtigung des Viracocha-Tempel aus der Inka-Zeit bei Raqchi. Die archäologische Städte bot einen kleinen Vorgeschmack auf die Bauten der Inkas. Die Reste des Inka-Tempels ähneln aus der Ferne einem römischen Viadukt. Im Zentrum des 90 m langen Hauptgebäudes steht eine über 12 m hohe Mauer, die einst ein mächtiges Dachgebälk getragen haben soll. Beeindruckend sind auch die über 40 Getreidespeicher mit einer Grundfläche von etwa 50 qm und 3 m Höhe. Zum Schutz vor Nagern kam erst eine ein Meter dicke Schicht aus Minze rein – diesen Geruch mögen Mäuse nicht, darauf kamen die Säcke mit dem Getreide. Zu Inka-Zeiten war dieser Ort sowohl Verteidigungs- als auch Versorgungsstation.
Nächstes Etappenziel (1 h 20 min. Fahrt) war dann Andahuaylillas mit seiner von außen eher unscheinbaren, innen jedoch bezaubernden Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Sie trägt den Namen Sixtinische Kapelle der Anden“. Wandmalereien, ein reich dekorierter Dachstuhl, in prunkvolle Goldrahmen gefasste Ölgemälde und der üppige goldene Altar beeindrucken. Fotografieren ist innen jedoch nicht erlaubt unter dem Link finden sich jedoch einige Bilder im Internet.

Man hätte die Fahrt auch mit der berühmten Andenbahn machen können, nur wären dann die Stopps nicht möglich gewesen. Da die Fahrtstrecke jedoch entlang der Bahnlinie ging, war das kein Nachteil, im Gegenteil. Vorbei an Lama- und Alpakaherden sowie schneebedeckten Bergen erreichten wir Abends dann Cuzco. Vorher stiegen wir noch in einen kleineren Bus um, da wir sonst nicht in die Innenstadt zum Hotel San Augustin Internacional gekommen wären.

11. Tag: Inti Raymi Fest
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen Sacsayhuaman’s und dem hier alljährlich stattfinden Inti Raymi-Fest, dem Fest der Sonne. Beim Inti Raymi-Fest handelt es sich um einer Nachahmung der alten Rituale der Inka zur Wintersonnenwende und der Gründung des Reiches. Eine Vielzahl (rund 700, davon 400 Soldaten der Cusco-Armee) von Tänzern, Soldaten, Priestern, dem Inka-Herrscher und vielen weiteren im Inkastil kostümierten Leuten nehmen daran teil.

24_inti_raymi_fest-0990

Der Beginn des Sonnenfestes erfolgte gegen zehn Uhr am „Korikancha“ (Sonnentempel). Nur war bei den Menschenmassen keine Chance einen vernünftigen Platz zu ergattern. Besser ist es, gleich zur 2. Station zu gehen, den Plaza de Armas. Zwar bedeutet das, etwa zwei Stunden zu warten, nur dann ist jedoch ein Platz in der ersten Reihe sicher. Am Waffenplatz (Plaza de Armas)überreicht der Inka-Fürst in dessen Mitte die „Vara“ (Stab), die die Macht, die Verantwortung und die Führung des Bürgermeisters von Cusco symbolisiert – diese Zeremonie wird von Tänzern begleitet, die die typischen Trachten der vier Regionen (Tawantinsuyo) des Inkareiches tragen.
Mittags ging es dann im Schneckentempo mit dem Bus zwischen Tausenden von Fußgängern zur Esplanada de Sacsayhuaman, dem Vorplatz, wo mit viel Liebe die Wintersonnwendfeier inszeniert wird. Sacsayhuaman liegt rund 200 m oberhalb von Cuzco und diente in Zeiten der Inka als religiöse Kultstätte. Mehr dazu später. Wir haben die Ruinen zwei Tage später noch einmal in Ruhe besichtigt.
Zurück zum Fest. Die Aufführung zeigt die Geschichte der Gründung des Inkareiches in Auszügen – die Niederlage der Bewohner, die Anwesenheit der Kulturen der Kilke, Quechua, Chanapata und Chancas und die Vereinigung derselben zur Gründung eines Reiches. Hier tritt der Huillaqhuma, der heilige Priester, in Erscheinung, der den Inka krönt. Es findet außerdem, in Anwesenheit all seinerUntergebenen (der Jungfrauen des Gottes, der Priester, Soldaten und der Einwohner) die Zeremonie zu Ehren des Sonnengottes statt.

Absolut lohnenswert. Das zeigt schon der Andrang. Auf die Tribünen passten etwa 15.000 Menschen, davon waren etwa 5000 Touristen. Und auf den Hügeln ringsum fanden sich gerne geschätzt 100.000 und mehr. Und alle mussten nach der Vorführung wieder über eine schmale Strasse zu Fuß oder per Bus nach Cuzco. Wir brauchten für die drei bis vier Kilometer rund 90 Minuten. Egal, auch hier gab es viel am Strassenrand zu sehen. Zum Beispiel ganze gebratene Meerschweinchen.

Bildergalerie Raqui, Cusco und das Inti-Raymi-Fest

12. Tag: Cuzco
Cuzco heißt auf Quechuan ‚Nabel der Welt‘. Die Stadt mit ihren 500.000 (offiziell 350.000) Einwohnern war eine der ersten touristischen Städte Perus. Heute standen neben Bummeln, Einkaufen, Museumsbesuchen und dergleichen in Cuzco natürlich weitere Ruinen und das eine oder andere Museum auf dem Programm. Sehenswert sind u. a. die Innenstadt der Inkahauptstadt mit dem Plaza de Armas, die Kathedrale und der Sonnentempel Coricancha (der heiligste Ort der Inkas). Weiter ging es zu einem Handwerkermarkt. Alles in allem ein ruhiger Tag in der Stadt.
Abends war ich dann noch bei einem Friseur, die Kosten: 3 Sol (75 Cent). Die Dauer: 30 min.

25_cusco-1037

13. Tag: Urubamba – Das heilige Tal der Inkas
Der heutige Tagesausflug führte uns zuerst wieder nach Sacsayhuaman (Cuzco), wo das Inti Raymi-Fest stattfand. Die Anlage – von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt – besteht aus bis zu 125 Tonnen schweren Steinen und ist umgeben von einer doppelten Zickzackmauer, die die Zähne des Pumakopfes nachahmte da dessen Kopf die Festung gebildet haben soll. Wobei Festung relativ ist, es soll sich wohl eher um eine wichtige religiöse Kultstätte gehandelt haben. Erst später während der Belagerung der Stadt 1536 diente sie militärischen Zwecken. Bis 1933 diente die Anlage übrigens als Steinbruch.

Weiter ging es in das heilige Tal der Inkas, ins Urubamba-Tal. Zunächst fuhren wir nach Pisaq, das nur mehr auf 3000 m Höhe liegt. Der in landschaftlich sehr reizvolle Umgebung eingebettete Ort bietet einen der bekanntesten und buntesten Märkte Südamerikas. Der Ort lebt heute ausschließlich vom Tourismus. Das Mittagessen nahmen wir in einem Landrestaurant bei Urubamba ein.

Es folgte eine Brauerei, hier ließen wir uns die Herstellung des typischen peruanischen Maisbieres (Chicha) erklären. Das Bier wird frisch getrunken und enthält deswegen nur zwei Prozent Alkohol. Später getrunken enthält es zwar mehr Alkohol, ist aber sehr sauer. Kann es nicht verkauft werden, bekommen es die Schweine. Die tragen in dem Tal übrigens Nasenringe damit sie nicht die Kartoffelfelder umwühlen und zerstören.

Nächstes Ziel war die Festung und der Ort Ollantaytambo, die am Ende des Tals liegen. Große Teile des Ortes basieren noch auf den Gebäuden der Inkas. Das lässt sich gut bei einem Gang durch die engen Gassen beobachten. Bis etwa einem Meter Höhe sieht man noch die Inka-Mauern, darüber die neuzeitlichen Steinmauern. Hier besuchten wir auch das Haus einer traditionell lebenden Familie, die mit ihren Meerschweinchen zusammen in einem Raum lebt. Religiös basiert noch viel auf altem Inka-Religionen vermischt mit Katholizismus. So findet sich ein Hausaltar mit vielen schaurig anmutendem wie Füßen von Kondoren oder den echten Totenschädeln der Eltern und Großeltern aber auch christliche Utensilien.

Die größte Sehenswürdigkeit ist jedoch eine hoch über dem Ort thronende imposante Inkaruine. Während der Eroberung des Inka-Reiches durch die Spanier spielte die Festung eine wichtige Rolle. Hier kann man zudem gut nachvollziehen, wie die Inkas die Steine transportiert und bearbeitet haben. War die Festung zum Zeitpunkt der spanischen Eroberung doch noch nicht fertig gestellt. Vor dem Besuch steht jedoch ein im wahrsten Sinn des Worte atemberaubender Aufstieg über hunderte steile Steinstufen. Oben angekommen kann man gegenüber dem Tal den Steinbruch erkennen, von dem die Inkas die bis zu 80 t schweren Steinblöcke hierher transportierten. Zuerst ging es 6 km bergab, dann durch den Fluss und anschließend den Berg über Rampen wieder hinauf. Leider machte ein für diese Gegend sehr starker Wind das Filmen sehr schwer. Und im Juli und August soll er noch stärker sein.

16. Tag: Machu Picchu
Ein Höhepunkt der Perureise steht jetzt an: Machu Picchu. Früh am Morgen (5.30) ging es erst einmal wieder mit dem Bus in 90 min. nach Ollantaytambo. Dort stiegen wir in den Zug, der uns entlang der Schlucht des Rio Urubamba immer tiefer hinunter in den Bergregenwald (mit tropischer Vegetation) nach Aguas Calientes brachte, nur noch 2080 m hoch gelegen. Dort bezogen wir mit unserem Tagesgepäck erst das direkt (1 m) an den Gleisen gelegene Hotel. Wobei das Gleis als ‚Gehweg‘ dient. Erlebenswert! Mit einem Kleinbus ging es dann wieder die Serpentinen steil hinauf. Nach rund 400 Höhenmetern lag sie vor uns, die berühmteste Stätte der alten Inkas, Machu Picchu. Schon die Anfahrt mit dem Bus war spektakulär, aber erst oben zu sein, unbeschreiblich.

31_machu_picchu-1129

Erbaut wurde Machu Picchu in 2.360 m Höhe auf einer Bergspitze der Anden über dem Urubambatal gelegen einer Theorie zu Folge um 1450 von Pachacútec Yupanqui, einem Herrscher der Inka, der von 1438 bis 1471 regierte. Er schuf die Grundlagen für die Ausdehnung des mächtigen Inkareiches und führte den Kult um den Sonnengott Inti ein. Eingebettet zwischen dicht bewachsenen Bergen soll die Stadt für die spanischen Eroberer im Jahre 1532 unsichtbar gewesen und so dadurch der Zerstörung entgangen sein, so heißt es jedenfalls allenthalben. Fakt ist jedoch, das Archäologen Pferdeknochen fanden und auch ein Glas. Beides kannten die Inkas nicht, deswegen geht man davon aus, dass die Spanier die Stadt auf der Suche nach dem letzten Inka-König sehr wohl fanden aber an den Ruinen der von den Inkas verlassenen und niedergebrannten Stadt kein Interesse hatten. Und dann geriet sie in Vergessenheit, auch bei der späteren Suche nach dem Gold der Inka.

31_machu_picchu-1145

Die Stadt mit ihren geschätzten 1000 Einwohnern umfaßte 216 steinerne Bauten, die mit einem System von Treppen verbunden waren. Etwa 3.000 Stufen sind heute noch erhalten, ebenso wie die Außenmauern der zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten. Sinn und Zweck dieser Stadt sind bis heute umstritten. Es existieren über sie keine Überlieferungen bzw. wissenschaftliche Aufzeichnungen, weshalb nur Vermutungen angestellt werden können. Am wahrscheinlichsten ist, dass es sich um ein Handels- und Verwaltungssitz handelte. Benannt wurde die Stadt, deren ursprünglicher Name unbekannt ist, nach einem der nahe gelegenen Berggipfel , zwischen denen die Ruinenstadt liegt: Teile der Stadt, die für die Landwirtschaft genutzten Terrassen, liegen am Fuße des „alten Gipfels“, hinter dem anderen Ende der Stadt ragt der „junge Gipfel“ (Huayna Picchu) zuckerhutförmig in den Himmel. Im Westen liegen 4.500 Meter entfernt die Ruinen der Inkastadt Llactapata… mehr  Quelle: eigene Recherchen, Wikipedia

31_machu_picchu-1184Nachmittags stieg ich dann noch die rund 300 Höhenmeter auf dem berühmten Inka-Trail zum sog. Sonnentor auf (Elke blieb lieber unten) um den Blick von 2700 m auf Machu Picchu zu genießen. Die eineinhalb Stunden lohnen. Zu Zeiten der Inkas schafften die Staffelläufer auf diesen Wegen 2.000 km in sechs Tagen. Dabei lief jeder rund 2 km.

Übrigens: Nicht Bingham entdeckte die verlorene Stadt, ein deutscher Ingenieur stieß viel früher bei der Suche nach einer Eisenbahnlinie auf sie und verzeichnete die Ruinen in einer Karte. Und ein Peruaner fand sie ebenfalls, doch interessierte sich niemand in Cuzco dafür. Erst Bingham machte sie in den USA bekannt und sorgte für die Wiederauferstehung Machus Picchus.

Nebenbei bemerkt: Vieles in unserem Reiseführer (Du Mont) stimmte nicht, auch was Beschränkungen und Zeiten betrifft. Lieber vorher vor Ort oder im Internet informieren.

15. Tag: Aguas Calientes
Da der Zug heute erst um 19 Uhr zurück fährt, hatten wir genug Zeit um Aguas Calientes und die Umgebung auf eigene Faust in aller Ruhe zu erkunden. Ursprünglich war geplant heute Morgen noch einmal nach Machu Picchu zu fahren um den Tagestouristen aus den Weg zu gehen und die Ruinen in Ruhe zu erleben. Aber da gestern nicht allzuviel los war und die Zeit ausreichte entschieden wir uns anders. Also stand zuerst eine Wanderung in Richtung eines kleinen Wasserfalles an. Eine wunderbare Tour in subtropischer Umgebung entlang oder meistens auf den Gleisen des Zuges. Unterbrochen nur von den Zügen, die ihr Kommen durch lautes Hupen und Klingeln ankündigten. Unvorstellbar in Deutschland, aber genial für Foto und Film. Generell waren die etwa fünf bis sechs Kilometer wirklich schön, subtropische Pflanzenwelt, die Züge, die Stechmücken, gekochter Mais…
Später, nach etwa fünf Stunden zurück in Aguas Calientes, folgte ein gemütlicher Bummel durch den Ort mit Markt, Waffenplatz, Läden und Restaurants. Abends fuhren wir mit dem Zug dann zurück nach Ollantaytambo. Dabei lief die 90minütige Zugfahrt alles andere als ruhig ab. Erst Tanz und Musik, anschließend eine Modenschau durch das Zugpersonal machten die Rückfahrt kurzweilig – natürlich als Verkaufsförderung gedacht. In Ollantaytambo wartete dann der Bus nach Cuzco, 90 min. später waren wir im Hotel.

30_aguas_caliente-1111

Bildergalerie Fahrt durch das Urubamba-Tal nach Ollantaytambo und weiter mit dem Zug nach Aguas Caliente mit dem Ziel Machu Picchu

16. Tag: Cuzco – Lima
Nach dem Frühstück verließen wir Cuzco endgültig. Mit dem Flugzeug ging es zurück an die Küste nach Lima. Elke hatte die letzten drei Tage immer wieder mit Durchfall zu tun, erholte sich in Cuzco jedoch zusehends. Ich ging kurz in die Stadt um etwas zu essen während Elke am Zimmer blieb. Dabei hatte ich die Gelegenheit auf einer öffentlichen Leinwand die Niederlage Deutschlands bei der EM kurz zu erleben. Die Peruaner waren übrigens für Deutschland. Dann in dem Straßencafe erwischte es mich urplötzlich: die Höhenkrankheit Sorojchi– auf Meereshöhe. Also vollen Teller Suppe stehen gelassen, Dietmar ein Mitreisender zahlte für mich, und retour zum Hotel. Erst kam das Erbrechen, dann der Durchfall. Übrigens ganz normal, man kann die Höhenkrankheit auch dann bekommen wenn man schnell aus großer Höhe in die Niederungen kommt. Also Elke ab in eine Apotheke, Tabletten geholt und viel Coka- und Ingwer-Tee getrunken und Wasser. Morgen soll es mir dann schon wieder etwas besser gehen, mal sehen. Die abendliche Stadtrundfahrt fiel für uns übrigens aus.

Der Süden

17. Tag: Paracas
Am Morgen ging es dann entlang der Küste in etwa vier Stunden nach Paracas. Dort angekommen besuchten wir als erstes den Nationalpark von Paracas. Bei dieser Halbinsel handelt es sich um eine der trockensten Gegenden der Welt. Wenn es regnet, dann nun an ein/zwei Tagen im Jahr. Dafür gibt es von August bis November Nachmittags häufig Sandstürme mit Geschwindigkeiten bis 65 km/h. Paracas heiß in einer alten Sprache Sandsturm. Die Gegend bietet neben bizarren Küstenlandschaften und imposanten Wüstenbildern aber ein weiteres Highlight. Sie ist zugleich – bedingt durch den kalten, damit fischreichen Humbolt-Strom – eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete weltweit. Heute sahen wir Kormorane, Pelikane, Geier und natürlich Möwen.

38_museum_ica-1448In dieser Gegend entdeckte man 1925 zudem Hunderte von Grabstätten mit in feinem Gewebe eingehüllten Mumien. Leider lassen sie sich derzeit hier nicht besichtigen, da das Museum nach einem schweren Erdbeben (7,9 nach der Richterskala, Dauer 3 min.) im letzten Jahr noch geschlossen ist. Generell hat Peru unter vielen Erdbeben zu leiden, liegt es doch in einer geologisch aktiven Region. Übrigens: Die Höhenkrankheit ist überstanden.

18 Tag: Paracas – Ica – Nazca
Nach dem Frühstück ging es erstmal aufs Boot, zwei Stunden dauerte die Fahrt zu und um die Ballestas Inseln. Viele Möwen, Blaufuß- und Maskentölpeln, Pinguine, Seelöwen und Tausende von Kormoranen begleiteten uns auf dieser Fahrt. Ein faszinierendes Naturschauspiel, besonders wenn hunderte von Kormoranen dicht über das Wasser schießen und das Boot mit ähnlicher Geschwindigkeit (230 PS, knapp 50 km/h) neben her fährt. Die Ballestas Inseln gelten auch als das „Galapagos des armen Mannes“. Das Naturschutzgebiet ist Heimat vieler bedrohter Tierarten und darf nicht betreten werden. Übrigens, man kann die Inseln auch riechen. Der Grund: Guano, der Vogelkot. Er wird alle sieben bis acht Jahre unter staatlicher Aufsicht abgebaut und als Bestandteil für Blumendünger exportiert. Früher waren die Guano-Schichten bis drei Meter dick. Der Wellengang bei dieser Tour kann ein wenig stärker sein, Reisetabletten sind für empfindliche Teilnehmer zu empfehlen. War bei uns nicht erforderlich.

Wieder an Land angekommen, ging es mit dem Bus Richtung Ica. Zwischendurch ein kurzer Stopp an einem Denkmal, wo wir etwas zu den Unabhängigkeitskrieg Perus gegen die Spanier erfuhren. Anschließend erfolgte ein Besuch im archäologischen Museum in Ica. Hier ließen sich Keramiken, Kleidung und Mumien von 100 v. Chr. bis etwa 1500 n. Chr. besichtigen. Auch zu den Figuren von Nazca erfuhren wir erstes.

In Ica bietet sich zudem die Gelegenheit – sofern die Zeit reicht und es offen ist – ein ganz besonderes Museum zu besuchen: es befasst sich mit den Steinen des Dr. Cabrera. Gezeigt werden Steine mit eingravierten Figuren, die mit dem untergegangenen Kontinent Atlantis in Verbindung gebracht werden. Da das Museum nur auf Anfrage aufmacht, kann ein Besuch allerdings nicht garantiert werden.

Das landwirtschaftliche Hauptprodukt der Gegend um Ica ist übrigens Spargel. Daneben werden Chilepfeffer, Tomaten, Zwiebeln, Baumwolle und Trauben angebaut. War diese Gegend vor zehn/fünfzehn Jahren nur Wüste, sollen hier heute rund 65 Prozent aller Agrarexporte Perus produziert werden.

Es folgte der obligatorische Besuch der Oase Huacachina. Ein sehr schöner Platz, leider hatten wir nur eine Stunde Zeit. Hohe Sanddünen (geschätzt bis zu 200 m) ringsum, lauschige Plätzchen, eigentlich ein Platz zum Übernachten. Anschließend ging es in etwa zweieinhalb Stunden durch schier endlose Stein- und Sandwüsten, durch Gebirge und Ebenen, ein paar mal unterbrochen durch fruchtbare Flusstäler weiter nach Nazca, wo wir dann übernachteten.

39_oase_hucachina-1453

Bildergalerie Der Süden bis Oase Huacachina

19. Tag: Nazca – Lima
Am Morgen ging es dann zum Flughafen um mit einem Kleinflugzeug einen Rundflug über die berühmten Nazcalinien zu machen. Zuerst aber machte uns der morgendliche Nebel einen Strich durch die Rechnung. So ging es – gegen Bezahlung – zu einem von Grabräubern geplünderten Feld, ließen uns die Entstehung der Nazcalinien am Boden erklären und besuchten eine archäologische Stätte. Hier erfuhren wir einiges über die Wasserwirtschaft der Nazca-Kultur. Wirklich interessant und erstaunlich gut erhaltene Wasserkanäle ober- wie unterirdisch mit spiralförmigen Mundlöchern. Es folgte der obligatorische Besuch einer Töpferei und dann die Wartezeit am Flughafen. Gegen 12 Uhr startete ich dann, Elke blieb am Boden, fühlte sich nicht wohl. Das war auch gut so, denn die Figuren waren nur in 30 bis 40 Grad Schräglage zu sehen, dann aber gut. Nichts für empfindlichere Mägen, zumal der Flug auch so recht unruhig war. Aber es lohnt sich, eine unwirtliche Gegend, die Figuren…

Auf weiten kahlen Flächen zeichnen sich die eigenartigen Linien im Sand ab, die von der Deutschen Maria Reiche seit den 1940er Jahren erforscht wurden. Die zum Teil gigantischen Linien (durchschnittlich 500 bis 2000 m lang) und Tierdarstellungen (zwischen 40 und 300 m groß) lassen sich eigentlich nur aus der Luft erkennen, was viele Fragen und noch mehr Theorien aufwirft. Eine davon stammt von Erich von Däniken, ihm zufolge sollen sie von Außerirdischen stammen. Nun ja, eher waren sie für die Götter bestimmt, sicherlich eine Meisterleistung aus uralten Zeiten.

42_flug_nazca-1557

Bildergalerie Der Süden mit den Nacza-Linien

Gerade ihrer unbekannten Entstehung wegen wurden verschiedenste Theorien über die Nazca-Linien entwickelt. Wie konnten die Menschen der damaligen Zeit in der Lage sein, solche großformatigen Figuren zu zeichnen und vor allem für wen? Nur aus einer gewissen Höhe kann man die vollständigen Figuren erkennen... mehr, und hier weitere Theorien.

Anschließend ging es mit dem Bus in etwa sieben Stunden reiner Fahrtzeit zurück nach Lima zu dem uns zwischenzeitlich gut bekannten Hotel Casa Andina Miraflores.

Resümee

Alles in allem war die Reise sehr interessant und hat sich wirklich gelohnt, war in einzelnen Etappen aber auch anstrengend. Der Grund: die weiten Entfernungen. Immerhin ist Peru drei mal so groß wie Deutschland, hat aber nur rund 20 Mio. Einwohner. Wer Erholung sucht, ist hier falsch. Die ganze Organisation klappte überwiegend gut, man muss aber bedenken, Peru ist ein Entwicklungsland. Auch die Hotels waren überwiegend gut. Im Winter kann es aber auch an der Küste und nicht nur im Hochland Abends und Nachts bis in die Morgenstunden recht kühl werden, und Hotels haben wie die Restaurants keine Heizung. Tags steigen die Temperaturen dagegen schnell auf über 20 Grad an. Das gilt für den Norden wie den Süden und das Hochland genauso. Nicht besucht hatten wir die Dschungelgebiete Perus.
13_chivay-614Apropos Hochland. Man sollte vermeiden direkt von Lima ins Hochland nach Cuzco zu reisen, wenn man nicht sicher ist, die Höhe auch zu verkraften. Sonst fällt der eine oder anderer Tag der Höhenkrankheit Sorojchi zum Opfer. (Was auch für den ‚Abstieg‘ gelten sollte. Auch hier kann auf Meereshöhe die Höhenkrankheit zuschlagen.) Wir reisten deshalb über Arequipa an und konnten uns so langsamer an die Höhe anpassen. Dennoch erwischt es den einen oder anderen auf bald 5000 m Höhe. Sind es nur Kopfschmerzen hilft Aspirin, ansonsten rechtzeitig Medikamente dagegen in Farmacias kaufen. Sind recht günstig, knapp zehn Euro für 20 Tabletten, die reichen für 3 bis 4 Personen.
Der Lebensunterhalt ist für uns als Besucher recht gering. Im Süden kann man in einem guten Restaurant mit 60-70 Nuevo Sol (rund 16 Euro, inkl. Trinkgeld von 10 Prozent) für ein gutes Essen (z. B. Alpaka- oder Rindersteak + Lachsforelle + Getränke) für zwei Personen rechnen, im Norden ist es noch einmal ein Drittel billiger. Eine Flasche Wasser kostet umgerechnet 25 Cent, ein Cola 50 Cent und ein wirklich gutes Bier 1,25 bis 1,50 Euro. Waschen und Bügeln im Hotel wird kiloweise berechnet. Zwei Schlafanzüge und zwei Hosen kosteten zum Beispiel 3 Euro. Gut, in Cusco ist es etwas teurer, im Mittel stimmt es dann doch wieder. An Trinkgeldern gibt man einem Kofferträger 2 Soles (50 Cent), einem Zimmermädchen 1 – 2 Soles pro Tag. Will man Menschen fotografieren ist 1 Soles angesagt. Durchschnittlich benötigten wir am Tag für Verpflegung und Trinkgelder rund 25 Euro, im Norden etwas weniger – für zwei Personen wohlgemerkt. An Ausgaben für Essen und Trinken (Frühstück war inklusive), Trinkgelder, Wäsche waschen…, jedoch ohne Eintritte benötigten wir insgesamt 27 Euro täglich für zwei Personen, wobei der Norden noch einmal günstiger ist als die touristisch besser erschlossenen Gebiete. Nicht enthalten waren auch eventuell anfallende Flughafensteuern.
Die Höhepunkte für uns waren im Norden das Museum des Fürsten von Sipan, Chan Chan, der Mondtempel, im Bergland das Colca Tal mit dem Cruz de Condor (rechtzeitig losfahren), der Titicaca-See mit den schwimmenden Schilfinseln, Cuzco mit dem Inti-Raymi-Fest und natürlich an erster Stelle Machu Picchu. Im Süden sind die Ballestas-Inseln und die Nazca-Linien zu nennen. Nur braucht man einen guten Magen für den Flug um sie auch zu sehen.
Positiv auch: die Reisegruppe passte zueinander, ganz wichtig.

Quellen: Reiseführer, Internetrecherche, Viventura, TWR Latino Tours