Mongolei Sommer 2010

Berge, Pferde und weite Steppen

Ohne Zäune und Schranken kommt die Mongolei aus, ist geprägt von Nomaden, die seit Jahrhunderten hier leben. Berge, Steppen und Wüsten prägen das Land, die Temperaturen schwanken im jahreszeitlichen Verlauf von – 40 °C bis + 40 °C. Mit etwa 1,6 Bewohnern pro Quadratkilometer ist die Mongolei äußerst dünn besiedelt. Nur Grönland zählt bezogen auf die Fläche weniger Menschen. Von den 2,7 Mio. Einwohnern leben allein in der Hauptstadt Ulanbaator etwa 1,2 Mio. Dabei ist Mongol Uls, so genannt in der Landessprache, über viermal so groß wie Deutschland. Im Norden liegt Russland, im Süden die Volksrepublik China. Im kurzen Sommer blüht innerhalb weniger Wochen, was wir hier so von April bis Oktober bewundern dürfen – auf einmal. Auch Kulturbeflissene kommen auf ihre Kosten, es seien nur der Gelbmützen-Lamaismus genannt oder Dschingis Khan und Kublai Khan.

Zu finden sind in der Mongolei Steppen, Hochgebirge und Wüsten. Gerade mal ein Prozent der Fläche ist für den Ackerbau nutzbar, etwa zehn Prozent sind noch bewaldet. Mit der Gobi findet sich die am nördlichsten gelegene Wüste in dem Land, und im Norden finden sich die südlichsten Permafrostböden. Durch Überweidung, Landwirtschaft und Entwaldung sind fast 90 % der Fläche der Mongolei von Wüstenbildung bedroht. Die ursprüngliche Glaubensform der zentralasiatischen Steppenbewohner war der Tengrismus, eine Form des Schamanismus. Besonders auf dem Land spielen viele Elemente dieses Glaubens im Alltag auch heute noch eine große Rolle. Selbst der Kommunismus konnte dies nicht verändern. Im 16. Jahrhundert etablierte sich dann die tibetische Form des Buddhismus, der Lamaismus, dessen Oberhaupt der Dalai Lama ist. Hier in der Mongolei ist der Gelbmützen-Lamaismus stark verbreitet, die Rotmützen finden sich vor allem in China.

Bekannt ist das mongolische Nationalfest, das vom 11. bis 13. Juli stattfindet, überall im Land gefeiert wird und Naadam heißt. Das steht für Eriin Gurwan Naadam, die drei männlichen Spiele. Den wichtigsten Teil des Festes nehmen die drei namensgebenden Spiele ein: der Ringkampf, das Bogenschießen und die Pferderennen in verschiedenen Variationen. Das Fest ist religiösen Ursprungs und mehrere Jahrhunderte alt. In der Mongolei gilt der 11. Juli heute als Revolutionstag, zu Ehren der Ereignisse von 1921 (Link).

In älteren Atlanten findet sich noch der Name Äußere Mongolei, im Unterschied zur Inneren Mongolei, die als autonomes Gebiet zur Volksrepublik China gehört. Demokratisch regiert wird der Staat seit 1992.Heute ist die Demokratie stabiler als in allen anderen Staaten Zentralasiens. Hauptthemen der Politik sind die Marktwirtschaft und der Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Korruption; letztere wird aber allen Politikern nachgesagt. Ohne Schmiergeld läuft in der Mongolei nur wenig.

Hier geht es zu einer ausführlichen Linkliste.

Den Mongolei-Reisebericht gibt es hier (ohne Bilder). Und Einen 6-minütigen Trailer vom Film Mongolei – Wüsten, Pferde und weite Steppen findet hier.

Unsere Route:Erstes Ziel war die Hauptstadt Ulanbaator. Von dort aus ging es südlich vorbei am Gandan-Kloster, dem Bogd-Uul-Nationalpark, dem Baga Gadsryn Tschuluu-Gebirge bis zur Wüste Gobi und den südlichen Ausläufern des Altai-Gebirges. Nach ein paar Tagen in der Wüstenlandschaft fuhren wir nördlich über die Ruinen des Klosters Ongiin Hit nach Karaokum, der ehemaligen Hauptstadt des mongolischen Großreichs unter Dschingis Khan. Sechs Tage benötigten wir dann bis in den Norden des Landes zum Khövsgöl-See. Auf der Etappe besuchten wir u. a. den Tsagaan Nuur Nationalpark, Jagalant und Mörön. Nach zwei Tagen am Khövsgöl-See ging es via Kloster Amanbayarsgalant zurück nach Ulanbaator. Alles in allem fuhren wir um die 3800 bis 4000 km durchs Land, im Wesentlichen auf mehr oder vor allem weniger guten Pisten oder gleich querfeldein.


Die Metropole

Ulanbaatar

Etwa 1,2 Millionen Einwohner leben in der Hauptstadt Ulanbaator, zu Deutsch Roter Held – einer Stadt zwischen Moderne und Tradition. Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Mongolei. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von -2 °C gilt Ulanbaator als die kälteste Hauptstadt der Welt – in den Wintermonaten liegt die Temperatur tagsüber bei -10 bis -15 °C, nachts um -25 °C wobei auch -40 °C gemessen werden. Im Sommer ist es dagegen mit 20 bis 30 °C tagsüber recht warm, im Hochsommer sind es auch mal 40 °C.

1639 wurde die Stadt unter dem Namen Örgöö als Sitz des Oberhaupts des Lamaismus gegründet. In den ersten anderthalb Jahrhunderten wechselte sie über 25-mal ihren Standort, seit 1778 befindet sie sich an ihrer heutigen Stelle. Wechselhaft auch die Geschichte des Namens: Ögröö, Ich-Chüree, Niislel-Chüree, 1924 erhielt sie ihren heutigen Namen.

Touristisch bedeutsam ist das Süchbaatar-Denkmal, benannt nach dem mongolischen Revolutionär, von dem die Stadt ihren Namen ableitet. An den zweiten Weltkrieg erinnert das Zaisan-Denkmal, gelegen auf einem Hügel südlich der Stadt. Von hier aus hat man einen guten Blick auf die Metropole. Besuchen sollte man den Palast des Bogd Khan (weltlicher und religiöser Herrscher des Landes, bis zum Kommunismus) mit dem Religionsmuseum. Der Bogd-Khan-Tempel entstand ab 1893 und diente dem achten Bogd Khan, Dshebdsundumba VIII., als Residenz bis zu seinem Tod 1924.

Ein Muss ist der Besuch des Gandan-Klosters, westlich des Stadtzentrums gelegen. Das größte Kloster der Mongolei ist für seine 26 m hohe Statue der Göttin Janraisig bekannt. In seiner langen Geschichte mussten die Mönche Repression und Unterdrückung überstehen, als in den 1930er-Jahren – ähnlich wie in der Sowjetunion – Gläubige verfolgt und vielfach ermordet wurden. Deswegen handelt es sich auch bei der Statue nicht mehr um ein Original, sie wurde 1938 durch sowjetische Truppen eingeschmolzen. Erst 1990 wurde mit fünf Millionen Dollar an Spendengeldern eine originalgetreue, vergoldete Kopie der Janraisig errichtet. Für den Dalai Lama, das eigentliche Oberhaupt des Klosters, wurde zudem ein Thronsessel neu erbaut.

Hier lässt sich am Morgen auch eine lamaistische Morgenzeremonie erleben, Filmen und Fotografieren verboten. Jedoch werden wir noch die Gelegenheit haben, später in Ongin Hit eine Zeremonie zu filmen, hier sind die Mönche gegen eine kleine Gebühr flexibler.

Generell gilt aber: Ulanbaatar ist nicht unbedingt die wahre Mongolei, sondern eine Großstadt mit all ihren Problemen. Die Mongolei lässt sich nur durch eine Fahrt durchs Land erleben. Wer mit dem Flugzeug in den Süden in die Gobi oder in den Norden nach Mörön fliegt, verpasst viel.

Bildergalerie Ulanbaatar mit Impressionen aus der Stadt und die Fahrt nach Bodg Uul

Ab in die Wüste

Nach den Tagen in Ulanbaator führte uns die Tour in den Süden zur Wüste Gobi. Erste Etappe war der rund 70 km entfernt liegende und im ersten Teil über eine asphaltierte Straße gut erreichbare Bogd-Uul-Nationalpark. Schon innerhalb der Stadtgrenzen ereignete uns die erste Panne. Rauch stieg in den Fahrzeugraum, ein Kabel schmorte heftig. Doch schon nach etwa einer halben Stunde war der Schaden behoben. Es gibt eigentlich nichts, was die Fahrer an den robusten, geländegängigen russischen Kleinbussen nicht richten könnten. Was wir im Laufe der Tour noch mitbekommen sollten. Eigentlich ist so ein Bus zugleich rollende Werkstatt und Ersatzteillager, was die Ausstattung angeht. Meistens nutzen sie aber Pausen und Übernachtungen für Reparaturen, auch der Tausch einer Zylinderkopfdichtung oder eines Radlagers wurde abends mitten in der Wüste erledigt.

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Im Park bezogen wir unser Jurten-Camp (Ovoonii Eger), am Rande eines Taigawaldes gelegen, zu Fuße des mächtigen Bogd Uul Berges. Übernachtet wird auf der Tour durch das Land fast nur in Jurtencamps. Darunter findet man einfache aber auch bestens ausgestattete Zeltunterkünfte. Die sanitären Einrichtungen waren immer sauber, auch warmes Wasser meist vorhanden. Besonders die Unterkünfte der Mongole Palace Camps bieten verhältnismäßig viel Komfort in den Jurte – vorausgesetzt man erwartet nicht westliche 3-Sterne-Unterkünfte. Und besser als viele Hotels sind sie allemal. Wir bevorzugen allemal Jurtencamps anstelle von Hotels, die es sowieso nur in größeren Sums (quasi Kreisstädte) gibt. Wir nächtigten lieber in der Natu

Unterwegs wurde fast immer in Jurtencamps übernachtet, oft auch die einzige Möglichkeit. Die 2-und Mehr-Bett-Jurten sind verhältnismäßig gut ausgestattet – besonders die der Mongole Palace Camps. Gegründet wurde das Netzwerk 1998 von Dr. Werner Weiglein mit fünf kleinen Camps. Steigende Gästezahlen und Ansprüche führten zum ständigen Ausbau. Alle Jurten-Camps der Gruppe sind zur strikten Einhaltung von klar definierten Standardeinrichtungen verpflichtet. So dürfen nur 1 oder 2 Gäste in den Jurten wohnen, die Küche muss bestimmte Mindestanforderungen erfüllen, ein Restaurant gehört dazu und natürlich saubere Sanitäreinrichtungen. Auch auf guten Service wird Wert gelegt. All das konnten wir auch bestätigen.
Weitere Infos unter: www.khans-of-mongolia.de und www.hotel-mongolia.de

Vom Ovoonii Eger-Camp aus lassen sich unterschiedlichste Wanderungen und Ausritte unternehmen – im Galopp zum Beispiel durch die 20 km entfernten Selenge-Steppe. Die Zeit dafür hatten wir jedoch nicht, so entschieden wir uns für eine rund 60-minütige, gemütliche Wanderung über Bergwiesen und Taigawälder (Lärchenwälder) zum nahe gelegenen Manzhir-Kloster. In Vor-kommunistischer Zeit handelte es sich mit einigen Tausend Lamas (Mönche) um das größte und bedeutendste Kloster der Mongolei. Noch heute zeugen mächtige Gebäudereste von ursprünglichem Prunk und Größe. Im Klostergelände gibt es neben einem restaurierten Gebetshaus auch Felsmalereien und ein kleines Naturkunde-Museum zu besichtigen.

Auf der Fahrt begegnen einem immer wieder Herden mit Ziegen, Schafen oder Kamelen – und natürlich Pferde. Die Fahrer scheuchen die Tiere durch Hupen auseinander, die häufig Pisten queren, auf ihnen weiden oder einfach da liegen. Gebremst wird erst im letzten Moment, nur bei Yaks und Pferden sind sie etwas vorsichtiger. Aber kein Tier musste daran glauben, sie scheinen es gewöhnt.

Die kargen Böden erlauben nur sehr wenig Ackerbau, deswegen hat sich eine hoch spezialisierte Viehwirtschaft entwickelt. Fünf Nutztiere prägen das Leben auf dem Land, deren Produkte und Nutzen genau aufeinander abgestimmt in die nomadische Lebensweise eingebunden sind: Das Schaf steht für Wolle, Milch und Fleisch, die Ziege für das Fell und ihre Milch, das Yak ebenfalls für Milch, Fleisch und für Leder, beim Pferd wird die Stutenmilch genutzt und es dient natürlich als Reittier und für den Transport, während das Kamel als Lasttier eingesetzt wird. Traditionelle Erzeugnisse sind dementsprechend Fleisch, Milch, Schaf- und Kaschmirwolle; außerdem Getreide, Kartoffeln und Gemüse.

240 km weiter in südlicher Richtung, nunmehr auf Naturpisten oder auch mal quer durch die Steppe, erreichten wir unser nächstes Etappenziel, das Jurtencamp Mongol Palace Bayanbulag. Unterwegs mussten des Öfteren Nomaden nach dem richtigen Weg befragt werden, nach einigen Irrungen und Wirrungen erreichten wir etwas verspätet das Camp. Gefahren wird in der Steppe nach Sicht und nach einem Gewirr an Fahrspuren.

Apropos Nomaden: Auf einer Fläche über viermal so groß wie Deutschland halten die wenigen Nomaden geschätzte 35 Millionen Weidetiere. Noch heute sind 40 % der Einwohner Nomaden. Ihr Leben wird seit Jahrhunderten von der Natur geprägt. Zwei bis drei Mal im Jahr brechen sie ihre Zelte ab, früher auch öfters. Sie wechseln zum Beispiel vom Sommerlager ins Winterlager, Teile der Familie auch in Sums, von der Bedeutung her eine Kreisstadt, von der Größe her mit einem kleinen Dorf bis zu einer mittleren Stadt zu vergleichen.

Hier in der besonders im Süden häufig kargen und harten Landschaft haben die Mongolen eine erstaunliche Kultur entwickelt. Sie stellt nicht den Einzelnen in den Vordergrund, sondern die Gruppe. Teilen und Miteinander, statt Meins und Deins. Zentraler Punkt der nomadischen Gesellschaft ist dabei die Jurte. Diese Rundzelte aus Filz geben Schutz und laden Fremde zum Verweilen ein. Dabei sind sie gemütlicher eingerichtet als man denkt, sind nicht mit einem Zelt zu vergleichen. Wir waren froh, meistens in einem Jurtencamp übernachten zu können und nicht in einem Hotel. In diesen Camps wird sehr viel Wert auf Sauberkeit gelegt, meisten werden Toilette und Dusche sofort nach Gebrauch gereinigt. Auch die Küche ist genießbar, auch wenn nicht alles nach unserem Geschmack war. Leider gibt es Fleisch eigentlich nur in Form von Gulasch oder Gehacktem.

Zurück zum Camp bei Bayanbulag. Im Gebirge von Baga Gazryn Chuluu bietet sich eine wunderschöne Felslandschaft an. Zu entdecken gibt es prähistorische Felsengräber und Felsmalereien, fantastische Landschaften und mit etwas Glück auch Geier- und Adlerhorste. Die höchste Erhebung ist hier der Baga Gazryn uul mit 1768 m. Gut fünf Stunden benötigt man für einen Aufstieg, die Zeit dafür hatten wir nicht. Viele Legenden ranken sich um dieses Granitmassiv. So soll zum Beispiel Dschingis Khan einmal mit seinen Kriegern hier gelagert haben (mehr zum Khan später in diesem Bericht).

Unser Etappenziel war jedoch die südliche Wüste Gobi, was weitere 450 km Fahrt auf Pisten bedeutete. Mithin die längste Tagesetappe auf der Tour – und das in den alten russischen Kleinbussen mit ihren Starrachsen und Blattfedern. Beinahe eine Tortur, für Fahrer und Insassen, auch für die Fahrzeuge. Durchschnittstempo war etwa 50 km/h, ohne die Pausen einzurechnen. Was 30 bis 80 km/h auf derartigen Pisten bedeutet. Dennoch, es lohnt des Zieles wegen. Auch wenn die Gegend immer eintöniger wird.

Wenige Tage vorher regnete es übrigens, recht selten in der Wüste Gobi, auf jeden Fall war die Landschaft vielerorts grün. Auffallend waren zahlreiche Tierkadaver und Skelette allein am Wegesrand. Das zeigt, wie schwer das Überleben in den strengen Wintern und den heißen Sommern ist. Gegen 19 Uhr kamen wir dann völlig verstaubt im Mongol Palace Güjung Khan-Camp an, erst wurde Foto- und Filmequipment „entstaubt“ und gereinigt, dann wir selber. Vom Camp aus lassen sich in etwa 15 km Distanz mit die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Gobi erreichen: Adlerschlucht und Eiswasserfall im Altai-Gebirge, die Sanddünen von Molzog Els, das Sandmeer von Khongorin Els und der Dinosaurierfriedhof von Bayanzak. Auch Touren in die Provinzhauptstadt Dalanzadgad mit Besuch des lokalen Gobi-Museums, des Marktes und eines Lama-Tempels sind möglich – leider zu viel für die zwei Tage die uns zur Verfügung standen. Also entscheiden wir uns zu einer Exkursion zu der etwa 2300 m hoch liegenden Adlerschlucht und den Eiswasserfall.

Erst mal war Ausschlafen angesagt, morgens um neun ging es dann los zu der Adlerschlucht im südlichen Ausläufer des Altaigebirges. Nach dem Staub und der Hitze gestern, es regnete wieder in der Gobi. An unserem Ausgangspunkt in 2300 m Höhe war es kalt und windig, und es regnete nun teilweise recht kräftig. Erlebenswert und kein Hindernis für unsere Wanderungen. Man muss eben immer auf alles vorbereitet sein. Gut dass wir selbst den Regenschutz für die Kamera dabei hatten. Im Hochsommer ist es möglich, hier oben noch Eis-Reste vorzufinden. Zu Fuß wurden die engen Schluchten erkundet, und das Eis war da, hinderte uns weiterzukommen. Wetterbedingt konnten wir leider keine wild lebenden Tiere beobachten, seien es Steinböcke, Wildziegen und Wildschafe. Nur deren Reste. Und die Geier die sich daran laben, ließen sich auch nicht blicken. Woanders war sogar noch ein gefrorener Wasserfall in einer engen Schlucht zu sehen, mitten in der Gobi. Selbst die Fahrt quer durch die Landschaft abseits von Pfaden oder Spurrillen war erlebnisreicht, man glaubt gar nicht was die russischen Wagen alles schaffen. Ein rundum gelungener Tag, trotz oder auch wegen des Regens.

Am nächsten Morgen ging es dann rund 180 km auf Pisten, respektive quer durch die Steinwüste zum Sandmeer von Khongoriin Els. Auf der Fahrt hatten wir Gelegenheit ungeplant Nomaden beim Melken von Stuten (5 x täglich) zuzusehen und Ayrak, vergorene Stutenmilch mit 3 % Alkohol zu probieren. Das Getränk schmeckt gewöhnungsbedürftig, ist jedoch sehr nahrhaft. Nomaden sind gastfreundlich, wie wir auch beim Mittagessen feststellten – ebenfalls unangemeldet. Das Essen brachten wir mit, auch etwas für die Nomaden, zudem Süßigkeiten und Kugelschreiber für die Kinder. Unterwegs wurde dann noch ein verendetes Pferd fotografiert, es zeigt die Härte der Region, im Winter sterben viele Nutztiere, weiter Kamele beobachtet und waghalsige Fahrten absolviert bis wir in Khongoriin Els ankamen.

Bildergalerie Fahrt in den Süden in die Wüste Gobi bis zum Altai-Gebirge

Der Wind weht hier ununterbrochen aus Nordwesten. Er schiebt den Sand zu mächtigen Dünen zusammen, an manchen Stellen wie hier bilden sie wahre Gebirge – es heißt die größten der Welt. Bis zu 200 m hoch und 12 km breit erstrecken sich die Dünen auf einer Länge von 180 Kilometer – wie ein helles Band ziehen sie sich durch die Gegend, im Hintergrund das dunkle Gestein des Altai und davor eine leicht grüne Gobi – ein faszinierender Kontrast. Die Dünen erheben sich unvermittelt aus der flachen Ebene und türmen sich an der vom Wind konstant angeblasenen nordwestlichen Seite auf die 200 m. Der Sand stammt aus altertümlichen Seen und Flüssen.

Nächste Etappe, etwas mehr als 200 km entfernt in nördlicher Richtung, unterbrochen von diversen Fotostopps und Besichtigungen, war der Onggin-Fluss. Der zweite Stopp war unfreiwillig, das Benzin war aus, etwa 20 km vor der nächsten „Stadt“. Also Reste aus Tank 1 gesaugt und in Tank 2 gefüllt. Rund 5 km vor dem Etappenziel war denn endgültig Schluss. Die nahe siedelten Nomaden konnten auch nicht aushelfen, also führen die zwei anderen Fahrzeuge mit den letzten Tropfen vor, tankten, und fuhren zu dem liegen gebliebenen Fahrzeug zurück – gut für den Film, schlecht für die Zeit – egal. Nebenher wurde im Ort noch am zweiten Fahrzeug etwas an der Lenkstange geschweißt, alles recht zügig, hätte uns auch gewundert wenn so etwas länger dauert.

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Nun ging es direkt zu einer Kamelzüchterfamilie, die das Mittagessen vorbereitete. Während dies geschah, ging es zu Fuß erst mal zu den nahe gelegenen Sachsaulbäumen. Die fossilen Bäume gibt es nur in der Gobi, sie existieren schon seit Jahrmillionen. Die Pfahlwurzeln sind weit verzweigt und reichen tief in den Boden. Über seine kleinen Blätter verdunstet der Sachsaul kaum Feuchtigkeit. Entlang der Dünen gibt es immer wieder kleine Sachsaul-Wälder, deren Holz die Nomaden früher zum Heizen verwendeten. Heute stehen sie unter Naturschutz. Der 65-jährige Chef der Familie führte uns nach dem Essen dann zu der nächsten und bedeutendsten Attraktion der Gegend, zu Dinosaurierfundstellen. Sie kommen in der Gegend in großer Zahl vor, sind für Laien jedoch kaum zu entdecken. Eigentlich handelt es sich in der Region um Bayanzak – bayan steht für Reich und zak für Sachsaulbäume – um einen der größten Saurierfriedhöfe weltweit. Erste Dinosaurier aus der Kreidezeit fand man 1922 im Rahmen einer Zentralasien-Expedition. Sensationell waren damals die ersten Funde von Dinosaurier-Eiern. Nun wusste man, dass Dinosaurier wie Vögel Eier gelegt haben. Weitere Expeditionen fanden erst wieder ab 1990 statt, als sich die Mongolei aus der politischen Isolation öffnete. Neue Fundstellen wurden entdeckt, weitere sensationelle Funde gelangen: Seien es ein Velociraptor im Kampf mit einem Protoceratops, ein Oviraptor brütend auf seinen Eiern oder Jungsaurier in Sauriereiern. Kein Wunder, dass die Mongolei heute als das Land mit den besten Dinosaurier-Fundstellen weltweit gilt. Vom hohen Waldrand aus hat man einen fantastischen Blick über eine einzigartige Urlandschaft. Zeit um den eigenen Saurier zu finden und auszubuddeln, blieb leider nicht – nur für einen kürzeren Spaziergang. Aber der Nomade zeigte uns immerhin Reste eines Schädels eines Raubsauriers und ein Gelege mit Oviraptor-Eiern. Eigentlich sollte man hier mindestens einen Tag oder besser noch mehrere Tage hier verbringen, sofern man sich für die Urzeitviecher interessiert. Nur mitnehmen außer Landes darf man nichts.

Drei Stunden ging es dann weiter durch typische Schotter- und Geröllwüsten bis zum nächsten Camp, oberhalb Onggin-Flusses gelegen. Der immer Wasser führende Fluss schlängelt sich hier durch ein grünes Wüstental mit hohen schroffen Bergbarrieren zu beiden Seiten. Vom in einer fantastischen Landschaft gelegenen Camp sind es nur wenige Minuten zu Fuß in die sehenswerte Klosterruinenstadt von Ongiin Hiit. Die hoben wir uns für den nächsten Tag auf.

Das malerisch gelegene Ongiin Hit war eines der wichtigsten Klöster des mongolischen Lamaismus bis zu dessen Zerstörung 1933 durch den Kommunismus. Dabei mussten die Einwohner ihre Häuser selbst zerstören, 400 Lamas mussten anschließend durch die Wüste bis zum Altai-Gebirge marschieren, dort wurden sie dann erschossen. Ähnlich erging es allen 700 Klöstern des Landes. Heute versucht man die Klöster wieder etwas zu beleben, baut schon mal einen Tempel auf, hier in Onggin Hit leben derzeit vier Mönche, zwei davon Kinder. Die Lamapriester selbst sind bettelarm. Selbst ein gutes Essen gibt es nur selten. Es mangelt an allem. Die Mönche besitzen nichts, geben sich vollkommen ihrem Glauben hin. Als Besucher kann man problemlos der Morgenzeremonie beiwohnen, selbst Fotografieren oder Filmen ist gegen eine kleine Gebühr kein Problem.

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Die Ruinen sind schon vom Camp aus zu sehen, ein kurzer Fußmarsch genügt. Zu sehen bekommt man zahlreiche Reste diverses Gebäude, auch buddhistische Tempel. An einer der antiken Handelsstraßen gelegen, war Ongin Hiit vom 15. Jahrhundert an bis zu der Zerstörung eines der größten und bedeutendsten Klöster der alten Mongolei. Die auf beiden Flussseiten gelegene Stadt war über viele Jahrhunderte geistig-religiöses, wissenschaftliches und heilkundiges Zentrum der südlichen Mongolei. Die Zerstörung, sowie die Verschleppung und Tötung der Lamas hinterließ in einer Region von der Größe Deutschlands bis heute ein wirtschaftliches, soziales, kulturelles und religiöses Vakuum. Oberhaupt der Lamaisten ist der Daila Lama.

09-ongiin-hit-1227Aufgrund fehlender finanzieller Mittel ist es den Mönchen hier nicht möglich, auch nur Teile der ehemaligen Häuser wieder aufzubauen. Ein Wiederaufbau bedeutender Tempelanlagen ist unrealistisch. Seit Beginn der wiedererlangten Religionsfreiheit im Jahre 1991, lebte die Lamagemeinde zusammen mit ihrem Ober-Lama in der 15 km entfernten Ortschaft Saichen Ovoo. Etwas Hilfe kommt von der Gesellschaft „Freunde der Mongolei“ in Gelnhausen und Khans of Mongolia Ltd. in Ulanbaator. Sie haben sich den Wiederaufbau des zerstörten Klosters sowie die Unterstützung der dortigen Lamagemeinde zu ihrer Aufgabe gemacht. In einem ersten Schritt entstand ein kleiner Wohnkomplexes mit einem Gebets- und Meditationsraum und eine Stupa zum Gedenken an die Ermordeten. Zudem wurde ein Grundwasserbrunnen restauriert und einige Tiere angeschafft, damit sich die Mönchsgemeinde besser selbständig versorgen kann. In einem zweiten Schritt soll es um die wissenschaftliche Erfassung der zerstörten Klosterstadt durch mongolische Experten und den Beginn des Wiederaufbaues zweier für die Region seit Jahrhunderten wichtiger Tempel und Stupas gehen.

Nachmittags war denn relaxen angesagt, und etwas später wurde bei 40° C noch die Umgebung individuell auf mehreren kurzen Wanderungen in die Bergwelt erkundigt. Auch ein Fußbad im Fluss gehörte dazu

Bildergalerie Khongorim Els bis Ongin Hit über den Dino-Friedhof Bayanzak

Traditionelles aus der Küche
Ein traditionelles mongolisches Nomaden-Essen ist Fleisch aus Milchkanne. Dazu erhitzen die Einheimischen Steine über einem Holzfeuer und geben sie zusammen frisch geschlachtetem Fleisch (Lamm oder Ziege) in eine große Milchkanne. Fest verschlossen ist das Fleisch nach etwa einer Stunde im eigenen Saft durchgegart und kann serviert werden. Ziege in eigenen Sack: Zuerst schneiden die Einheimischen das Fleisch und Innereien klein. Parallel dazu werden Steine im Ofen erhitzt. Beides wird schichtweise im Wechsel in das Fell gestapelt. Dann verschließt man den Balg der Ziege mit Draht und brennt das Fell mit einer Lötlampe weg. Das Fleisch gart in einem natürlichen Schnellkochtopf unter Druck durch. Zu trinken gibt es Ayrak, vergorene Stutenmilch.

Karakorum – Auf den Spuren Dschingis Khans

Am zehnten Tag unserer Tour ging es auf etwa 250 km Naturpisten weitere nordwärts zur einstigen Hauptstadt des mongolischen Großreiches Dschingis Khans – nach Karakorum. Die Mittagspause verbrachten wir bei Murmeltierjägern, vorher jedoch musste an einem der anderen Fahrzeuge das Gestänge des Gaspedals ausgebaut, repariert und wieder eingebaut werden, was etwa 30 min. dauerte. Und in der Wüste hatte es kräftig geregnet, so dass man größere Wasserlöcher, die eine kleine Seelandschaft formten, umfahren mussten. Und sogar eine schlammige „Furt“ war nach Prüfung zu Fuß zu passieren – in der Gobi. Einfach gut für die Kamera. Bei den Murmeltierjäger war dann an unserem Fahrzeug ein Reifen halb platt, also schnell mal einen Radwechsel vollzogen. Am Nachmittag erreichten wir das Grasland der zentralen Mongolei. Hier ging es auf einer der wenigen geteerten Straßen weiter, was man hier so darunter versteht. Und gerade hier schlug das Schicksal wieder zu, der gerade neu montierte Ersatzreifen platzte. Gut, wir haben zwei, und für die Fahrer ist nach Erreichen des Bayan Gobi Camps nach einer Ruhepause wieder Arbeit angesagt. Die nächtigen übrigens fast immer in Ihren Fahrzeugen.

Ich selber erstieg nachmittags einen Berg in der Nähe, der eine fantastische Fauna bot und eine gigantische Aussicht auf Sanddünen, Grasland, eine Wiesenbach der durch die Landschaft mäandert… Die 2 ½ Stunden Auf- und Abstieg waren es wert.

Am nächsten Morgen ging es um acht Uhr weiter, 80 km geteerte Straße und 10 km Piste lagen noch zwischen uns und Karakorum. Das wir ohne Probleme erreichten.

Karakorum, die alte Hauptstadt des von Dschingis Khan im 13. Jahrhundert gegründeten Mongolenreiches, bildet auf einer Länge von 1,5 km eine etwa 2 qkm große Stadtwüstung. Zu sehen von der einst mächtigsten Stadt der Erde ist so gut wie nichts. Sie liegt auf der Ostseite des Flusses Orchon. Der Fluss war und ist Lebensader der ganzen Region, an seinen Ufern lagen schon vor Dschinghis Khan die Zentren großer vergangener Steppenreiche. Dschingis Khan und seine Nachfolger zeigten in Karakorum neben ihren grausamen Kriegstaten ein zweites, anderes Gesicht. Ihrer toleranten Haltung allem Neuen und Unbekannten gegenüber wurde die Hauptstadt nicht nur Schaltzentrale der Reichsverwaltung und Zentrum des Handels und Kunsthandwerks, sondern auch ein Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Völker. Zerstört wurde die Stadt durch die Chinesen 1388. Für die Mongolen ist Karakorum noch heute die Keimzelle und Geburtsstätte ihres Nationalstaates.

Ausführlichere Informationen zu Karakorum

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Temüüdschin, wie Dschingis Khan hieß, übersetzt als „der Schmied“ oder „der Eiserne“ wurde 1155, 1162 oder 1167 geboren und starb vermutlich am 8. August 1227 als Großkhan der Mongolen. Er vereinte die turko-mongolischen Stämme und eroberte weite Teile Zentralasiens und Nordchinas. Nach der Ernennung zum Großkhan (1206) aller Mongolen begann er mit der Eroberung großer Gebiete; im Osten reichte sein Herrschaftsbereich bis an das Japanische Meer, im Westen bis zum Kaspischen Meer. Die Eroberung Japans scheiterte, weil seine Flotte einem Sturm zum Opfer fiel. Um dieses Reich zu verwalten, ließ er eine eigene Schrift entwickeln und setzte schriftliche und für alle verbindliche Gesetze durch. Nach seinem Tod wurde das Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt und noch weiter vergrößert, fiel aber zwei Generationen später wieder auseinander.

Die Völker, denen er Leid und Tod brachte, charakterisieren ihn als grausamen Schlächter, und er gilt bis heute als einer der größten Massenmörder in der Geschichte der Menschheit. Doch brachte sein gewaltiges Reich seinen Bewohnern für eine lange Zeitspanne Sicherheit und Frieden. Auf der anderen Seite war er in religiösen Dingen sehr tolerant und bereit, jeder Glaubensrichtung und jeder Staatsphilosophie sein Ohr zu leihen.

Infos zu Dschingis Khan (Wikipedia)

Wir besuchten auch das Kloster Erdene Zuu, das älteste Zentrum des gelben Buddhismus in der Mongolei. Die Bauzeit der Kloster dauerte über 300 Jahre. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde es zweimal von mandschurischen Eroberern zerstört und auch zwei mal wieder aufgebaut. Endgültig zerstört wurde es 1937 im Rahmen stalinistischer Säuberungen.

Innerhalb seiner quadratischen Außenmauer sollen sich auf dem großen Areal noch 1870 etwa 62 Tempel im chinesisch-mongolischen Mischstil befunden haben. Übrig geblieben sind nur die imposante, von 108 Stupas gekrönte Mauer aus dem 17. Jahrhundert und vier Tempel. Nach dem politischen Umbruch wurde das Kloster 1990 wieder in Betrieb genommen. In jüngster Zeit hat man einige Gebäude mit erheblichem Aufwand restauriert. Die vollständige Wiederherstellung der Anlage scheitert jedoch an den finanziellen Möglichkeiten.

Den Abend ließen wir während einer Musikdarbietung mit lokalen Künstlern ausklingen. Wirklich gute Musik, besonders der Kehlkopfgesang. Das war dann auch die happigen 20 USD für eine CD wert. Leider störten Kasachen etwas den Musikgenuss mit ihrem lauten Gerede.

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Bildergalerie Fahrt nach Karakorum, Bayan Gobi und Kloster Erdene Zuu

In sechs Tagen zum Khövsgöl-See

Sechs Tage – natürlich mit zahlreichen Unterbrechungen, u. a. einen Ruhetag – benötigten wir anschließend hoch in den Norden in die sibirische Taiga für die mit Umwegen rund 900 km lange Strecke zum wunderschönen Khövsgöl-See. Spät abends hat es gestürmt und anschließend die Nacht über mehr und weniger geregnet. Die erste Tagesetappe führte rund 250 km auf Pisten und teilweise geteerten Straßen in das Gebiet von Ikh Tam. Die Pisten waren natürlich mehr Schlamm als Weg, hier zeigten sich das Können der russischen Allradbusse und das der Fahrer. Immer wieder sahen wir stecken gebliebene Fahrzeuge, vor allem Lastkraftwagen. Viel unterwegs war natürlich nicht. Interessant auch, streckenweise wird eine geteerte Straße gebaut, dafür wird der Weg einfach mit Kieshaufen gesperrt, die Fahrer suchen sich Wege drum herum (häufig kilometerlang, auch 30 oder 40 km am Stück) oder fahren, wenn möglich auf dem Straßenunterbau nach der Sperre weiter. Was aber häufig keinen Unterschied machte.

Das Ziel, bevor es in das Camp ging, war das kleine Städtchen Tsetserleg, auf 1.695 m Höhe am Fuße des Bulgan Uul gelegen. Sehenswert ist der Containermarkt – hier wird viel direkt aus Containern heraus verkauft – und das alte Kloster Zaya Gegeen, das wie durch ein Wunder die kommunistische Vernichtungsorgie überstanden hat. Hier gewinnt man einen Eindruck davon, wie prachtvoll die alten Klöster gewesen sein mussten. Die Gegend ist inzwischen grün und bergig, erinnert manchmal an die Alpen oder das Allgäu. Vom 30 km entfernten Camp am Ikh Tamir Gol, dem Fluß Tamir, gelegen aus wurde die Gegend dann noch zu Fuß erkundet, zahlreiche blühende Pflanzen waren zu filmen und fotografieren und große Herden bestehend aus Rindern, Yaks, deren Kreuzungen namens Heinak, sowie Schafen und Ziegen – alles kunterbunt gemischt.

Ebenfalls 250 km entfernt lag das nächste Etappenziel , der Terkhiin Tsagaan See im Khorgo Terkh Nationalpark. Leider fast ausschließlich eher schwierige und schlechte Pisten. Das wird bis zum Khövsgöl-See so bleiben. Wir fuhren über Pässe durch gebirgige Gegenden mit wunderschönen Bergwiesen. Alles blühte zugleich, ist der Sommer doch kurz und der Winter kommt fast übergangslos. Zu entdecken gibt es viel Edelweiß, Astern, Küchenschellen, Glockenblumen, Nelken und zahlreiches mehr. So auch Pilze. Später ging es dann am Tschuluut Fluss entlang, der durch einen tief eingeschnittenen Basaltcanyon mit senkrecht abfallenden Wänden fließt.

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Bildergalerie Tsetserleg bis Khorgo Terkh über den Terhiin Tsagaan-See

Naadam

Kurz vor unserem Ziel kamen wir an einer Stelle vorbei, wo das Naadam-Fest zwei Tage vor dem eigentlichen Beginn stattfand. Das sei auf dem Land üblich, da die einen oder anderen professionellen Ringer erst am Land auftreten und dann am großen Naadam-Fest in Ulanbataar, wo es höhere Siegprämien gibt. Außerdem wollen die Nomaden auf dem Land auch am großen Fest in der Hauptstadt teilhaben, per Fernsehen oder Radio. Also findet in der Provinz das Fest einfach etwas früher statt. Hier gab es Ringer zu bestaunen und das Rennen der 3- und 4-jährigen Pferde. Leider fehlten die Bogenschützen, deren Wettkämpfe finden nur in größeren Sums und in Ulanbaatar statt.

Das Fest in der Hauptstadt zu besuchen macht übrigens wenig Sinn. Die Wettkämpfe finden in auseinander liegenden großen Stadien statt, die man mit tausenden anderen teilt. Man sitzt entfernt von den Wettkämpfen. Der Weg zu einem anderen Wettbewerb ist weit, schon zu normalen Zeiten. Beim Naadam ist der Verkehr zudem noch chaotischer als sonst. In der Provinz ist man im wahrsten Sinn des Wortes hautnah dabei, beim Ringen sind auch Profikämpfer dabei, die später in Ulanbataar auftreten, und das Fest ist viel ursprünglicher.

Das mongolische Nationalfest dauert vom 11. bis zum 13. Juli und heißt Naadam (vollständig Eriin Gurwan Naadam = die drei männlichen Spiele). Das Fest ist religiösen Ursprungs und dürfte mehrere Jahrhunderte alt sein. Es wird auch in der Inneren Mongolei in China gefeiert. Den wichtigsten Teil des Festes nehmen die drei namensgebenden Spiele ein: Ringkämpfe, Bogenschießen und Pferderennen. Wettbewerbe werden fast überall in der Mongolei durchgeführt, mit der größten Teilnehmerzahl in der Hauptstadt Ulan Bator.

Die Wurzeln des Festes gehen zurück bis in die Zeit der Alttürken oder gar Hunnen. Spätestens unter Dschingis-Khan und seinen Nachfolgern wandelte es sich dann zur Wehrertüchtigung für die Krieger des Kaisers. Es fand nicht zu einer bestimmten Zeit statt, sondern immer dann, wenn sich Gelegenheit dazu bot. mehr zu Naadam…

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Bildergalerie Naadam-Fest und Fahrt weiter nach Khorgo Terkh

Weiter ging es die letzten Kilometer bis zum Ziel, dem Terkhiin Tsagaan See im Khorgo Terkh Nationalpark. Der 55 km2 große See gilt als einer der schönsten der Mongolei und liegt auf 2020 m Höhe. Diese Gegend erkundeten wir am nächsten Tag ausgiebig, nachdem wir morgens noch einmal zum Naadam-Fest, und zwar zur Siegerehrung der Reiter und weiteren Ringkämpfen fuhren.

Vorher jedoch bestiegen wir erloschenen Vulkan Khorgo Uul in der Nähe des Camps. Einfach eine traumhafte Landschaft, und die Wanderung rund um den Krater, die muss man machen. Einblicke in den Krater und Ausblicke in die Landschaft, einfach nur schön. Der Aufstieg beträgt nur etwa 100 Höhenmeter, die Anfahrt fordert Wagen und Fahrer. An manchen Tagen finden sich hier mehrere hundert Besucher ein, vorwiegend aus der Mongolei, die es jedoch nur bis zum Kraterrand schaffen. Deshalb ist der Rundweg am Krater nur wenig begangen. Die Vegetation gleicht der eines Steingartens. Die Pflanzenwelt bietet sowieso einige Überraschungen, das gilt generell für den Norden im Sommer. Hier muss alles in den zwei/drei Monaten blühen und gedeihen, so finden sich von Frühlingsblühern (in unseren Gegenden) bis Astern zahlreiches bekanntes und weniger bekanntes gleichzeitig in schönster Pracht. Auch Pilze: Wir fielen quasi über statthafte Wiesenchampions oder einen Riesenbovist.

Am Nachmittag fuhren wir dann zum Terkhiin Tsagaan See. Im Hochsommer kann der Weiße See eine Temperatur von 20 °C erreichen, ist zudem sehr fischreich. Ende September ist er jedoch schon wieder zugefroren, deswegen der Name Weißer See. Es handelt sich um einen natürlichen Stausee, der entstand, als der Ausbruch des Vulkans vor ungefähr 8000 Jahren den Talabschluss verschloss und sich Wasser aufstauen konnte. Gründe genug, fast einen ganzen Tag hier zu verbringen, zu filmen und zu fotografieren.

Rund 90 km entfernt über eine beschwerliche Piste, jedoch durch eine herrliche Bergwelt, über einen Pass und durch idyllische Täler, lag unser nächstes Etappenziel, Jagalant. Hier ging es erst einmal kurz zum Naadam-Fest, hier sahen wir einige Bogenschützen. Nahe dem Camp gibt es heiße Quellen, sprich zwei Rohre im Boden, aus denen 70 °C heißes Wasser zum Camp in ein kleines gemauertes Becken gepumpt wird. Ansonsten war es ein ruhigerer Nachmittag bei regnerischem Wetter in der Jurte.

Bildergalerie Jagalant und Mörön

Nach Mörön (200 km) ging es dann am folgenden Tag.Über zwei höhere Pässe und mehrere kleinere führte eine manchmal überraschend gute Piste, öfters aber auch nicht. Gleich morgens überquerten wir einen größeren Fluss auf etwas, was einmal eine Brücke war. Zwar wird flussabwärts gerade an einer neuen gebaut, doch solange muss die alte, schiefe und dem Einsturz nahe alte Holzkonstruktion für alles herhalten, was den Fluss queren will. Gesperrt für Fahrzeuge über 1,5 t, egal. Unsere jedenfalls sind deutlich schwerer. Eigentlich können hier nur Bilder sprechen. Mittags dann bei Nomaden angehalten, wie meistens ohne irgendwelche Ankündigung. Doch die Gastfreundschaft der Mongolen macht es möglich – und einige Tugrik, die mongolische Währung. Also wird für die ganze Truppe Trockenfleisch und Reis gekocht, schon ist das Mittagessen nach einer längeren Wartezeit gesichert. Gut Ding will Weil. Und die wurde genutzt, um durch die Gegend zu streifen, zu relaxen und die Zelte der Nomaden und die Gerätschaften zu besichtigen. Eine Vorgehensweise die während des Urlaubes öfters vorkam. Nur sollte man jemanden dabei haben, der Mongolisch spricht.

Kurz danach bei der Weiterfahrt auch noch ein paar Geier beobachtet und gefilmt, die gerade ein verendetes Schaf verspeisten. Jedem halt das Seine. Später am Nachmittag kamen wir dann in Mörön, gelegen am Ufer des Delgermörön mit seinen 3.000 Einwohnern an. Mörön verfügt über ein Krankenhaus, Museum, Theater, Post, sowie Kindergärten und Schulen. Übernachtete wurde in einem einfachen Stadthotel. Leider. Ich bevorzuge eindeutig Jurtencamps. Mörön selbst war für uns nur Zwischenstation. Eigentlich sollte man zwei/drei Stunden früher losfahren und direkt zum Khövsgöl-See, der 150 km nördlich liegt, unserem Ziel, zu fahren. Um dort einen Tag mehr zu verbringen. Es lohnt.

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Der Khövsgöl-See, unser nördlichstes Ziel in der sibirischen Taiga, Permafrostboden. Immerhin 5 Mal so groß wie der Bodensee, beherbergt er zwei Prozent der weltweiten Süßwasservorräte. Nur einige kleinere Ortschaften, Hotels, Bootsanlegestellen und Badestrände liegen um den See, weit und breit finden sich Wälder und Berge. Der See gilt auch unter Mongolen als beliebtes Reiseziel, und ein guter Teil der jährlich landesweit gerade mal um die 200.000 Touristen kommt hierher – im Wesentlichen Koreaner und Japaner. Aus den deutschsprachigen Ländern kommen jährlich gerade mal 5.000 Besucher in die Mongolei. Die meisten fliegen nach Mörön und fahren zu dem See weiter. Zwar verpassen sie viel von dem Land, es geht halt schneller und bequemer. Dennoch verlaufen sich die Menschen an dem rund 140 km langen, zwischen 20 und 40 km breiten und 262 m tiefen See. Er ist mehr als 2 Mio. Jahre alt und gehört zu den 20 ältesten Seen dieser Erde.

Den Nachmittag nutzten wir für eine erste Wanderung entlang des Seeufers, fotografierten und filmten wie die Verrückten. Auch die Möglichkeit eines erfrischenden Bades nahmen einige wahr (12 bis 14 °C). Abends spielte und sang dann eine einheimische Gruppe mongolische Musik, später am großen Lagerfeuer direkt am Seeufer wechselten sich die mongolischen Sänger mit uns und unserem deutschen und französischen Gesanggut ab. Gut nicht ganz so professionell – dafür bis spät in die Nacht, einfach wunderbar. Am See blieben wir den ganzen kommenden Tag. Traumhaft ist der Anblick des Sees im Dunst der frühen Morgenstunden. So genossen wir die Landschaft, machten eine Wanderung etwa 300 Höhenmeter auf einen Berg über wunderbare, blühende Bergwiesen mit Nelken, Edelweiß, Tagetes (Studentenblume), Astern, Küchenschelle, fleißiges Lieschen, Glockenblumen, Löwenzahn, schwarzer Akelei …. – eigentlich alles was bei uns in den Monaten April bis September blüht, nur auf einmal. Im Wald fanden sich Walderdbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Blaubeeren und natürlich Pilze. Nach einigen weiteren Kilometern aßen wir bei Nomaden eine vorzügliche Gemüse- und Fleischsuppe, selbst gebackenes Brot, selbstgemachten süßen Rahm und luftgetrockneten Quark. Zurück am See ging es mit Pferden dann zu einem einstündigen Ausritt – Kosten: 5 US-Dollar

Bildergalerie Khövsgöl-See, ganz im Norden der Mongolei in der sibirischen Taiga

Überhaupt das Camp. Ashihai Camp gehört zu dem Mongol Palace Camps und ist das Beste, was uns bei dieser Reise begegnete. Nicht dass die anderen schlecht gewesen wären, aber das Ashihai-Camp erwartet man eher in Kanada oder Skandinavien als im Norden der Mongolei. Sehr saubere sanitäre Anlagen, Duschen, Toiletten, wie sie sich normalerweise in 4-Sterne Hotels finden, eine Sauna, ein modernes, sehr gutes Restaurant, sehr gute Jurten, ebenso wie der Service, hinzu kommen englisch sprechende Mitarbeiter, einfach Top – nur zu empfehlen. Wie die meisten anderen Camps, in denen wir nächtigten, besonders die von Mongol Palace. Natürlich hörte man von anderen Reisenden auch anderes, deswegen ist es wichtig, die Camps nach der Qualität und nicht nur nach dem ohnehin für unsere Verhältnisse geringen Preis auszuwählen – was auch für den Veranstalter gilt.

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Der Rückweg

Zurück nach Ulanbaator

Richtung Südosten zurück nach Ulanbaator ging es dann in den nächsten Tagen. Früh am Morgen spürte man, wenn Mongolen meinen, nach Naadam Mitte August beginnt der Winter: tagsüber 25 bis 30 °C, nachts ist es am See schon auf 2 bis 3 °C abgekühlt. Deswegen haben wir in den letzten Tagen abends immer den Holzofen in der Jurte angefeuert, da wird es schnell mollig warm. Leider kühlt es auch genauso schnell wieder ab, wenn man nicht mindestens stündlich Holz nachlegt. Wir befinden uns übrigens in der sibirischen Tundra, hier ist der Boden ab einer Tiefe von einem halben bis einem Meter gefroren, auch im Sommer – Permafrostboden also. Die Sommerzeit ist einfach zu kurz, um den Boden tiefer aufzutauen.

Auf der Rückfahrt, wieder über Mörön, einem größeren Sum (quasi Kreisstadt) machten wir noch einen Bummel über den Markt, einer der größten Freiluftmärkte des Landes. Verkauft wird alles was es gibt, oft direkt aus Containern heraus, die teilweise zu Läden umgebaut sind. Hier herrscht ein Trubel, man sollte sich einfach treiben lassen und beobachten.

Weiter ging die Fahrt durch grüne Landschaften, bis zu einem größeren Fluss, den Selenge, den wir mit einer Fähre der besonderen Art überquerten. Ganz ohne Strom, unter Ausnutzung der Strömung und eines Stahlseiles wurden die Fahrzeuge übergesetzt. Eine alte Gierfähre. Wunderbar, nicht nur für Film und Foto.

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Bildergalerie Rückweg nach Ulan Baatar über das Kloster Amanbayarsgalant

Insgesamt mussten wir an diesem Tag runde 350 km zurücklegen, deutlich mehr als geplant. Aber die Fahrer bevorzugten eine andere Strecke, die besser als die Hauptpiste sein soll – nur länger. Nur kannten die Fahrer die Strecke auch nicht genau, Wegweiser gibt es ja nicht und man muss sich in dem Gewusel von Fahrspuren rechtzeitig in die richtigen Spuren einfädeln, sonst geht es einfach in eine andere Richtung. Dann heißt es quer durch die Pampa bis man wieder auf die richtige Spur kommt. Ohne die Hilfe eines einsam entgegen kommenden Tankwagenfahrers mit Anhänger! und mehrere Nomaden wären wir wohl nicht bei Helligkeit am Ziel angekommen. Auf jeden Fall war die Strecke schöner und interessanter – auch relative gut bis auf wenige Stellen. Aber auch anstrengend und aufgrund der Länge blieb eigentlich zu wenig Zeit für Fotostopps oder einfach für Pausen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei etwas über 30 km/h, bei überwiegend besseren Pisten.

Morgens haben wir dann erst mal einen kleinen Vulkan erstiegen, den Uram Togoo in dem gleichnamigen Nationalpark gelegen. Genächtigt haben wir zuvor in dem Uran Togoo Tourist Camp, einem einfachen, idyllisch gelegenen Jurtencamp, betrieben von einer Familie. Der Aufstieg auf den Vulkan wurde wie immer mit wunderbaren Ausblicken belohnt, und mit einer Flora die einfach begeistert. Man kann auch in den Vulkan absteigen, es sind gerade mal 60 Höhenmeter, was ich auch tat. Beim Aufstieg auf der bewaldeten Seite kommt man dafür recht ins Schwitzen, es geht steil hinauf, ist rutschig und kein Pfad existiert. Gut, man könnte ja auf der sonnigen Seite bequemer wieder aufsteigen, so ist man aber gleich auf der anderen Seite des Vulkans.

Weiter ging es anschließend zunächst etwa 40 bis 50 km über schlechtere Pisten; man muss die Straßenbaustelle umfahren, dann durch einige größere Sums mit einem Stopp zum Mittagessen – wir aßen wie des Öfteren mit Hackfleisch aus Schaf und Lamm gefüllte, in Fett gebratene Teigtaschen. Etwa 180 km später auf einer sehr guten, geteerten Straße erreichten wir dann die Abzweigung zum lamaistischen Kloster von Amanbayarsgalant. Es liegt etwa 35 Kilometer abseits der befestigten Straße in der Steppe. Hier übernachteten wir im Selenge Tourist Camp.

Morgens ging es dann zu der imposanten Klosteranlage Amanbayarsgalant, gegründet 1727. Sie ist eine der Hauptattraktionen der Mongolei. Wer in den Norden fliegt, verpasst auch diese Attraktion. In den letzten Jahrhunderten war sie Sitz der mongolischen Bogd Khane (der geistlichen und weltlichen Herrscher der alten Mongolei). Sieben der acht Bogd Khane residierten hier, nur der achte zog Ulanbataar vor. Langsam entwickelt sich Amanbayarsgalant wieder zu einem religiösen Zentrum, obwohl derzeit nur etwa 40 Mönche hier leben.

Noch heute strahlt die Anlage viel ihrer ehemaligen Größe aus – trotz der Zerstörungen durch die Kommunisten blieben einige Gebäude erhalten. Mit Hilfe reicher amerikanischer Buddhisten konnte ein Teil renoviert werden, an allen Ecken und Enden wird gearbeitet. Auch neue Gebäude entstanden und entstehen, wie eine Mönchsschule oder eine große Pagode am Hang. Sie ist einem führenden Oberlama gewidmet, der 2008 verstarb. Dennoch bleibt sehr viel zu tun. Für immer verloren sind jedoch die große Bibliothek, es dauerte mehrere Tage um alle Dokumente zu verbrennen, und auch viele religiöse Gerätschaften.

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Rings um finden sich zudem viele Nomadenzelte mit ihren Bewohnern sowie deren Tierherden. Diese Gegend lädt zu Wanderungen und Exkursionen ein. Die Zeit hatten wir leider nicht, mussten ja heute noch zurück nach Ulanbataar

Zurück ging es erst die 35 km Piste. Hier ereilte uns die letzte Panne, die vordere linke Bremse lief heiß, Qualm stieg auf, es roch nach Gummi. Auch kein größeres Problem, die Bremse an diesem Rad wurde einfach abgeschaltet. Die Fahrzeuge sind dafür ausgerüstet. Weitere 310 km geteerte Straße später erreichten wir dann wieder Ulanbaator. Es scheint, dass unser Fahrer gute geteerte Straßen weniger mag und beherrscht als die Pisten. Denn die meisterte er sehr gut, wenn auch manchmal nach unserem Geschmack ein wenig zu zügig, während er auf der Straße nicht ganz so souverän fuhr. Nach rund sieben Stunden inklusive einer Mittagspause mit vorzüglicher Nudelsuppe mit Fleisch erreichten wir Ulanbaatar. Ende einer außergewöhnlichen Reise.

Resümee

Wer Ursprünglichkeit sucht, Natur, weite und wechselnde Landschaften, aber auch alte Kulturen, für den ist die Mongolei immer eine Reise wert. Steht das Land doch erst am Anfang zum Aufbruch in die Neuzeit – und die wird auf dem Land, also dem weitaus größten Teil der Mongolei, auch noch auf sich warten lassen. Ohne größere Probleme bereisen lässt sie das Land erst seit einigen Jahren. Diese Abgeschlossenheit von äußeren Einflüssen hat das Land noch weitestgehend in seiner Eigentümlichkeit bewahrt.

Die Mongolei ist nichts für den Massentourismus. Die Verhältnisse vor Ort sind noch recht einfach, westliche Maßstäbe sollte man zuhause lassen. Wobei – Ausnahmen bestätigen die Regel, etwa beim Mongol Palace Ashihai Camp am Khövsgöl-See. Gute Straßen sind mehr als selten, wenn momentan auch die Hauptachsen von Nord nach Süd ausgebaut und geteert werden. Das kann aber noch einige Sommer dauern. Naturpisten, auch schwierige, überwiegen, Kilometer- wie Zeitangaben sind mit Vorsicht zu genießen. Man sollte auch immer mit mehreren Fahrzeugen unterwegs sein, schon wegen Pannen und Reparaturen, die ziemlich sicher vorkommen. Auch ist ein einheimischer Führer zwingend erforderlich, außer man spricht mongolisch oder russisch. Spezialisierte Reiseveranstalter und kleinere Gruppen bieten sich hier an. Unsere Tour organisierte TWR Erlebnisreisen in Passau. Wir waren 15 Reisende mit drei Fahrzeugen.
Die Reisesaison ist kurz, sie dauert von Mitte Mai bis Mitte September. Schon im August kann es in den Nächsten recht kalt werden. Dafür bietet das Land dem Reisenden sehr viel, Kulturbeflissene und Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten – es lohnt. Die Mongolei ist eine Reise wert, absolut.

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Quellen; Wikipedia, Internetrecherchen, eigene Erfahrungen

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