Kategoriearchiv: Europa

Galerie Norwegen – Hammerfest bis Tromsø

Am Vormittag dann fuhren wir an der Gasanlage Melkoya vorbei, nahe Hammerfest. Norwegen gibt sich gern als Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Zugleich gehört das Land zu den großen Gas- und Erdölproduzenten weltweit.

Definitiv nicht die nördlichste Stadt der Welt, auch wenn sie mit eben diesem Slogan wirbt, das ist Hammerfest. Dennoch, das tut ihrem Charme keinen Abbruch.

Weiter ging die Fahrt Richtung Süden. Und kurz reißt die dichte Wolkendecke auf, ermöglicht einen kurzen Blick auf das Polarlicht.

Um Mitternacht waren wir wieder Tromsø , gerade rechtzeitig, um ein Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale zu besuchen.

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Kurzer Reisebericht von Rom ist fertig

Die Engelsburg

Hier findet sich nun ein kurzer Bericht einer Woche in Rom und vom Besuch von Ostia antica. Und wie gehabt natürlich viele Bilder. Einfach zum Stöbern und um auf Ideen zu kommen. Auf jeden Fall steht fest, Rom ist nicht nur eine Reise wert, gibt einfach zu viel zu tun und zu sehen. Wir kommen wieder.

Das Kolosseum
Blick auf den Petersdom
In Ostia antica

 

Rom im Dezember 2019

Rom 2019 – eine Städtetour im Dezember

Piazza Navona

Rom, die ewige Stadt, ist sicherlich eine der interessantesten Metropolen dieser Welt. Das Colosseo, das Forum Romanum mit dem Palatin, dem am besten erhaltene römische Gebäude, das Pantheon, aber auch der Vatikan mit dem Petersdom und den vatikanischen Museen, weiterhin der Trevi-Brunnen oder die spanische Treppe, eine nur annähernde Aufzählung würde den Rahmen dieses kurzen Berichtes sprengen. Aber dafür gibt es ja unzählige Reiseführer und -foren, Print wie online und als Apps. Deswegen nur ein kurzer Bericht unserer Woche in Rom über das was wir angeschaut haben und dazu einige schöne Bilder.

Blick auf den Petersdom von der Engelsburg aus

Tag 1 – Engelsburg bis Piazza Navona

Angekommen sind wir um die Mittagszeit an einem Donnerstag im Dezember. Dezember, weil es immer noch warm ist und recht trocken, und in der Hoffnung, dass weniger Besucher wie wir unterwegs sind. Weit gefehlt. Auch im Dezember sind viele Attraktionen voll, die zentralen Plätze überlaufen. Wichtig, Tickets etwa für die vatikanischen Museen und das Kolosseum vorab online besorgen, spart längere Wartezeiten an den Ticketkassen, außerdem gibt es kürzere Schlangen bei den Sicherheitskontrollen. Und den Menschenmassen kann man relativ einfach aus dem Weg gehen, gibt es doch nicht nur zentrale Plätze wie die Piazza Navona oder den Piazza Popolo. Die, zugegeben, wunderschön sind, besonders am Abend. Zum Essen geht man jedoch lieber in eine Seitengasse, es ist besser und günstiger.

Menschenmassen auch im Dezember, hier an einem Sonntagabend an der spanischen Treppe

Von unserem relativ gut gelegenen Hotel waren es zu Fuß nur 600 m zur Engelsburg, also am Nachmittag erstmal dort hin gegangen. Ursprünglich als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian und seine Nachfolger errichtet wurde sie später von diversen Päpsten zur Kastellburg umgebaut. Heute ein Museum kann man oben eine Kleinigkeit bei einem wunderbaren Blick über die Stadt essen oder einen Kaffee trinken. Abends wenn es dunkel ist hat man eine wunderbare Aussicht über die Stadt. Absolut lohnenswert, einfach die Bilder anschauen.

Anschließend bietet sich ein Fußmarsch über die Engelsbrücke die Via Momte Giordano mit schönen Läden und Restaurants zur Piazza Navona an.

Tag 2 – Villa Borghese, Piazza del Popolo, spanische Treppe, Trevi-Brunnen und das Pantheon

Am folgenden Tag, am Freitag nahmen wir uns die Borgheses vor, sprich die Villa Borghese. Dabei handelt es sich um eine Parkanlage, hervorgegangen aus dem Landgut der gleichnamigen adligen Familie, die immerhin eine Fläche vom fünf Quadratkilometern umfasst. Hier kann man eine schöne Wanderung mitten im Rom durch grüne Landschaften machen, weit weg vom Straßenverkehr und anschließend die Galerie Borghese besuchen. Sie zählt zu den berühmtesten und wertvollsten privaten Kunstsammlungen der Welt und geht auf den Kardinal Scipione Borghese zurück, der auch dieses Gebäude errichtete.

Im Garten der Borgheses

Weiter ging es zur Piazza del Popolo, die Via del Corso und die Via del Babuino – hier finden sich alle Edelgeschäfte Roms – entlang bis zur spanischen Treppe. Ab 1723 erbaut, dürfte sie eine der berühmtesten Freitreppen der Welt sein. Zuvor findet sich mit dem Antico Caffé Greco eines der berühmtesten Cafés Roms nahe der Spanischen Treppe. Schon Goethe trank dort seinen Kaffee. Ob er aber auch umgerechnet 9.- € für einen Cappuccino zahlte? Oder 12 für ein Stück Kuchen? Dafür trugen die Bedienungen einen Frack.

Nach der Spanischen Treppe ging es noch zum Trevi-Brunnen. Unvorstellbar was hier in der Saison los sein muss, wenn jetzt schon im Dezember Menschenmassen unterwegs sind. Dennoch, hier gewesen sein muss man. Die Fontana de Trevi ist mit rund 26 m Höhe und 50 m Breite immerhin der größte Brunnen Roms und sicherlich auch der bekannteste, wenn nicht sogar der Welt. Es soll Glück bringen, wenn man eine Münze über die Schulter rückwärts in den Brunnen wirft. Immerhin rund 1,5 Millionen Euro holen die Bediensteten der Stadt jährlich aus dem Brunnen, mit deutlich steigender Tendenz. 2018 sollen bald 30 Millionen Besucher an dem Brunnen gewesen sein. Das Geld fließt übrigens an die Caritas für soziale Zwecke.

Das Pantheon

Weiter durch die belebten Straßen stand noch das Pantheon auf dem Programm. Bei dem unter Kaiser Hadrian fertig gestellte Gebäude (um 128 n. Chr.) soll es sich um das am besten erhaltene Gebäude aus der römischen Antike handeln. Mehr als 1700 Jahre lang hatte es die größte Kuppel der Welt. Schon 609 wandelte man es in eine christliche Kirche um, deswegen auch der gute Erhaltungszustand. So diente das Gebäude nicht als Steinbruch. Im Pantheon finden sich heute die Gräber von berühmten Malern und Architekten, etwa von Raffael.

Tag 3 – Palazzo Massimo, Santa Maria degli Angeli, Museo Nazionale Romano, Trastevere

Samstag, Tag 3 in Rom. Heute standen erst einmal zwei Museen auf dem Plan. Der Palazzo Massimo alle Terme beherbergt heute Skulpturen, Portraits und Reliefs aus der späten römischen Republik und der frühen Kaiserzeit. So etwa eine Augustus-Statue, zwei von Apollo und den Sarkophag von Portonaccio.

Sarkophag von Portonaccio

Allein der ist den Besuch wert. Wie auch der Faustkämpfer von Quirinal, mithin ein der am besten erhaltenen Bronzestatuen aus jener Zeit. Für Numismatiker lohnt der Besuch des Untergeschosses mit einer riesigen Münzsammlung in einen großen unterirdischen Tresor.

Nahe dabei liegt mit Santa Maria degli Angeli e dei Martiri eine unter der Leitung von Michelangelo inmitten der Ruinen der Diokletiansthermen integrierte, absolut sehenswerte Kirche. Und daneben wiederum findet sich das Museo Nazionale Romano, welches auch einen Besuch wert ist. Allein für diese drei Gebäude kann man ruhig einen halben Tag einplanen, mindestens.

Weiter ging es mit der Metro  – die übrigens wunderbar funktioniert hat mit sehr kurzen Umsteigezeiten – und zu Fuß zu dem Künstlerviertel Trastevere den herbstlichen Tiber entlang.  Einst das Viertel der Arbeiterklasse ist die Gegend heute für ihre Trattorias, Kunsthandwerksläden, einfachen B&Bs und Budget-Hotels bekannt. Auch Kirchen finden sich und einige belebte zentrale Plätze wie die Piazza di San Calisto und die Piazza Santa Maria.

Tag 4 – Das antike Rom – Colosseo und Forum Romanum

Unser vierter Tag, der Sonntag, stand nahezu ganz im Zeichen des alten Rom. Beginnend natürlich mit dem Kolosseum, dem größten im antiken Rom erbauten Amphitheater.

Das Colosseo

Das Wahrzeichen der Stadt, zwischen 72 und 80 n. Chr. errichtet, diente einst als Austragungsort grausamer und brutaler Veranstaltungen zur Belustigung der freien Bürger Roms. 50.000 davon passten hinein. Eine ausgeklügelte Bühnentechnik ließ innerhalb weniger Minuten vor den Zuschauern eine komplette Wald- oder Wüstenlandschaft entstehen, und das vor 2000 Jahren. Anfangs konnte man die gesamte Bühne auch fluten, etwa für Seeschlachten. 450 Jahre war das Kolosseum in Betrieb, Schätzungen zufolge sollen 300.000 bis 500.000 Menschen darin getötet worden sein und mehrere Millionen Tiere. Viele halten diese Zahlen jedoch für zu hoch gegriffen, da Gladiatorenkämpfe seltener tödlich ausgingen als vermutet.

Auf dem Palatin

Mehrere Stunden haben wir dann im Herzen des ehemaligen römischen Weltreiches, dem Forum Romanum, und auf dem Palatin zugebracht. Es ist schon beeindruckend allein die Ruinen zu betrachten. Man kann sich kaum die einstige Pracht vorstellen, bekommt aber eine kleine Ahnung davon. Mehr dazu am besten in Wikipedia nachlesen.

Am Ende des Weges stand dann die Neuzeit mit dem riesigen Denkmal Vittoriano, im späten 19. Jh. für den ersten König des geeinten Italiens, Vittorio Emanuele II, erbaut. Es zählt heute zu den Statussymbolen der Italienischen Republik.

Mit der Metro ging es dann zurück Richtung spanische Treppe, um dort ein schönes Lokal zu suchen. Was aber
in Rom an so einem Platz selbst im Dezember an einem Sonntagabend los ist, ließ uns sehr schnell umschwenken. Da waren die Besucherströme beim Kolosseum ein Klacks. Unvorstellbar diese Menschenmassen. Also weiter zu weniger belebten Plätzen, um ein ruhigeres Eck zu suchen, was wir auch fanden.

Tag 5 – Im Vatikan

Nachdem am Sonntag das alte Rom im Fokus stand war es am Montag der Vatikan. Zuerst ging es am frühen Morgen in den Petersdom, da halten sich die Schlangen an den Sicherheitskontrollen noch in Grenzen. Anschließend standen die Vatikanischen Museen auf dem Programm. Gut, dass wir online das Ticket vorgebucht hatten, reduzierte die Wartezeit doch erheblich.
Der Petersdom, schon beeindruckend, wenn man inmitten dieser riesigen Kirche steht, man ist da so klein gegenüber all der Pracht und dem Gigantismus. Ist es doch die größte der päpstlichen Basiliken, fasst 20.000 Menschen, im Inneren. Damit ist es die größte aller päpstlichen Basiliken und eine der größten Kirchen der Welt, auf jeden Fall die Bedeutendste. Auf den Petersplatz vor dem Dom passen 100.000 Menschen.

Auch interessant: Der Bau des Petersdomes soll mit ein Anlass für die Spaltung der Kirche in Katholiken und Protestanten gewesen sein. Um ihn zu finanzieren führte Papst Leo X den Plenarablass ein: Wer der Kirche Geld zahlt, dem wurde die Strafe für seine Sünden erlassen. Dies war dem Augustinermönch Martin Luther ein Dorn im Auge. Der Rest ist Geschichte.

Einer von 1400 Räumen in den vatikanischen Museen

Kaum zu beschreiben sind dann die vatikanischen Museen. Unvorstellbar was sich dort so alles findet, sprich, was er Vatikan so alles im Laufe der Jahrhunderte zusammensammelte. Ob römisch, ägyptisch, etruskisch, Mittelalter… es ist kaum zu beschreiben. Nur ein paar Fakten. Besichtigen kann man 1400 Räume, zum Teil jeder einzelne mehrere hundert Quadratmeter groß. Rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt das Museum, der Jahresumsatz liegt bei rund 100 Millionen Euro.

Hier finden sich auch die Sixtinische Kapelle mit den berühmtesten Gemälden Michelangelos oder zig Räume mit riesigen Gemälden Raphaels und vieler anderer, zeitgenössischer Künstler, Galerien mit hunderten antiken wunderbar erhalten Statuen (5. Jh. vor Christus bis 2. Jh. nach Christi), archäologische Funde der Etrusker, Ägypter, Römer … der allerbesten Güte. Immerhin durchschnittlich 20.000 Menschen besuchen die Museen täglich. Wir hielten uns ungefähr sechs Stunden auf, legten dabei etwa sechs Kilometer zurück inklusive drei Kaffeepausen. Dann war es aber auch genug, zurück an den Hotspots Rom fanden wir ein gemütliches, ruhiges und gutes Restaurant.

Tag 6 – Ostia antica und die Pauluskirche

Am Dienstag machten wir uns dann mit dem Zug auf nach Ostia antica, etwas außerhalb von Rom gelegen. Bei der Stadt handelt es sich um den alten Hafen der Metropole. Hierher verirren sich nur wenige (und zahlreiche Schulklassen, an diesem Tag, die müssen), was aber ein Fehler ist. In dieser alten Stadt kann man Stunden verbringen und Kilometer zurücklegen – was wir auch taten – und hat immer nur einen kleinen Teil gesehen.

Eine der Hauptstrassen in Ostia antica

Immerhin lebten hier im 2. Jahrhundert mal 50.000 Menschen. Kommt vom Erhaltungszustand nicht ganz an Pompeji und Herkulaneum heran, aber nahe. Immerhin zählt die Ruinenstadt heute zu den bedeutendsten Ausgrabungsstätten der römischen Welt. Rund ein Drittel der Stadtfläche ist noch nicht mal ausgegraben. Trotz der Bedeutung findet von Rom aus kaum jemand hier her. Ein schöner Ausgleich gegenüber dem Trubel der Metropole.

Auf dem Rückweg machten wir einen Stopp bei der zweitgrößten Kirche (nach dem Petersdom) Roms, der Basilica di San Paolo fuori le mura, der Grabeskirche des Apostels Paulus. Dabei handelt es sich um eine exterritoriale Besitzung des Heiligen Stuhls im Vatikan. Das Gemäuer ist schon beeindruckend, wenn man die Säulenhalle betritt und es soll den schönsten Kreuzgang aller mittelalterlichen Kirchen besitzen. Könnte stimmen.

Blick auf die Grabeskirche des Apostel Paulus

Paulus war einer der ersten Missionare des Christentums, der um 67 n. Chr. von den Römern geköpft wurde. Sein Sarkophag wurde bei Umbauarbeiten im Dezember 2006 wiederentdeckt. Unter Historikern ist ziemlich unumstritten, dass er tatsächlich gelebt hat und auch einer der wesentlichen Ideengeber für das Neue Testament war. Nach einer Sondenuntersuchung des nie geöffneten Sarkophags fanden sich Knochen- und Stoffreste aus dem 1. Jh. n. Chr., Papst Benedikt XVI erklärte daraufhin das Grab als authentisch.

Tag 7 – Die Gegend um die Haltestelle Pyramidi

Nun geht unsere Woche Rom zu Ende. Den letzten Tag haben wir recht gemütlich verbracht, trotzdem rund 17 km gelaufen. Wir besuchten ein paar Kirchen, einige alte römische Gebäude (Casa Romanum) die sich heute im Untergrund befinden und die Caracalla-Thermen.

Eine gigantische Wellnessanlage der Römer für 1600 Besucher. Auch wenn nur noch Ruinen stehen, es ist schon überwältigend was die Römer da alles errichtet hatten. Manchmal wünscht man sich, sich eine Stunde in die Zeit `hineinzubeamen`. Natürlich als Bürger oder Aristokrat, nicht als Sklave. Zu guter Letzt besuchten wir noch die Pyramide, ja nach der Eroberung des alten Ägyptens stand alles ägyptische hoch im Kurs. Also bauten die Römer Mal schnell eine kleinere, nur 27 m hohe Pyramide. 

Ansonsten waren Bummeln angesagt, etwas shoppen und gut essen (und trinken). Eines ist nach dieser Woche klar, wir kommen wieder. Auch wenn wir keine Münzen in den Trevi-Brunnen geworfen haben.

Quellen: Eigene Erlebnisse, Internetrecherche, alle Bilder Werner Götz

Trailer Südengland – Von Land´s End bis Stonehenge

Wandeln Sie mit auf den Spuren König Arthurs, besuchen Sie alte Bergwerke und genießen Sie mit mir das Mittagessen eines Bergmannes. Freuen Sie sich über eine Fahrt mit einem Morgan über die Penwith-Halbinsel. Wir wandern in Moorlandschaften mit freilebenden Pferden, fahren in einem alten Dampfzug und beschäftigen uns mit den Mysterien der Kelten. Der Golfstrom sorgt für ein mildes Klima, ideal für zahlreiche Gärten. Fehlen dürfen natürlich nicht wundervolle Orte und deren Menschen. (hier geht es zu einem ausführlichen Reisebericht mit zahlreichen Bildern).

Ein Tipp für den Trailer: Beim Zahnrad (unten rechts Einstellungen) HD wählen, Qualität des Trailers ist dann deutlich besser, kann auch als Vollbild angeschaut werden.

Der Film zu unserer Tour auf die Azoren, konkret auf die drei Inseln Sao Miguel, Faial und Pico ist fertig. Er dauert 70 Minuten und ist als BluRay oder DVD erhältlich.

 

England – Reisebericht und Bildergalerien sind online

Von Lands End bis Stonehenge – Unterwegs im Südwesten Englands in Cornwall, Devon, Somerset und Whiltshire

Wandeln Sie mit auf den Spuren König Artus, besuchen Sie alte Bergwerke und genießen Sie mit mir das Mittagessen eines Bergmannes. Freuen Sie sich über eine Fahrt mit einem Morgan über die Penwith-Halbinsel , ganz im Südwesten Großbritanniens. Wir wandern in Moorlandschaften mit freilebenden Pferden, fahren in einem alten Dampfzug und beschäftigen uns mit den Mysterien der Kelten. Der Golfstrom sorgt für ein mildes Klima, ideal für zahlreiche Gärten. Fehlen dürfen natürlich nicht wundervolle Orte und deren Menschen… der Reisebericht ist online. Und natürlich sind auch DVDs und BluRays vom 80-minütigen Film erhältlich.

Unterwegs im Morgan 4-4 ganz im Südwesten Englands

England – Von Lands´ End bis Stonehenge, Teil II

Von Lands´ End bis Stonehenge

Unterwegs im Südwesten Englands (Teil II – von Buckland Abbey bis Stonehenge)

Hier geht es direkt zum Teil I von Lands´ End bis zum Dartmoor Nationalpark.

Trailer zum Film. Natürlich sind auch DVDs und BluRays vom 80-minütigen Film erhältlich.

Buckland Abbey

Am Rande des Dartmoor befindet sich die Heimstätte des berühmtesten Piraten ihrer Majestät, der Buckland Abbey. Ehemals eine Abtei der Zisteriensermönche aus dem Jahr 1278, zog es die Krone im Zuge der Reformation ein, später baute man es zu einem Herrenhaus um. Dies erwarb 1580 Sir Francis Drake und lebte hier, wenn er nicht gerade die Meere unsicher machte. Seine Nachkommen besaßen es bis 1946.

Buckfastleight, South Devon Railway

Der Bahnhof in Buckfastleight am Rande des Dartmoor

Nahezu täglich unterwegs sein kann man mit der South Devon Railway. Sie startet in Buckfastleight, fährt etwa elf Kilometer nach Totnes und wieder zurück. Gebaut 1872 legte man sie 1962 still. Bereits 1969 wurde die Strecke als Touristenbahn wieder reaktiviert. Als Zugmaschinen dienen mehrere Dampflokomotiven und ältere Dieselloks zusammen mit historischen Waggons. Das alte Bahnbetriebswerk repariert und wartet die eigenen Lokomotiven aber auch die anderer Eisenbahngesellschaften.

Im alten Bahnhof von Buckfastleight ist heute eine Autowerkstatt untergebracht. So finden hier auch immer mal wieder Autoschauen statt, diesmal präsentieren die Besitzer ihre alten Triumph-Fahrzeuge.

Totnes

Totnes, die Endstation der South Devon Railway ist sicherlich einen Besuch wert. Das Zentrum besteht aus einer langen Hauptstraße, gesäumt von alten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert. Viele Fassaden sind elisabethanischen Ursprungs, häufig jedoch hinter Putz oder einer Verkleidung aus Schindeln versteckt.

Inmitten der Stadt finden sich die Reste einer normannischen Burg, die auf das 11. Jahrhundert zurückgehen. Errichtet wurde die erste Burg aus Holz ursprünglich von einem Gefolgsmann von Wilhelm dem Eroberer. Die steinerne Burg, deren Überreste hier zu sehen sind, stammt vermutlich von 1219.

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Cockington Village

Nicht weit weg, kurz vor Torquay liegt der Cockington Country Park. Das milde Klima durch den Golfstrom lässt hier exotische Pflanzen wachsen, deswegen nennt man diese Gegend auch englische Riviera. Zudem steht die Gegend mit Wiesen und Waldtälern, den Dörfern und strohgedeckten Landhäusern ganz im Kontrast zu der Moorlandschaft weiter nördlich.

Das Herrenhaus der Familie Mallock ist heute ein Hort für Kunst und Handwerk. In ihren jungen Jahren fand sich Agatha Christie regelmäßig in Cockington ein, widmete einen ihrer Romane Christopher Mallock.

Dartmouth

Von hier aus stachen einst in den Jahren 1147 und 1190 Schiffe zu den Kreuzzügen in See. Heute finden sich in Dartmouth statt großer Segelschiffe eher Yachten und Boote und eine Vielzahl an Touristen erobern die Stadt. Dennoch, außerhalb der Saison, bietet sich ein Bummel durch das schöne Städtchen an, das direkt am Ärmelkanal liegt.

Bereits seit 1388 schützte eine Festung die Hafeneinfahrt von Dartmouth. Nachdem die Stadt dennoch im Hundertjährigen Krieg zweimal von See her überfallen wurde, entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts dieses Bauwerk und wurde später mehrmals erweitert. Von der Burg aus ließ sich eine Kette quer über das Wasser spannen und versperrte im Verteidigungsfall die Ein- und Ausfahrt des River Dart.

Burgh Island

Wir stehen vor Burgh Island, einer privaten Gezeiteninsel, etwa 200 Meter vor der Küste gelegen. Hin kommt man bei Ebbe zu Fuß, bei Flut mit dem Sea Tractor aus dem Jahre 1960. Lohnenswert ist ein Besuch allemal, zumal sich hier nicht allzu viele Besucher einfinden.

Auf der Insel liegt das The Pilchard Inn, einer der ältesten Pubs Englands. Er geht auf das Jahr 1336 zurück. Früher besuchten ihn vor allem Sardinenfischer, Piraten und Schmuggler. Zu finden waren hier ehedem auch Strandräuber, havarierten an den Klippen Burgh Islands doch nicht wenige Schiffe.

Das Pilchard Inn von 1336

Charmouth

Wir sind in Charmouth am Ärmelkanal gelegen. Diese Küste ist unter Fossiliensammlern sehr bekannt, finden sich hier doch zahlreiche Versteinerungen, vor allem Ammoniten und Belemniten. Schon der Name der Küste ist Programm: Jurassic Coast. Die Versteinerungen werden aus den Klippen heraus gespült, und sind im losen Gestein am Strand zu finden. In den Klippen selber sollte man nicht suchen, hier herrscht akute Steinschlaggefahr.

Montacute House

Auf dem Weg nach Bath liegt das Montacute House, ein Meisterwerk elisabethanischer Renaissance-Architektur. Das Herrenhaus in der Grafschaft Somerset gilt als Kulturdenkmal der Kategorie I. Vermutlich wurde der Bau 1601 fertiggestellt, er sollte 1929 abgebrochen werden. Das aber verhinderte Ernest Edward Cook, ein Enkel des Tourismus-Pioniers Thomas Cook. Er erwarb das Gebäude günstig und übereignete es dem National Trust. Der renovierte es nach dem zweiten Weltkrieg dank reichlicher Spenden.

In den Haupträumen finden sich noch zahlreiche wertvolle Möbel aus der Zeit der Erbauung. Besonders sehenswert ist die Galerie im dritten Stock. Sie gilt mit einer Länge von 52 m als die längste erhalten Long Gallery Englands. In Galerie hängen über hundert Portraits aus der Tudor- und Stuartzeit, die Bilder sind eine Dauerleihgabe der National Portrait Gallery und die größte öffentlich ausgestellte Portraitsammlung dieser Epoche.

Stourhead House and Garden

Stourhead, das sind ein Landhaus und der dazugehörige Landschaftsgarten. Das im neopallatinischen Stil errichtet Haus wurde um 1725 im Auftrag des Bankiers Henry Hoare errichtet. Die unabhängige Privatbank Hoare existiert noch heute, ist die älteste Bank Englands. Das Landhaus selber wurde 1946 dem National Trust übergeben.

Für jeden Gartenfreund ist der Besuch des Stourhead House and Garden ein Muss. Ein etwa drei Kilometer langer Weg führt vorbei an alten Steinkreuzen, Grotten, Wasserfällen, einem Druidensitz, einem Tempel. Geschaffen wurde der Garten nach dem Vorbild italienischer und französischer Landschaftsmaler. Das jedenfalls macht ihn zu einem der bekanntesten Gärten Englands.

Das Zentrum des Gartens bildet das Tal mit den Quellen des Flusses Stour, der durch einen Damm zu einem See aufgestaut wurde. Henry Hoare gestaltete ihn ab etwa 1742. Sein Prinzip: Man solle beim Gang durch den Park niemals dasselbe zweimal sehen, jede Wegbiegung solle eine neue Perspektive bieten. Um 1800 gestalteten seine Erben den Garten im viktorianischen Stil um.

Bath

Bath in der Grafschaft Somerset. Die Stadt ist berühmt für ihre römischen Bäder, die ab dem Jahr 43 nach Christus errichtet wurden. Schon die Römer genossen vor 2000 Jahren das milde Klima und die heißen Quellen an den Ufern des Avon. Rund um die einzige Thermalquelle Englands entstanden Thermen, das Erbe der römischen Besatzung existiert noch heute.

Natürlich lässt sich auch heute noch das Thermalwasser genießen. In einem Pool auf dem Dach eines nahen Gebäudes. Für unter der Woche 36 Pfund Eintritt ohne Massagen. Die kommen dann noch hinzu. Hier ein Bild der römischen Anlage.
Großbritannien 2018 - 0574 Bath
Holografien zeigen dem Besucher das Leben in den Bädern von vor 2000 Jahren. Sie werden direkt in die alten Gemäuer projiziert.
The Royal Crescent, der königliche Halbmond, besteht aus 30 halbkreisförmig angeordneten Häusern. Erbaut zwischen 1767 und 1775 gilt der Platz als herausragendes Beispiel gregorianischer Architektur.

Im 18. Jahrhundert wurde Bath Treffpunkt der feinen Gesellschaft. Ein Kuraufenthalt wurde weniger durch medizinische Aspekte bestimmt, vielmehr durch das gesellschaftliche Leben. In diesen Zeiten entstanden die zahlreichen gregorianischen Gebäude und große Plätze, die heute das Stadtbild prägen. Bekannt ist zudem die Pultreney Bridge, fertiggestellt 1774. Sie ist eine der weltweit nur vier Brücken, die über die gesamte Länge beidseitig Ladengeschäfte beheimatet. Ein Muss für jeden Besucher, zumal sich natürlich die eine oder andere Gelegenheit zum Einkaufen ergibt.

Von 1766 bis 1782 wirkte der deutsche Komponist, Musiker und Astronom Friedrich Wilhelm Herschel als Organist in Bath. 1871 entdeckte er mit einem selbst gebauten Teleskop den Planeten Uranus. Eine wissenschaftliche Sensation, die den Amateurastronomen in ganz Europa bekannt machte. 1782 wurde er dann Hofastronom des englischen Königs George III. Sein Wohnhaus ist heute ein Museum.

Lacock Abbey und Ort

Nahe Bath gelegen lohnt der Ort Lacock mit der Lacock Abbey einen Besuch. Das ehemalige Nonnenkloster der Augustiner stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert. Viel gibt es hier zu entdecken, malerische Fachwerkhäuser, eine mittelalterliche Zehntscheuer, eine alte Schleuse oder die Dorfkirche. Ort wie Kloster sind seit 1944 im Besitz der National Trust und dienten schon zahlreichen Filmen und Fernsehserien als Drehort. So auch schon für Teile zweier Harry-Potter-Verfilmungen.

Castle Combe

Als Filmkulisse dient regelmäßig auch Castle Combe, ein kleines Dorf aus dem 14. Jahrhundert. Harry Potter war schon hier, Dr. Doolittle auch und Steven Spielberg mit seinem Film ´Die Gefährten´.  Zu früheren Zeiten war der Ort ein Zentrum der Wollproduktion, und noch viel früher ein Kastell der Römer.

Dyrham Park

Wir sind hier bei Dyrham Park and Garden bei typisch englischen Wetter. Nieselregen und diesige Sicht. Das Landhaus wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet im barocken Stil. Im Park finden sich Rotwild und Rinderherden, die für die Landschaftspflege sorgen. Übrigens hatten wir in den 14 Tagen eigentlich nur gutes Wetter. Gerade Mal an zwei Tagen war es etwas schlechter und auch nur morgens.

Avebury Manor and Garden

 

Avebury Manor and Garden, in England jedenfalls kennt man dieses vom National Trust verwaltete Anwesen durch die BBC-Serie The Manor reborn aus dem Jahr 2011. Gefilmt wurde in neun Räumen, die in fünf verschiedenen historischen Stilen gestaltet wurden: Tudor, Queen Anne, Georgian, Victorian und 20. Jahrhundert. Die Zimmer sollen die Zeiten reflektieren, in denen die Bewohner von Avebury Manor hier lebten.

Alle Möbel und Gegenstände wurden von Handwerkern nachgebildet, manch altes Stück hat man restauriert. Alle sind da zum Gebrauch. Der National Trust übernahm das Anwesen komplett leer.

Avebury Stone Circle

Nach Avebury kommt der Besucher auch wegen des dortigen Steinkreises, weniger besucht als Stonehenge aber kaum weniger spektakulär. Insgesamt drei Steinkreise finden sich hier, der äußere mit einem Durchmesser von 427 Metern, die zwei inneren mit je rund 100 Metern. Von ehemals 154 Steinen sind noch 36 vorhanden. Errichtet wurde die Anlage um 2600 v. Christi. Zählt man die Steine in den Alleen hinzu, kommt man auf über 600 Steine. Eine enorme Leistung der damaligen Menschen, zumal diese Steine auch mehrere Tonnen schwer sind. Wie in Stonehenge ist auch in dieser Anlage die Mittelinie zwischen den zwei inneren Kreisen auf den Mittsommer-Sonnenaufgang ausgerichtet.

Stonehenge

Der berühmteste Steinkreis der Welt, Stonehenge. Kein anderes Relikt prähistorischer Zeit hat die Fantasie der Menschen so angeregt wie diese alte Anlage. Welchen Zweck sie genau hatte, das ist immer noch umstritten. Der Bau jedenfalls soll vor etwa 5100 Jahren begonnen haben, in drei verschiedenen Phasen. Die heutigen Überreste des Steinkreises dürften wohl zwischen 2400 und 2100 v. Christus entstanden sein. Wobei: Neueste Forschungen deuten sogar auf eine etwa 11.000 Jahre alte Geschichte der Kultstätte hin. Und was die Nutzung betrifft?

Fakt ist, dass mehrere der Steine nach den Positionen der Sonnenwende und Tagundnachtgleiche angeordnet sind. Dementsprechend nimmt man häufig an, dass Stonehenge eine Art vorzeitliches Observatorium darstellt und den Menschen früher half, den bestmöglichen Zeitpunkt für Aussaat und Ernte zu bestimmen. Die Steine selbst kommen aus dem 35 Kilometer entfernten Marlborough, die kleineren wiegen 25 Tonnen, die größeren 50 Tonnen.

Ist man gleich frühmorgens und unter der Woche da, kann man das Monument auch fast ohne Besucher besichtigen. Das sieht eine Stunde später schon anders aus.

Hier geht es zum Teil I von Lands´End bis zum Dartmoor Nationalpark

Von Lands End bis nach Stonehenge und Avebury. Ich hoffe Sie haben den Reisebericht genossen und sich die eine oder andere Anregung geholt. Die Tour gibt es auch als 80minütigen Film auf DVD oder hochauflösen als BluRay.  Ich bin Werner Götz und wünsche Ihnen schöne und interessante Reisen. Entdeckt die Welt. Bis zum nächsten Mal, dann in der Antarktis.

Quellen: eigene Recherche und Erlebnisse, Wikipedia

England – Von Lands´ End bis Stonehenge (Teil I)

Von Lands´End bis Stonehenge

Unterwegs im Südwesten Englands (Teil I – bis Dartmoor)

Statue König Artusin TintagelWandeln Sie mit auf den Spuren König Artus, besuchen Sie alte Bergwerke und genießen Sie mit mir das Mittagessen eines Bergmannes. Freuen Sie sich über eine Fahrt mit einem Morgan über die Penwith-Halbinsel , ganz im Südwesten Großbritanniens. Wir wandern in Moorlandschaften mit freilebenden Pferden, fahren in einem alten Dampfzug und beschäftigen uns mit den Mysterien der Kelten. Der Golfstrom sorgt für ein mildes Klima, ideal für zahlreiche Gärten. Fehlen dürfen natürlich nicht wundervolle Orte und deren Menschen.

Reiseroute und besuchte Orte: Penwith-Halbinsel, Levant Mine und Geevor Tine Mine, Lost Gardens of Heligan, Charlestown, Lanhydrock House, Tintagel, Crackington Haven, Clovelly, Rundfahrt und Wanderungen Dartmoor, Buckland Abbey, South Devon Railway, Totnes, Cockington Village, Dartmouth, Burgh Island, Charmouth, Montacute House, Stourhead House and Gardens, Bath, Lacock Abbey + Ort, Castle Combe, Dyrham Park, Aveburry, Stonehenge

Trailer zum Film. Natürlich sind auch DVDs und BluRays vom 80-minütigen Film erhältlich.

Hier geht es direkt zum Teil II von der Buckland Abbey über Bath bis nach Stonehenge

Penwith-Halbinsel, die Minen

Die Penwith-Halbinsel ist unser Startpunkt für eine Reise durch den Südwesten Englands. Hier erfährt man gleich viel von der Geschichte der Region. In der Nähe von Lands´ End, dem südlichsten Punkt der Insel, finden sich viele Überreste aus Zeiten des Bergbaus. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts deckte Cornwall über die Hälfte des Weltbedarfes an Zinn. Auch sehr viel Kupfer gewannen die Bergarbeiter in den Minen. Schon in der Bronzezeit und Antike begann der Abbau, zwischen 2200 und 2100 v. Christus. Im 20. Jahrhundert waren die Minen weitgehend erschöpft, Bergwerke in anderen Ländern produzierten günstiger. Dennoch hielt das letzte Bergwerke bis 1990 durch, bis es stillgelegt wurde.

Eines unserer ersten Ziele war die Levant Mine. Die ´mine under the sea´ bekam ihren Spitznamen durch bis zu 600 m tiefe und unter dem Meer liegende Stollen. Sie reichten bis zu zweieinhalb Kilometer von den Klippen aus ins Meer hinaus. Seit 1820 wurde erst Kupfer, später auch Zinn gefördert. Erschöpft waren die Vorkommen im Jahr 1930, die Mine wurde aufgegeben und lief voll Wasser.

Eine Besonderheit ist das noch vorhandene Dampfkesselwerk. Die darin stehende Dampfmaschine zum Betrieb der Winde wurde 1840 gebaut und lief bis 1930. Sie sollte verschrottet werden, aber einige Männer kauften sie dem Schrotthändler ab und bewahrten sie in dem Dampfkesselwerk auf.  Zwischen 1989 und 1990 restaurierten sie einige ehemalige Minenarbeiter der letzten, zu dieser Zeit geschlossenen benachbarten Mine. Zuerst hat man die Dampfmaschine nur lackiert und ließ sie mit Druckluft laufen. Später aber erneuerte man das komplette Kesselhaus. Nun läuft sie unter Dampf, seit mehr als 25 Jahren. 1873 waren fünf Dampfmaschinen in Betrieb, auch zum Belüften und Entwässern der Grube und für die mechanische Bearbeitung des Erzes.

Zehn Minuten zu Fuß sind es bis zur benachbarten Geevor Tin Mine, eines der größten erhaltenen Bergwerke des Landes. Die Gebäude der erst 1990 aufgegebenen Mine sind denkmalgeschützt, seit 2006 Teil des Weltkulturerbes Cornwall and West Devon Mining. Die Gebäude sind heute offen für Besucher und erzählen die Geschichte der Minen und Bergarbeiter.

Der Boom der Zinnproduktion startete vor 200 Jahren mit dem Beginn der industriellen Revolution. Zeitweise arbeiteten tausende von Mitarbeitern in den Minen Cornwalls. Mit dem Rückgang der Produktion wurden viele gezwungen auszuwandern, sie gingen nach Nord- und Südamerika, nach Südafrika und nach Australien.

Neben den Bergleuten unter Tage beschäftigte die Mine auch Männer, Frauen und Kinder, die über Tage das abgebaute Erz sortierten, aufbereiteten oder in der Verwaltung tätig waren. Viele Räume sind noch in einem Zustand, als kämen die Mitarbeiter morgen wieder zur Arbeit.

Die Stollen des Bergwerkes stehen mit dem Abschalten der Pumpen unter Wasser. So lassen sie sich nicht mehr erkunden. Deswegen weicht man auf einen Stollen aus dem 18. Jahrhundert aus. Er liegt über dem Meeresspiegel. Die Begehung lässt einen erahnen, unter welchen schwierigen Bedingungen die Minenarbeiter hier arbeiten mussten. Dazu gehörten auch Jungen ab sieben und Mädchen ab zehn Jahre. Und das noch bis in das 20. Jahrhundert hinein.

Die Erzadern verliefen in dieser Gegend Cornwalls meist vertikal, entsprechend trieb man tiefe Schächte ins Gestein. Das abgebaute Gestein wurde in Eimer und mit Hilfe von Holzloren meist von den Kindern ans Tageslicht gebracht.

Penwith-Halbinsel, Rundfahrt mit einem Morgan 4-4

Automobile Klassiker und England, das gehört einfach zusammen. Seit nunmehr 80 Jahren bauen die Briten den Morgan 4-4 fast unverändert. Man schreibt das Jahr 1936. Und Harry Frederick Stanley Morgan baute sein erstes echtes Automobil mit vier Rädern und vier Zylindern, deswegen Morgan 4-4 genannt. Leicht, puristisch und offen ist der Morgan noch heute. Null Komfort, keine Assistenzsysteme oder auch nur Lenk- oder Bremskraftverstärker, ein schlapper Motor und ein Chassis aus Holz zeichnen ihn aus. Genau deswegen begeistert das Auto und der Form wegen natürlich.

Was geht über einer Tour die Küsten entlang in einem Morgan, und das bei bestem Wetter. Wir bewegen uns auf der Penwith Halbinsel, eine Tour von 160 km steht uns bevor. Dafür darf man gern mal einen ganzen Tag einrechnen.

Die Fahrt über die Penwith Halbinsel führt einen durch eine raue Landschaft auf häufig schmalen Straßen und durch kleine Ortschaften. Manchmal kann man die Äste am Auto streifen hören, auf beiden Seiten gleichzeitig. Und Gegenverkehr, naja, es gibt ja immer mal wieder breitere Ausweichstellen. Viele Straßen stammen noch aus Zeiten, als es gar keine Autos gab.

Die Küste entlang finden sich immer wieder kleinere Fischerhäfen wie Mousehole. Hohe Wände aus Granit schützen die Häfen vor der rauen See. Wie unschwer zu erkennen ist, beträgt die Tide hier an der Küste oft mehrere Meter, bei Ebbe liegen die Boote quasi am Strand.

Zusammen mit Irland, Schottland und Wales ist Cornwall ein Zentrum der keltischen Kultur. Die Kelten hatten ihre eigene Sprache über Jahrhunderte hinweg. In Cornwall wurde kornisch gesprochen, und das bis 1777, als mit Dolly Pentreath aus Mousehole die letzte Muttersprachlerin starb. Wirtschaftlich gesehen waren lange Zeit der Fischfang und die Erzgewinnung die dominierenden Wirtschaftszweige Cornwalls. Heute ist es neben der Landwirtschaft der Tourismus.

St. Michaels Mount

Durchtränkt von Mythen und Legenden ist St. Michaels Mount. Bei Ebbe erreichbar über einen steinernen Steg, bei Flut mit dem Boot. Auf dem Felsen thront eine veritable Schloss- und Abteianlage, zum Verwechseln ähnlich dem berühmten französischen Pendant. Nur finden sich in Cornwall gerade mal einige zehntausend Besucher jährlich ein, während es in Frankreich mehrere Millionen sind. Während der normannischen Herrschaft wurde der Inselberg am Ende des 11. Jahrhunderts tatsächlich den Benediktinermönchen des französischen Mont Saint Michel übereignet und zu einer Pilgerstätte. Dennoch dominierte die wirtschaftliche und militärische Rolle des Felsens, er wurde in mehreren Kriegen zu einer Festung ausgebaut und von dem Inselhafen verschiffte man Zinn aus den Minen.

Eine faszinierende Kulisse bietet das Minack Theatre, gelegen direkt in einen Felsabhang am Ufer. Erbaut wurde es in den 1930er-Jahren von Rowena Cade, einer Theaterliebhaberin. Sie kaufte das Gelände für 100 Pfund und arbeitete bis zu ihrem Tod im Jahr 1983 am Ausbau des Theaters. Traditionell werden oft Werke Shakespeare aufgeführt, gespielt auch abends und bei schlechtem Wetter. Heute stand jedoch Dr. Doolittle von Hugh Lofting auf dem Programm.

Lost Gardens of Heligan

Das Wahrzeichen

Rund 50 öffentlich zugängliche Gärten finden sich allein in Cornwall und Devon. Häufig legten reiche Adelige und Geschäftsleute die Gärten im 19. Jahrhundert an. Jeder hat seine Besonderheiten, keiner ähnelt dem anderen. Eine der bekanntesten Gartenanlage ist die Lost Gardens of Heligan. Seit über 400 Jahren in Familienbesitz, verfiel er seit dem ersten Weltkrieg zusehends. Erst in den 1990er-Jahren weckte man ihn aus dem Dornröschenschlaf. Heute finden sich hier wieder Zier- und Nutzgärten, ein Dschungel, Wanderwege führen durch alte Wälder, Feuchtgebiete und Felder.

Im Dschungel

Eine Gruppe von Gartenbauspezialisten und viele Helfer versetzten Heligan wieder in den Zustand der viktorianischen Zeit. Mit Erfolg. 1999 wurde die Anlage in Großbritannien zum Garten des Jahres gewählt, mit über 300.000 Besuchern ist er einer der meist besuchten Englands. Und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der strukturschwachen Gegend.

Charlestown

Die Zeit scheint an Charleston vorbei gegangen zu sein. Während andere Städte in der Region im 20. Jahrhundert große Veränderungen erfuhren, gingen viele Entwicklungen an der Stadt nahezu vorüber. Ursprünglich mal ein verschlafenes Fischerdorf wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts der Hafen erbaut und blieb bis heute nahezu unverändert. Gern wird die Stadt als Drehort für Filme und Fernsehserien benutzt. 2008 etwa filmte Tim Burton hier Szenen für seinen Film Alice im Wunderland. Auch der Großteil einer Episode der TV-Serie Dr. Who entstand in Charlestown Harbour.

Lanhydrock House

Was wäre England ohne seine Herrenhäuser und Schlösser? Weitläufige Gärten, prachtvolle Räume, ein schönes Ambiente. Doch die Verwaltung, die kostet allemal sehr viel Geld. Viele davon sind nicht mehr in Privatbesitz, sondern werden vom National Trust wie hier das Lanhydrock House verwaltet. Doch egal ob Allgemeingut oder Privatbesitz, Besuchermagneten sind sie allemal.

Das Lanhydrock House ist zu einem großen Teil viktorianischen Ursprungs, einige Teile datieren jedoch schon um das Jahr 1620, sind also rund 200 Jahre älter. Alle Räume lassen sich besichtigen, sind detailgetreu eingerichtet. Manchmal scheint es, als ob die Bewohner hier noch leben würden.

Vor dem Gebäude finden sich viktorianische Gärten, umgeben von einem formalen Garten und einem Landschaftspark. Natürlich hielt auch Lanhydrock House als Drehort für eine Rosamunde Pilcher-Verfilmung her.

Tintagel Castle

Die Küste entlang erreichen wie das legendäre Tintagel, König Artus´ Geburtsort, sollte er jemals gelebt haben. Zu erreichen ist die Ruine über steile Zugänge, nur durch eine schmale Landzunge mit dem Festland verbunden.

Neueren archäologischen Grabungen nach dürfte sich hier einst ab Mitte des 5. Jahrhunderts bis Anfang des 7. Jahrhunderts ein bedeutender Fürstensitz befunden haben. Was von der Zeit her passen würde. Die heutigen sichtbaren Reste stammen vorwiegend von einer hochmittelalterlichen Burg.

Nach der Artussage fand in Tintagel die Zeugung König Artus (walisisch Arthur)  statt. In den Tagen von Uther Pendragon versteckte der Herzog von Cornwall hier seine Frau Igraine. Die aber begehrte Uther für sich selbst. Um sich ihr unbemerkt nähern zu können, verlieh der Zauberer Merlin ihm das Aussehen des Herzogs. Und so kam es zur Zeugung Artus. Zeitgleich fiel der Herzog in einer Schlacht.

Der Ort Tintagel selbst und die Burg gehören mit zu den am häufigsten besuchten Zielen Englands. Um den Anforderungen des Tourismus gerecht zu werden, wurden viele alte Gebäude schon Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen. Aus früheren Zeiten erhalten geblieben ist nur das Alte Postamt, ursprünglich ein kleines Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert. Das hat der National Trust restauriert und in einem der Räume eine kleine viktorianische Dorfpost eingerichtet. Der Name Tintagel geht vermutlich auf Zinn, englisch Tin zurück.

Crackington Haven bis Clovelly

Wir sind jetzt im Norden Cornwalls an der Küste der Keltischen See nahe Bude unterwegs. Unser Ziel für die nächsten Tage ist das Trevigue Bed&Breakfast nahe Cockington Haven. Private Unterkünfte bieten sich gerade in England für individuell Reisende an. Sie sind eine gute Möglichkeit, die englische Kultur und Lebensweise kennen zu lernen, Kontakte mit den hier lebenden Menschen aufzubauen.

Auf unserer Tour durch den Südwesten Englands übernachten wir immer in Bed&Breakfast-Unterkünften. Eine der bekanntesten Unterkunftsarten in England. Meist private Häuser und Bauernhöfe die sich im Familienbesitz befinden. Von einfach bis luxuriös ist alles darunter zu finden.

Gepflegte, stilvolle Zimmer in englischem Stil zeichnen die meisten Unterkünfte aus. Dabei hat jedes Haus seine eigenen Merkmale und Stile. Vielen gemein ist auch ein typisch englisches Frühstück, frisch zubereitet.

Clovelly

Wir sind nun im County Devon, in dem alten Fischerdorf Clovelly angekommen. Der malerisch gelegene Ort lockt viele Besucher, ein 800 m langer Fußweg aus Kopfsteinpflaster führt hinunter in das Dorf. Dementsprechend finden sich auch touristische Angebote wie Restaurants und Souvenir- sowie Kunsthandwerksläden.

Trotz des Besucheransturms während der Saison leben viele der 400 Einwohner noch vom Fischfang. Besonders der Fang von Sardinen spielte Jahrhunderte lang eine wichtige Rolle im Leben vieler Menschen in Cornwall und Devon. Mancherorts schon seit dem 15. Jahrhundert. Die Sardine sorge für Nahrung, Einkommen und half den Winter zu überstehen. Bis in die 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts die großen Schwärme vor Cornwalls Küste ausblieben. Es blieb den Fischern nichts anderes übrig, als sich auf andere Fischarten umzustellen.

Auch heute noch riecht es in vielen Orten an der Küste nach Fisch, Netze und Reusen türmen sich auf. Die Kaimauer in Clovelly selbst stammt noch aus dem 14. Jahrhundert. Seit 250 Jahren befindet sich das Dorf im Privatbesitz der Familie Rous. Es spielt auch eine Rolle in einem Roman von Charles Dickens. Die Eintrittsgelder dienen der Erhaltung des Ortes, sind also sinnvoll angelegt.

Dartmoor National Park

Wir sind im Landesinneren unterwegs, in Richtung Dartmoor. Die hügelige und offene Heidelandschaft liegt auf einem etwa 950 Quadratkilometer großem Granitmassiv. Bekannt ist die Gegend für ihre finsteren Gruselgeschichten. Sir Arthur Conan Doyle schuf, inspiriert durch das Dartmoor, eine der berühmtesten Bestien der Literatur, den Geisterhund, der eine Familie zu Tode hetzt, den Hund der Baskervilles. Doch bei Sonnenschein zeigt das Hochmoor seine ganze herbe Schönheit.

Dartmoor ist einer der beliebtesten Nationalparks Englands, eine ursprüngliche und naturbelassene Landschaft inmitten dicht besiedelter Gegenden. Vorwiegend Heidegewächse und Moorpflanzen finden sich hier, auch die Reste bronzezeitlicher Siedlungen von Gräbern, Steinkreisen und Flursystemen. Der Bergbau hat ebenfalls seine Spuren hinterlassen in Form von wüst gefallenen Bergbausiedlungen und Schmelzöfen.

In der baumlosen Moorlandschaft im Zentrum finden sich immer wieder ausgesetzte Granithügel, die Tors.  Mithin der bekannteste ist Haytor, gern besucht. Der Weg hinauf kann schon eine kleine Herausforderung sein. Aber der Blick in die Landschaft entschädigt für den Aufstieg.

Wandern im Südwesten gleicht mancherorts einem Gang durch ein archäologisches Museum. Steinerne Monumente finden sich zahlreich, sie stammen aus einer Zeit etwa 2000 Jahre vor Christi Geburt. Die Kelten siedelten im sechsten Jahrhundert vor Christi in dem Landstrich, bis die Römer im Jahr 43 nach Christus Britannien eroberten und bis zum Ende des 4. Jahrhunderts regierten. Grabsteine wiesen dabei schon früh den Menschen den Weg, manch einer wurde zu einem christlichen Kreuz umgearbeitet. Und viele der alten Steinbrücken stammen noch aus dem Mittelalter, diese hier aus dem 13. Jahrhundert, manche sogar aus der Antike. Das zeigt, dass die Menschen vor tausenden Jahren die gleichen Wege benutzen wie wir heute.

Über das Dartmoor verstreut liegen auch schöne Weiler und Dörfer. Nicht wenige Einwohner der Orte leben inzwischen vom Tourismus, neben der Schaf- und Rinderzucht. Widecomb-in-the-Moor dürfte das mit am häufigsten besuchte Dorf sein, Wahrzeichen ist der 36 m hohe Turm der Gemeindekirche.

Die Pferde von Dartmoor leben frei, sind Nachkommen von Arbeitspferden der Minenarbeiter. Sie haben nur ein Stockmaß von knapp 1,40 m und sich der kargen Landschaft angepasst, können gut in der Moorlandschaft leben.

Das wohl berüchtigtste Gefängnis Englands, auch das findet sich hier im Dartmoor. Nur wenigen Ausbrechern gelang jemals die Flucht. Dartmoor Prison schaut man sich am besten von außen an. Ist es doch noch in Betrieb. Wer durch das schmale Tor tritt, für den ist die normale Welt erst einmal passe. Häufig sogar für sehr lange Zeit. Besser man besucht das daneben liegende kleine Museum, das die Geschichte des Gefängnisses aufzeigt.

Auch Waldgebiete finden sich im Dartmoor und nicht wenige malerische Flussläufe und Wasserfälle. Die zum National Trust gehörende Lydford Gorge zwängt sich durch eine schmale Schlucht. Auf halber Strecke erreicht man einen etwa 30 m hohen Wasserfall, der zu einer Rast einlädt. Eine schöne Rundwanderung von etwa zwei Stunden.

Hier geht es zum Teil II von der Buckland Abbey über Bath bis nach Stonehenge

Quellen: eigene Recherche und Erlebnisse, Wikipedia,