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Kurzer Reisebericht von Rom ist fertig

Die Engelsburg

Hier findet sich nun ein kurzer Bericht einer Woche in Rom und vom Besuch von Ostia antica. Und wie gehabt natürlich viele Bilder. Einfach zu Stöbern und um auf Ideen zu kommen. Auf jeden Fall steht fest, Rom ist nicht nur eine Reise wert, gibt einfach zu viel zu tun und zu sehen. Wir kommen wieder.

Das Kolosseum
Blick auf den Petersdom
In Ostia antica

 

Rom im Dezember 2019

Rom 2019 – eine Städtetour im Dezember

Piazza Navona

Rom, die ewige Stadt, ist sicherlich eine der interessantesten Metropolen dieser Welt. Das Colosseo, das Forum Romanum mit dem Palatin, dem am besten erhaltene römische Gebäude, das Pantheon, aber auch der Vatikan mit dem Petersdom und den vatikanischen Museen, weiterhin der Trevi-Brunnen oder die spanische Treppe, eine nur annähernde Aufzählung würde den Rahmen dieses kurzen Berichtes sprengen. Aber dafür gibt es ja unzählige Reiseführer und -foren, Print wie online und als Apps. Deswegen nur ein kurzer Bericht unserer Woche in Rom über das was wir angeschaut haben und dazu einige schöne Bilder.

Hier geht es zur Bildergalerie mit den – subjektiv betrachtet – schönsten Bilder Roms und Ostia anticas – eine Auswahl

Blick auf den Petersdom von der Engelsburg aus

Tag 1 – Engelsburg bis Piazza Navona

Angekommen sind wir um die Mittagszeit an einem Donnerstag im Dezember. Dezember, weil es immer noch warm ist und recht trocken, und in der Hoffnung, dass weniger Besucher wie wir unterwegs sind. Weit gefehlt. Auch im Dezember sind viele Attraktionen voll, die zentralen Plätze überlaufen. Wichtig, Tickets etwa für die vatikanischen Museen und das Kolosseum vorab online besorgen, spart längere Wartezeiten an den Ticketkassen, außerdem gibt es kürzere Schlangen bei den Sicherheitskontrollen. Und den Menschenmassen kann man relativ einfach aus dem Weg gehen, gibt es doch nicht nur zentrale Plätze wie die Piazza Navona oder den Piazza Popolo. Die, zugegeben, wunderschön sind, besonders am Abend. Zum Essen geht man jedoch lieber in eine Seitengasse, es ist besser und günstiger.

Menschenmassen auch im Dezember, hier an einem Sonntagabend an der spanischen Treppe

Von unserem relativ gut gelegenen Hotel waren es zu Fuß nur 600 m zur Engelsburg, also am Nachmittag erstmal dort hin gegangen. Ursprünglich als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian und seine Nachfolger errichtet wurde sie später von diversen Päpsten zur Kastellburg umgebaut. Heute ein Museum kann man oben eine Kleinigkeit bei einem wunderbaren Blick über die Stadt essen oder einen Kaffee trinken. Abends wenn es dunkel ist hat man eine wunderbare Aussicht über die Stadt. Absolut lohnenswert, einfach die Bilder anschauen.

Anschließend bietet sich ein Fußmarsch über die Engelsbrücke die Via Momte Giordano mit schönen Läden und Restaurants zur Piazza Navona an.

Bildergalerie Tag 1 Rom – Engelsburg bis Piazza Navona

Tag 2 – Villa Borghese, Piazza del Popolo, spanische Treppe, Trevi-Brunnen und das Pantheon

Am folgenden Tag, am Freitag nahmen wir uns die Borgheses vor, sprich die Villa Borghese. Dabei handelt es sich um eine Parkanlage, hervorgegangen aus dem Landgut der gleichnamigen adligen Familie, die immerhin eine Fläche vom fünf Quadratkilometern umfasst. Hier kann man eine schöne Wanderung mitten im Rom durch grüne Landschaften machen, weit weg vom Straßenverkehr und anschließend die Galerie Borghese besuchen. Sie zählt zu den berühmtesten und wertvollsten privaten Kunstsammlungen der Welt und geht auf den Kardinal Scipione Borghese zurück, der auch dieses Gebäude errichtete.

Im Garten der Borgheses

Weiter ging es zur Piazza del Popolo, die Via del Corso und die Via del Babuino – hier finden sich alle Edelgeschäfte Roms – entlang bis zur spanischen Treppe. Ab 1723 erbaut, dürfte sie eine der berühmtesten Freitreppen der Welt sein. Zuvor findet sich mit dem Antico Caffé Greco eines der berühmtesten Cafés Roms nahe der Spanischen Treppe. Schon Goethe trank dort seinen Kaffee. Ob er aber auch umgerechnet 9.- € für einen Cappuccino zahlte? Oder 12 für ein Stück Kuchen? Dafür trugen die Bedienungen einen Frack.

Nach der Spanischen Treppe ging es noch zum Trevi-Brunnen. Unvorstellbar was hier in der Saison los sein muss, wenn jetzt schon im Dezember Menschenmassen unterwegs sind. Dennoch, hier gewesen sein muss man. Die Fontana de Trevi ist mit rund 26 m Höhe und 50 m Breite immerhin der größte Brunnen Roms und sicherlich auch der bekannteste, wenn nicht sogar der Welt. Es soll Glück bringen, wenn man eine Münze über die Schulter rückwärts in den Brunnen wirft. Immerhin rund 1,5 Millionen Euro holen die Bediensteten der Stadt jährlich aus dem Brunnen, mit deutlich steigender Tendenz. 2018 sollen bald 30 Millionen Besucher an dem Brunnen gewesen sein. Das Geld fließt übrigens an die Caritas für soziale Zwecke.

Das Pantheon

Weiter durch die belebten Straßen stand noch das Pantheon auf dem Programm. Bei dem unter Kaiser Hadrian fertig gestellte Gebäude (um 128 n. Chr.) soll es sich um das am besten erhaltene Gebäude aus der römischen Antike handeln. Mehr als 1700 Jahre lang hatte es die größte Kuppel der Welt. Schon 609 wandelte man es in eine christliche Kirche um, deswegen auch der gute Erhaltungszustand. So diente das Gebäude nicht als Steinbruch. Im Pantheon finden sich heute die Gräber von berühmten Malern und Architekten, etwa von Raffael.

Bildergalerie Garten Borghese, Piazza Popolo, spanische Treppe, Trevi-Brunnen, Pantheon, Piazza Navona 

Tag 3 – Palazzo Massimo, Santa Maria degli Angeli, Museo Nazionale Romano, Trastevere

Samstag, Tag 3 in Rom. Heute standen erst einmal zwei Museen auf dem Plan. Der Palazzo Massimo alle Terme beherbergt heute Skulpturen, Portraits und Reliefs aus der späten römischen Republik und der frühen Kaiserzeit. So etwa eine Augustus-Statue, zwei von Apollo und den Sarkophag von Portonaccio.

Sarkophag von Portonaccio

Allein der ist den Besuch wert. Wie auch der Faustkämpfer von Quirinal, mithin ein der am besten erhaltenen Bronzestatuen aus jener Zeit. Für Numismatiker lohnt der Besuch des Untergeschosses mit einer riesigen Münzsammlung in einen großen unterirdischen Tresor.

Nahe dabei liegt mit Santa Maria degli Angeli e dei Martiri eine unter der Leitung von Michelangelo inmitten der Ruinen der Diokletiansthermen integrierte, absolut sehenswerte Kirche. Und daneben wiederum findet sich das Museo Nazionale Romano, welches auch einen Besuch wert ist. Allein für diese drei Gebäude kann man ruhig einen halben Tag einplanen, mindestens.

Weiter ging es mit der Metro  – die übrigens wunderbar funktioniert hat mit sehr kurzen Umsteigezeiten – und zu Fuß zu dem Künstlerviertel Trastevere den herbstlichen Tiber entlang.  Einst das Viertel der Arbeiterklasse ist die Gegend heute für ihre Trattorias, Kunsthandwerksläden, einfachen B&Bs und Budget-Hotels bekannt. Auch Kirchen finden sich und einige belebte zentrale Plätze wie die Piazza di San Calisto und die Piazza Santa Maria.

Bildergalerie Palazzo Massimo, Piazza della Republica, Maria degli Angeli, Museo Nazionale, Circo Massimo, Travestere 

Tag 4 – Das antike Rom – Colosseo und Forum Romanum 

Unser vierter Tag, der Sonntag, stand nahezu ganz im Zeichen des alten Rom. Beginnend natürlich mit dem Kolosseum, dem größten im antiken Rom erbauten Amphitheater.  

Das Colosseo

Das Wahrzeichen der Stadt, zwischen 72 und 80 n. Chr. errichtet, diente einst als Austragungsort grausamer und brutaler Veranstaltungen zur Belustigung der freien Bürger Roms. 50.000 davon passten hinein. Eine ausgeklügelte Bühnentechnik ließ innerhalb weniger Minuten vor den Zuschauern eine komplette Wald- oder Wüstenlandschaft entstehen, und das vor 2000 Jahren. Anfangs konnte man die gesamte Bühne auch fluten, etwa für Seeschlachten. 450 Jahre war das Kolosseum in Betrieb, Schätzungen zufolge sollen 300.000 bis 500.000 Menschen darin getötet worden sein und mehrere Millionen Tiere. Viele halten diese Zahlen jedoch für zu hoch gegriffen, da Gladiatorenkämpfe seltener tödlich ausgingen als vermutet.

Auf dem Palatin

Mehrere Stunden haben wir dann im Herzen des ehemaligen römischen Weltreiches, dem Forum Romanum, und auf dem Palatin zugebracht. Es ist schon beeindruckend allein die Ruinen zu betrachten. Man kann sich kaum die einstige Pracht vorstellen, bekommt aber eine kleine Ahnung davon. Mehr dazu am besten in Wikipedia nachlesen.

Am Ende des Weges stand dann die Neuzeit mit dem riesigen Denkmal Vittoriano, im späten 19. Jh. für den ersten König des geeinten Italiens, Vittorio Emanuele II, erbaut. Es zählt heute zu den Statussymbolen der Italienischen Republik.

Mit der Metro ging es dann zurück Richtung spanische Treppe, um dort ein schönes Lokal zu suchen. Was aber
in Rom an so einem Platz selbst im Dezember an einem Sonntagabend los ist, ließ uns sehr schnell umschwenken. Da waren die Besucherströme beim Kolosseum ein Klacks. Unvorstellbar diese Menschenmassen. Also weiter zu weniger belebten Plätzen, um ein ruhigeres Eck zu suchen, was wir auch fanden.

Bildergalerie das antike Rom, Vittoriano und spanische Treppe

Tag 5 – Im Vatikan

Nachdem am Sonntag das alte Rom im Fokus stand war es am Montag der Vatikan. Zuerst ging es am frühen Morgen in den Petersdom, da halten sich die Schlangen an den Sicherheitskontrollen noch in Grenzen. Anschließend standen die Vatikanischen Museen auf dem Programm. Gut, dass wir online das Ticket vorgebucht hatten, reduzierte die Wartezeit doch erheblich.
Der Petersdom, schon beeindruckend, wenn man inmitten dieser riesigen Kirche steht, man ist da so klein gegenüber all der Pracht und dem Gigantismus. Ist es doch die größte der päpstlichen Basiliken, fasst 20.000 Menschen, im Inneren. Damit ist es die größte aller päpstlichen Basiliken und eine der größten Kirchen der Welt, auf jeden Fall die Bedeutendste. Auf den Petersplatz vor dem Dom passen 100.000 Menschen.

Auch interessant: Der Bau des Petersdomes soll mit ein Anlass für die Spaltung der Kirche in Katholiken und Protestanten gewesen sein. Um ihn zu finanzieren führte Papst Leo X den Plenarablass ein: Wer der Kirche Geld zahlt, dem wurde die Strafe für seine Sünden erlassen. Dies war dem Augustinermönch Martin Luther ein Dorn im Auge. Der Rest ist Geschichte.

Einer von 1400 Räumen in den vatikanischen Museen

Kaum zu beschreiben sind dann die vatikanischen Museen. Unvorstellbar was sich dort so alles findet, sprich, was er Vatikan so alles im Laufe der Jahrhunderte zusammensammelte. Ob römisch, ägyptisch, etruskisch, Mittelalter… es ist kaum zu beschreiben. Nur ein paar Fakten. Besichtigen kann man 1400 Räume, zum Teil jeder einzelne mehrere hundert Quadratmeter groß. Rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt das Museum, der Jahresumsatz liegt bei rund 100 Millionen Euro. 

Hier finden sich auch die Sixtinische Kapelle mit den berühmtesten Gemälden Michelangelos oder zig Räume mit riesigen Gemälden Raphaels und vieler anderer, zeitgenössischer Künstler, Galerien mit hunderten antiken wunderbar erhalten Statuen (5. Jh. vor Christus bis 2. Jh. nach Christi), archäologische Funde der Etrusker, Ägypter, Römer … der allerbesten Güte. Immerhin durchschnittlich 20.000 Menschen besuchen die Museen täglich. Wir hielten uns ungefähr sechs Stunden auf, legten dabei etwa sechs Kilometer zurück inklusive drei Kaffeepausen. Dann war es aber auch genug, zurück an den Hotspots Rom fanden wir ein gemütliches, ruhiges und gutes Restaurant.

Bildergalerie Vatikan 

Tag 6 – Ostia antica und die Pauluskirche

Am Dienstag machten wir uns dann mit dem Zug auf nach Ostia antica, etwas außerhalb von Rom gelegen. Bei der Stadt handelt es sich um den alten Hafen der Metropole. Hierher verirren sich nur wenige (und zahlreiche Schulklassen, an diesem Tag, die müssen), was aber ein Fehler ist. In dieser alten Stadt kann man Stunden verbringen und Kilometer zurücklegen – was wir auch taten – und hat immer nur einen kleinen Teil gesehen.

Eine der Hauptstrassen in Ostia antica

Immerhin lebten hier im 2. Jahrhundert mal 50.000 Menschen. Kommt vom Erhaltungszustand nicht ganz an Pompeji und Herkulaneum heran, aber nahe. Immerhin zählt die Ruinenstadt heute zu den bedeutendsten Ausgrabungsstätten der römischen Welt. Rund ein Drittel der Stadtfläche ist noch nicht mal ausgegraben. Trotz der Bedeutung findet von Rom aus kaum jemand hier her. Ein schöner Ausgleich gegenüber dem Trubel der Metropole.

Auf dem Rückweg machten wir einen Stopp bei der zweitgrößten Kirche (nach dem Petersdom) Roms, der Basilica di San Paolo fuori le mura, der Grabeskirche des Apostels Paulus. Dabei handelt es sich um eine exterritoriale Besitzung des Heiligen Stuhls im Vatikan. Das Gemäuer ist schon beeindruckend, wenn man die Säulenhalle betritt und es soll den schönsten Kreuzgang aller mittelalterlichen Kirchen besitzen. Könnte stimmen.

Blick auf die Grabeskirche des Apostel Paulus

Paulus war einer der ersten Missionare des Christentums, der um 67 n. Chr. von den Römern geköpft wurde. Sein Sarkophag wurde bei Umbauarbeiten im Dezember 2006 wiederentdeckt. Unter Historikern ist ziemlich unumstritten, dass er tatsächlich gelebt hat und auch einer der wesentlichen Ideengeber für das Neue Testament war. Nach einer Sondenuntersuchung des nie geöffneten Sarkophags fanden sich Knochen- und Stoffreste aus dem 1. Jh. n. Chr., Papst Benedikt XVI erklärte daraufhin das Grab als authentisch.

Bildergalerie Ostia antica und Pauluskirche

Tag 7 – Die Gegend um die Haltestelle Pyramidi

Nun geht unsere Woche Rom zu Ende. Den letzten Tag haben wir recht gemütlich verbracht, trotzdem rund 17 km gelaufen. Wir besuchten ein paar Kirchen, einige alte römische Gebäude (Casa Romanum) die sich heute im Untergrund befinden und die Caracalla-Thermen.

Eine gigantische Wellnessanlage der Römer für 1600 Besucher. Auch wenn nur noch Ruinen stehen, es ist schon überwältigend was die Römer da alles errichtet hatten. Manchmal wünscht man sich, sich eine Stunde in die Zeit `hineinzubeamen`. Natürlich als Bürger oder Aristokrat, nicht als Sklave. Zu guter Letzt besuchten wir noch die Pyramide, ja nach der Eroberung des alten Ägyptens stand alles ägyptische hoch im Kurs. Also bauten die Römer Mal schnell eine kleinere, nur 27 m hohe Pyramide. 

Ansonsten waren Bummeln angesagt, etwas shoppen und gut essen (und trinken). Eines ist nach dieser Woche klar, wir kommen wieder. Auch wenn wir keine Münzen in den Trevi-Brunnen geworfen haben.

Quellen: Eigene Erlebnisse, Internetrecherche, alle Bilder Werner Götz