Archiv der Kategorie: Europa

Griechenland Insel Kos: Film als BluRay oder DVD erhältlich

Der Film über die Kurzreise auf die griechische Insel Kos ist jetzt ebenfalls als DVD oder hochauflösend als BluRay in meinem Shop zu erhalten. Der 34-minütige Film präsentiert die  gleichnamige Inselhauptstadt Kos mit ihren römischen Ausgrabungen, das antike Kur- und Heilzentrum Asklepieion, weiter geht es auf einer Schiffstour zu den Inseln Pserimos und Kalymnos. Eine Wanderung um das alte Dorf Paleo Pili herum und der Besuch der Kreuzritterburg Antimachia zeigen eine andere Seite der Insel. Ein Tagesausflug per Fähre bringt uns zudem zur Vulkaninsel Nissyros. Strände wie der Agios Stefanos Beach und auch das Bergdorf Ziá dürfen natürlich nicht fehlen. Den Film gibt es als DVD oder hochauflösend als BluRay.

Hier gibt es einen kurzenTrailer auf YouTube mit Ausschnitten vom Film. Auf meinem Kanal finden sich weitere längere Filme mit deutschen Kommentaren.

Mit dem Motorrad zum Norkap und an Norwegens Küste zurück – der Trailer zum Film

Durch Schweden Finnland und Norwegen geht es mit einer Yamaha Tenere zum Nordkap. Es folgen Fahrten die Westküste entlang durch Norwegen nach Bergen. Höhepunkte sind sicherlich die Lofoten, die Küstenstraße Kystriksveien, der Trollstiegen und Geirangerfjord sowie die Nationalparks Jostedalsbreen und Jotunheimen. Ab Bergen nehme ich die Fähre nach Hirtshals in Dänemark, weiter geht es für ein paar Tage nach Hamburg, bevor die Rückfahrt nach Winnenden bei Stuttgart ansteht. Insgesamt 7852 km mit dem Motorrad (ohne die Fährstrecken) in knapp vier Wochen durch wunderbare Landschaften, eintönige Wälder, entlang Flüssen bei Regen, Eiseskälte und Sonne. Auf Autobahnen und kilometerlange Geraden oder kurvenreich über Pässe und Fjorde entlang. Fähren wurden mit der Zeit Routine und kilometerlange Tunnel auch. Ein ausführlicher Reisebericht mit vielen Bildern findet sich auf meiner Website.

Den Film gibt es als Video auf DVD und BluRay auf meiner Shop-Seite.

Reisebericht Nordkap ist Fertig

Online zu lesen gibt es nun den Reisebericht über meine Tour durch Schweden, Finnland und Norwegen bis zum Nordkap. Das war aber nur ein Etappenziel, denn die Reise ging weiter die Küste Norwegens entlang bis nach Bergen. In der Summe fast 7900 km mit der Reiseenduro in knapp vier Wochen bei wunderbaren wie widrigen Tagen.  Auf dem Weg zurück wurden noch drei Tage in Hamburg eingelegt, auch dieser Bericht ist nun online.

 

 

Mit dem Motorrad zum Nordkap

Es geht los, immer Richtung Norden – zum Nordkap

Durch Schweden Finnland und Norwegen geht es mit einer Yamaha Tenere zum Nordkap. Es folgen Fahrten die Westküste entlang durch Norwegen nach Bergen. Höhepunkte sind sicherlich die Lofoten, die Küstenstraße Kystriksveien, der Trollstiegen und Geirangerfjord sowie die Nationalparks Jostedalsbreen und Jotunheimen. Ab Bergen nehme ich die Fähre nach Hirtshals in Dänemark, weiter geht es für ein paar Tage nach Hamburg, bevor die Rückfahrt nach Winnenden bei Stuttgart ansteht. Insgesamt 7852 km mit dem Motorrad (ohne die Fährstrecken) in knapp vier Wochen durch wunderbare Landschaften, eintönige Wälder, entlang Flüssen bei Regen, Eiseskälte und Sonne. Auf Autobahnen und kilometerlange Geraden oder kurvenreich über Pässe und Fjorde entlang. Fähren wurden mit der Zeit Routine und kilometerlange Tunnel auch.

Hier geht es zu einer Bildergalerie mit den subjektiv schönsten Fotos

Hier ein Trailer zu meinem Film: 

Es gibt den 140-minütigen Film als DVD oder hochauflösend als BluRay in meinem Shop.

Tag 1 – Es wird Strecke gemacht

Die ersten zwei Tage mache ich erst mal Strecke Richtung Kiel. Vom dortigen Terminal fährt morgen um 18.45 die Fähre nach Göteborg los. Die muss ich erreichen. Monotone Autobahn mit zahlreichen Baustellen ist angesagt. Ab etwa der halben Strecke fängt es an zu regnen. Mal mehr oder weniger stark. Also gibt es nur Tankstopps und Kilometer machen. Am Abend bin ich dann rund 40 km vor Kiel, nach etwa 700 km. Viel weiter als gedacht. Und schaue nach einem Zimmer, es regnet immer noch. Doch nichts geht, alles voll hier in der Region. Auch online nicht. Also doch zu einem Zeltplatz in der Nähe, der Inhaber gibt mir einen guten, festen Platz wo das Moped sicher steht. Ist die Wiese doch durchnässt. Und es stimmt was VauDe über mein neues Zelt behauptet hat. Man kann es in fünf Minuten auch im Regen aufbauen und das Innenzelt bleibt trocken. Nur ich nicht so ganz. Wobei die neue Motorradkombi bei der Fahrt ihre Sache gut macht. Alles wirklich wasserdicht.
Währenddessen macht mir der Campingplatzinhaber ein Schnitzel mit Bratkartoffeln, dazu gibt es ein gutes Bier. Jetzt müsste nur noch das Wetter besser werden.

700 km Strecke, die Hälfte davon bei Regen. Es regnet auch, als ich das Zelt aufbaue

Tag 2 – Die Fähre ist erreicht

Am Schwedenkai in Kiel. Von hier aus geht es über Nacht nach Göteborg

Es waren nur noch etwa 40 km bis zum Fähranleger in Kiel. Doch zuerst hieß es packen und das Zelt abzubauen. Natürlich begann es wieder leicht zu regnen, also alles nass in den Packsack. Gefrühstückt wurde dann an einer Tanke. Am Fährkai blieb Zeit um das Moped abzustellen und in die Stadt zu laufen für ein zweites Frühstück, diesmal richtig. Anschließend wurde noch mal etwas umgepackt und optimiert. Motorräder dürfen übrigens ganz vorn parken und auch als erste an Bord (wie sich später zeigte dafür als letztes von Bord). Klappte alles problemlos. Nachdem das Motorrad sicher verzurrt war – macht man aus Haftungsgründen selber – ab in die Kabine, duschen, erste Wäsche waschen, Akkus laden. Es ist ja Zeit, rund 14 h dauert die Fahrt nach Göteborg. So gegen 9 Uhr am kommenden Morgen komme ich an. Heute Abend gönne ich mir noch ein Essen und etwas Wein an Bord.

Tag 3 – Der erste Tag in Schweden

 

Meine Hütte am Värmlands Sjö och Fjäll Campingplatz nahe Torsby – empfehlenswert

Gerade sitze ich in einer kleinen Hütte, wunderschön gelegen auf dem Värmlands Sjö och Fjäll Campingplatz nahe Torsby gelegen. Die Hütte habe ich mir gegönnt, nachdem es kurz zu tröpfeln anfing. Wobei es heute überwiegend ein schöner sonniger Tag war.
Heute Morgen pünktlich um 9.15 in Göteborg mit der Fähre aus Kiel angekommen, verhinderte der Zoll eine zügige Abfahrt. Meinte man doch, mal alle Fahrzeuge respektive die Fahrer nach Ziel und Grund der Einreise zu fragen. Das wars dann auch, dauerte aber insgesamt 90 Minuten bis ich draußen war. Wenn es eine gut funktionierende weltweite Union gibt, ist es die der Bürokraten.


Mein erster Stopp nach 80 km war der Trollhätta Kanal. Hier lassen sich alte Kanäle, Wasserkraftanlagen und Fabrikationsanlagen in einer wunderbaren Schlucht besichtigen sowie schöne Spaziergänge machen sofern man Zeit hat und keine schweren Motorradstiefel an den Füßen.
Eine Stunde später stand ich an der abseits gelegenen Skålleruds Kirche nahe Mellerud. Ein Kleinod das auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, aber wegen Renovierungsarbeiten gerade geschlossen ist.


Nach dann insgesamt 340 km kam ich hier am Campingplatz an. Noch ein paar Foto- und Filmaufnahmen gemacht, dann wurde erstmal gekocht. Pasta mit Tomatensauce, was sonst.

 

Tag 4 – On the Road

Das Wetter ist schön, die Sonne scheint. Auch wenn es für August mit deutlich unter zehn Grad am Morgen doch recht frisch ist. Also los, gefrühstückt wird zeitnah unterwegs. Wenn denn was käme. Und beim ersten Tankstopp schon wieder an ner Tanke, nein danke. Also wird es halb eins bis etwas geeignetes am Weg liegt (natürlich auch eine Tankstelle), dann aber gleich einen ordentlichen Hamburger. 


Das Wetter schlägt um, es fängt wieder an zu tröpfeln. Es ist saukalt, ein eisiger aus dem Norden wehender Wind. Dort will ich hin…
Weiter geht es, sonnige Abschnitte wechseln mit Regen. Was bleibt ist der kalte stürmische Wind, der sich auch auf dem Moped bemerkbar macht. Sightseeing steht bei diesen Bedingungen nicht auf dem Plan.
Abends gegen halb sechs habe ich das Tagesziel erreicht. Bei dem Wetter ist doch wieder eine Hütte angesagt. Doch alles ist ausgebucht. In der Region findet gerade eine Veranstaltung statt. Also weiter. Beim nächsten Zeltplatz ist niemand zu erreichen, erst nach fünfzig weiteren Kilometern finde ich einen einfachen Campingplatz mit einer freien Hütte. Gut, die Strecke spare ich mir für morgen schon mal ein.
Immerhin habe ich heute rund 530 Kilometer Richtung Norden geschafft, auf dem Moped und unter Einhaltung aller Geschwindigkeitsregeln.

Tag 5  – On the Road again

Es hat gefühlt Minusgrade. Ist natürlich Quatsch, das Thermometer zeigt in der Früh 6 Grad an. Aber der eiskalte arktische Wind. Egal, es geht weiter, zumal heute die längste Etappe der ganzen Tour ansteht. Rund 540 km bis Jokkmokk, ein Zentrum der Samen. Ich bin dann schon eine Weile in Lappland. Hier will ich mir dann auch einiges ansehen. 
Also los, gefrühstückt wird wieder unterwegs. Nur am Samstag früh (10 Uhr) hat alles noch zu.

Eine Säule, ein Kreditkartenautomat, reicht fürs Moped.

Selbst die Tankstellen, zumal inzwischen viele nur aus zwei Säulen und einem Automaten zum Zahlen per Kreditkarte bestehen. Zum Tanken des Mopeds reicht es. Was aber ist mit mir?

 

Es braucht 150 km bis Vilhelmina, bevor eine Rast ansteht. Hier will ich sowieso eine Pause einlegen, wegen den vom Reiseführer empfohlenen Geschäfte. Doch wo sind die nur hin? Hat vermutlich mal wieder der eine vom anderen abgeschrieben und keiner war hier. Nun gut, für einen Einkauf im Supermarkt und einen Kaffee reichte es. 
Weiter geht‘s Kilometer um Kilometer. Die Landschaft wandelt sich langsam, die Wälder sind nicht mehr so dicht, die Bäume kleiner. Lichte Flächen nehmen zu und es wird bergiger. Das Wetter bleibt wechselhaft, meist grauer Himmel, immer wieder Regen, ab und an ein Sonnenstrahl. 

Die ersten Rentiere. Später wird es zur Gewohnheit – man stoppt nicht mehr


Dann ein Stopp bei einem Museum das ich besuchen will. Geschlossen, die ganze Saison. So ist es häufiger, wohl der wenigen Besucher wegen. Lohnt nicht. Gegen 17 Uhr überquere ich den nördlichen Polarkreis.

Einzig und allein. Selbst Cafe und Shop waren die ganze Saison über geschlossen

Ich war hier der einzige und Laden, Infozentrum, Kaffee, alles geschlossen. Nun gut, 15 Minuten später bin ich in Jokkmokk, am Campingplatz. Ausgebucht. Und zum Zelten habe ich nach der Strecke und dem Wetter keine Lust. Das wars dann mit dem Samenzentrum am kommenden Morgen. Zumal auch hier vieles zu zu sein schien. 
Also weitere 90 Kilometer bis Gällivare geheizt, hier eine beheizte! Hütte mit Dusche ergattert. Am Schluss waren’s heute so um die 630 Kilometer, knapp 11 Stunden Fahrt mit dem Moped.

Tag 6 – Das Wetter spielt mit

Die Sonne scheint. Es ist zwar kalt, nur 8 Grad, und auf mehr als 10 Grad wird das Thermometer heute auch nicht steigen. Doch die gefühlte Temperatur passt, denn der eisige Nordwind hat sich gelegt. Also ab aufs Ross und ihm die Sporen gegeben. Sind doch in Lappland auf den schlechteren Straßen 100 km/h erlaubt. Ich gehöre zu den wenigen, die sich daran halten.
Da die Strecke nicht so lang ist, nehme ich mir Zeit für eine längere Pause und lasse die Drohne aufsteigen. So offenbart sich mal der Blick auf Wald und Seen aus anderer Perspektive. An Holz und Wasser hat es hier wahrlich keinen Mangel. 

Gegen 14 Uhr sage ich Schweden Ade und fahre nach Finnland ein. Hier gibt es inzwischen Grenzkontrollen, man will den Impfnachweis sehen. Das war‘s.

Dem freundlichen Grenzer ist langweilig, er unterhält sich mit mir, gibt mir Tipps und warnt vor den vielen Rentieren auf meinem Weg zum Nordkap, den kaum einer so nehmen würde. Warum auch immer. Und er hat Recht. Mal einzeln, mal in kleinen Gruppen stehen die Rentiete an oder auf der Straße, lassen sich vom wenigen Verkehr nicht stören. Nur wenn man stoppt um ein Foto zu machen, sind sie weg.
Nach etwa drei Stunden verlasse ich die Finnen schon wieder, reise nach Norwegen ein. Auch hier wird der Impfnachweis kontrolliert (und der Führerschein), that‘s it. Seit 15 Uhr regnet es übrigens immer mal wieder, die Temperatur liegt bei acht Grad. Es hatte doch etwas gefehlt. Deswegen den nächsten, etwas einfachen Campingplatz angesteuert, bin sowieso rund 100 km weiter als geplant. 
Die Landschaft hat sich übrigens deutlich verändert, sumpfige Flächen und viele kleinere lichte Wälder aus eher buschig wachsenden Birken. Nur etwa drei bis vier Meter hoch. Dazwischen Tümpel und Seen. Die raue Natur zeigt sich deutlich.

Tag 7 – Die letzte Etappe zum Nordkap

Diese Gegend Norwegens ist ganz anders als der Teil Schwedens, den ich bereist habe. Es herrscht mehr Verkehr, die Städte sind größer, viele Häuser und die Infrastruktur zeigen den Reichtum des Landes. Landschaftlich bietet diese Region zudem einfach mehr als nur endlose Wälder und Seen wie in Schweden. Jedenfalls der Teil, den ich befahren habe. Doch zurück zum Anfang.
In Kautokeino hat am Montag Morgen tatsächlich das Samenmuseum offen. Diese Gelegenheit nutze ich und kann mir in Ruhe die Ausstellungstücke und das Freigelände zur Kultur und Geschichte des Volkes der Samen ansehen. Ich bin der einzige hier. Gestern kamen drei Besucher. Ansonsten hat alles andere interessante, auch Kunsthandwerksläden oder eine Silberschmiede in der Stadt geschlossen.

Also weiter Richtung Alta. Die inzwischen übliche Routine auf der Straße, es hat acht Grad. Das Navi zeigt 138 km bis zur nächsten Tanke an, passend für eine Pause. Und der Tank war dreiviertels voll. Der Himmel ist trüb, die Fahrt zieht sich hin. Dann aber ändert sich die Landschaft, es wird bergiger, kurvenreicher. Gut für Motorräder. Die Sonne kommt heraus. Dann geht es zehn bis fünfzehn Kilometer entlang eines wunderschön gelegenen, schmalen Sees, an dem beidseits in den bewaldeten Hängen und auch am Ufer immer wieder wunderschöne Häuser zu sehen sind. Wochenendhäuser wohlhabender Norweger, hierher kommt man zum Angeln. Das zeigen die Boote, die vertäut auf den Wellen schaukeln. Menschen sind aber weit und breit nicht zu sehen. Gut es ist ja Montag. 


Dann soll die Tankstelle bei Alta kommen. Nur sie kommt nicht. Das Navi von Garmin patzt des öfteren. Also den Umweg über Alta oder dem Navi glauben, dass in 68 km die nächste kommt. Gut, ich habe ja zwei Liter Ersatzbenzin dabei.
Nachdem ich die Ausläufer Altas hinter mir gelassen habe, geht es über eine endlose Hochebene weiter (etwa 60 km), fast baumlos und die Sonne scheint immer noch, spiegelt sich in den Seen des Hochmoores. Eine fantastische, endlose Landschaft, grasbewachsen, nur wenige buschartige Birken, auf den Wiesen tummeln sich Herden von Rentieren. Die auch des Öfteren die Straße vor einem queren. Es folgen lichte Wälder mit buschigen, von Wind und Wetter gezeichneten, häufig fast blattlosen Birken. Hat auch etwas beeindruckendes.
Dann kommt tatsächlich die Tankstelle. Hätte noch für 100 km gereicht. Der Verbrauch des Mopeds liegt bei 3,7 Litern. Weiter geht es auf einer Hauptachse Richtung Kirkenes, der Verkehrt nimmt etwas zu. Relativ gesehen. Irgendwann kommt der Abzweig Richtung Honningsvag, kurz darauf ändert sich die Landschaft wieder gravierend. Es geht rund 80 km an einem Fjord entlang, direkt an der Küste, vorbei an kleinen Fischereihäfen und Siedlungen, durch baumlose Küstenabschnitte, durch Naturtunnel (teils über sechs Kilometer lang, mit erlaubten 80 km/h), zahlreiche Stopps verzögerten die Fahrt enorm. Aber deswegen ist man ja unterwegs.

Rentiere Zuhauf, rechts und links der Straße

Dann das erste Ziel, die Stadt Honningsvag. Hier war ich zuletzt Anfang Februar 2020 mit dem Schiff und dem Ziel Nordkap. Doch die Straße war gesperrt, der stürmischen Winde wegen und der Temperatur von – 33 ° Celsius. Also die Stadt mal im Sommer angeschaut, und dann weiter zu einem Campingplatz Richtung Nordkapp – es liegt etwa 30 km von Honningsvag entfernt. Dort auch gleich für zwei Nächte eine Unterkunft bekommen, nein kein Zelt. Es hat tagsüber jetzt 6 ° C.

Tag 8 – Es ist vollbracht

Das Nordkap, der nicht nördlichste Punkt des Kontinents

Jedenfalls die erste Etappe der Reise. Ich bin am Nordkap. Es ist Montag Abend und genau 3187 km liegen hinter mir, ohne die Kilometer, die ich mit der Fähre von Kiel nach Göteborg zurückgelegt habe. Und das in sieben Fahrtagen mit dem Motorrad von Winnenden aus. Eigentlich sechs, da ich am Fährtag nur 40 Kilometer mit dem Moped zurückgelegt habe. Vor fünf Jahren stand ich übrigens am Kap der guten Hoffnung, dem südlichsten Punkt Afrikas. Entgegengesetzt. Auch mit dem Motorrad nach 2500 km Wüste und Berge von Windhoek aus.
Das Nordkap befindet sich auf 71° 10′ 21″ nördlicher Breite, 514 Kilometer nördlich des Polarkreises und rund 2100 Kilometer südlich des Nordpols. Für die, die es genau wissen wollen. Der nördlichste Punkt Festland-Europas. Sagt man. Stimmt aber nicht. Denn der liegt in Sichtweite auf einer kleinen, westlich gelegenen Landzunge. Knivskjellodden, ihr Name, ist der nördlichste Punkt. Er reicht rund 1400 Meter weiter gen Nordpol. Da kann man aber nur hinwandern, insgesamt rund fünf Stunden für die 19 Kilometer. Ist aber stark vom Wetter abhängig, denn das wechselt hier oben schnell. Was aber stimmt, das Nordkap ist der nördlichste Punkt Europas, der vom Straßennetz aus erreichbar ist. Und er ist natürlich mit seinem Wahrzeichen, dem Globus, ein wichtiges touristisches Reiseziel. Wobei derzeit recht wenig los ist. Es ist schon gegen Ende der Saison und Corona tut ein übriges. 


Die Landschaft zum Kap hat einen eigentümlichen, rauen Charme. Heute, am Dienstag bin ich noch einmal hingefahren, mit viel Zeit, die Landschaft zu genießen. Hier lasse ich die Bilder sprechen.

Tag 9  – Auf dem Weg zu den Lofoten

Meist geht es auf geteerten Straßen voran. Doch für den einen oder anderen Abstecher geht es ins Gelände

Es geht Richtung Süden, nach Alto. An Alto bin ich schon auf dem Weg zum Nordkapp vorbei gekommen, nehme jetzt aber einen anderen Weg dorthin zurück. Das Wetter ist wunderbar, es ist richtig warm, etwa 14 ° Celsius. Und ich habe heute nur etwa drei Fahrstunden vor. Bleibt also Zeit für ausgiebige Stopps. Die Gegenden, durch die ich fahre, sind es allemal wert. Die Küste entlang, manchmal auch kilometerlang durch Tunnel unter dem Meer, über Hochebenen (immerhin 350 m hoch und damit baumlos), durch Birkenwälder, bei denen die Bäume kaum mehr ein Blatt tragen, über Pässe und einen traumhaften Fluss entlang. Hier unterhalte ich mich etwas länger mit einem Norweger, der von den Lofoten zum Angeln hier her kommt. Denn in dem Fluss gibt es Lachse, so bis zu zehn Kilogramm schwer. Zur Zeit ist aber der Wasserstand niedrig, deswegen wird es wohl schwierig, etwas zu fangen. Zweimal lasse ich in wunderbaren Gegenden auch die Drohne aufsteigen, der Blick von oben ist schon etwas besonderes. 

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Mein Ziel Alta liegt an der Küste, es handelt sich um eine größere Stadt. Sie ist nicht sehr schön, aber hier gibt es das Alta-Museum, das auf jeden Fall einen längeren Besuch wert ist. Es informiert über die Kultur der Samen, weit wichtiger aber ist der angegliederte, etwa drei Kilometer lange Wanderweg. Hier kommt man an zahlreichen Felsritzungen vorbei, die die Menschen in den arktischen Gebieten vor bis zu 7000 Jahren erstellt haben. In Hjemmeluft, so heißt das Gebiet, soll es bis zu 6000 Ritzungen geben. Hier wurde von den Jägern und Sammlern der Steinzeit mehr Felskunst hergestellt, als im gesamten Nordeuropa zusammen. Vermutlich war Alta damals ein wichtiger Treffpunkt der Menschen. Die Ritzungen erzählen von der Jagd, dem Walfang und dem Angeln unter dem Polarhimmel und der Mittsommernacht. Wichtige Themen waren auch Schwangerschaft und Geburt. So geben die Felsritzungen einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der damaligen Menschen. Einige Ritzungen wurden mit roter Farbe nachgezeichnet, so dass sie besser zu sehen sind. Je nach Sonnenstand sind sie sonst nur sehr schwer zu erkennen. Die Zeichnungen gehören zum Weltkulturerbe der Unesco. Alles hier ist wunderbar angelegt, es gibt sogar ausführliche Beschreibungen auf Deutsch und einen Audioguide.

Tag 9 – Das Motorrad der Wahl

Unterwegs bin ich mit der Tenere 700 von Yamaha. Sie kam 2019 auf den Markt und wurde von vielen sehnlichst erwartet. Sie ist kein rollender Computer, Connectivity, Fahrmodi, elektronische Fahrwerke,Traktionskontrolle – alles Fehlanzeige. Die Traktionskontrolle hat man in der rechten Hand. Was nicht eingebaut ist, kann auch nicht kaputtgehen oder spinnen. Was Sensoren gerne mal machen. Dann ist eine Reise schnell beendet. Einzig das vorgeschriebene, fürs Gelände abschaltbare ABS ist an Bord. Und natürlich eine elektronischen Einspritzung. Der Zweizylinder-Reihenmotor mit rund 700 Kubikzentimeter und 78 PS ist vollkommen ausreichend und gilt als äußerst zuverlässig. Und ist auch relativ sparsam. Über die Distanz von über 3000 km habe ich rund 4,0 l/100 km an Benzin verbraucht. 
Zudem wiegt die Tenere nur 204 kg. Mithin rund 50 kg weniger als die meisten vergleichbaren Maschinen der Wettbewerber. Das ist ein entscheidendes Argument. Zwar kommen durch Sturzbügel, Hauptständer, Koffer mit Tragesystem, schwere Handprotektoren, Motorschutz mit Werkzeugbox, Wasserpumpen- und ABS-Schutz noch mal rund 35 kg hinzu, das gilt aber auch für die Wettbewerber.
Ausgetauscht habe ich den Standardsitz, denn der ist für längere Touren wenig geeignet – jedenfalls für mich. Hier habe ich mir von einem Sattler einen besseren machen lassen. Und einziger Komfort ist eine Griffheizung die ich einbauen ließ, was sich auf dem Weg zum Nordkapp schon bewährt hat.
Mit den zwei 50 l-Packsäcken, dem 15 l-Tankrucksack und den 78 l Volumen in den Alukoffern kommt dennoch ein Gewicht mit Fahrer (mir) von etwa 400 kg zusammen. Die müssen gehändelt werden, zumal eine Enduro ja wegen der Geländegängigkeit (hohe Bodenfreiheit, lange Federwege) einen hohen Schwerpunkt hat. Damit ist sie systembedingt beim Rangieren etwas kippelig, aber schon bei langsamer Fahrt ist das vorbei. Aber daran gewöhnt man sich.
Auch ist sie extrem geländegängig was viele andere Reiseenduros – mehr SUV auf zwei Rädern als Enduro – nicht mehr sind. Allein des Gewichtes wegen. Aber natürlich verlassen die wenigsten mit ihren Maschinen die Straßen. Schotterwege sind da das Maximum.

Tag 10 – Spektakuläre Landschaften zuhauf

Weiter geht es Richtung Lofoten. Ich fahre einen Umweg entlang der Küste und diversen Fjorden, die deutlich kürzere Alternativ wäre eine Hauptstraße Richtung Narvik. Die muss ich aber auch später ein Stück fahren. Die Sonne scheint, der blaue Himmel ist ohne eine einzige Wolke. Dafür ist es recht kalt. Morgens noch, später steigt die Temperatur auf angenehme 13 ° Celsius. 

Es geht zuerst einen Fjord entlang durch traumhafte Landschaften. Gelegenheit an einer besonderen Stelle mit einer eingefallenen Mohle die Drohne einzusetzen. Musste nur aufpassen, dass Möwen sie nicht angreifen. Sehen sie als Konkurrenten. Freue mich schon auf die Aufnahmen.

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Dann geht es über einen Pass (403 m NN !), direkt am Fjord gelegen, traumhafte Aussichten garantiert. Und weiter die Fjorde entlang, gefühlt ewig an schneebedeckten Bergen vorbei – man will die ganze Zeit anhalten. Geht aber nicht, immerhin stehen durch den Umweg 450 km häufig kurvenreiche Straßen an. Nicht selten mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h, Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen ist normalerweise 80 oder 90 km/h. Auch durch nasse, dunkle Tunnel geht es kilometerlang unter dem Meer hindurch. Manchmal fährt man in einen hinein und ist blind. Bis sich die Augen und die Brille angepasst haben. Also schön gemütlich.

 
Später muss ich dennoch auf die Hauptachse nach Narvik, hier nimmt der Verkehr deutlich zu, auch ist die Gegend nicht mehr so spektakulär. Es geht an auch größeren Städten mit Industrie vorbei, an Seen, durch Wälder, zudem trübt sich der Himmel ein.

Dafür komme ich einem größeren Zelt vorbei, mit dem Hinweis Arts Sami. Also ein schneller Stopp und hinein. Hier finden sich Mengen an Handwerkskunst der Sami, Kleidung, Schuhe, Felle, Schalen, Schnitzereien, auch Lebensmittel und mehr. Vieles aus Fell und Knochen der Rentiere oder aus Holz. Manches Krempel, manches Kunst. Nur mit dem vollbeladenen Motorrad, schwer etwas einzukaufen. Aber ein schönes handgeschmiedetes Messer mit wunderbar gearbeitetem Griff bekomme ich noch unter. Und eine Salami aus Elchfleisch auch. Doch ob die bis nach Hause überlebt? Zudem kocht in einem Topf über offenem Feuer eine Suppe aus Rentierfleisch und Gemüse. Gut zum Aufwärmen zusammen mit einem schwarzen Kaffee.
Die Strecke wird wieder schöner und abwechslungsreicher. Sie führt durch Bergwälder, der Verkehr hat auch wieder abgenommen. Die Sonne kommt auch wieder hervor.

Rund 30 km vor Narvik endet der heutige Fahrtag auf einem Campingplatz. Der Kälte wegen wieder in einer Hütte. Habe mich eigentlich schon daran gewöhnt. Diesmal gibt es sogar eine mit Dusche und WC, großem Wohnraum und extra Zimmer für die Betten. Ist eigentlich für vier Personen. Für den Vermieter egal, der Preis ist immer pro Hütte. Andere hatte er anscheinend nicht mehr frei… Ansonsten lasse ich die Bilder sprechen.

Tag 11 – Etappenziel Nr. 2 in Sicht

Nur noch rund 300 km, dann bin ich an meinem vorab ausgesuchten Campingplatz in den Lofoten angekommen. Etappenziel Nr. 2, nach dem Nordkap. Zuerst geht es durch Wälder und Berge in die Höhe und wieder hinab Richtung Narvik. Der Blick in den Fjord fordert den Einsatz der Drohne, Morgens ist das Licht einfach toll. Die Sonne scheint. Später in Narvik will ich mit der Narvikfjellet-Seilbahn auf 656 m hochfahren, von dort soll man eine wunderbare Aussicht haben. Nur die Bahn fährt erst ab 13 Uhr. Und es ist 9 Uhr. Also gestrichen. Rund um Narvik finden sich übrigens häufiger Hinweisschilder auf Schlachtfelder aus dem 2. Weltkrieg. Hier fanden zahlreiche Kampfhandlungen zwischen den Alliierten und den Deutschen statt, war der Hafen doch strategisch eminent wichtig für Eisenlieferungen an die Alliierten. Am 8. Juni 1940 kapitulierten die Alliierten in Narvik, das bis zum 8. Mai 1945 unter deutscher Herrschaft blieb.


Nach Narvik geht es fast endlos Fjorde entlang, durch zahlreiche lange oder auch kürzere Tunnel, einmal wieder unter dem Meer hindurch, über Brücken und kurvenreichen Strecken die Küste entlang. Vielleicht schaffe ich es doch noch, die auf deutschen Autobahnen und den endlosen Geraden in Schweden eckig gefahrenen Reifen wieder rund zu bekommen. Die Tunnel-, Brücken- und Straßenbauer in Norwegen wissen jedenfalls, was sie tun. Sie verstehen ihr Handwerk.
An der Küste bläst der Wind recht kräftig, an einer einen 300 m breiten Fjord überquerenden Hochbrücke wird die aktuelle Windgeschwindigkeit angezeigt, umgerechnet 60 km/h. Über diese Brücke bin ich in Schräglage gefahren, gerade aus. Bei jeden Pylon oder Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn, besonders bei LKWs, setzt der Seitenwind schlagartig aus und dann wieder ein. Man fährt wie besoffen. Weniger heftig ist es die Küste entlang, aber einzelne Böen lassen einen ganz schön schwanken. So geht es ein/zwei Stunden lang. Manche Brücken werden übrigens ab bestimmten Windgeschwindigkeiten für Motorräder, leere LKW und Wohnwagengespanne gesperrt. 
Passend bei einen Tankstopp gibt es dann einen Burgerladen. Die werden immer ganz frisch zubereitet und schmecken einfach köstlich. Aber Norwegen wäre nicht Norwegen, hätte das nicht einen Haken. Hamburger mit Pommes und einem Kaffee, macht 20 Euro… Aber er war es wert.
Irgendwann kommt wieder ein Pass durch wunderbare bergige Landschaften, Verbindung zwischen zwei Fjorden. Dann das Schild Lofoten. Bald ist es geschafft. In Solvaer mache ich einen Stopp, hier war ich schon im tiefsten Winter, im Februar 2020 mit Hurtigruten. Es folgt Kabelväg mit seiner wunderbaren Vågan-Kirche, die zweitgrößte Holzkirche Norwegens. Sie ist jedoch gerade geschlossen, wegen Renovierung. In Kabelvåg findet sich zudem das sehenswerte Lofoten-Museum. Macht aber um 15 Uhr zu. Es ist zehn vor 15 Uhr… 


Also weiter zum geplanten Campingplatz, ausgebucht. Es findet an diesem Wochenende eine Hochzeit statt. Die nette Dame an der resepsjon empfiehlt mir einen nahegelegenen Campingplatz, da wäre sicherlich noch was frei. Das ist ein Glücksfall. Denn es ist nicht nur was frei, sondern es ist ein Rorbu, eine Fischerhütte direkt am Meer. Teilweise auf Stelzen gebaut. Mit wunderbarem Ausblick auf die Berg- und Meereswelten der Lofoten. Hier bleibe ich, und zwar drei Tage lang und erkunde die Lofoten. Vielleicht schaffe ich dann noch das Lofotenmuseum nicht nur von außen. Bis hierher waren es jetzt übrigens insgesamt 4240 km.

 

Tag 12 – Mit den Wikingern auf Du und Du

Der Nachbau des Wikinger-Langhauses. Das Original stand ein paar Meter daneben

Heute stehen vor allem die Wikinger im Fokus. Denn die bauten einst hier nahe dem heutigen Ort Borg auf den Lofoten das bisher größte, jemals entdeckte Langhaus aus der Wikingerzeit. Die Überreste wurden 1981 beim Pflügen von einem Bauern entdeckt, es maß in der Länge 83 m und in der Breite über 10 m. Direkt daneben rekonstruierte man das Gebäude in voller Größe und stattete die Räume mit zeitgemäßen Inhalten zum Leben, Handwerk, Dekorationen und Weltbild der Wikinger aus. In einem modernen Museumsgebäude zeigen die Norweger einen Film über das damalige Leben und es gibt eine kleine archäologische Ausstellung, einen schönen Museumsladen und ein Cafe in der umgedrehten Form eines Wikingerbootes. Macht man sich auf einen etwa 1,5 km langen Weg hinunter zum Meer, kann man auch mehrere fahrbereite Nachbauten von Wikingerschiffen bestaunen. Im der Hauptsaison kann man sogar mit den Booten mitrudern und in „See“ stechen. Die aber ist schon vorbei. Den Weg muss man auch wieder hinauflaufen, Gott sei Dank habe ich mir sehr gute Motorradstiefel geleistet, die nicht nur schützen, wasserdicht und bequem beim Fahren sind, sondern mit denen man auch einen kürzere Strecke wie die drei Kilometer gut laufen kann. Die Motorradjacke dagegen sorgt bergauf bei den jetzt milden Temperaturen von um die 15 Grad für einen Wärmestau.

 

Alles in allem verbringe ich in den Museum deutlich über drei Stunden, so dass der ursprüngliche Plan bis ans Ende der Lofoten, bis zum Ort Å zu fahren gestrichen wird. Dafür habe ich mich für die Rückfahrt für eine Alternative zu der recht viel befahrenen E 10 entschieden, die sich durch das Herz der Insel Vestvågøy schlängelt. Die Alternative, die Rv815 führt einen Teilabschnitt kurvenreich an der Küste entlang und ist kaum befahren. Und der Ausblick auf die Berge ist spektakulär. Da kommt natürlich die Drohne wieder zum Einsatz, heute ganze drei Mal. Die Zeit dafür ist da . 


Wettermäßig fing es bescheiden und trist an, am späteren Nachmittag setzt sich dann die Sonne wieder durch. Gerade richtig. Denn ich mache noch einen Abstecher zu dem Fischerort Henningsvær, zu dem eine wunderbare, 8 km lange kurvenreiche, aber enge Straße führt. One Way. Fährt man wieder zurück. Lohnt aber. Manche nennen den Ort das Venedig der Lofoten, ist übertrieben, aber der Ort hat was. Es ist sicherlich der trendigste und lebendigste Ort der Lofoten, daß haben aber auch viele Touristen inzwischen entdeckt.

Tag 13  – Bis ans Ende der Lofoten

Es geht bis an das Ende der Lofoten, bis zum Ort Å. Ja, so heißt er, kurz und einprägsam. Sind rund 130 km von meinem derzeitigen Domizil, einfach. Kurvenreich und durch die faszinierende Landschaft der Lofoten. Die erste Hälfte fahre ich zügig durch, bin ich ja gestern bis zum Wikingermuseum schon mal gefahren. Dann kommt Neuland. Erst mal ändert sich nicht viel, zudem der Himmel trüb und dunkel ist. Dann fängt es auch noch an zu regnen. Es kommen Zweifel auf ob sich der über zwei Stunden lange Weg lohnt. Zumal ich die gleiche Strecke ja noch zurück muss. Vorab, er lohnt.


Der Regen hört auf, die Straße ist nass und kurvig. Macht nichts. Die Reifen müssen noch ein abgerundetes Profil bekommen. Die Landschaft wird immer wunderbarer, je näher ich dem Ziel komme. Zwischendurch lasse ich mal die Drohne fliegen, sie kommt leicht feucht zurück, es hat nämlich als sie rund einen Kilometer weg war zu nieseln angefangen. Ist aber hart im Nehmen, macht nichts aus. Abtrocknen, verstauen, weiter gehts.
Dann geht es einen langen Tunnel unter dem Meer hindurch, es folgen weiße Sandstrände, jetzt fehlt nur noch die Sonne (und Palmen, höhere Temperaturen, Bacardi…., dann wäre ich aber wieder auf Kuba). Surfer gibt es jedoch schon.
Bei Moskenes geht es über einspurige hohe Brücken, die Landschaft hier ist spektakulär. Und die Sonne lugt zwischen den Wolken durch. Immer mal wieder. Die letzten Kilometer sind fast eine enge kurvige Bergstraße, nur dass sie durch einen Ort führt und die Küste entlang, dann leitet einen ein Tunnel zu einem großen Parkplatz für Autos und Wohnmobile. Von dort geht es zu Fuß in die Stadt. Und was machen Motorradfahrer. Die fahren direkt in die Stadt, besser in den Ort, dürfen das. Und finden direkt vor dem dortigen Fischereimuseum einen Parkplatz, meinem Ziel.

Die Ortsmitte ist das Museum

Das Museum besteht aus sechs alten Gebäuden, die quasi den Ortskern um den alten Hafen herum bilden. Dazu gehört ein altes Fischerhaus, man geht hinein, alles ist offen und liegt so herum, als wäre der alte Fischer gerade auf dem Meer und kommt gleich wieder. Nebenan das alte Postamt, gleiche Atmosphäre. Mann könnte sein Paket hier aufgeben. Ein paar Meter weiter die alte Schmiede, und dann das größte Gebäude. Es umfasst lauter alte Fischereiutensilien, auch mehrere kleinere Boote und dürfte ein alter großer Schuppen gewesen sein. Alles Kreuz und quer, wie bei einem alten Trödler, Einfach wunderbar. Im nächsten Gebäude wurde Fischöl hergestellt, und der Ort hier ist nichts für empfindliche Nasen. Denn es stehen noch uralte volle Fässer mit gammeligem Fischöl offen herum. Ab und zu zwischen den Utensilien finden sich Monitore, auf denen kurze Filme laufen, das wars an Erläuterungen. Mehr ist auch nicht nötig. Das Museum lebt von seiner Patina, dem wunderbaren Gerümpel, der Atmosphäre, dem Staub.

Übrigens sind kaum Menschen hier, trotz des großen Parkplatzes, der nicht leer war. Hier in den musealen Gebäuden vertrödele ich mal wieder meine Zeit, muss ja noch über zwei Stunden zurückfahren. Doch Gebäude Nummer 6, ein Souvenir- und Lebensmittelladen (für den Ort) hat in der unteren Etage ein kleines Cafe. Ein Kaffee muss noch sein und ein Stückchen Zimtgebäck, bevor es dem trüben Himmel entgegen geht. Zurück zum Campingplatz. Der Tag, die Fahrt hat sich gelohnt.

Tag 14 – Der Weg ist das Ziel

Heute Morgen geht es zuerst mit der Fähre von Svolvaer gut 2 h 15 min. nach Skutvik. Das spart ein paar Hundert Kilometer Fahrstrecke ein. Heißt halt, früh auszustehen, am fjerekai sollte man gegen viertel vor acht sein, etwa acht Kilometer entfernt.

Bei längeren Überfahrten muss das Motorrad immer verzurrt werden

Es nieselt. Also so bald als möglich auf die Fähre und das Moped gut verzurrt, geht quasi über offene See. Dann erst mal gefrühstückt und vom Schiff aus ein paar Aufnahmen gemacht. Pünktlich um 10.30 legt die Fähre in Skutvik an, pünktlich beginnt es auch stärker zu regnen. Das bleibt die nächste Stunde so, bis der Regen etwas nachlässt und dann ganz aufhört. Jedenfalls kurz. So dass die Straße etwas abtrocknet, durch den inzwischen recht böigen und kalten Wind geht das recht schnell. Bis es wieder leicht regnet. Das geht den ganzen Tag so. Was sich nicht zeigt, ist die Sonne zwischen den düsternen Wolken – jedenfalls bis kurz vor Ende der Fahrt.

Dennoch, die Stimmung und die Fahrt die Fjorde entlang und über Granitberge hat etwas. Auf jeden Fall heißt schlechtes Wetter Strecke machen, auch wenn man der nassen Straßen wegen doch etwas vorsichtiger sein muss. Denn die Kurven sind geblieben. 
Gegen frühen Nachmittag geht es die Berge hoch auf ungefähr 680 m. Ich durchquere den Saltfjellet-Svartisen Nationalpark. Eine wunderbare Gegend auch bei diesen Wetterverhältnissen. Es geht durch Bergwälder einen Fluss entlang und auf der Höhe über eine schier endlose Hochebene, die in die grauen Wolken übergeht. Dann überquere ich den nördlichen Polarkreis, diesmal natürlich von Norden her kommend. Hier gibt es ein Besucherzentrum, und ganz wichtig, warmen Kaffee. Auf dieser Höhe halten sich auch jetzt noch an geschützten Stellen in den Berghängen Schneefelder. Das sagt alles über die Temperatur. Zwar sagt das Thermometer acht Grad, gefühlt liegt es jedoch völlig falsch. Und die Schneereste bestätigen mich.


Fast eine Stunde lang geht es dann auf einer wunderbaren, nur leicht geschwungenen Straße bergab. Mit erlaubten 90 km/h. Meine erste Mautstrecke hier in Norwegen. Das geht ganz problemlos. Kameras scannen an einer Mautbrücke das Nummernschild während der Fahrt. Wäre da nicht ein Schild, man würde es kaum bemerken. Besitzt man einen AutoPass und ist angemeldet, wird direkt abgebucht, hat man das nicht, bekommt man irgendwann später eine Rechnung per Post. Autopass-Besitzer bekommen 20 Prozent Rabatt, lohnt für Touristen aber nur, wenn man länger unterwegs ist. Gleiches Prinzip wie auf den meisten Fähren. Auch hier gilt der Autopass. Besonders schön. Motorräder sind von der Maut ausgenommen, zahlen nichts. In Städten wie Oslo dürfen sie sogar gekennzeichnete Busspuren nutzen und Parkhäuser haben oft eine halbe Schranke, so dass Motorräder daran vorbei fahren können, denn sie können kostenfrei parken. Hier weiß man die Ressourcen schonende und platzsparende Gattung der Motorräder wertzuschätzen – wie in vielen anderen Ländern auch, etwas was es in Deutschland nicht gibt. Aber kommen bei uns Ideologien und Politiker zusammen, ist Hopfen und Malz verloren.
Kurz vor Mo i Rana, meinem Tagesziel, fängt es ein paar Hundert Meter vor einem Tunnel an stärker zu regnen. Als ich ihn auf den anderen Seite wieder verlasse, ist die Straße trocken und die Sonne lugt zwischen den grauen Wolken hervor. Diese Art von Tunnel mag ich. Schauen wir mal, wie das Wetter morgen wird. Jetzt gerade als ich diesen Post schreibe, regnet es wieder. Denn Morgen geht es an die Küste. Auf eine der schönsten Küstenstraßen dieser Welt.

Tag 15 – Unterwegs auf den Kystriksveien

Heute geht es die Küste entlang. Bis Trondheim wären es auf der E 6 rund 470 km, etwa sieben Stunden. Die Küste entlang benötige ich dafür zwei Tage. Doch das lohnt sich. Soll die Kystriksveien, wie die Küstenstraße heißt, doch zu den schönsten der Welt gehören. Aber erst mal geht es über eine Stunde lang auf der E6 bevor der Abzweig kommt. Ich möchte die 10.50-Uhr-Fähre in Tjotta erreichen. Laut meinem Garmin-Navi benötige ich dafür rund zwei Stunden. Inklusive Fotostopps und Tankpause also drei Stunden eingeplant. Nach rund 30 Minuten Fahrt ändert das Navi seine Meinung und errechnet insgesamt über 2 1/2 Stunden. Passt immer noch. Großes Vertrauen schenke ich dem Garmin sowieso nicht mehr. Immer wieder zeigt es Tankstellen an, die es nicht gibt und die Geschwindigkeitsanzeigen stimmen zu einem erheblichen Teil nicht. Gern zeigt es mal 10 oder 20 km/h über dem tatsächlichen Limit an, das würde in Norwegen ganz schön teuer. Übersieht man mal ein Schild und ist sich unsicher, hilf das Navi nicht weiter. Garmin, dass konntet ihr mal besser.

 

An dem Abzweig Richtung Küste fängt es pünktlich an zu regnen. Mal kräftiger, mal weniger stark. Vor der Fähre hört es wieder auf. Die 50 Minuten Fahrtdauer reichen, nachdem das Moped gut verzurrt ist, für ein Frühstück an Bord. Kaffee und Muffins. Wieder runter von der Fähre, es fängt an zu regnen. Aber nicht lange, Letztendlich wechselt sich das Wetter den ganzen Tag über ab, Wolken, Regen, am Nachmittag sogar einige Sonnenstrahlen, und das im 10-Minuten-Takt. Schade für diese Strecke. Doch spektakulär ist diese Straße auch bei Sonnenschein eher nicht, nicht der Teil den ich befahre. Auch wenn viele Reiseführer das behaupten. Sie ist sehr schön und wunderbar zu fahren, keine Frage. Aber spektakulär ist anders. Bis auf die eine oder andere Brücke. Dennoch lohnt die Fahrt auch bei miesem Wetter. Und macht Spaß. Schade nur, dass der Belag immer wieder nass ist, auf diesen kurvenreichen Straßen. Ist sie stellenweise aber abgetrocknet, kann man auch die erlauben 80 fahren. Habe ich erwähnt das das Konstante über den Tag hinweg die Temperatur ist? 12 ° Celsius. Und der kräftige Seitenwind, der einen ganz schön durchrüttelt.
Für die dritte Fähre diesen Tages ab Venneburg steht im Internet, Abfahrt 14.20 Uhr. Und zwar auf der Website der Reederei. Also bin ich um 14.10 da. Tja, zu spät. Laut Aushang Abfahrt 14 Uhr. Die nächste Abfahrt aber stimmt: 15.20 Uhr. Also Zeit die Drohne steigen zu lassen, es regnet gerade nicht. Denn das einzige Cafe hier hat geschlossen. Sonst gibt es auch nichts außer dem Fähranleger und einem Campingplatz. Dafür ist es aber zu früh. Die Drohne meckert zwischenzeitlich ob der starken Winde, möchte zurück. Da ich das aber nicht veranlasse, verrichtet sie halt ihren Dienst und liefert gute Aufnahmen.

Von oben: Fährhafen Venneburg


Auf der anderen Seite des Fjords geht es noch etwa zwei Stunden nach Namsos durch eine schöne Fjordlandschaft, Berge und Meer wie im Bilderbuch. Streckenweise scheint sogar die Sonne. Aber nur kurz. Bevor es regnet. In Namsos will ich übernachten. Doch als ich gegen 18 Uhr am Campingplatz ankomme, ist die Rezeption nicht besetzt. Ein Anruf klärt, er könne so in 90 Minuten da sein. Ich könnte aber zelten, nur für eine Hütte müsste ich warten. Das ist mir zu spät. Also weitere zehn Kilometer zu einem anderen Campingplatz. Laut Schild geht es etwa 1,5 Kilometer in den Wald hinein. Es werden 5 km auf glatten Lehm- und Schotterwegen. Dann ist auch hier niemand an der Rezeption, obwohl der Platz gut besucht ist. Das ist übrigens keine Ausnahme. Ein Anruf genügt jedoch, dann ist schnell jemand da. Es ist halt keine Saison mehr.

Auf diesem Platz hängt aber keine Nummer an der Tür, zudem sehe ich, dass es sowieso nur große Hütten für ganze Familien und Anglerclans gibt. Der nächste Campingplatz kommt jedoch erst in 60 km, und es ist schon bald 19 Uhr. Zurück in die Stadt wäre eine Alternative, ein Zimmer nehmen? Oder doch weiter? Also weiter des Weges. Doch schon nach 15 km gibt es einen Platz, der nicht in meiner sehr guten Camping-App NorCamp verzeichnet ist (aber im Navi…). Und es gibt eine kleine günstige Hütte. Zwar ohne Wasser, Bad und Dusche, aber beheizt und mit Kochgelegenheit. Was will man mehr nach über 12 Stunden Fahrt.

Tag 16 – Im Zeichen der Christianisierung

Früh aufgewacht, früh losgefahren. Natürlich bei Nieselregen, Wind und 11 ° Celsius. Heute habe ich nur rund 3 Fahrstunden vor und mehr Zeit für Kultur und die Stadt Trondheim. In Stiklestad, meinem ersten Stopp, findet sich ein großes Kulturzentrum und Freilichtmuseum. Der Ort ist vor allem durch die Schlacht bei Stiklestad bekannt. Damals, am 29. Juli 1030 wurde der norwegische Nationalheld Olav der Heilige in eben dieser Schlacht getötet. An der Stelle seines wahrscheinlichen Todes steht jetzt eine Kirche aus 1180. Dies war ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung des Christentums in Norwegen. Jährlich findet deswegen das St. Olav Drama und Festival statt, zudem werden Wikingerfeste und dergleichen veranstaltet. Leider ist die Saison schon vorbei, wie ich erfuhr. Man könne nur die Ausstellung (gegen Eintritt) und das Freigelände von außen (jetzt frei) besichtigen. Ab in die Ausstellung, bringt aber nicht viel, alles in Norwegisch. Also raus in Freie zu dem Freilichtmuseum. Hier finden sich Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert, aber auch der Nachbau eines Wikinger-Langhauses. Zu meiner Überraschung sind viele Gebäude offen, man kann innen alles besichtigen, aber niemand sonst ist da. Wäre in Deutschland undenkbar. Außer eine Schulklasse auf dem weitläufigen Gelände. Vielleicht sind ja deshalb einige Gebäude offen?


Ein Aspekt am Rande. Autos müssen auf einem großen Parkplatz 200 m weg parken, für Motorcycles sind überdachte Plätze direkt am Eingang reserviert. Ich liebe Norwegen. Noch einen Kaffee und einiges nachgelesen, dann geht es weiter auf den Weg nach Trondheim.
Nach einer weiteren Stunde Fahrt einen Stopp am Bahnhof in Hell gemacht, ich bin an meinem persönlichen Ziel angekommen: Welcome to hell – willkommen in der Hölle, das Foto muss sein. Doch sie wollen mich nicht behalten, also weiter. Zudem war es zu kalt an diesem Ort. „Hell“ bedeutet im Norwegischen übrigens Felsüberhang.

Welcome to Hell


Bevor ich mir Trondheim mit dem Nidaros-Dom anschaue – hier ist König Olaf begraben – geht es auf einen Campingplatz vor Trondheim gelegen. Um nicht mit dem ganzen Gepäck in der doch größeren Stadt mit über 180.000 Einwohnern rumzugurken. Doch der ist geschlossen. Pünktlich fängt es zu regnen an, und zwar kräftig, das bleibt die nächsten Stunden so. Ein weiterer Campingplatz liegt 15 km hinter der Stadt, sagt meine Camping-App. Das Garmin-Navi entdeckt aber einen am Rande der Stadt. Also hin. Kurz und knapp: Nachdem es mich quer durch die Stadt gelotst hat – Stop and Go, Ampeln, Staus, selbst ein Kreisel in einem Tunnel mit drei Abfahrten ist dabei – bin ich dort, in einem guten Wohngebiet. Einen Campingplatz gab es hier noch nie. Also die 16 km raus, wieder quer durch die Stadt. Da beschloss ich, Trondheim ob des nervigen Verkehrs (bin ich nicht mehr gewohnt) und des Sauwetters auszulassen. Ich war ja im Februar 2020 schon hier, besuchte den Dom und das Altstadtviertel. Noch mal getankt und hin zum dritten Campingplatz. Die nette Dame in der Rezeption empfiehlt mir ein Gästehaus in der Nähe, denn hier wären alle Zimmer und Hütten belegt. Das ist das letzte was ich will, die ganzen nassen Sachen in ein Zimmer zu transportieren. Also weiter Richtung Molde. Auf der Strecke gibt es einige Campingplätze, den nächsten in rund 20 km. Hier wie gewohnt niemand an der Rezeption, aber eine Nummer die man anrufen kann. Fünf Minuten später ist ein netter älterer Herr hier. Eine Hütte mit Dusche hat er noch frei, nur eine etwas größere. Macht nichts. Nach über zwei Stunden Campingplatzsuche in strömenden Regen. Das Kennwort für das WLAN macht mich etwas stutzig: Glamping14. So war dann auch die Hütte mit Abstand die schönste und komfortabelste (und teuerste, aber angemessen), mit großem Wohnzimmer inklusive Küche mit Herd, Ofen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Kühlschrank…, und sogar SAT TV, wobei ich auch das hier nicht nutze. Zudem hat die Hütte ein schönes Bad und ein Schlafzimmer mit vier Betten. Auch ist eine überdachte Terrasse vorhanden, auf der ich die ganzen Sachen erst mal abtrocknen kann. Es regnet übrigens immer noch recht kräftig, soll auch so bleiben. Positiv, Motorradkombi und Schuhe sind absolut dicht, auch der Helm, nur die Handschuhe schwächeln etwas. Dafür habe ich aber Gummiüberzieher dabei, wenn es weiter so regnet, werde ich die wohl brauchen.

Tag 17 – Ein Tag (fast) zum Vergessen

Heute Morgen scheint sich das Wetter etwas zu bessern. Ein kräftiger Wind trocknet die Straßen ab. Jedenfalls die ersten zehn Fahrminuten. Dann setzt wieder starker Regen ein. Gestern meinte ich noch, schlechter könne das Wetter nicht werden. Doch, es kann. Hinzu kommen nämlich stürmische Böen, die versuchen, einen von der Straße zu wehen. Genialerweise fahre ich für die nächsten zwei Stunden die Küste entlang – wo der Wind besonders stark ist. Eigentlich eine wunderschöne Gegend und Strecke. Wenn man etwas sehen kann. Die Wolken hängen tief und der Wind vertreibt den Regen nicht, es sorgt nur dafür, dass er mehr waagrecht kommt als senkrecht. Nach 90 Minuten komme ich an eine Fähre, die ich gar nicht erwartet hatte. Passt aber, sie steht abfahrtbereit, nach mir geht es auch gleich los. Die 20-Minuten-Passage reicht für einen Kaffee und eine Bockwurst als Frühstück. Obwohl die See recht unruhig ist, liegt der Kahn wie ein Brett auf dem Wasser, ich muss mein Moped nicht mal verzurren.
Kurz nach dem Verlassen der Fähre passiere ich einige wunderbare Brücken. Bei einer lugt auch für ein paar Minuten die Sonne raus, reicht für ein Foto und die Querung des Fjords. Dann ein Tunnel, dahinter wieder Regen und Nebel. Also Einkaufs-, Tank- und Essenstopp in einem kleinen Ort gemacht und schon gegen 14 Uhr bin ich in Molde, meinem Tagesziel. Musste ja gestern weiter als geplant fahren. Der Campingplatz hat eine freie Hütte, alles klar. 


Der Regen lässt etwas nach, also ohne Gepäck nach Molde hinein, in die Stadt der Rosen. Der Beiname geht auf das Jahr 1913 zurück und bezieht sich auf die zahlreichen Rosengärten in und um die Stadt herum. Möglich macht das hier ein relativ mildes Klima. Und ja, es stimmt, es ist fast warm geworden, mithin 14 bis 15 ° Celsius. Zugleich ist die Stadt eine Metropole des Jazz, da bin ich aber zum falschen Zeitpunkt hier. Das Molde international Jazzfestival ist das zweitälteste Europas und zieht jährlich 60.000 Menschen hierher. Zudem ist das Romsdalsmuseum eines der größten Volksmuseums Norwegens, Öffnungszeit von 12 bis 16 Uhr. Pech gehabt. Für einen Stadtbummel und ein wunderbares Kaffee reicht es, Parken tut man hier übrigens wie schon des öfteren per App, auch bezahlen. Und für viele Museen gibt es eine App, die als Audioguide auf dem eigenen Handy dient, oder es reicht das Scannen eines QR-Codes, dann kann man die Sprache auswählen und los geht´s. Digital sind halt viele Nationen besser aufgestellt als Deutschland. Nur der Verkehr nervt auch hier. Es scheint als setze der Feierabendverkehr schon so gegen 15.30 Uhr ein. Passt in etwa auch zu den Öffnungszeiten der Museen.

Tag 18 – Der Mühe Lohn, Teil I  – der Trollstigen

Der Tag heute, er allein wäre eine Norwegenreise wert. Doch von Anfang an. Heute Morgen klarte der Himmel auf, es ging Richtung Trollstiegen. Die erste Fähre auf dem Weg, ich komme an, Abfahrt in zwei Minuten. Passt. Hier habe ich mir die Fahrpläne der Fähren nicht herausgesucht. Es sind alles kürzere Verbindungen (10 bis 20 Minuten), diese Fähren fahren meist zwei Mal pro Stunde. Bis zum Trollstigen sind es nur rund 80 km. Und das schöne, kurz vor dem Ziel sind kaum Fahrzeuge unterwegs. Das verspricht eine gute Fahrt den Berg hinauf. Denn die Straße ist nicht ohne. Aber genau deswegen kommt man ja hierher. Die Bergstraße schlängelt sich in elf Haarnadelkurven über eine Höhendifferenz von rund 400 m vom Tal Isterdalen zur Passhöhe Stigrøra hinauf.

Jede der elf Haarnadelkurven trägt den Namen des verantwortlichen Vorarbeiters

Sie sie eine der Touristenattraktionen Norwegens und jeder will hier hoch. Autos, Busse, Caravans, Wohnmobile, Motorräder – in der Saison herrscht hier Stop and Go, zumal größere Fahrzeuge kaum an die 20 km/h erreichen und häufig rangiert werden muss, denn die Straße ist meist einspurig – aber keine Einbahnstraße. Der Trollstigen ist übrigens Norwegens meist befahrene Landschaftsroute. Und bei mir, alles frei. Die gesamte Strecke hoch habe ich nicht ein Fahrzeug vor mir. Genial. Gut. die Straße ist nass, aber nicht vom Regen, sondern von den vielen Wasserläufen und -fällen. Ab und an bekommt man auch eine leichte Dusche ab. Und die Gegend ist atemberaubend.


Schon früher spielte die Straße eine wichtige Rolle für den Verkehr, zuerst als Pfad und anschließend als Reitweg. Im Jahr 1916 begann der Bau der heutigen Straße. Man hat die Trasse direkt in den Fels gehauen oder mit Natursteinen aufgemauert. Auch eine Steinbrücke quert man, an Ausweichstellen kann man auch mal halten (heute jedenfalls) und Fotos etwa vom Wasserfall Stigfossen machen. Jeder der elf Haarnadelkurven hat einen Namen, und zwar den des für diesen Abschnitt verantwortlichen Vorarbeiters. 
Oben angekommen haben die Norweger ein Besucherzentrum gebaut, das wunderbar in diese Bergwelt passt. Beton und Cortenstahl, dazu schöne Wege angelegt und mehrere Aussichtsplattformen. Also erst mal die Aussichtspunkte zu Fuß angesteuert, im Laden rumgebummelt und einen Kaffee getrunken. Dann bin ich ein, zwei Kilometer weiter in die Berge gefahren. Dort bot es sich an, wieder einmal die Drohne fliegen zu lassen.

Tag 18 – Der Mühe Lohn, Teil II – Geirangerfjord

Zu meinem heutigen Tagesziel sind es noch einmal 80 km, inklusive einer Fährüberfahrt. Inzwischen scheint sogar die Sonne, der Himmel wird blau. Also ein zweites Mal die Drohne steigen lassen, in einem wunderbaren Bergtal mit einem Fluss. Geiranger nähere ich mich von den Bergen her, also von oben herab. Wie will man sich sonst auch einem Fjord nähern, wenn man kein Boot hat… Wieder sind es wunderbare, kurvenreiche Straßen mit wenig Verkehr. Was hier in der Saison los ist, wenn Busse, Wohnmobile und Autos die engen Straßen teilen, will ich lieber nicht erleben. Dann der erste Blick in den Fjord. Ist schon etwas Besonderes. Kein Wunder, dass inzwischen viele Menschen hierher kommen, in der Saison zu viele.

Immer präsent, Norwegen ohne Trolle gibt es nicht

Umgeben von bis zu 1700 m hohen schneebedeckten Bergen, Wasserfällen und grünen Tälern ist der Geirangerfjord von der Unesco als Welterbe geschützt. Die Region Geiranger ist zudem als nachhaltiges Reiseziel zertifiziert. Dieses Gütesiegel bekommen Touristenziele, welche die lokale Natur, Kultur und Umwelt bewahren und aktiv etwas gegen überbordenden Tourismus unternehmen. Dennoch ist der Geirangerfjord mit das meistbesuchte Touristenziel Norwegens. 
Ich selber habe mir einen Campingplatz etwas oberhalb und außerhalb ausgesucht, etwa fünf Kilometer entfernt, wunderbar gelegen. Denke, dass ich kommendes Jahr wieder hierher komme, dann für drei/vier Tage.

Tag 19 – Norwegen, wie es schöner kaum sein kann

Genau wegen solcher Tage wie heute macht man diese Art von Reisen. Besonders mit dem Motorrad. Dachte ich gestern noch, besser könne es kaum kommen, folgt schon völlig unerwartet die Steigerung. 
Es fing mit der Fahrt auf den Dasnibba, einen Berg an. Die erste und bis dato einzige Straße, auf der auch Motorräder Maut zahlen müssen. Doch die Straße und später der Ausblick ist jeden Cent der rund 25 Euro wert. Es geht durch eine fantastische Berglandschaft in eine eisige Landschaft auf 1476 m Höhe. Serpentine um Serpentine, und jedes mal ein neuer fantastischer Ausblick, zudem ist kaum jemand sonst unterwegs – was will man mehr. Und die Serpentinen können meiner Meinung nach problemlos mit dem weitaus bekannteren Trollstiegen mithalten – wobei auch dieser wunderbar ist. 


Der Blick von oben – auch Geiranger Skywalk genannt – ist phänomenal. Auch den Geyrangerfjord sieht man, doch der geht angesichts der schneebedeckten Berge und Landschaft sogar fast unter. Eisig ist es, das Moped steht in der Sonne und zeigt 1 ° Celsius an. Im Schatten ist alles noch gefroren. Da nichts los ist, kann ich sogar die Drohne aufsteigen lassen, die erste kurze Sichtung des Materials verspricht Wunderbares. 
Irgendwann muss man sich losreissen – oder loseisen? Bei diesen Temperaturen stellt sich diese Frage. Ich will ja heute noch nach Bergen kommen, das sind rund 460 km. Also weiter geht es wehmütig, aber ich komme wieder. Schon kommendes Jahr.
Die Berglandschaft bleibt wunderbar, Kilometer um Kilometer geht es durch wunderbare Gegenden. Langsam verliere ich Höhe, bleibe aber immer noch auf rund 500 m. Hier geht es durch Bergwälder an Flüssen vorbei, wie sie nur die Natur schaffen kann. Auch solch ein Fluss ist Ziel für die Drohne. Heute passt einfach alles. 
Wieder im Tal geht es nach Lom, dort steht eine der größten Stabkirchen. Es soll zudem eine der schönsten Norwegens sein. Sie wurde vermutlich in einer ersten Form um 1150 n. Chr. herum gebaut und im 17. Jahrhundert durch zwei Seitenschiffe ergänzt. Sie ist heute noch als Kirche in Benutzung und wirklich sehenswert.

Inzwischen wird mir klar, dass ich es heute vermutlich nicht mehr nach Bergen schaffe. Egal. 
Dann kommt die nächste Passstraße. Es geht zuerst durch den Jotunheimen Nasjionalpark und anschließend durch den Jostedalsbreen Nasjonalpark. Kilometerweit – ich rede nicht von 5 oder 10, sondern von 50, 60 bis 70 km – fahre ich auf baumlosen Höhen von über 1400 m auf schön geschwungenen Straßen mit immer wieder fantastischen Ausblicken, die zu einem Stopp animieren. Rechts und links Seen, schneebedeckte Berge, Flüsse, grüne Wiesen – und ein blauer Himmel. Die Höhenunterschiede erfolgen natürlich auf Straßen mit zahllosen Serpentinen. Die Routine dafür ist längs da. Wieder ist kaum jemand unterwegs, so dass man es auch mal laufen lassen kann. Traumhaft. Hier befinde ich mich oberhalb der Schneegrenze, was natürlich ein Selfie beweisen muss.

 

Wieder auf Meereshöhe geht es rund 100 km an Fjorden entlang, dann nähere ich mich meinem nächsten Ziel, dem kleinen Ort Borgund. Auch hier gibt es eine alte Stabkirche, doch die sehe ich mir erst Morgen an. Denn hier finde ich eine Hütte, nach Bergen sind es noch 200 km. Der Tag war einfach fantastisch, so wie der gestrige schon. Es scheint, der Wettergott will etwas gutmachen.

Tag 20 – Im Fokus: Kirchengeschichte und Kultur

Über 800 Jahre alt und kaum verändert

Heute steht erst einmal Kirchengeschichte auf dem Programm. Respektive deren Bauten. Schon gestern habe ich mir ja eine Stabkirche in Lom angeschaut, und da das nicht reicht, bin ich nach Borgund gefahren. Hier steht eine weitere von noch 28 existierenden von ehemals weit über 1000. Das Besondere, sie wurde niemals größer verändert, ist noch so erhalten wie sie vor über 800 Jahren, um 1180 gebaut wurde. Jedenfalls stammt aus der Zeit das Holz und sie dürfte kurz danach errichtet worden sein. Geschützt mit Pech und auf einem steinernen Sockel überstand sie die Zeiten.
Die meisten dieser Kirchen wurden ab 1130 nicht nur in Norwegen gebaut. Aber nur hier überstanden einige wenige die lange Zeit. 1350 beendete die Pest jegliche Bautätigkeiten. Der daneben stehende Glockenturm wurde im 13. Jahrhundert gebaut. 


Früher war es üblich, unter dem Kirchenboden Tote zu beerdigen, das wurde aber 1805 auch wegen des unangenehmen Geruches verboten. Dennoch wurden auch später noch kleine Kästen mit Fehlgeburten oder früh verstorbenen Kindern unter den Kirchenboden geschoben. Wurde zu früh geborenen oder ungetaufen Kindern doch ein Grab in geweihter Erde verweigert. 
Dann ging es auf die Straße Richtung Bergen, rund 220 km entfernt. Auch sie führt durch schöne Landschaften, an Fjorden entlang, ist aber halt eine Hauptachse – und je näher man Bergen kommt, desto dichter wird der Verkehr. Erwähnenswert sind aber die Tunnel. Etwa 74 Kilometer (rund ein Drittel) der Strecke führten nämlich durch zahlreiche kürzere und längere. Der längste Tunnel maß immerhin 24,5 km. Und man glaubt es kaum, Überholen ist nicht verboten. Das wurde ich auch mehrmals, hielt ich mich doch an die erlaubten 80 km/h. Und brauchte um die 20 Minuten allein durch diesen einen. Wie ich später recherchierte, heißt er Lærdalstunnel und ist tatsächlich der längste Straßentunnel der Welt. Er weist eine leicht kurvige Streckenführung auf, um Fahrer am Ermüden zu hindern. Zudem gibt es alle sieben Kilometer farbig erleuchtete Hallen, an denen das Halten erlaubt ist. Es handelt sich aber nicht um Notausgänge. 
Angekommen in der Nähe von Bergen dann erstmal die Hütte bezogen, das Gepäck abgeladen und gleich deutlich erleichtert zum Edward Grieg-Museum in Troldhaugen gefahren.  

Edward Griegs Museum in Troldhaugen

Es liegt direkt an einem See und war 22 Jahre lang das Zuhause des norwegischen Komponisten bis zu seinem Tod 1907. Sein bekanntestes Werk dürften wohl die Peer-Gynt-Suiten sein. Im Haus kann man u. a. das Wohnzimmer besichtigen, im Zustand von 1907. Im Garten findet sich auch die kleine Gartenhütte, hier komponierte er viele seiner Werke. In einer Felswand im Garten direkt am See finden sich zudem die Urnengräber von Edvard und Nina Grieg.

Tag 21 – Bergen – die Stadt der Fjorde

Bergen ist die zweitgrößte Stadt Norwegens, das merkt man sofort am Verkehr und der Straßenführung. Wenn man dann aber erstmal die Innenstadt erreicht hat und einen Parkplatz, sieht man schnell, dass sie sich den Charme und Flair einer Kleinstadt erhalten hat. Das gilt besonders für das Hafenviertel, wenn auch die großen Schiffe der Hurtigruten nicht unbedingt zu einer Kleinstadt gehören. Der Grund für diesen Charme ist ein uraltes Stadtviertel, genannt Bryggen. Es entstand um 1343 als Handelsniederlassung der Hanse, später wurde die Niederlassung der Hansestadt Lübeck zugeordnet. 1702 brannte ein Großteil ab, wurde aber wieder aufgebaut. Ein weiterer Brand in 1955 zerstörte weitere große Teile. Übrig blieben 62 Gebäude, selbst deren Abriss wurde diskutiert. Man entschied sich jedoch anders und stellte den Rest ab 1965 wieder her. 


Heute ist das Viertel Welterbestätte der Unesco und zahlreiche Handwerksläden, Galerien, ein Museum, Restaurants und Touristenshops bieten hier ihre Waren feil. Mithin prägt die hanseatische Landungsbrücke das Erscheinungsbild des Stadtzentrums und ist ein auffälliges Überbleibsel aus der Zeit, als Bergen das Handelszentrum Norwegens und dem Rest von Europa war.
Und dann ging es zurück zum Campingplatz, nochmal gut eingekauft für heute Abend (Steak, Zwiebeln, Senf…) und Morgen zum Frühstück (Eier, Lachs, Baguette). Das wars dann für erste in Norwegen. Geht es doch morgen mit der Fähre in knapp 19 Stunden nach Dänemark.

Tag 22 – Von Bergen mit der Fähre nach Dänemark

Heute Mittag geht es mit der Fjordline von Bergen über See zurück nach Hirtshals in Dänemark gelegen. Fahrtzeit etwa 16.30 Stunden. Von Hirtshals aus sind es etwas über 500 km nach Hamburg. Also erstmal gut gefrühstückt, passend für das Schiff gepackt und ab aufs Moped die 20 km bis zum Terminal. Dort heißt es erstmal warten bis man nach dem Check In in einen abgesperrten Bereich kommt – wo es wieder warten heißt. Zweieinhalb Stunden genau. Es regnet seit der Abfahrt unablässig, keine Möglichkeit sich irgendwo unterzustellen oder einen Kaffee zu trinken. Man kann nur eins machen, im Regen dumm herumstehen. Was ich natürlich genau mache. Wenn ich mir bis dato bei den ganzen Schlechtwetterfahrten keine Erkältung geholt habe, dann jetzt. Im Regen fahren ist etwas anderes als nur rumzustehen.

Alle anderen sitzen in ihren Autos oder Wohnmobilen, ich bin der einzige Motorradfahrer. Später kommen noch zwei Fahrradfahrer hinzu. Irgendwann öffnet sich das Gatter, dann geht es auch recht zügig. Moped verzurrt, die zwei großen Taschen. Helm, Handschuhe, Tankrucksack – alles zusammen über 30 kg – zur Kabine geschleppt. Die Koffer bleiben am Motorrad. Es steht übrigens am Heck, Deck 3 ganz hinten, Und wo ist meine Kajüte? Natürlich am Bug auf Deck 9, das oberste, mithin im langen Gang die vorletzte Kabine. Kenne ich ähnlich ja von der Herfahrt von Kiel nach Göteborg. Weiter kann man die ganzen Sachen auf dem großen Schiff nicht schleppen. Okay geduscht, einen Bummel über das ziemlich leere Schiff gemacht, später etwas gegessen. Und einen Vorrat norwegische Schokolade gekauft, ist hier zollfrei. Zudem das erste Glas Wein seit drei Wochen getrunken.

Viel los ist auf der Fähre gerade nicht

Tag 23 – Durch Dänemark nach Hamburg

Pünktlich um acht Uhr ist die Fähre in Hirtshals angekommen, fünf nach acht bin ich schon draußen, es geht direkt auf die Autobahn Richtung Hamburg. Meist mit 130 km/h manchmal nur 110. Und das bei fast leeren Straßen. Da kommt man vorwärts. Sehenswürdigkeiten in Dänemark stehen nicht auf dem Programm, das ist eine eigene Reise wert. So erreiche ich nach einem kurzen Frühstücksstopp schon gegen 12 Uhr die deutsche Grenze. Coronakontrollen gibt es keine in Richtung Deutschland, umgekehrt schon. Die Straßen werden voller, und was macht man während über 500 km sturer Autobahnfahrt. Man beobachtet Dinge, die einem sonst nicht in den Sinn kämen. So fallen mir in der Summe ein gutes Dutzend gelbe DHL-LKWs auf, meist mit dänischem Kennzeichen. Kommen ja aus Dänemark, passt also. Aber die Zugmaschine, ausschließlich ostdeutsche Nummern, fast immer aus Polen oder Bulgarien. Hier sitzt ja der „teure“ Fahrer. Fällt dann auch an anderen Zuggespannen auf. Sattelauflieger ist dänisch, niederländisch, deutsch – die Zugmaschine Nummernschild aus Osteuropa. Zudem kommt die Mehrzahl der Laster nicht aus Deutschland. Wir leben ganz gut von den billigeren ausländischen Arbeitskräften und die Firmen, wie DHL, verdienen noch mehr damit. Scheint auf jeden Fall so auf diesem Autobahnabschnitt. Vor Hamburg ändert sich das Bild dann etwas, hier kommt ja der Werksverkehr hinzu. 
Hamburg ist in Sicht und empfängt mit einem richtigen Stau, Stop and Go. Durch einen Unfall werden am Stauanfang fünf Fahrspuren auf eine reduziert, und das auf einer der Haupteinfallachsen. Es hat 26 °C, ich bin viel zu warm angezogen. Also durchgeschlängelt mit der breiten Maschine, denn Stopp and Go mag eine hohe, beladene Enduro gar nicht. Funktioniert auch gut, fast alle machen Platz. Nur einige wenige machen dicht, gönnen Motorrädern ein langsame Vorwärtskommen im Stau nicht – weil sie halt auch nicht weiterkommen. Aber das hält nur kurz auf. Dann macht einmal sogar ein LKW auf der rechten Spur Platz, weil ein PKW dicht macht. So konnte ich den 5-km-langen Stau mit nahezu Stillstand doch in guten 15 Minuten überwinden und kam gegen 14 Uhr im Hotel an. Eingecheckt, das Motorrad via Lastenaufzug ins Parkhaus ins Untergeschoss geparkt, abgeladen, ausgepackt und geduscht.

Hier geht es zu einem kurzen Bericht über die drei Tage in Hamburg

Tag 27 – Die Tour im Rückblick

7852 Kilometer mit dem Motorrad sind es geworden als ich gegen 16 Uhr in Winnenden heimkomme. Es sind von Hamburg aus noch einmal 650 km hinzugekommen. Autobahn, Baustellen, Staus, Regen und Sonne, das ist die Kurzfassung der Rückfahrt. 


7852 Kilometer durch wunderbare Landschaften, durch eintönige Wälder, bei Regen, Eiseskälte und Sonne. Auf Autobahnen und kilometerlange Geraden oder kurvenreich über Pässe und Fjorde entlang. Fähren wurden mit der Zeit Routine und kilometerlange Tunnel auch – mithin bis zu 24,5 km lang. Bei bis zu 12 Stunden Fahrtdauer an einem Tag war Sitzfleisch gefragt. Fiel auch manchmal schwer, man wird halt nicht jünger. Zelten fiel nahezu aus, des Wetters wegen, aber Hütten sind eine wunderbare (und meiste heizbare) Alternative.
Es ist schon etwas besonderes mit dem Motorrad. Anders als von der Umwelt isoliert in Auto oder Wohnmobil. Man ist nah dran an der Natur, dem Wetter völlig ausgeliefert – auch den Unbillen. Man ist viel näher dran an den Menschen, wird immer wieder angesprochen, hat Kontakt mit anderen Reisenden und Einheimischen. Das Nordkap selber, das erste Ziel aber nicht das alleinige, es ist nicht mehr und nicht weniger als ein geographischer Punkt. Aber ein Besonderer. Auch wenn es nicht der nördlichste Flecken des Kontinents ist, macht nichts. Aber es ist ein Unterschied, ob ich selber auf eigener Achse dort ankomme, oder vom Schiff aus mit Bussen hingekarrt werde. War schon vor fünf Jahren so, als ich von Windhoek aus durch Wüste und über Berge 2500 km mit einer Enduro zum Kap der guten Hoffnung gefahren bin, dem südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Also entgegengesetzt, geografisch und klimatisch. Im Norden Kälte und Nässe, die in die Knochen zieht, im Süden Hitze und Staub.


Norwegen selber, der Schwerpunkt der Fahrt, bietet wunderbare Landschaften, eine gute Infrastruktur, wunderbare Museen, sympathische Menschen. Und in meinem Fall ein sehr wechselhaftes Wetter, was beim Motorrad natürlich eine ganz andere Rolle spielt als beim Auto. Wenn es jedoch darauf ankam, am Nordkap, den Lofoten, die Fahrten am Trollstieg und Geirangerfjord sowie die durch den Jostedalsbreen- und dem Jotunheimen-Nationalpark, da stimmte einfach alles. Generell, die Fahrt über die Hochebene in den Nationalparks waren sicherlich Höhepunkte, die so gar nicht absehbar waren. Norwegen, wir kommen wieder – und zwar schon kommendes Jahr.

Hamburg im September 21

Auf der Rückfahrt vom Nordkap und Norwegen habe ich vier Tage Halt in Hamburg gemacht (hier geht es zum Reisebericht Nordkap und Skandinavien). Die Stadt ist aber mehr als nur eine Stippvisite wert.

Tag 23 – Durch Dänemark nach Hamburg

Pünktlich um acht Uhr ist die Fähre in Hirtshals angekommen, fünf nach acht bin ich schon draußen, es geht direkt auf die Autobahn Richtung Hamburg. Meist mit 130 km/h manchmal nur 110. Und das bei fast leeren Straßen. Da kommt man vorwärts. Sehenswürdigkeiten in Dänemark stehen nicht auf dem Programm, so erreiche ich nach einem kurzen Frühstücksstopp schon gegen 12 Uhr die deutsche Grenze. Coronakontrollen gibt es keine in Richtung Deutschland, umgekehrt schon. Einige Stunden später, Hamburg ist in Sicht, empfängt mich mit einem Stau, Stop and Go ist angesagt. Also durchgeschlängelt mit der breiten Maschine, denn Stopp and Go mag eine hohe, beladene Enduro gar nicht. Letztendlich komme ich gegen 14 Uhr im Hotel an. Eingecheckt, das Motorrad via Lastenaufzug ins Parkhaus ins Untergeschoss geparkt, abgeladen, ausgepackt und geduscht. Jetzt geht es zum nahegelegenen Bahnhof, meine Frau abholen.

Mehr Menschen als ich in Skandinavien in drei Wochen gesehen habe


Der Zug ist pünktlich. Ungewohnt ist für mich, man muss wieder Maske tragen. Das war in ganz Skandinavien und auch Dänemark – jedenfalls wo ich unterwegs war – kaum der Fall.  Gut, am Hamburger Hauptbahnhof waren wohl mehr Menschen, als ich in drei Wochen in Skandinavien gesehen habe.

Tag 24 – Ein sonniger Tag in der Elbmetropole

Hamburger Rathaus

Heute haben wir einen wunderbaren sonnigen Tag in Hamburg (26 ° Celsius). Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es auf eine erste Stadttour, die vom Tourismusverband empfohlen wird. Alles zu Fuß, etwa zwei Stunden reine Gehzeit. Gelaufen sind wir am Ende über 12 Kilometer in etwa acht Stunden. Zuerst geht es zum Rathaus, dann zu den Ruinen der Kirche St. Nikolai. Sie dienen heute als Mahnmal an der zweiten Weltkrieg. Der Turm steht noch, mit einem Aufzug geht es hinauf, wo man einen schönen Blick über Hamburg hat. Unterirdisch befindet sich noch ein Museum, auch das besuchen wir. Es folgt eine Kaffeepause in einer Rösterei am Sandtorhafen.


Nächstes Ziel mit einem längeren Aufenthalt ist dann logischerweise die Elbphilharmonie. Derzeit dürfen wegen Corona aber nur eine begrenzte Anzahl Menschen in das Gebäude und auf die Plaza, entsprechend gibt es eine längere Warteschlange für den Ticketkauf. Kann man aber problemlos umgehen: Einfach online ein Ticket für je 2 € gekauft, dann kann man direkt hinein gehen und die Schlange auslassen. Auf die Idee kommen aber anscheinend nur wenige, obwohl am Eingang auf den Online-Ticketverkauf hingewiesen wird und zahlreiche Leute sich die Wartezeit mit dem Handy vertrieben. Wir jedenfalls sind nach wenigen Minuten drinnen. Kurz gesagt, der Besuch der Elbphilharmonie lohnt, auch wenn man die Konzertsäle nicht sehen kann.


Weiter geht es zum Überseequartier und die HafenCity zum nächsten längeren Stopp, dem Maritimen Museum. Ich habe schon viele derartige Museen in der Welt besucht, aber das war sicherlich mit das größte und umfangreichste. Tausende Schiffsmodelle auf neun großen Etagen von Miniatur bis Metergroß, eine Schatzkammer mit Modellen aus Bein, Elfenbein, Bernstein, Gewürznelken (Ja, richtig gelesen), Silber und einem aus reinem Gold – nicht nur vergoldet. Auch zu Schifffahrt, Logistik, Schiffsbau, Geschichte, Militär, der Hochseeforschung und der Antarktis und vielen mehr gibt es Ausstellungen und natürlich einen wunderbaren Museumsladen und ein Cafe. Man könnte Tage hier verbringen, bei uns sind es über zwei Stunden.

Nicht nur Schiffsmodelle finden sich im maritimen Museum

Die letzten Stationen für den heuzigen Tag sind die Speicherstadt und das Chilehaus (beides Weltkulturerbe). Zurück im Hotel eine kürzere Ruhepause und mit der S-Bahn dann zu den Landungsbrücken. 

Bildergalerie Hamburg, Tour 1

Tag 25 – Giganten und Geistliche

Es regnet. Also mit der S-Bahn an die Landungsbrücken gefahren und kurzfristig eine Hafentour gebucht, der Regen wird immer stärker. Auf dem Schiff bleibt man trocken – jedenfalls solange man draußen keine Bilder macht. Zuerst geht es zu den Container-Terminals im Hamburger Hafen, und was wird da gerade ent- und beladen? Die Ever Ace, derzeit noch der Welt-größtes Containerschiff. Es ist das Schwesterschiff der Ever Given, die durch die kürzlich erfolgte Havarie im Suez-Kanal Berühmtheit erlangte. Stellte sie sich doch im Suez-Kanal quer und blockierte ihn für mehrere Tage. Rund 400 m lang und knapp 62 m breit kann die Ever Ace etwa 240.000 Tonnen Fracht aufnehmen, mithin fast 24.000 Schiffscontainer. 6000 sollen in Hamburg umgeschlagen werden. In zwei Tagen. Die Antriebsleistung, bescheidene 80.000 PS. Es ist schon beeindruckend, an solch einem Giganten wenige Meter entfernt vorbei zu schippern. Und es ist nicht der einzige Gigant, bei denen mit den riesigen und unzähligen Kränen Container umgeschlagen werden. 


Weiter geht es zur Werft von Blohm + Voss, hier wird u.a. gerade eine Yacht für einen 25-jährigen Saudi fertig gestellt, Kaufpreis 100 Mio. € plus. Und natürlich geht es an der Elbphilharmonie vorbei.
Zurück hat es aufgehört zu regnen, also ein paar Meter weiter den alten Elbtunnel von 1907 besichtigt, hier wurden Autos noch mit Lastenaufzügen nach unten und oben gefahren, um die Elbe zu unterqueren. Auch heute noch nutzen ihn Fußgänger und Radfahrer. Er ist inzwischen ein Hamburger Wahrzeichen und gern genutzt für Hochzeitsfotos, wie wir feststellen.
Nächstes Ziel an den Landungsbrücken ist die Cap San Diego, ein fast 60 Jahre alter Stückgutfrachter. Er liegt als fahrtüchtiges Denkmal am Kai und ist Museumsschiff, Hotel, Restaurant und an etwa 20 Tagen im Jahr noch unterwegs. Mithin der größte, noch fahrbereite Museumsfrachter weltweit. Fahrbereit halten ihn fünf festangestellte Mitarbeiter und rund 40 Freiwillige. Denen geht aber der Nachwuchs aus, besonders an Ingenieuren mit entsprechenden Seepatenten mangelt es. Absolut lohnenswert der Besuch, für mich besonders der Maschinenraum über mehrere Stockwerke mit dem MAN-Schiffsdiesel und die Brücke.


Weiter zu Fuß zum Michel, dem Hamburger Wahrzeichen. Besser die evangelische Hauptkirche St. Michaelis, nach dem Erzengel Michael benannt. Hier die Kirche und Krypta besichtigt, vorher direkt daneben in den alten Krameramtswohnungen, Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert, einen Kaffee getrunken und eine Kleinigkeit gegessen.
Zurück durchs Komponistenquartier, dem Jungfernstieg – die Luxusstraße überhaupt in Hamburg – und dem Rathaus geht es dann wieder zum Hotel.

Bildergalerie Hamburg, Tour 2

Tag 26 – Kaffee, Basis für den Reichtum Hamburgs

Der dritte und letzte volle Tag in Hamburg. Jetzt steht das Chokoversum bei Hachez, ein Schokoladenmuseum als erster Tagespunkt auf dem Programm. Vorher schaue ich aber noch bei einem Antikhändler in der Innenstadt vorbei, und er hat einiges, was mich interessiert. Ist selten geworden. Am Ende war es ein kleiner chinesischer Kompass aus Bein, etwa aus 1800 bis 1820. Der kam mit.
Zurück zum Schokoladenmuseum, bei der Führung stellt man am Ende eine eigene Schokolade her. Leider sind heute schon alle Führungen ausgebucht. Corona reduziert die Teilnehmerzahlen doch erheblich.
Also weiter zum nahegelegenen Zollmuseum und sich über Schmuggelverstecke schlau gemacht, weiß man nie, ob man es mal brauchen kann. Und mit dem Thema Kaffeekrieg Anfang der 50er beschäftigt. War etwas später auch ein Thema, als wir eine hervorragende Führung im nahegelegenen Kaffeemuseum machten. Eine wunderbare Sammlung und Führung, lohnt auf jeden Fall. Es basiert auf der privaten Sammlung von Jens Burg. Das Kaffeegeschäft und die Rösterei bestehen bereits seit 1923 und Burgs Leidenschaft für das Genussmittel verdankt die Stadt eine wunderbare Sammlung rund um dem Kaffee in den Speichern des Block R, St. Annenufer, heute Genuss Speicher genannt. Hier wurde schon seit 1896 Kaffee gelagert und bearbeitet.

Hamburg selbst hat kein Kaffeemuseum – obwohl die Stadt ihren Reichtum und ihre Größe dem Kaffee verdankt – sowie einer gefälschten Bulletin von Kaiser Barbarossa aus 1189, das der Stadt ein Zollprivileg bescheinigte. Dies gilt als die Geburtsstunde des Hamburger Hafens. Nur entstand das Dokument erst nach seinem Tod, wie Wissenschaftler herausfanden. In der Folge entstand in dem Dorf an Alster, Bille und Elbe gelegen ein Welthafen und daraus eine Metropole. In dem Kaffeemuseum verbrachten wir über zwei Stunden, mit mussten auch ein paar Pfund Kaffee. Auf dem Moped hat es jetzt, nachdem die Lebensmittel aufgebraucht sind, auch wieder genügend Platz.
Anschließend sind wir durch den Stadtpark Planten un Blomen geschlendert, die Gewächshäuser der Uni haben jedoch geschlossen, Pandemiebedingt. Dann geht es verschiedene Einkaufsstraßen entlang Richtung Hotel, heute muss ja alles gepackt werden, da es Morgen zurück nach Stuttgart geht. Meine Frau mit dem Zug und ich mit dem Motorrad (hier geht es zum Reisebericht Skandinavien mit Nordkap).

Bildergalerie Hamburg, Tour 3

Kos – für Badebegeisterte und Kulturbeflissene

Einst das größte Kur- und Heilzentrum der Antike: Asklepieion

Bekannt ist die griechische Insel Kos vor allem für seine vielen unverbauten Sandstände. Sie gehört zu den Inseln des Dodekanes nahe vor der türkischen Küste. Aber nicht nur Badebegeisterte kommen hier auf ihre Kosten, sondern auch Kulturbeflissene. So verfügt die Insel doch über griechische und römische Ruinen und auch aus der Zeit der Kreuzritter. Der bekannteste Sohn der Insel ist Hippokrates, kein Wunder, dass sich hier etwa die Reste eines des größten antiken Kur- und Heilzentrums finden. Zugleich ist die Insel von der Größe her überschaubar, dass alles problemlos in Tagestouren abgeklappert werden kann.

Tag 1 – in Kos angekommen

Früh hieß es aufzustehen. Mussten wir doch schon gegen vier Uhr am Flughafen in Stuttgart sein. Hatte aber den Vorteil, dass wir auch schon morgens auf Kos ankamen. Zuerst haben wir den Mietwagenübernommen, sind die 30 Kilometer zum Hotel nahe Kos-Stadt gefahren und haben eingecheckt. Dann hatten wir noch den ganzen Mittag Zeit, um uns einen ersten Eindruck von Kos-Stadt zu machen.

Zu Fuß war es etwa eine Stunde bis ins Zentrum, wobei die Stadt recht überschaubar ist. Am Strand entlang geschlendert, im Hafen einen Bootstour für Sonntag zu drei Inseln – darunter die der Schwammtaucher – gebucht und uns die alten römischen Ruinen mitten im Zentrum angeschaut. War bis zu einem Erdbeben in den 1930er-Jahren das alte Stadtzentrum, wurde komplett zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Dafür hat man die alten Ruinen ausgegraben. Und das neue Stadtzentrum, das ist schon recht touristisch. Nur ist halt nichts los. Ist es die Vorsaison oder noch Corona? Dann gut griechisch gegessen und getrunken und abends gemütlich ins Hotel geschlendert. 

Bildergalerie Kos-Stadt

Unser Domizi – Lango Design Hotel & Spa

Es macht einen sehr guten Eindruck, etwas abgelegen aber ansonsten wunderbar, das Lango Design Hotel. Fünf Sterne, alle hier sind sehr freundlich, freuen sich echt auf die jetzt wieder langsam eintrudelnden Besucher und ist direkt an  – einem zugegebener maßen kleinen Strand gelegen, hat aber einen eigenen großen Pool und bietet natürlich Wellness an. 

Das Lango Design & Spa

Mit fünf Sternen gehört das Lango Design Hotel zu den besseren auf Kos. Ideal zum Erholen und Relaxen, hier sind nur Erwachsene erlaubt. Animationen und Unterhaltung werden nicht geboten, Gottseidank.  Ein eigener Mietwagen ist geboten, da es doch um die 45 Minuten zu Fuß dauert, bis man gemütlich im Zentrum von Kos ist. Aber den sollte man sowieso haben, will man die Insel erkunden. Oder man mietet einen Roller respektive Fahrräder und Quads, die es an jeder Ecke gibt. Empfehlenswert ist auch die gute Küche und der Weinkeller sowie der Wellnessbereich. Auch die zuvorkommenden Mitarbeiter sind eine extra Erwähnung wert.

Die Medizin des Altertums

Morgens ging es erstmal nach Asklepieion, die wichtigste und bekannteste archäologische Stätte auf Kos. Sie liegt gerade mal etwa fünf Kilometer von Kos entfernt. Im antiken Griechenland galt das Asklepieion als das größte Krankenhaus des Landes und fungierte als Therapiezentrum oder Kurklinik. Es geht auf den berühmtesten antiken Einwohner der Insel zurück, auf Hippokrates. Asklepien, wie die Anlage hier, waren ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. Heiligtümer zu Ehren des Gottes der Heilkunst, Asklepios. Die Römer nannten ihn Aesculapius (Äskulap).

Blick auf die 2. Terrasse des Asklepieion

Auf einem Hang mit mehreren Terrassen, verbunden durch Freitreppen aus Marmor, finden sich steinerne Reste aus den verschiedenen Jahrhunderten. Der älteste Teil des Asklepieion stammt vermutlich aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Zerstört wurde die Anlage letztendlich durch ein Erdbeben 554 n. Chr. und diente fortan als Steinbruch für „Neubauten“.

Am Eingang findet sich neuerdings ein schönes, schattig gelegenes Cafe. Bietet sich für eine Rast an, auch wenn die Preise – natürlich nur für Touristen – etwas untypisch für Kos sind. Drei Euro für einen Expresso… Wobei, hier werden mancherorts Preise für Touristen und Einheimische gemacht. Ist uns auf Kreta nie passiert, jedenfalls wissentlich.

Bildergalerie Asklepieion

Stolz auf einem Bein

Flamingos in der Ägäis

Weiter ging es Richtung der Berge, zu einem schönen Bergdorf Namens Ziá. Auf dem Weg dorthin sahen wir ein Schild zu einem Sumpfgebiet nahe Tigaki. Dort sollen sich Flamingos aufhalten, aber nur bis Ende Mai. Wir haben jetzt Mitte Juni. Dennoch den Umweg gemacht und tatsächlich waren noch zahlreiche der Tiere zu sehen. Leider nur etwas weiter weg, da man auf dem sumpfigen Ufer nicht nah herankommt. Dann noch kurz Flamingo Beach besichtigt und weiter Richtung Ziá.

Bildergalerie Salzsee bei Tigaki

Ziá, das Vorzeigedorf der Insel

Gerade mal zwei Kilometer entfernt findet sich das Bergdorf Ziá, das Vorzeige-Dorf der Insel. Alle fahren hinauf, so auch wir. Was in der Hochsaison dann los ist, möchte man sich lieber nicht vorstellen. Ziá zählt mehr Souveniergeschäfte und Restaurants als Einwohner. Dennoch lohnt es sich und es war auch wenig los. Vorsaison und Corona sorgten dafür. Und lässt man die Shoppingmeile aus, lohnt sich ein Besuch. Besonders auf einer der Restaurant-Terrassen bei Sonnenuntergang. Das holen wir noch nach.

Bildergalerie Ziá

Auf römischen Spuren

Zurück in Kos parken wir direkt nahe der Casa Romana, eine Rekonstruktion einer Villa aus römischer Zeit auf den Fundamenten dreier römischer Wohnhäuser mit den typischen Innenhöfen. Ausgegraben wurden die Reste nach dem Erdbeben von 1933 von italienischen Archäologen, damals war die Insel von Italien okkupiert. Mit 37 Räumen und 2300 Quadratmeter Fläche soll es sich um die größte römische Villa in ganz Griechenland gehandelt haben. Ausgestellt sind auch zahlreichen römischen Funde.

Der Flopp der Reise

Unser heutiges Ziel war die Insel der Schwammtaucher Kalymnos. Und wie kommt man am besten dorthin? Mit einem der zahlreichen Ausflugsboote, die eine drei Insel-Tour über rund sieben Stunden anbieten: Pserimos, Kalymnos und Plati.

Zwei /drei Stunden Zeit hat man dann für die Inselhauptstadt Póthia, eine sehr ursprüngliche Stadt in der Ägäis, Tourismus spielt keine größere Rolle. Den Rest inklusive der Bootsfahrt nimmt man halt mit. Kosten auch nur 25 Euro pro Person inklusive Mittagessen. Das hätte uns eigentlich stutzig machen sollen. Ok. Es handelt sich halt meist um Partyboote, sagt einem natürlich keiner beim Buchen vor Ort. Wer lautstarke Partymusik und Animationen und die zahlreichen Formen der menschlichen Figuren und Verhaltensweisen mag, ist da richtig aufgehoben.Für Pserimos blieben dann gerade mal 35 Minuten, für Kalymnos inklusive Essen 90 Minuten. Um sich zum Thema Schwammtauchen schlau zu machen, blieb keine Zeit. Wurde auch nichts dazu erzählt. Interessierte anscheinend auch keinen außer uns. Party halt. Und Plati wurde nur indirekt angelaufen. Das Schiff ankerte in einer kleinen Bucht und Badeparty war angesagt. Selber schuld, nächstes Mal vorher schlau machen. Auf jeden Fall haben wir genug von Party und Animation für die nächsten Jahre. Sobald wir wieder richtig hören können.

Pserimos, für 35 Minuten (hier gehts zur Bildergalerie)

Die Insel der Schwammtaucher – Kalymnos (hier gehts zur Bildergalerie)

Auf Kreuzritters Spuren

Man meint fast im Gebirge zu sein, ist dennoch gerade mal um die 400 m über dem Meeresspiegel. Eine Piste führt uns durch dichten Kiefernwald bis zu einer Quelle, von dort geht es zu Fuß weiter nach Paleo Pili, ins alte Dorf Pili.

Das alte Dorf Píli

1830 hat man den Ort nach einer Choleraepidemie verlassen. So verfielen die Gebäude im Laufe der Zeit. Meist finden sich nur noch Steinhaufen, die alten Kirchen – drei an der Zahl – und einige Häuser stehen aber noch, werden heute wieder gesichert und erhalten. Dazwischen grasen Ziegen und oberhalb hat Geórgios mit seinem Bruder Michális auf einer Hügelkuppe eine Taverne für die paar Besucher eingerichtet. Man sitzt in freier Natur  – auch auf dem stillen Örtchen – und genießt den Ausblick. Fast hätte ich gesagt auch die Stille, doch läuft in Tavernen meist griechische Musik, so auch hier. Manchmal gibt es außer Kaffee und Softdrinks auch Zicklein aus dem Backofen. Gegenüber thronen über allem die Reste einer ehemals recht beeindruckenden Ritterburg. Erbaut im 11. Jahrhundert von den Byzantinern wurde sie später von den Kreuzrittern benutzt. Weit reicht der Blick über die Küstenebene bis zur kleinasiatischen Küste.

Bildergalerie Paleo Pili

Wildnis hinter massiven Mauern

Etwas abseits gelegen und damit wenig besucht, die alte Feste Antimachia. Eine 970 m lange Ringmauer umgibt die Anlage noch heute, innen ist aber nahezu alles verfallen. Bis auf zwei schlichte Kapellen. Hier regiert die Wildnis. Was auch seinen Charme hat. Und das innen rund 2,6 Hektar große Areal lädt zum Wandern ein. Erbaut haben die Anlage die Venezianer im 13. Jahrhundert, zum Schutz gegen Piratenüberfälle. Ausgebaut hat die Burg dann der Johanniterorden, diesmal zum Schutz vor den Osmanen. Zur Verteidigung reichten relativ geringe Mannschaften aus, so wurde die Burg im 15. und 16. Jahrhundert mehrmals belagert aber nie eingenommen. 15 Ordensritter und 300 Einwohner hielten 1457 einer 23-tägigen Belagerung stand, dabei fielen 15 Verteidiger. Die Osmanen zählten über 1000 Tote und 2000 Verwundete. Anfang des 19. Jahrhundert gaben die Einwohner die Siedlung in der Festung auf, zwei Erdbeben zerstörten 1826 und 1933 alle Gebäude im Inneren, mit Ausnahme der zwei Kirchen sowie den massiven Festungsmauern.

Blick auf die alten Festungsmauern
Vom Wind geformt

Bildergalerie Antimachia

Die Kéfalos-Halbinsel, ein dürres Juwel

Ausgangspunkt für die Tour ist das älteste Dorf der Insel, Kéfalos. Der äußerste Westen von Kos gehört noch ganz der Natur. Hier finden sich Hirten, Schafe und Ziegen, meiste allein unterwegs. Und nur verhältnismäßig wenige Touristen. Ohne eigenes Fahrzeug geht nichts. Eine sonnenverbrannte dennoch wunderbare Landschaft mit langen, unberührten Stränden. Natürlich finden sich einige Kirchen in der Einöde verstreut und auch Klosterruinen – mit angeschlossenem Kaffee. Und der eine oder andere Strand ist über Pisten erreichbar. Endlich Gelegenheit auch mal die Drohne einzusetzen. Ist doch vom Flughafen ein Abstand von acht Kilometer einzuhalten, und das ist auf einer Insel bei dem der Flughafen zentral liegt, nicht ganz einfach. Kräftig bläst der Wind über die dürre Landschaft, macht der Drohne aber nichts aus. Trotz einiger Warnungen über den starken Wind sind die Aufnahmen sehr ruhig geworden. Alles in allem haben wir uns erheblich länger hier aufgehalten als vorgesehen. Und ganz am Ende der für uns fahrbaren Strecke auch noch ein gutes Restaurant gefunden. In dem wir natürlich einkehrten.

Bildergalerie Kéfalos-Halbinsel

Der schlafende Riese

Blick in den Vulkan

Eine Bootsfahrt zum Zweiten. Diesmal aber ohne Party. Es ging etwa eine Stunde von Kardámena zur Vulkaninsel Níssyros. Die ganze Insel ist ein Vulkan, der derzeit ruht. Er misst etwa acht Kilometer im Durchmesser, die Caldera selber etwa vier Kilometer. Der letzte Ausbruch fand 1887 statt. 1995 setzte eine starke Bodenaufwölbung der ganzen Insel ein, die aber 1999 endete. Vorerst. Níssyros nur ein Teil eines riesigen Vulkanareals zu dem auch Kos, Santorin und weitere Inseln gehören. In der Caldera befinden sich einige Nebenkrater, die man besuchen kann. Von dem Hauptort der Insel geht es dazu mit einem Bus direkt in den Krater. Es bleibt Zeit in den größten Nebenkrater herunterzusteigen, den Stéfanos-Krater. Er misst etwa 250 x 350 m. Sein Boden und die Wände sind von Schwefelausblühungen gelb gefärbt und es riecht auch intensiv nach Schwefelwasserstoff, also faulen Eiern. Aus Erdspalten steigen Dämpfe auf, der Boden selbst ist recht warm mit 70/80 Grad Celsius. Merkt man, wenn man länger stehen bleibt.

Schwefel-Ausblühungen

Bildergalerie Nissyros – der Vulkan

Auf schmalem Grat

Der Dorfplatz von Nikía

Wenn man schon auf Nissysros ist, sollte man auch den Ort Nikía besuchen, bietet sich auf dem Weg zum Krater an. Zur einen Seite blickt man auf das Meer, zur anderen Seite in die tiefe Caldera. Schmale Gassen führen zu einem schönen Dorfplatz, den Porta Nikia. Hier kann man einen Expresso oder auch ein Radler genießen. Direkt am Platz liegt eine schöne Kirche, die sich besichtigen lässt. Weiter das schmale Gässchen folgt ein schöner Blick auf den Krater.

Bildergalerie Nikía

Malerische Gässchen und Idylle pur

Bevor das Schiff nachmittags wieder ablegt, lohnt es sich, den Hauptort Mandráki mit seinen 700 Bewohnern zu besuchen, etwas zu bummeln und auch eine Rast einzulegen. Zeit dafür hat man auch bei einem Tagesausflug, fährt die Fähre zurück doch schon um 15.30 Uhr ab. Schön ist, dass sich die Läden doch deutlich von vielen anderen etwa auf Kos unterscheiden. Asiaware ist selten, meist handelt es sich tatsächlich noch um griechische Produkte und Handarbeit. Hier hat jeder Laden unterschiedliche Ware anzubieten, Voraussetzung für eine Genehmigung der Gemeinde. Zudem laden mehrere einheimische Tavernen und Cafés zum Verweilen ein. Und an jeder Ecke finden sich zwischen bunten Bougainvillen und blauen Türen dösende Katzen. Typisch für das Land.

Bildergalerie Mandráki 

Sonnenbaden inmitten alter Ruinen

Am Freitag waren wir wieder den ganzen Tag unterwegs. Zuerst ging es zu einem der zahlreichen Sandstände im Westen der Insel in der Kefalos-Bucht. Wir entschieden uns für den Ágios Stéfanos Beach, liegt vorgelagert auf einer kleinen Felseninsel doch die kleine Nikolaus-Kapelle, zu der man schwimmen kann – sofern man genug Puste hat. Ideal um jetzt auch mal die neue GoPro mit dem speziellen Unterwassergehäuse zu testen.

Direkt am Strand liegen zudem die Ruinen der frühchristlichen Basilika Àgios Stéfanos. Nicht durch Zäune abgesperrt, sondern voll in den Strand integriert. Man kann ohne weiteres auch sein Badetuch zwischen den Ruinen platzieren. Hat etwas. Italienische Archäologen legten die Reste 1932 frei und stellten auch einige der Granitsäulen wieder auf. Erbaut wurde die Basilika um 500 n. Chr. Viele Mauern sind noch brusthoch erhalten.

Blick auf die kleine Insel mit der Kapelle

Bildergalerie Ágios Stéfanos Beach

Drohnenflug zum Zweiten

Weiter ging es noch mal ein Stück auf die Kefalos-Halbinsel um noch eine kleine Kirche zu besichtigen, die wir beim ersten Mal verpasst hatten. Lohnte sich aber nicht. Dafür eine Gelegenheit, um noch mal die Drohne aufsteigen zu lassen. Sind ja weit genug weg vom Flughafen.

Bildergalerie Kefalos zum Zweiten

Auf den Spuren des Hippokrates

Zu Zeiten des Hippocrates

Wieder Richtung Kos entdeckten wir Nahe Mastiachári an Schild an einer staubigen Piste, das auf den botanischen Garten der Hippocrates hinwies. Also die drei Kilometer hingefahren. Hier hat eine koische Familie einige griechische Häuser nachgebaut, um zu zeigen, wie eine wohlhabende Familie vor bald 2400 Jahren gelebt hat. Zugleich hat man einen kleinen botanischen Garten mit Heilkräutern zu Zeiten des Hippocrates angebaut und vertreibt sie auch. Man kann so etwas in das antike Griechenland eintauchen, sollte es aber nicht zu sehr von der wissenschaftlichen Seite betrachten. Dennoch, schön gemacht. Hat sich gelohnt. Leider durften sie in der wunderschönen Gartenterrasse keinen Kaffee ausschenken, wegen Corona. Der Betrieb hätte sich wohl auch nicht gelohnt, wir waren mal wieder die Einzigen.

Bildergalerie Hippocrates Garden

Gelegenheit, den Magen aufzufüllen

Den Weg zurück Richtung Kos nahmen wir dann die Strecke entlang der Nordküste. Vor Mastichári entdeckten wir eine schöne Kaverne direkt am Steilufer gelegen. Gelegenheit den Magen aufzufüllen und auch den Flüssigkeitsspiegel nicht zu vernachlässigen. Obwohl, mehr als ein Glas Wein ist bei der Hitze nicht zu empfehlen. Später wird es ja etwas kühler und es setzt der ablandige Wind ein. Das später erfolgte dann an einer Strandtaverne in Tigáki, nachdem wir durch den Ort gebummelt sind und bei einem Händler ein paar schöne Stücke aus Olivenholz ergattert hatten. Der Weg ins Hotel war dann ja nicht mehr weit.

 

Bildergalerie Tigáki

Die schönste Strandpromenade der Insel

Der vorletzte Tag. Heute wollen wir uns Kardámena anschauen, von hier aus sind wir ja mit dem Boot zur Vulkaninsel Nissyros gefahren. Noch vor wenigen Jahren hatte der Ort den Ruf einer britischen Hooligan-Partymeile. Das scheint aber anders geworden zu sein, auch ohne Corona. Außerhalb der Stadt sind einige All-Inclusive-Anlagen entstanden, schlecht für die hiesigen Tavernenwirte. Bleiben deren Gäste doch meist in den Anlagen, ist da doch alles bezahlt. Die Strandpromenade in Kardámena ist mit die schönste der Insel. Auch jetzt ist kaum etwas los, Frühsaison oder doch eher Corona. Also am Hafen entlang gebummelt, in einigen Geschäften gestöbert aber hier dominiert klassische Touristenware, Handwerkliches ist eher selten. Und dann gemütlich einen doppelten Expresso geschlürft, bevor wir uns wieder Richtung Kos-Stadt aufmachten. Diesmal über die Berge auf einer schönen Strecke mit wunderbaren Ausblicken.

 Bildergalerie Kardámena

Kos – das westliche Ausgrabungsgelände

Unser nächstes Ziel in Kos-Stadt ist das westliche Ausgrabungsgelände. Hier findet sich nahe dem Casa Romana, dass wir schon besichtigt hatten, das Odeon. Durften in keiner römischen Stadt doch Theater fehlen. In Kos haben Archäologen aber nur das kleiner Pedant ausgegraben, eben das Oden mit rund 750 Plätzen. Der aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. stammende Bau ist recht gut erhalten beziehungsweise restauriert, könnte auch heute noch für Vorführungen verwendet werden.

Direkt gegenüber liegt das westliche Ausgrabungsgelände, ein Areal, das zum Schlendern zwischen den Ruinen einlädt. Wir sind auf dem ganzen Gelände die einzigen. Es ist übrigens frei betretbar. Man wandelt auf Straßen aus dem 3. Jhr. v. Chr., in dem noch die alten Spuren der Wagen zu erkennen sind. Zu sehen gibt es zudem verschiedene durch Dächer geschützte Mosaiken, weitere sieht man noch unter der Erde hervorlugen. Auch Reste von Wandmalereien finden sich, eines zeigt einen antiken Briefträger, die drei erkennbaren Buchstaben EXW besagen: Ich eile in zwölf Stunden. 17 der ehemals 81 Säulen stellten die italienischen Archäologen wieder auf, davon stehen aber nur noch vier. Der Rest fiel vermutlich dem Erdbeben von 2017 zum Opfer. Irgendwann wird es aber zu heißt, die Temperatur steigt inzwischen auf etwa 35 Grad Celsius. Also zurück zum Hotel zum Relaxen.

Bildergalerie Kos-Ausgrabungen  

Zia, ein gebührender Abschluss

Abends sind wir dann zum zweiten Mal die rund 20 km auf kurvenreicher Strecke in das hübsche Bergdorf Zia gefahren. Hier soll man doch den schönsten Sonnenuntergang auf Kos erleben können. Am besten in der Sunshine Taverne. Und das bei einem landestypischen Essen:  griechischer Salat, Tzatziki, gefüllten Paprika, Knoblauchbrot und Gyros. Dazu ein Rotwein. Ein guter Abschluss, denn Morgen ist noch einmal Relaxen angesagt bevor es am Montag wieder Richtung Heimat geht.

Bildergalerie Ziá am Abend

Copyright: Werner Götz, eigene Erfahrungen, Internetrecherche